Freunde, Fans und Follower – los! Zahlt euch für mich aus!

Schon wieder ist der Christian Henner-Fehr schuld! Hat er mich doch auf eine Blog-Parade gestoßen, und auch noch zu einer Fragestellung, auf die ich spontan gefühlsmäßig äußerst gespalten reagiere, nämlich jene:

Wie kann es gelingen, dass sich Freunde, Fans und Follower für uns auszahlen?

Die gelegentliche Kapitalismushasserin und Konsumgegnerin in mir drängt sich nach vorne und fragt empört: Müssen sie das überhaupt?

Die andere Seite in mir feilt schon an Ideen und (überzeugenden) Argumenten.

Freunde
Freunde im Social Media Sinne sind online sichtbar gemachte Beziehungen auf Gegenseitigkeit. Um sich z.B. auf XING mit jemandem zu verbandeln (wie auch auf Facebook) müssen – egal von wem die Anfrage ausgeht (manchmal kann die Verbindung auch durch einen Dritten initiiert werden) beide Seiten zustimmen und die Freundschaft kann – ganz wie im Leben – einseitig wieder beendet werden. Follower auf Twitter können so zu Freuden werden,  indem der Verfolgte dem Verfolger seinerseits auch wieder folgt.
Aber das wisst ihr ja alles schon.
Zwei meiner Freundinnen haben sich – jetzt zum Konkreten – seit einiger Zeit mit UNICEF befreundet. Deshalb verkaufen sie auf einem kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt stundenlang – zugegebenermaßen schöne – UNICEF-Karten … und laden mich Jahr für Jahr dazu ein. Die Begründung: Wenigstens einmal im Jahr sollten wir uns treffen, etwas (G)gutes machen und danach Essen gehen.
UNICEF hat die Freundschaft, auch jene der beiden mit mir, schon mal genutzt.

Fans
Fans sind (meist) Menschen, die virtuell öffentlich bekennen: Ich finde das oder jenes gut. Ich mache das oder jenes auch. Oder auch nur: Ja, das kenne ich und würde es kaufen, wenn ich denn die Kohle dazu hätte.
Und wieder zum Konkreten: Vor einigen Wochen registriere ich einen kleinen und (zunächst) unbedeutenden Tweet am Rande von einer geschätzten Berliner Tweeterin. Der Inhalt – an die Wortwahl kann ich mich so gar nicht mehr erinnern – bezog sich darauf, dass Sohnemann (schon wieder) ein neues Paar Schuhe benötige und sie bestelle jetzt gleich mal bei Zalando. Hä? Zalando? Davon hatte ich als partielle Konsumverweigerung natürlich noch nichts gehört. Da mir just in dem Moment ohnehin langweilig war, befrage ich die große Google-Kugel, lande auf der Webseite des Anbieters… und ihr werdet es schon ahnen: Wurde käufig.
Ein Fan hat eine Followerin zur Käuferin gemacht. Für mich eine (kleine) Schande, aber wahr.
Wenn das nicht ausgezahlt ist.

Follower
Genau. Mich als Follower hatten wir ja schon unter der Fan-Abteilung. Und wie ich weit über 200 Menschen/ Accounts folge, so folgen mir auch ein paar. Und wenn ich mir so überlege, was der kleine Zalando-Tweet bei mir verursacht hat, dann mag ich mir gar nicht vorstellen, in was ich meine Follower schon alles hineingetrieben habe. Zum Glück muss ich das nicht wissen… außer ihr verbloggt es demnächst…

Ergo: Ich bin nach oben skizzierten Überlegungen zu dem Schluss gekommen, das tun sie schon. Wir sehen es nur (noch) nicht so. Weil so vermittelt. Weil in so unbarer Münze.

Aber wie hieß es und heißt es immer noch: Ein Freund ist mehr wert als alles Geld.

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende euch Freunden, Fans und Followern!

“Wer ist hier der Boss?” oder Steter Tropfen…

Social Media: wie überzeuge ich meinen Chef? so fragt der @kulturmanager via Blogparade…

… tja, das würde mich doch auch interessieren… denn leider habe ich meine(n) noch nicht (so wirklich) überzeugen können. Was jedoch nicht bedeutet, dass ich nichts zum Thema zu sagen hätte 😉

Vielmehr kann ich eine Reihe von “Aktionen” auflisten, über die es eben NICHT funktioniert hat. Diese wären:

Tu es einfach.
So fing alles an. Getreu einem meiner vielen Motti (Es gibt nichts Gutes, außer Du tust es) fing ich eines Tages einfach mal an und twitterte ein bisschen vor mich hin, lies die eine oder andere berufliche Information einfließen. Und gut fand ich’s auch, mein Social Media Engagement, es blieb nur nicht nur weitgehend, sondern gänzlich unbemerkt von der Hierarchieebene über mir. Klappt eine Strategie nicht, so muss man sie vielleicht einfach nur ein klein wenig modifizieren/ erweitern, was mich auf folgenden (erweiterten) Gedanken brachte:

Tu es und rede darüber.
Ich fing also mit gelegentlichen Einwürfen zur Thematik an. Ja, ich glaube es war doch tatsächlich um Pfingsten herum. Verstört musste ich jedoch feststellen, dass meine Gegenüber die Worte, die ich benutzte, weder einordnen noch verstehen konnten. Ich schien in einer fremden Zunge zu reden (anscheinend lebe ich schon zu lange online und kann mir deshalb in der Tat nicht mehr vorstellen, dass Begriffe wie “Micro-Blogging” oder bloggen in bestimmten Kreisen für Jugend- oder Gassen-Jargon gehalten werden).

Beantrage eine Fortbildung.
Nein, nicht was ihr denkt. Ich habe keine Fortbildung für meinen Boss beantragt. Sondern eine für mich. Dies um zu verdeutlichen, dass es sich bei “Micro-Blogging” etc. mitnichten um etwas Schmutziges oder Unseriöses handelt.
Nun ja. Die Fortbildung wurde (natürlich) abgelehnt. Die Begründung in Kürze: Solange ich hier noch Chef bin brauchen wir dieses Dingens nicht. Trotzdem ziehe ich vergüngt von dannen… Steter Tropfen, so denke ich … 😉

Winke mit potentiellen Mitgliedern/ Kunden etc.

Motiviert durch meine Fortbildungs-Beantrags-Idee arbeitet mein Unterbewusstsein weiter auf Hochtouren am Projekt “Educate your Boss”. Und dieses flüstert mir ein, dass es mir eben bisher ein bisschen an Empathie gemangelt habe. Ich brauche doch nur die Antwort auf eine Frage zu liefern, die Cheffe ohnehin hat… so bohrt es weiter in mir.
Diese Frage, so wirft jetzt mein Bewusstes ein, muss wohl “Wie bekomme ich mehr Mitglieder/ Kunden” sein. Bei nächster Gelegenheit bringe ich sowohl Frage als auch Antwort vor. Das Resultat: Ein kurzes Innehalten. (Es jubiliert in mir.) … nach einer Schweigeminute wird zum nächsten Thema übergegangen. (Schade. Aber… Steter Tropfen….)

Gib dem ganzen ein Logo.
So schnell gibt eine @mons7 jedoch nicht auf. Vielleicht sollte ich ja einfach mal einen anderen Kanal ansprechen. Kinder sollen ja bekanntlich auch unterschiedlich an die Dinge herangehen. Die einen tatschen Sachen lieber an, um sie zu begreifen, die anderen lauschen lieber, die nächsten gucken zu … und machen nach. Gucken. Das war mein Stichwort. Ich lasse mir ein enganliegendes farbiges T-Shirt mit einem Twitter-Logo und Accountnahmen bedrucken. Ich bin entzückt.
Keine Reaktion.
Ich renne wieder in den Shop und kaufe ein nächstes, diesmal mit dem Hashtag #maulkorb drauf (nur zum Probieren).
Keine Reaktion.
Ich renne verzweifelt ein drittes Mal in den Shop (aller guten Dinge sind drei?) und lasse auf ein etwas weiteres Exemplar “Arschloch” drucken.
Keine Reaktion.
Hm. Ich glaube, Cheffe guckt mir einfach nicht gerne auf die Brust.

Evoziere einen Skandal.
Jetzt bin ich wirklich in Rage. Nichtbeachtung mag ich gar nicht. Wutentbrannt schreibe ich einen Schmäh-Tweet. Der – wer hätt’s gedacht – komplett unbeachtet bleibt.

Warte ab, bis andere ihn überzeugen.
Locker machen. @mons7 mach’ Dich locker. Vielleicht muss man es auch einfach nur machen wie die Katze, die vor dem Mauseloch sitzt: abwarten. Bestimmt tragen noch andere in anderer Form die Thematik an ihn heran, und ich muss nur abwarten, bis sie ihn überzeugen. Und so warte ich seit zweieinhalb Monaten und starre in das schwarze Loch.

Beim Ausharren, Teetrinken und demnächst Lebkuchen knabbernd könnte ich mir ja mal die Beiträge zur Blogparade zu Gemüte führen.

Vielleicht geht mir dabei ja ein (Tee-)Licht auf.

Meine Antwort ist… eine weitere (blöde) Frage…

So, anscheinend ist nun das Sommerloch wirklich zu Ende, wie man schon an der Namensgebung des folgenden neuen Blogs erahnt, selbst wenn man sich – wie manche unter uns 😉 – eher vor’m Bildschirm denn draußen herumtreibt: Herbst-Cloud.

Die Einweihungsfeier besteht aus einem Blog-Carnival (wem das Prinzip fremd ist, der schlage ausnahmsweise mal nicht in der allumfassenden und göttlichen Wikipedia nach, sondern lese z.B. hier).

Die Aufgabenstellung (in meinen Worten; LeserInnen, die den Original-Text der Sekundärliteratur vorziehen, also alle WissenschaftlerInnen hier, hier lang): Beschreibe Deine Art der Weltverbesserung zum Zwecke der Inspiration Deiner Um-Welt.


….
..

[Drei Tage später.] Ich habe immer noch keinen Beitrag verfasst. Offensichtlich habe ich weder Strategie, Methode, Art, Idee oder was auch immer, die Welt zu verbessern. Ich lege das Projekt Blog-Carnival zur Weltverbesserung (leicht frustriert) ad acta… zu ca. 23 weiteren Projekten.

[Tag 4.] Der geniale Ausrichter des Blog-Carnivals stößt mich auf meiner Lieblingsplattform mit einer kleinen aber feinen Nachfrage auf genau meine Strategie (=Antwort):

Ich verbessere die Welt mit einer weiteren (blöden) Frage.

Im Klartext. Da ich einen großen Teil meiner Kindheit an einem abgeschiedenen weltvergessenen Örtchen verbracht habe, mutet mir die große weite Welt da draußen immer noch an, als sei mein Name Alice und ich in einem wundersamen Land gelandet. Manchmal, wenn meine Verwunderung gar zu groß wird, artikuliere ich die eine oder andere Frage, wie z.B. zuletzt:

[an meine LehrerInnen] Wieso müsst ihr denn über eure Notengebung Selektion und Allokation betreiben? Kann das nicht jemand anderes machen? Wer ist euer Auftraggeber? Und was bekommt ihr dafür?

[an meine(n) Gewerkschaft und Arbeitgeber] Wieso bezahlt ihr uns bei gleicher Aufgabe unterschiedlich, wenn eine der Grundforderungen der Gewerkschaftsbewegung lautet: “Gleiches Geld für gleiche Arbeit”? Und warum werden wir nicht überhaupt alle gleich bezahlt?

[an meine Universität] Warum besteht ihr indirekt oder direkt auf eure Stellung/ Position in der Hierarchie, die ihr zuvor in sozialwissenschaftlicher Manier als gebundene Diplomarbeit kritisiertet?

Zum Glück nimmt mir das kaum jemand mal übel (weil ich ein Mädchen bin?)… die Fragerei ist aber auch nicht von unmittelbarem Erfolg gekrönt. Ich glaube aber, dass die eine oder andere Frage dem einen oder anderen noch im Hinterkopf sitzt. Und vielleicht zu gegebenem Zeitpunkt … zu einer klitzekleinen Weltveränderung führt. Im Idealfalle einer zum Besseren hin.

Das ist nicht viel Weltverbesserung. Aber es ist meine.

Und? Wie verbesserst Du (Deine) Welt? …. oder war das jetzt blöd gefragt? 😉

WissensWert Blog Carnival Nr. 1: Der Traum … oder eifach nur dram-/traumatisch?!?!

Ich liebe den Blog-Carnival… denn…. da werden die “richtigen”.. will heißen, die ansprechenden (zumindest für mich), Fragen gestellt!!!!!

“Die Werkbank von Wissensarbeitern ist mehr und mehr der Computer in all seinen Erscheinungsformen, mit dem man ständig online ist. Dies wird durchaus zwiespältig empfunden. Die einen begrüssen diese Entwicklung und integrieren ständig neue Tools in ihre Arbeitspraxis, andere halten sich abwartend zurück, und auch offen ablehnende Haltungen sind nicht selten. Uns Wissensarbeiter beschäftigen folgende Fragen:

Kann ich mit Web-2.0-Tools effektiver mit Information und Wissen umgehen?

Verbessern sich die Produktivität und Qualität der Arbeit?

Werden die Vorteile der neuen Arbeitsmittel durch negative Seiteneffekte überkompensiert?

Wie verläuft der persönliche Lernprozess, sich diese Arbeitspraktiken anzueignen?

Was sind Ihre Antworten darauf? Lassen Sie uns wissen, was Sie persönlich als traumhaft oder traumatisch erfahren.”

Also dann:

Kann ich mit Web-2.0-Tools effektiver mit Information und Wissen umgehen?
Ja. Ich schon. Warum? Was ich nicht gleich als wissensrelevant für mich erachte, klicke ich einfach weg.
Aber es kommt wieder. Ich entscheide mich wieder. Und wieder.

Will heißen: Wichtiges kommt mehrmals auf’s Tapet… und irgendwann kommt es (auch bei mir) an. Oder auch nicht. Aber dann war es… unwichtig.

Verbessern sich die Produktivität und Qualität der Arbeit?

Ja. Warum? Die Produktivität auf jeden Fall, weil ich zuvor alles in der Schublade habe verschwinden lassen. Das bekommt jetzt die Chance, noch einmal (online) gesichtet zu werden und evtl. unterstützt zu werden.
Will heißen: Noch mal angucken vor’m Wegstecken ist besser als gleich weg damit.
Qualität? Ob gleich weg damit oder später weg damit gibt sich nix.

Werden die Vorteile der neuen Arbeitsmittel durch negative Seiteneffekte überkompensiert?
Ähem… welche negativen Seiteneffekte genau? 😉

Wie verläuft der persönliche Lernprozess, sich diese Arbeitspraktiken anzueignen?

Ja. Wie eignet man sich die jeweils eigene Nutzung von Twitter an? Wie diejenige von Facebook etc.?
Ich glaube, das ist eine Mischung aus Erfahrung und Persönlichkeitsstruktur. Ich habe erfahren, wenn ich dranbleibe, kann ich alles lernen… und ich bin von der Persönlichkeit her nicht mit der ersten Antwort zufrieden (also manchmal ein bisschen hartnäckig) ….will heißen: JEDER kann sich diese Arbeitspraktiken aneignen, so er denn gerde lustig darauf ist.

Oder träum ich??

Live und synchron – funktioniert das überhaupt?

Und wieder einmal ein BlogCarnival (dieses Mal der 10.), der mich aufstachelt, meine geistigen Ergüsse zum Thema in die Tasten zu klopfen.
Die Aufgabe dieses Mal lautet ganz einfach:
“Beschreiben Sie einfach Ihre Online-Erfahrungen, ganz gleich, ob Sie live und synchron im Netz kommuniziert, gelernt oder gearbeitet haben.”

Nichts leichter als das 😉

Doch zunächst, die Preisfrage: Was tut eine eLEx live und synchron im Netz? Genau! LERNEN.

eLEx sitzt also vor ihrem Laptop (minimalistisch wie sie eingestellt ist, wurde der PC vor einiger Zeit abgeschafft und folgte dem schon in Vergessenheit geratenen Fernseher in die Wohnung eines guten Freundes).

Wenn Menschen außen an ihrem Fenster vorbeikommen (und das sind so einige in Frankfurt) können sie direkt in ihr Fenster hineinblicken. Das ist in Frankfurt nicht ungewöhnlich, dass Menschen keine Vorhänge haben. Was sehen diese Menschen? Da sitzt eine junge Frau, konzentriert auf einen Laptop blickend in einem spärlich eingerichteten Zimmer… und was hat sie da?… mit einem Headset…. irgendwie erinnert das ganze Szenario an eine Fluglotsin.

Und sowas in der Art tut sie auch. Sie lotst mit sicheren Klicks durch Foren, ruft wissenschaftliche Artikel auf, sendet sie an ihren Kindle… und nimmt dann und wann an einer Online-Konferenz teil.

Das tut sie, indem sie über den Kopfhörer den Rednern lauscht, ihre Kommentare eintippt, Informationen nebenbei recherchiert… und dann und wann für sie erwähnenswerte Erkenntnisse twittert.

Dabei hat sie selbstgestrickte Socken an, einen lauwarmen Kaffee neben sich stehen… und den Hund zu ihren Füßen liegen.

Und genau DAS macht es für sie aus. Sie ist mitten drin dabei. Aber sie ist auch in ihrem geliebtem Umfeld, fühlt sich sicher, kann ihre gesamte Kreativität ungeachtet irgendwelcher Kleidungs- oder sonstiger Konventionen zum besten geben.

Für sie funtioniert es. Live und synchron. Aber sie ist auch eine ganz komische.