Von Trollen und anderem „Gemensch“ …

…oder … unserem Umgang miteinander in Zeiten des Web 2.0

Vor einiger Zeit habe ich in einem meiner regelmäßig vorbeigeschauten Blogs einen irritierenden Schriftwechsel vorgefunden, und zwar hier.

Irritierend deshalb, weil ich ja ein rechter Harmoniemensch bin, lieber (und oft) mache ich deshalb (zu) schnell Zugeständnisse, bevor ich das Gegenüber zu hart konfrontieren muss. (Auch bei mir bestätigen Ausnahmen die Regel. 😉 ) Die genze Sache hat mich zum Nachdenken angeregt, bisher nicht ganz wieder losgelassen, bevor ich mich zu folgenden Gedanken zu unserem Umgang miteinander in Zeiten des Web 2.0 durchringen konnte. (Manchmal dauert es halt etwas, bis eine mons7 zur eLEx wird.)

Unser Umgang miteinander bedarf wohl – wie bei allem – der Übung. Dabei handelt es sich m.E. sowohl um Persönlichkeitsentwicklung des Individuums als auch um Aushandlungsprozesse untereinander. Ich selbst bin natürlich – wie wir alle – weder in dem einen, noch dem anderen perfekt. Aber zumindest habe ich jetzt einen Plan:

1. Wie bisher möchte ich meinen Mitmenschen im Mitmach-Web eine gehörige Portion Vertrauensvorschuss entgegen bringen. (Will insbesondere heissen, dass ich davon ausgehe, dass diese mir mitnichenten bei für mich seltsam anmutenden Anmerkungen „an den Karren fahren wollen“, sondern diese vielmehr aus ihrer je eigenen und von den eigenen Erfahrungen geprägten Erfahrung gemacht werden.)

Im Gegenzug dazu gestehe ich mir ein bisschen mehr Experimentierraum zu.

2. Bevor ich einen Kommentar nicht zulasse und lösche (bisher schon einmal gemacht), frage ich lieber einmal beim Schreiber nach Intention und Hintergrund desselben.

Im Gegenzug dazu werde ich nicht wie bisher versuchen, die Dinge einfach möglichst knackig auf den Punkt bringen wenn ich kommentiere, sondern vermehrt ein bisschen elaborierter Rückmeldung zum Geschriebenen/ Geäußerten geben.

3. Wenn ich demnächst auf Uneinigkeit/ Diskrepanzen stoßen sollte, werde ich diese (hoffentlich eher) zulassen (können). Das will ich aushalten lernen.

P.S.: @hoebusch, für mich persönlich bist Du – wie Du Dir sicherlich denken kannst – kein Troll. Und wenn es schon sein muss, dann ein guter 😉

(Ganz unwissenschaftliche) Anmerkungen zu Schulmeisters Ansichten

Tja, irgendwie bin ich zu langsam, für diese Web2.0-Welt.

Zur Zeit der der Ausarbeitung zugrunde liegenden Schulmeister-Untersuchung war ich noch gar nicht existent.

Nun gibt es mich (zwar irgendwie) am Rande, mir fehlt jedoch gleichsam die Zeit und Muße, mich mit den (für mich) interessanten Fragen auseinanderzusetzen, weil ich entweder gerade mein eigenes Essen und Boras Hundefutter verdiene, oder aber mit anderweitigen Ausarbeitungen meines (aber wenigstens geliebten) Zweitstudiums beschäftigt bin.

Alles was ich mir zu den o.g. Anschichten hätte denken können (und noch einiges mehr), wurde schon niedergeschrieben.

So z.B. hier (für mich immer wieder interessant zu sehen, wie viel bei „Gruppenarbeit“ herauskommen kann), dann bei einigen Beforschten wie Sandra, Christian (ergänzend dazu der Beitrag hier und hier), Joachim Wedekind, Jochen Robes, Gabi Reinmann, Michael Kerres. Eine Stellungnahme von Peter Baumgartner habe ich noch nicht finden können, auch bisher keine von Thomas. Wirklich herzhaft lachen musste ich über den knackigen Kommentar von Wolfgang Neuhaus! 🙂

Auf seine Art wieder einmal genial: Jean-Pols Statement.
Aber auch pointiert nachzulesen bei Lutzland, dann gibt es noch Input von Karsten Ehms, Frank Vohle, Alexander Florian, Johannes Moskaliuk.
[Kein Anspruch auf Vollständigkeit!]

Doch genug der Jammerei über Broterwerb und sonstige Zeitnot (hierzu ein kurzes Zitat aus den Ansichten: „Nach Lektüre der Beiträge und Kommentare nur dieses kleinen Netzwerks habe ich mich gefragt,
welcher Wissenschaftler eigentlich mit dieser Informationsflut mithalten kann ohne seine eigene Forschung zu vernachlässigen“ (S. 21)).

… ganz kurz und als Gedankenstütze und zur Weiterarbeit für mich:

1. Was habe ich zu kritisieren/ anzumerken
– Ist es erstrebenswert, Beitrag plus Threads zu Diskursen werden zu lassen? Wenn ja, wie macht man das?
– Wo finden meine persönlichen Diskurse zu den Themen, an denen ich arbeite statt? Finden sie statt? Sind sie qualitativ hochwertig?

2. Was würde mich jetzt interessieren/ würde ich jetzt mal gerne erforschen
– Die von jowede angestoßene (ausgelöste?) Diskussion auf Twitter

„Frisch herunter geladen (huch, ich werde beforscht): Schulmeisters „Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs“: http://tinyurl.com/yhs6pcw 5:51 PM Feb 11th from web“

– Oder gab es mehrere „Anstoß-Tweets“ zeitgleich?
– Die über die Ansichten ausgelöste Diskussion in den Blogs, sind DAS jetzt Diskurse, wie sie Schulmeister im Sinne hatte? Wenn nein, stellen diese Diskussionen dann seiner Meinung nach dennoch eine „Verbesserung der Kommentarkultur“ dar?

Aber jetzt erst einmal ein Schönes (Rest-)Wochenende

m

P.S. zum Montag Morgen: Wie hatte ich den unvergleichlichen Herr Larbig vergessen können. Hier (unbedingt) lesen. Die (Lese-)Zeit wird es allemal wert sein. Versprochen.

Aufgelesen: „My seven edublogging secrets“

… ja, da kriegt doch eine eLEx gleich SO große Ohren (und Augen), wenn sie so eine Schlagzeile findet: „My seven edublogging secrets“.

Und was sind es denn jetzt, die geheimen Geheimnisse, die den Edublogger (die Edubloggerin) erfolgreich(er) machen?

Es sind an der Zahl sieben, meine Lieblingszahl, was ja schon mal für den Inhalt der Geheimnisse spricht 😉

Die Nummer eins ist, man solle seine Nische finden. Über das Finden der Nische, erweitere man nämlich seine Leserschaft. Ist Lernen und Bildung an sich ein „Nischengeschäft“? Nein? Das erklärt, warum hier an den meisten Tagen UNTER hundert Leser vorbeisurfen. Ich sollte mich beschränken.

Zum zweiten soll man regelmäßig posten, so um die drei Mal die Woche herum. Ist öfter schädlich? … diesen Gedankengang hatte ich doch schon irgendwann einmal… ach ja … hier.

Aller guten Dinge sind drei. Und die Nummer drei ist die Verlinkung in die Weiten der Blogosphäre. Vielleicht sollte ich in der Tat meine Blogroll wieder auf den neuesten Stand bringen… obwohl mit diesem dritten Posten offensichtlich nicht nur diese gemeint ist, sondern vielmehr die Verlinkung innerhalb der geschriebenen Texte. Beim nächsten Artikel dann. Versprochen.

Punkt vier ermahnt, man solle nicht nur kopieren, sondern kommentieren. Oh weija, den überlese ich jetzt mal lieber ganz geflissentlich… denn im Moment kopiere ich ja.

Als füntes Geheimnis kommt die Vernetzung auch auf anderen Plattformen daher. Twitter, Facebook, XING, was gibt es sonst noch so? Vernetze ich mich, so recherchieren Menschen, mit denen ich mich vernetze über meine Person (um zu entscheiden, ob sie überhaupt im Netz mit mir sein wollen). Ein richtig gutes Mittel, etwas über „den Schlag“ des Vernetzungswilligen herauszufinden kann in der Tat ein Weblog sein. Vernetzen offensiv zu betreiben, das macht mir aber so gar keinen Spass. Nebenbei schon. Wie geht euch das so? Seht ihr Vernetzung als „eine Tätigkeit an sich“ an?

Nummer sechs mahnt an, etwas weniger egoman zu sein, sondern mehr bezogen auf. Denn Leser lesen nicht wegen mir oder Dir, sie lesen wegen uns. Wobei wir wieder bei der Vernetzung wären?

Last but not least, die Nummer sieben der Geheimnisse. Statistiken werden überbewertet. Also nicht so auf die Zugriffszahlen starren…

… aber alle schön meinen Blog lesen, ok? 😉