#ocwl11 Wie viel Chaos muss ich ertragen, um einen Stern zu gebären?

Bildquelle. Ja genau. Der Spruch ist geklaut und leicht modifiziert. Aber im Original so eingängig, dass man den Autor fast gar nicht mehr dazu erwähnen muss. Das originale Original lautet:

„Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“ und stammt aus Also sprach Zarathustra (1883-1891) von Friedrich Nietzsche. Mir fiel das Zitat im Laufe der letzten Tage gleich zweimal zu, weshalb ich es auch zum Thema machen möchte. Einmal im Zusammenhang mit dem Blog-Post von Jean-Pol, einmal im Zusammenhang mit meinen Gedanken zum und über den #ocwl11.

Die Passage aus Jean-Pols Post
… ist eigentlich ein Zitat von @weiliewei (Blog-Post hier), eine der für mich zentralen Stelle daraus:

Versteh mich nicht falsch, ich will hier niemandem das Ammenmärchen von der einen Lehrmethode erzählen, die das Lernen in Zukunft revolutionieren wird. So gab es in der Lehrveranstaltung, wo ich mit meinen Studienkollegen “LdL” ausprobiert habe, sicher nicht nur himmelhohes Jauchzen über die Vorteile dieser Form von Lernen und Lehren. Die einen haben sich beschwert, dass der Professor keinen Bock mehr auf das Unterrichten habe, die anderen haben halbherzig Wikipedia nach den wichtigsten Eckdaten ihrer Themen durchsucht.

In meine Vorstellungswelt übersetzt heisst das (auch) soviel wie … z.T. wollen Menschen, dass die alte Rollenverteilung wieder hergestellt werde, eben weil sich das Andere/Neue wie Chaos anfühlt. Es soll die Ordnung der Dinge wiederhergestellt werden. Und wenn schon die Ordnung der Dinge nicht wiederhergestellt werden kann, so soll das Chaos doch mit bekannten Mitteln (Wikipedia) strukturierter sein.
Bin ich – im Vergleich dazu – als beteiligtes Individuum in der Lage, mir durch neue Verhaltensstrategien und neue Vorgehensweisen das gefühlte Chaos zu strukturieren, wird mir LdL nach einer Anwärmzeit ziemlich „schmecken“. (Das mag auch der Grund dafür sein, dass die Offline-ocwl11’er sich einer gefühlt chaotischeren Situation gegenüber stehen sehen, als ein Teil des Online-Rests, weil der ja schon das Chaos zu strukturieren beim #opco11 und anderen Gelegenheiten ausprobieren und einüben konnte. Wobei wir schon beim zweiten Anlass angelangt wären.)

Meine verstreuten (Nach-)Gedanken zum #ocwl11
Exkurs. Hochschule habe ich nicht immer so (durch-)strukturiert empfunden, wie in den letzten Jahren. Während ich meine damals „Scheine“ genannten Leistungsnachweise noch so erarbeiten durfte, dass ich irgend eine Veranstaltung einer bestimmten Bezeichnung besuchen, bearbeiten und bestehen musste, sind heutzutage die Module, manchmal sogar die Reihenfolge vorgegeben, die Inhalte größtenteils standardisiert. Wer vorne „die Mühle“ betritt, wird auf dem einigermaßen gleichen Weg durchgeschleust hinten wieder – in mit seinen Kommilitoninnen vergleichbarer Form – hinausentlassen. Das Qualitätsmanagement definiert Prozesse, alle nur möglichen Arbeitsgänge werden beschrieben/beschreibbar gemacht und verprozessiert.
Unter diesen Ausgangsvoraussetzungen einen MOOC zu versuchen, muss schon per se eine rechte Herausforderung darstellen. Sofern ich jedoch fähig bin, die Struktur im Chaos zu finden, wird der #ocwl11 nicht nur einen Stern, sondern gar viele gebären sehen. Und auf weitere freue ich mich! 🙂

Mein eigenes Verhältnis zum Chaos
Ich selbst strebe eine Balance zwischen Struktur und Chaos an. Die Struktur versuche ich dadurch zu erringen, mich mit möglichst wenig physischem Besitz zu belasten. Möglichst wenige Ordner. Möglichst wenig Ballast. Je weniger, desto besser ein- und überhaupt ordenbar. Dem Chaos versuche ich dadurch Einlass zu gewähren, dass ich möglichst wenige Tätigkeiten nach dem absolut gleichen Ablaufmuster verübe. Andere Wege zu gehen erbringt nämlich des Öfteren erfreuliche Effekte, kleine Sterne eben.

Leider wird von meinem direkten Umfeld von mir momentan vorwiegend die chaotisierende Seite wahrgenommen.
Weshalb ich hier demnächst mal ganz auf strukturiert mache. Zieht euch warm an 😉

Facebooks Datenschutzreform

Ja, ich gebe es zu.

Ich sähe meine Daten gerne in angemessener Art und Weise „geschützt“, aber richtig mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen, das wollte ich mich die ganze Zeit nicht wirklich. Da ich jedoch schon ein Auge darauf habe, was in meinem Twitter-Umfeld im Moment diskutiert – und demnach von meinem Netzwerk auch als kritisch und diskussionswürdig erachtet – wird, hat sich mein Augenmerk jetzt doch mal auf ein „Datenschutz Issue“ gerichtet, nämlich jenes von Facebook.

Wie ich schon beim Einloggen gerade auf Facebook bemerkt habe, soll ich irgendwo irgendwas anklickenBürgerrechtler sollen das jedoch verurteilen, was mich irritiert. Und wie? PRIVATE Einträge könnten jetzt sichtbar werden?

Aber. Darüber lässt sich doch diskutieren, oder?

Ich glaube, ich muss mich da doch mal intensiver mit dem Thema befassen… oder ein Leser/ eine Leserin meines Vertrauens sagt mir jetzt ganz einfach, was in diesem Falle zu tun ist.

Ihr wisst ja, wo ihr mich findet.

Die eLEx

Schirrmacher – selber gelesen

So. Jetzt wollte ich – nachdem ich Schirrmacher ausgelesen habe – einen knackigen Beitrag verfassen, was ich an dem Text (nach all den Vorurteilen mit denen ich an diesen herangegangen bin) dann doch für ganz überdenkenswert, zumindest als wert des Nachprüfens, erachte.

… leider kann ich daraus (gerade im Moment) nicht direkt zitieren, da meine Hunde-Nanny doch glatt den Band kurzerhand mit aufs Gassi genommen hat. Hat sie wohl angesprochen, das Thema 😉

Folgende Anmerkungen (das zuvor als Warnung) bestehen also aus Gedanken aus der Erinnerung und aus dem Bauch heraus (sind also – wie alles hier – mit Vorsicht zu genießen 😉 ).

Angesprochen hat mich, dass das Internet und der Gebrauch dessen als „Social Net“ dazu führen kann, dass bestimmte Gedanken (Meme, wie sie wohl Jean-Pol nennen würde) sich außerordentlich schnell, durchschlagend und in eine unvorhersehbare Richtung (inhaltlich!) verbreiten könnten.
Das mag sein. So stimme ich zu. Dem möchte ich aber – denn in der Konsequenz hält Schirrmacher dies wohl für eine Gefahr, da es sich um Beeinflussung handele, die nicht den gut fundiert und gut recherchierten alten Medien entspräche, sondern irgendeiner Art subjektiven Einfärbung, die nicht mehr als Ursprung ausfindbar wäre (oh je, jetzt hätte ich doch gerne den Band bei der Hand, um zu überprüfen, ob ich das richtig verstanden/ aufgenommen habe) teilweise widersprechen.
Widersprechen möchte ich dem Punkt, dass die alten und gut recherchierten Medien NICHT subjektiv eingefärbt in ihren Äußerungen waren oder sind (auch wenn noch so um Objektivität teilweise bemüht), außerdem ist noch fraglich, ob der Einfluss (durch etwas, das Resonanz gefunden hat (Kruse?)) auch 1 : 1 vom Rezipienten so übernommen wird.

Immerhin habe ich Schirrmacher ja gelesen, obwohl der Eindruck, den ich über Twitter und Online-Artikel gewonnen hatte, mich eigentlich hätte abhalten sollen/ können.

Der zweite Punkt, der mich angesprochen hat, war derjenige, dass Hochrechnungen (über das anonymisierte Sammeln von Daten) zu Wahrscheinlichkeiten das Handeln und Entscheiden der Subjekte so beeinflussen könnten, dass diese sich auch so – wie die vorausberechnete Wahrscheinlichkeit – verhalten.

Da ist m.E. vielleicht was dran. Deshalb verhalte ich mich (sicherheitshalber) ab heute einmal am Tag – unvorhersehbar -.

🙂

die eLEx!