#cfp #learntec. Revolution oder von allem ein bisschen? – Wie MOOCs in Unternehmenskontexten wirklichen Mehrwert bieten

Ich möchte gerne einen Text auf den CfP der #learntec hin einreichen. Die Version in ihrer derzeitigen Fom (letzter Stand:  26. Mai, 22:53) findet ihr unten. Irgend welche Anmerkungen, Tipps, Kommentare aus der Community? Die freuten mich, wie immer gerne auch kritische und Verbesserungsvorschläge!

Transparenz und die Gründe es (nicht) zu tun

Ich hadere ja mit mir immer gerade solche Texte – zumindest so lange das Papierchen nicht als Vortrag angenommen – in die Öffentlichkeit zu werfen. Hier ist mir ein absolut großes Vorbild an Mut und Trasparenz der @otacke und die @LuciLudius.

Beispiele

Oliver Tacke ist für mich Vorreiter und Vorbild in punkto Transparenz und Bereitstellung von Informationen und Prozesswissen in Bezug darauf, wie die Wissenschaft und alles drum herum tickt. Zuletzt bloggte er z.B. über Rückmeldung von der #DeLFI2013.

Gestern flatterte eine Absage von der Konferenz #DeLFI2013 in meinen E-Mail-Eingang. Ich hatte dort einen Beitrag eingereicht. Rückmeldungen von GutachterInnen soll man ja hinnehmen wie sie sind, aber ein bisschen irritiert bin ich doch.

Wer mehr davon wissen will, der klicke hier.

Ein Beispiel für die Verdienste dieser Art der @LuciLucius finden sich seit schon geraumer Zeit in ihrem Erst-Blog, wo sie Entstehung einer Hausarbeit dokumentiert hat, nachzulesen hier. Empfehlenswert nach meinem Geschmack auch ihr Zweit-Blog.

Gründe es nicht zu tun

Die Gründe es nicht zu tun, derer gibt es exorbitant viele. Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, öffentliches Scheitern nachlesbar zu machen. Oder sich – noch krasser ausgedrückt – zum Affen zu machen.

Gründe es zu tun

Ein hehrer Grund es tun ist wohl der, die (interessierte) Öffentlichkeit am eigenen Lernen teilhaben zu lassen. Sozusagen Sharing in Reinform. Vielleicht in der Hoffnung, wie eine solche, die auch ich jetzt habe, auf sachdienliche Hinweise von solchen Menschen, die gleiches schon einmal erfolgreich hinter sich gebracht haben.
Soviel also zu meiner Motivation, im Folgenden für euch der Text.

Frohes lesen und lernen heute wünscht

Eure mons7 (aka Monika E. König)

Einreichungstext

MOOCs ist die sprichwörtliche “Sau”, die spätestens seit dem Dossier in der Zeit über MOOCs durch die an Lernen und Bildung interessierte Wissensgemeinschaft getrieben wird. Dabei verhärten sich zwei Positionen, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Während die MOOC-Enthusiasten das Ende von Hochschulen und betrieblicher Weiterbildung wenn schon nicht zeitnah vorhersehen, so doch zumindest beschwören. Die Front gegenüber ist entnervt von dem Hype, den sie einfach nur abzuwarten gedenkt, in der Sicherheit, dass sich etablierte Strukturen ja nur etabliert hätten, weil sie die besten sind, die (aus-)denkbar.

Torsten Maier, MOOC-Genervter und strategischer Lern- und Wissens-Berater, wird im Vortrag die Position einnahmen, dass alles was MOOCs an Neuem bieten ohnehin schon Programm in Aus- und Weiterbildungsabteilungen von Unternehmen ist (z.B. Blended Learning, Social Business/Learning, PLE…) – also eine Maskerade von bestehendem. MOOC wird schon gekonnt, nur anders genannt.

Monika E. König, selbständige eLearning und Social Learning Experten und Trainerin mit Hochschulhintergrund wird sich auf die Seite derer schlagen, die im MOOCen für Unternehmen das Potential sieht, ihre Lernkultur und Qualität der Arbeit und Zusammenarbeit auf ein höheres qualitatives Niveau zu hiefen.

Herauskristallisieren beim Streitgespräch werden sich im Idealfalle die Aspekte von MOOCs, die Unternehmen in ihre (Aus-)Bildungsaspirationen einbauen und nutzen können, um von MOOCs zu profitieren, aber auch jene Aspekte, die getrost ignoriert werden können, weil entweder für den Unternehmenskontext ungeeignet oder in der Tat schon unter anderem Namen praktiziert und umgesetzt sind.

Im Folgenden ausgewählte Statements, die einen Vorgeschmack auf die Positionierungen bieten sollen.

Was Aus- und Weiterbildungsabteilungen von Unternehmen davon ohnehin schon können.

Torsten Maier

“Verpackt man nicht „alten Wein in neuen Schläuchen? oder „Das Kind braucht einen neuen Namen“. Den wirklichen Mehrwert von MOOC wird mit bereits seit Jahren erfolgreichen eingesetzten Methoden wie Blended Learning Szenarien, Social Learning/Business, Open Innovation usw. vermischt. Vielfach wird hier geblended und eine Maske aufgesetzt, um die in die Jahre gekommenen e-learning-Ansätze neu verkaufen zu können. Ist damit MOOC nur eine neue Worthülse für bestehende eLearning Angebote die man „nicht mehr“ oder nur „schwer“ verkaufen kann.

“Müssten nicht die wirklichen Vorteile von MOOCs stärker in den Mittelpunkt gestellt werden, die Gefahr besteht im Moment nach meiner Meinung diese aus den Augen zu verlieren. Massiv – oder neu weniger sind viele, Open – oder die offene geschlossene Gesellschaft. Sind es noch Open wenn Hochschulen oder Unternehmen dies nur für Ihre Studenten oder Mitarbeiter durchführen und wird Courses nicht wieder ein formales Vorgehen gepresst und nicht wie eigentlich gedacht.

Alles neu im Unternehmen macht ein MOOC.

Monika E. König

“MOOCs könnten der UnternehmensPR, dem Unternehmensmarketing neuen Geist, eine neue Haltung einhauchen. Eine, die sich weniger darauf beschränkt, das Unternehmen wie Saubermann darstellen zu lassen oder lediglich und offensichtlich darauf abzielt, den kurzfristigen Umsatz zu steigern.”

“MOOCs könnten die Identifikation der Mitarbeiter mit “ihrem” Unternehmen, der sonstigen Stakeholder mit z.B. “ihrem” Zulieferer, mit “ihrem” Geschäftspartner stärken bzw. erst herstellen.”

“MOOCs könnten den Unternehmen als riesiges Experimentier- und Erfahrungsfeld dafür dienen, wie Menschen dasselbige wahrnehmen. Und was sie sich von diesem erhoffen/wünschen.”

Den MOOC-Hype im und fürs Unternehmen gezielt nutzen.

Das Streit-/Diskursgespräch wird in der zweiten Hälfte darein münden, aus den vorgebrachten Argumenten, Einwände, Beispielen und Visionen konkrete Aspekte zu entwickeln, an denen Unternehmen ansetzen und diese umsetzen können. Es werden die wirklichen Vorteile für Unternehmen skizziert und in den Kontext gestellt. Für alle mutigen Unternehmen, die offen sind für Neues, aber auf Bewährtes nicht verzichten wollen. Profitieren vom Hype mit gezielter Auswahl und fundierten Entscheidungen. Vorgeschlagen von zwei ausgemachten eLearning-Experten.

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Das Vortragenden-Team sind Monika E. König und Torsten Maier

Monika E. König

M.A. (Päd.), Expertin für E- und Social Learning

Monika E. König ist Expertin für Social Media & eLearning, Konzeption und Einführung von Online Seminaren und Blended Learning Szenarios und betreibt Strategieberatung inklusive Umsetzung

Das ganze seit 2011 an der Fachhochschule Frankfurt am Main, wo sie sich Referentin Social & eLearning nennt und sich im Umfang von einer Lehrveranstaltung im Semester auch „an der Lehr-Front“ betätigt.

Nebenbei tummelt sie sich beim Institut für Lernsysteme als Fernlehrerin, für das sie auch schon 2 Studienbriefe mitgeschrieben hat, oder macht mal eine Stippvisite beim Bayer Competence Training als Learning Facilitator im Online Kurs: “Enjoy Social Media”

Davor war sie begeisterte Mitarbeiterin der FernUniversität Hagen als Wissenschaftlicher Online Tutor im Rahmen dessen sie Online-Seminare durchgeführt hat wie auch gelegentliche Wochenende-Präsenzseminare zum Wissenschaftlichen Arbeiten.

Bloggerin auf der www.lernspielwiese.wordpress.com über Bildung, Lernen in und über die Sozialen Medien.

Torsten Maier

MBA e-learning/Wissensmanagement, Experte für Neue Lerntechnologien, Dipl. Ing. (FH)

Als Strategischer Berater für die Transformation in eine Digitale Lern- und Wissenswelt, als Blogger (www.wissenschafftwerte.ch), als Speaker, als Dozent und als Autor ist Torsten Maier Impuls-/Ideengeber, Querdenker, Botschafter, Inspirator und Innovator ermögliche ich Menschen und Organisationen etwas Neues umzusetzen / zu entwickeln / oder zu generieren und lässt diese neue Chance erkennen und diese ergreifen.

Torsten Maier war u.a. verantwortlich bei Raiffeisen Schweiz – St.Gallen, für die Fach- /Verkaufs- und Bankapplikationsausbildung und das Thema Neue Lernformen in der Raiffeisen Academy. Weiterhin war er bei Dresdner Bank in der strategischen Personalentwicklung tätig und der ING DiBa zentral verantwortlich für Lernformen.

Aufbauende auf seiner gewerblichen Ausbildung als Industrieelektroniker und dem Studium der Elektrotechnik – Technische Informatik (Dipl. Ing. (FH)) hat er berufsbegleitend mehrere Studiengänge abgeschlossen u.a. Experte für Neue Lerntechnologien und MBA e-learning/Wissensmanagement in Luzern.

Gastbeitrag. Die Didaktik. Vorgestellt vom Stefan Hoffmeister.

blaues Hemd-3(1) Gastbeitrag auf der Lernspielwiese, der erste!

Ich freue mich sehr. Über (m)einen ersten Gastbeitrag. Vom Stefan Hoffmeister.

Stefan Hoffmeister ist Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen (IHK) und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Social Media Manager. Im Social Web ist er unter seinem Pseudonym “Geistreich78” anzutreffen. Er unterhält mehrere Blogs zu den Themen Social Media, eCommerce und Domain Business. 2009 hat er das Internet Sanitätshaus “justlife24.com” – mit Multichannel eCommerce Strategie, gegründet.

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Begriffsdefinition Didaktik

Der Begriff der Didaktik wird grundsätzlich nur für das schulische Lernen verwendet. Da es in der Erwachsenenbildung nicht nur um reine Wissensvermittlung gehen darf, wird hier der Begriff didaktisches Handeln benutzt. Die Didaktik ist ein Überbegriff der Unterrichtslehre oder die Theorie vom Unterricht. In der Fachliteratur findet man fünf Gegenstandsfelder der Didaktik:

•    Die Wissenschaft vom Lehren und Lernen
•    Die Theorie oder Wissenschaft vom Unterricht
•    Die Theorie der Bildungsinhalte
•    Die Anwendung psychologischer Lehr- und Lerntheorien

Hans-Dietrich Raapke ist ein emeritierter Professor für Pädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Oldenburg. In Oldenburg arbeitete er im Institut für Pädagogik und hier bei der Arbeitsstätte Montessori Pädagogik.
Er definiert den Begriff Didaktik folgendermaßen:
Ziele, Inhalte und Methoden des Lehrens und Lernens sowie deren Bedingungen und die Evaluation.

Der 1939 in Iserlohn geborene Erziehungswissenschaftler Horst Siebert, 30 Jahre lang Professor an der Leibniz Universität in Hannover, hat eine eigene Definition:
Didaktik ist prinzipiell die Vermittlung zwischen der Sachlogik des Inhalts und der Psychologie des Lernenden. Zur Sachlogik gehört eine Kenntnis der Strukturen und Zusammenhänge der Thematik, zur Psychologie die Berücksichtigung der Lernstrukturen und die Motivationsstruktur der Adressaten.

So gehören zur Didaktik die Ziele und Inhalte der Unterrichtseinheit, die Frage nach dem Wie, also der Methodik. Diese sind im Vorhinein planbar und fallen somit unter den Begriff der Organisation. Der Lehrende sollte ein umfassendes Wissen in der jeweiligen Thematik besitzen, Kommunikations- und Moderationstechniken beherrschen und über ein strukturiertes Denken, wenn es um die Unterrichtsgestaltung geht, verfügen. Diese Faktoren sind kalkulierbar. Doch weitere Einflussfaktoren, wie die Persönlichkeiten der Teilnehmer, Motivation und Gruppendynamik, beeinflussen die Ergebnisse eines erfolgreichen Unterricht ebenso. Hier ist die soziale Kompetenz des Referenten gefragt. Dazu gehört Empathie zu zeigen und zu motivieren, mit Konflikten konstruktiv umgehen zu können, Entscheidungen fällen zu können, Rollen zu erkennen und einzuschätzen, Stärken und Schwächen des Anderen zu erkennen, ausgleichend und engagiert zu handeln. Aber auch die anschließende Selbstreflexion und die Gesamtevaluation gehören zur Didaktik. Die Lernergebnisse der Teilnehmer müssen schlussendlich messbar sein.

Vorbereitung und Planung Voraussetzung für späteren Lernerfolg

Die Vorbereitung und die Planung eines Seminars und/oder des Unterrichts nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Doch ist diese Vorbereitungsphase unabdingbar. Ziele, Methoden, Materialien müssen vorbereitet sein, an alle Unvorhersehbarkeit gedacht und die eigene körperliche und geistige Verfassung trainiert werden. Oben genannter Siebert drückt das in den drei Dimensionen des didaktischen Planens aus.
Als erstes steht die vorbereitende Planung. Diese umfasst die Auswahl der Lernziele, Inhalte, Materialien und der Methoden. Als zweites die Überlegung möglicher Alternativen und Varianten. Dies ist nötig, da die Vorkenntnisse, Lernstile, Verwendungssituation, Heterogenität der Gruppe nicht vorhersehbar sind. Und drittens eine mentale Einstellung der Lehrenden auf Überraschungen. Während des Ablaufs eines Seminars und/oder des Unterrichts können immer unerwartete Situationen auftreten: unbequeme Zwischenfragen, Teilnehmervorschläge, zwischenmenschliche Konflikte unter den Teilnehmern oder der Ausfall von technischen Geräten.

Spannungsfeld von Zielgruppen- und Teilnehmerorientierung

Geht es um Didaktik, speziell in der Erwachsenenbildung, spricht man oft von der Zielgruppen Orientierung und der Teilnehmer Orientierung. Sie stehen in einem Spannungsfeld zueinander. In der Vorbereitung sieht man die Zielgruppe und die Inhalte die man vermitteln möchte. Während des Seminars und/oder im Unterricht nimmt man aber den einzelnen Teilnehmer und dessen Bedürfnisse war. Die Teilnehmerorientierung soll nicht lediglich neues Wissen vermitteln, sondern die Erfahrungen, Einstellungen, Emotionen, Betroffenheit, Werthaltungen, Deutungsmuster, Lern Erfahrungen sowie die spezifischen Ausgangslagen der Teilnehmerinnen in den Bildungs Prozess einbinden.
Diese Vorgehensweise empfiehlt Dr. Tilly Miller, Referentin an der katholischen Stiftungs Fachhochschule in München. Sie schrieb in ihrem Buch „Grundlagen der Weiterbildung, Sozialarbeitsorientierte Erwachsenenbildung“, über insgesamt 13 Praxisbeispiele, die deutlich machen, wie in der Sozialarbeit erwachsenenbildnerisch gearbeitet werden kann.
Wenn die Teilnehmerinnen diejenigen sind, die nach ihren eigenen Logiken lernen und bestimmen, ob und was sie wie lernen, dann liegt es nahe, ein Seminar teilnehmergerecht zu gestalten. Der Begriff Teilnehmerorientierung korrespondiert dann mit Konzepten der Selbstbestimmung und Selbstorganisation.

Teilnehmerorientierung

Das Prinzip der Teilnehmerorientierung bestimmt sich nach dem normativen Bildungsverständnis, das Bildung als freiheitliche Aneignung und als Erweiterung des Selbstbestimmungspotenzials sieht.
Frau Dr. Miller regt an sich auf der Inhalts- und Problemebene einige Fragen zu stellen:

  •  Welche Bedeutung hat das Bildungsangebot hinsichtlich Alter, Geschlecht, Identität, Rolle, Bedürfnisse, Beruf, Alltag und Öffentlichkeit?
  •  Welche Erwartungen, Einstellungen, Fragen, Interessen, Bedürfnisse, Probleme, Lebenssituationen liegen vor?
  •  Welche Erfahrungen, Fähigkeiten, und Wissensvorräte zum Inhalt können vorausgesetzt werden? Mit welchen Vorurteilen, Schwierigkeiten ist zu rechnen?

In Bezug auf die konkrete Seminarebene ist zu fragen:

  •  Gibt es Möglichkeiten, die Teilnehmerinnen bereits im Vorfeld des Seminars in die Seminarplanung einzubeziehen?
  •  Welche Erfahrungen in Bezug auf Lehren und Lernen liegen vor?
  •  Wie können die Teilnehmerinnen den Seminarprozess inhaltlich und methodisch mitgestalten? Wie können sie grundsätzlich Kritik äußern sowie Vorschläge, Meinungen und Erfahrungen einbringen?
  •  Wie können neue Perspektiven und Problemlösungen für die eigene Alltagspraxis erarbeitet werden?
  •  Wie kann selbstständiges lernen gefördert werden?

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte bereits Jörg Knoll in seinem Standardwerk „Kurs- und Seminarmethoden, ein Trainingsbuch zur Gestaltung von Kursen und Seminaren“. In seinem 1991 erschienenen Buch beschreibt er Methoden und Ziele:

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Leiterinnen und Leiter, ihre Vorkenntnisse und Erfahrungen, ihr Verhalten, Auftreten und Befinden, ihre Neigungen und Interessen spielen bei der Auswahl und beim Einsatz von Methoden eine wichtige Rolle. Damit in Verbindung und sogleich als eigener, zentraler Einflussfaktor sind die Absichten zu sehen, um die es bei einer Veranstaltung geht: was soll mit der Veranstaltung insgesamt, mit den einzelnen Arbeitsschritten und mit den verschiedenen Methoden bei den Teilnehmenden als Ergebnis ihrer Aktivität, ihres Lernens entstehen? Es geht also um das angestrebte Ziel.“

Antizipation im Vorfeld, Partizipation im Unterricht

Die Spannung besteht also darin, die vorgegebenen Ziele und Lerneinheiten zu vermitteln, aber auch gleichzeitig auf den Wissensbestand und die Interessen der Teilnehmer einzugehen. So ist es ratsam, im Vorfeld, eine Antizipation in der Planungsphase einzuplanen und während des Seminars Raum für Partizipation zu geben. In der Phase der Antizipation kennt man die Teilnehmer noch nicht. Hier verlässt man sich auf seine eigenen Kenntnisse und Vorerfahrungen, beschäftigt sich mit der Literatur und den Inhalten. Am Anfang des Seminars lernt  man die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer kennen und tritt dann in die Phase der Partizipation. Die Mitbestimmung der Teilnehmer ist meist aber sehr beschränkt möglich. Sie wollen etwas Neues lernen, wissen aber auch nicht, was dieses Neue ist. Zumeist sind sie einen Unterricht gewöhnt, indem sie nur zuhören mussten und nicht partizipieren durften. Möglicherweise wäre eine stark ausgeprägte Teilnehmerorientierung eine Überforderung für die Erwachsenen Teilnehmer. So hat an diesem Punkt der Referent eine Führungs- und Steuerungsfunktion.

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Soweit vom Stefan Hoffmeister. Auf Kommentare eurerseits werde ich ihn Hinweisen und freute mich über weitergehende Anmerkungen im Falle des Falles.
Meinen herzlichen Dank und gleich auch die Frage an euch bildungsinteressiertes Leser-Völkchen: Lust auf einen Gastbeitrag?

Es freut sich darauf

Eure mons7

Call for Papers über Call for Papers… was alles zur Einreichung im Raume steht #mmc13

Bildschirmfoto 2013-02-17 um 15.03.20So ein praktisches Experiment wie der #mmc13 schreit ja förmlich nach wissenschaftlicher Reflexion und Aufarbeitung. Z.B. in der Form, dass man Artikel auf einen sog. Call for Papers einreicht, der dann in einem Journal oder Sammelband veröffentlicht wird. Oder einen Vortrag auf einer Konferenz hält. Und da gibt es so Einiges, auf das hin ein Input unsererseits in Frage käme.

Eine kleine Auflistung im Folgenden, vielleicht packt ja jemanden von euch ebenso die Lust dazu?

1. Interaction in Massive Courses

Thema & Ausschreibung

Das Journal, für das der Beitrag geschrieben würde, ist J.UCS, das Journal of Universal Computer Science. Es wird eine Sonderausgabe mit dem Titel „Interaction in Massive courses“ geben, in dem die eingereichten und hernach akzeptierten Beiträge zu lesen sein werden.

Je mehr Studis/Lernende in der Vorlesung, desto passiver diese, so sagt sowohl eigene Erfahrung als auch Ausschreibungstext. Das könnte – vielleicht – anders sein. Irgendwie über das Internet. Aber wie? Zu überwinden gelte es das mangelnde Feedback von Lehrenden, die allgemeine Angst, sich an Lehrende überhaupt mit Fragen zu wenden, überhaupt aufzusprechen. Wie kann man also – ganz kurz gesprochen – Austausch fördern? Und Austausch meint hier sowohl zwischen Lehrenden und Teilnehmerinnen als auch Teilnehmern untereinander.

Die „suggested topics“ sind demnach:

  • „Information Systems with a special focus on interaction in large classes
  • Audience Response Systems
  • Field studies about interaction in large learning groups
  • Interaction in massive courses (presence and distance learning)
  • New and Social Media use in classrooms for enhancing interaction
  • Concepts, scenarios and technologies supporting collaboration and information sharing in scope of massive courses.
  • Strategies, techniques and technologies fostering peer to peer learning and community building in massive online courses
  • Implicit knowledge discovery and recommender systems for enhancing collaborations within massive online courses
  • Human-­‐Computer-­‐Interaction (HCI) concepts to enhance interactions in massive online courses
  • Literature reviews on interaction in large learning groups, e.g. MOOCs
  • Position and vision papers“

Einreichungsdeadline

Eingereicht soll das Ganze bis zum 9. Juni sein, dabei sind aber strengstens (wie bei allen Journals) die „Submission Guidelines“ einzuhalten, die da zu finden sind hier. Sodann der Inhalt spannend für die Wissenschaftsgemeinde und gut getextet ist, auch die Form eingehalten, ab damit als pdf und via eMail zu einem der im CfP Genannten.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

ist im Januar 2014. Also gleich Anfang nächsten Jahres.

Weitere Infos

zu finden im pdf hier.

2. Distance und/oder open Education

Thema

Thema ist im Grunde die Frage hinter aller elaborierten Formulierung, was dieser ganze MOOC-Hype jetzt für eine langfristige Auswirkung auf die Fernlehre haben könnte. Also konkret: Muss sich Fernlehre ändern, um überleben zu können, und wenn ja, wie. Oder anders konkret: Was können Anbieter von Fernlehre tun, um vom Hype eventuell sogar zu profitieren.

Konkrete Themen/Fragestellungen

  • „Wird mit den MOOCein neues E-Learning-Kapitel aufgeschlagen?
  • Was kann man von den MOOCs lernen?
  • Sind die MOOCs eine Herausforderung für die Fernlehre?
  • Wird es künftig Bildung umsonst geben?
  • Hat der Fern-Studienbrief endgültig ausgedient? Wird er durch Videos ersetzt?
  • Welche Bedeutung haben instruktionale Videos für die Lehre?
  • Ist „open education“ der Trend der Zukunft?
  • Gibt es eine MOOC-Didaktik?“

Einrechungsdeadline

15.04.2013 und zwar via eMail an agfernstudium@googlemail.com und das in 2.000 Zeichen.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Findet das eingereichte Abstract gefallen, so hält man einen 20 minütigen Vortrag auf der Frühjahrstagung der AG-F, und die findet in Koblenz am 06. und 07. Juni statt.

Weitere Infos

zum vorläufigen Programm finden sich auf der Website hier. Cfp als pdf hier.

3. re:publica 2013

Thema

„Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Web 2.0, speziell Weblogs, soziale Medien und die Digitale Gesellschaft. Sie wird seit 2007 jährlich in Berlin veranstaltet. An drei Tagen werden in Vorträgen und Workshops verschiedenste Themenfelder behandelt, von Medien und Kultur über Politik und Technik bis zu Entertainment. Alle Vorträge und Diskussionsrunden werden als Videostream live ins Netz übertragen.“

so zumindest die Wikipedia.

Ausschreibung

Man sollte was abliefern, das

irgendwie ins Gesamtprogramm passt, qualitativ wertvoll ist und irgendwie auch noch innovativ. Das war’s. Habe ich zumindest hier so entnommen.

Einrechungsdeadline

Der CfP ist (leider) schon beendet. Siehe hier. Dörte, Heinz und ich haben noch gerade rechtzeitig was eingereicht. Wir sind gespannt, ob unser Vorschlag angenommen wird,… Ende Februar sollte es eine Rückmeldung dazu von den Veranstaltern geben.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Das wäre in diesem Falle ein Vortragsdatum (wobei… veröffentlichen kann man ja seine zugehörige Präse parallel dazu), und zwar an einem der drei Veranstaltungstage in Berlin. Und die sind vom 6. bis einschließlich 8. Mai. Bist Du dabei?

Weitere Infos

hier.

4. PLE Conference 2013

Thema

„Personal Learning Environments (PLEs) are an approach to Technology-
Enhanced Learning based on the principles of learner autonomy and empowerment“, so ist dem unter „Weitere Infos“ verlinkten CfP zu entnehmen.

Spannendstes Konferenzthema

„PLE and Massive Open Online Courses (MOOC)“ 😉 Es gibt noch viel mehr davon, und das beste: die Liste ist nicht abschließen, die im CfP zu finden ist.

Einrechungsdeadline

04.03.2013. Ergo: Hier müsst ihr euch sputen!

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Sehr interessant, dass es ganz verschiedene, dabei ganz unkonventionelle Formate gibt, in welcher Art man seine Einreichung gestalten kann: „The conference organisers welcome extended abstracts for full papers (maximum 1,200 words) or short papers (maximum 700 words). We also invite submissions of short abstracts (400 words) for other submission types, such as pre-conference workshops, pecha kucha, sessions, symposia, poster sessions.“ (Dem CfP eins weiter zu entnehmen.) Wenn ich es richtig verstanden habe, hier muss ich aber nochmals nachlesen, wird sowohl eine schriftliche Ausarbeitung als auch ein Vortrag erwartet.

Die Konferenz an sich findet zwischen dem 10. und 12. Juli statt. Und zwar an zwei Orten, nämlich Berlin und Melbourne.

Weitere Infos

CfP als pdf findet sich hier.

5. GMW13: eLearning zwischen Vision und Zukunft. Zum Stand der Dinge.

Thema

Bei der GMW (Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V.) bin ich im Übrigen auch Mitglied. Thema und Ziel sind im Grunde eine Bestandaufnahme, aber auch das Aufspüren von Trends, die in der Luft liegen. Na ja, und wie man diese aufgreifen und in Hochschule auch umsetzen könnte.

Themenbeispiel

Als Themenbeispiel auch hier wieder im Angebot „Massive Open Online Courses (MOOCs) und ihre Potentiale für Hochschulen“.

Einrechungsdeadline

Es gibt hier zwei verschiedene Daten, das frühere ist der 15.4.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Alle Beträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht, der den Teilnehmenden vorbildlicherweise schon vor (!) der Tagung zur Verfügung gestellt werden wird. Die Tagung an sich besteht aus einer Pre-Conference am 2.9., die Hauptkonferenz findet zwischen dem 3. und 5.9. statt, erfreulicherweise für mich in Frankfurt am Main.

Weitere Infos

Entweder auf der Website oder auch als pdf.

Na? Lust bekommen? Dann ran an den Speck! 🙂
Oder aber genießt ganz chillig noch den Rest vom Sonntag wie ich,

Eure mons7.

MOOC-Veranstaltung als Strukturierungsangebote von Raum und Zeit im Virtuellen #mmc13

Quelle: http://www.flickr.com/photos/sludgeulper/3665510047/
Quelle: http://www.flickr.com/photos/sludgeulper/3665510047/

Bildquelle. Nachdem mein Prämissen-Thesen-Post zur Nähe-Distanz-Problematik im virtuellen Raum nicht ohne Widerhall geblieben ist, was mich so überrascht wie erfreut hat, gleich mal eine Fortsetzung davon.

Im virtuellen Raum.

Um Nähe und Distanz überhaupt als herstellbar betrachten zu können, braucht es einen (virtuellen) Raum, in dem eine wie auch immer geartete Verortung vorgenommen werden kann. Aber was ist das eigentlich, der virtuelle Raum? Mit dieser Frage begebe ich mich recherchierenderweise ins Internet.

Erste spontane Funde.

„Im Gegensatz [zu Face-to-Face-Kommunikation] handelt es sich bei der comuterbasierten Kommunikation um einen Austausch zwischen Personen, die sich nicht gleichzeitig und gemeinsam an einem Ort bzw. in einem Raum aufhalten.“ (Reiterer & Deussen (Hrsg.), 2012, S. 193). Dieses sich physisch nicht im gleichen Raum aufhalten bei gleichzeitiger Verwendung des Begriffes Raum im Virtuellen, macht einen erweiterten Raumbegriff nötig. „Ein erweiterter Raumbegriff berücksichtigt, neben seiner materiellen Erscheinung, auch seine soziale Konstruiertheit.“  (Reiterer & Deussen (Hrsg.), 2012, S. 194) Wobei so richtig weitergehend bin ich noch nicht fündig geworden. Was dies denn nun sei. Der virtuelle Raum. Werde wohl mal bei Jana (Hochberg, 2012) nachlesen. Oder ihr könnte mir einen einschlägigen Hinweis geben? Und werde daraufhin einen eigenen Post dazu verfassen. Zum virtuellen Raum.

Mögliche räumliche Aspekte

Spätestens hier wird deutlich, dass ich mich weder schon tief eingelesen, noch das zu beschreibende Phänomen durchdrungen hätte, als dass ich Worte dafür finden könnte. Deshalb – unter dem Vorbehalt, meine Ahnung demnächst ganz anders auszudrücken und zu benennne, im Folgenden einige Aspekte, die für die Konstitution und Konstruktion des virtuellen MOOC-Raums aus Veranstalterperspektive von Bedeutung sein könnten.

Der MOOC-Blog als Veranstalter-WG.

Diese Definition wurde von Veranstalterseite eingebracht. Visualisiert durch das bereits mehrmals wiederverwendete Bild von Dörte und mir auf zwei Couches. Ähnliche Konnotation auch von Teilnehmerseite von Sibylle Würz mit der Verbildlichung des Atmosphärischen als Gasthaus in zwei Teilen (Teil 1 und Teil 2). [Hier jedoch fraglich, ob damit nicht vielmehr Umfassenderes denn das Veranstalter-Blog gemeint.] In einem anderen Teilnehmerbeitrag in Form eines (öffentlichen) Hangouts on Air nämlich wurde die Atmosphäre direkt auf dem Blog wiederum als weniger ansprechend empfunden. [Finde den HOA just gerade nicht, bitte um Hinweis als Kommentar, damit ich ihn verlinken kann, so von jemandem gerade greifbar.]

Die Anmeldeseite als Manifestierung der Gäste.

Irgendwie müssen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sichtbar werden können. Sich selbst sichtbar machen. Sich gegenseitig (wieder-)erkennen oder überhaupt wahrnehmbar werden. Dies geschah und geschieht über eine Seite des Blogs, die Anmeldeseite. Auf dieser verweisen die von den Teilnehmern freiwillig zur Verfügung gestellten Links auf deren Background, virtuelle Heimat. Dabei sind, wie in realen Zusammenkünften, manche zugeknöpfter, manche offenherziger im zur Verfügung stellen. Einige haben nachgelegt.

Einleitende Blog-Posts als vorschlagendes Angebot von Handlungsrahmen und -raum.

Die schon vor Beginn des #mmc13 formulierten und versandten Blog-Posts (Countdown7 Tage6 Tage 3 Tage2 Tage) hatten somit die Funktion, bereits dann den Handlungsrahmen und -raum abzustecken, um Teilnehmern ein erstes Angebot zu unterbreiten. Je häufiger ein MOOC in dieser Form stattgefunden haben wird, desto mehr können diese Funktion diejenigen Teilnehmer übernehmen, die bereits an einem solchen teilgenommen haben.

Kommentarfunktion als Rückversicherung.

Hierüber bin ich mir ganz und gar nicht sicher. Da die Kommentarfunktion nicht sehr oft genutzt wurde. Oder weniger oft, als bei der Anzahl der Personen, die sich anonym angemeldet haben (ca. 365; Stand 07.02.13) – und damit sich in großem Teil mit den öffentlichen Anmeldungen überschneidend, da die anonyme Anmeldung den E-Mail-Versand der Blog-Posts sichert – angenommen werden könnte.

Trotzdem. Ich möchte den Gedanken mal *in den Raum* stellen 😉 … und vielleicht finde ich ja Mittel und Wege der Verifizierung. Oder Falsifizierung.

Nicht-öffentliche Hangouts als Ort des Socializing und gemeinsamer Erholung.

Interessant, dass der Begriff „hangout“ übersetzt ins Deutsche auch Bude oder Lieblingstreff heisst. Tatsächlich nutzen wir Veranstalter gelegentlich einen Hangout zu dritt, um uns während stressigeren Phasen abzusprechen, aber nicht nur, sondern vielmehr auch zusammen zu entspannen. Um ein bisschen zu plaudern, … und um das Gefühl zu kriegen, dass wir nur den Ball flach halten müssen.

Öffentliche Hangouts als offizielle Familienfeste.

Die öffentlichen Hangouts muten – im Vergleich – für mich an wie Familienfeste. Eine goldene Hochzeit. Oder ein 50. Geburtstag. Ich mag Familienfeste. Es laufen alle ein. Alle haben sich irgendwie mental darauf vorbereitet. Zum Teil schick gemacht. Ein Ereignis gibt es zu feiern. Durch die Zusammenkunft und gemeinsames Ausgelassensein entsteht eine Zäsur im täglichen Allerlei. Wofür man sich manchmal – z.B. Freinehmen von der Arbeit –  die Luft schaffen muss.

Manche mögen sowas auch gar nicht.

Mögliche zeitliche Aspekte

Wochenthemen als zeitliche Vorstrukturierung vergleichbar mit z.B. Faschingszeit

Der Wochenrhythmus gibt verschiedene Unterthemen bezogen auf den Zeitraum vor. Das Thema färbt gleichsam den Zeitraum ein. Vergleichbar mit dem derzeit stattfindenden Fasching. Die Einfärbung ist in diesem Falle Spass haben, den Winter hinter sich lassen. Kollektives und erlaubtes aus dem Rahmen fallen. Eine andere Einfärbung dieser Art ist z.B. die Adventszeit. Ursprünglich als kollektive Besinnungs- und Fastenzeit gedacht, auch wenn mittlerweile Kommerzialisierung und Fresserei übernommen haben.

Zäsuren durch synchrone Ereignisse

Obwohl ich die beiden Formen von Hangout oben unter räumliche Aspekte subsumiert habe, so finden sie doch auch zu einem gewissen Zeitpunkt statt, der (zumindest zunächst, nicht jedoch, wenn man den HOA nachschaut) Synchronität herstellt. Aus welchem Grunde sehnen wir uns eigentlich nach gelegentlicher Synchronizität?

Wochenanfangs- und Wochenabschluss-Posts äquivalent zum den Morgen und den Abend einläuten.

Eine bleibende Erinnerung meiner Kindheit ist das 6-Uhr-Läuten am Morgen. Vor meiner Zeit war das wohl der Wecker-Ersatz gewesen. Das 6-Uhr-Abend-Läuten hatte aber sogar noch zu Zeiten meiner Kindheit eine Funktion für mich. Dann musste ich nämlich spätestens zu Hause sein. Wenn es läutete.

Als zeitliche Orientierungspunkte analoger Funktion mute mir die Wochenanfangs- und -abschluss-Posts an. Sie markieren den Beginn und das kollektive Ende einer Einfärbung (s. dazu oben).

Zum guten Schluss

Bei alledem wird das gemachte Angebot von Veranstalterseite immer wieder neu ausgehandelt und ist einem konstanten Veränderungsprozess unterworfen. Wobei die an der Veränderung beteiligten diejenigen sind, die bestimmte Aspekte auf ähnliche Weise wie die Veranstalter interpretieren.

Besucher des Blogs z.B., die zu diesem so gar keinen Zugang finden können demnach als solche interpretiert werden, für die an das Strukturierungsangebot der Veranstalter aufgrund anderer Sozialisations- und Lernerfahrungen nicht andockbar ist, denn die „Präsenz räumlicher Erfahrungen, die in der täglichen Raumpraxis ständiger Bestätitgung und Anpassung unterworfen sind, schafft die Voraussetzung für die Akzeptanz von entsprechend kontextualisierten Online-Räumen“  (Reiterer & Deussen (Hrsg.), 2012, S. 201)

So. Jetzt aber wirklich Schluss.

Eure m

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Literatur

Hochberg, J. (2012): Das Verhältnis der Wirklichkeitsbereiche: Online – Offline: Was ist virtuell, was ist Realität. Saarbrücken: AV Akademikerverlag.

Reiterer, H.; Deussen, O. (Hrsg.) (2012): Mensch & Computer 2012. München: Oldenbourg Verlag, S. 193-202. Download.

Exkurs in Form von Prämissen und Thesen zu Nähe und Distanz im virtuellen Raum

Love goes Bildquelle.

Zwar ist mein Blog vorwiegend Publikationsorgan, insbesondere in letzter Zeit für meine (nicht Veranstalter- sondern) Teilnehmer-Aktivitäten im Rahmen des #mmc13. Sofern ich dazu komme. Gelegentlich verwende ich es aber auch zur Dokumentation meiner Überlegungen zu einem Thema, das mich antreibt, wie z.B. dasjenige, warum es vielen Menschen so schwer fällt, von Unterricht offline zu Unterricht online zu wechseln. Also als schnödes Lern- und Überlegens-Tagebuch.

Meine „Theorie“ zur Thematik: Lehren (und lernen) kann als Aushandlungsprozess von Nähe und Distanz verstanden werden, und das geht offline anders als online. Meine Prämissen und Thesen (bisher) dazu im Folgenden.

In der Hoffnung, meine Stamm-Leserinnen durch die Andersartigkeit des Artikels nicht zu „vergträtzen“. Im Zweifelsfalle einfach ignorieren. Ab Morgen gibt’s wieder wie gewohnt Input. 😉

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Prämisse 1

Der Kern pädagogischen Handelns sind Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz (vgl. Oevermann, 1996).

Prämisse 2

Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz im virtuellen Raum sind qualitativ (und quantitativ) andere als in sog. Face-to-Face-Situationen.

Prämisse 3

Diese Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz im virtuellen Raum sind beobachtbar und beschreibbar.

Prämisse 4

Z.B. im Rahmen der ethnomethodologischen Medienforschung.

These 1

Voraussetzung für das Entstehen einer Lehr-Lern-Situation im virtuellen Raum ist das wahrnehmbare Bestehen eines Raumes der (potentiell) Beteiligten.

These 2

Aufgespannt wird dieser Raum durch eine Gemeinsamkeit, und zwar einen Bezug zur Thematik. Dabei ist lediglich irgendeine Art von Bezug notwendig, nicht zwangsweise ein ähnlicher Zugang/eine ähnliche Perspektive.

These 3

Damit die Beteiliegten sich gegenseitig als potentielle Lernpartner wahrnehmen können, braucht es eine für diese wahrnehmbare Differenz des Lernstandes.

These 4

Möglicher Ausdruck von Lehr-Lern-Vorgängen sind (wahrnehmbare) virtuelle Artefakte.
[Was ist mit „Lurking“?]

These 5

Faktor Zeit. Zeitpunkte und -dauer des Aufenthaltes eines Lerners im virtuellen Raum sind relevante Eckdaten für Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz im virtuellen Raum.

These 6

Faktor Streuung. Beteiligte Lerner und Lehrende werden wahrnehmbar über „Spurenlegung“ in verteilten Systemen.

These 7

Faktor Intensität. Es besteht eine kritische Anzahl an wahrnehmbar hinterlassenen Spuren, die notwendig ist, um Wahrnehmbarkeit der Verusacherin zu gewährleisten.

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Oevermann, U. (1996): Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionalisierten Handelns; in: Combe, A., Helsper, W.: Pädagogische Professionalität. Frankfurt a.M., 70-182.