Artikelperle zum cMOOCen: Alternatives Lern-Szenario?

Schon eine ganze Weile weilt der von Schulmeister herausgegebenen Band zum MOOCen in Form eines pdfs sowohl auf meinem Desktop als auch neuerdings meinem Reader. Und auch das eine oder andere Mal habe ich hineingestöbert, die meisten Beiträge entsprechenden allerdings jetzt nicht so meinem Interessenfokus, als dass ich diese von vorne bis hinten und wieder zurück verschlänge. Außer dem einen.

Quelle

Haug, S.; Wedekind J. (2013): cMOOC – ein alternatives Lehr-/Lernszenarium?; in: Schulmeister, R. (Hg.): MOOCs – Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell? Münster, New York, München, Berlin: Wamann, 161-207.

Was mich besonders daran angesprochen hat

Huch, auch hier, der Verweis auf meinen Lieblingsartikel. 😉 Da gefällt mir der vorliegende aber schon mal um ein Vielfaches besser. Was mich besonders daran angesprochen hat? Zitierfähig. UND es geht um cMOOCs. Trotzdem wird klar, wie wenig von gerade sich entwickelndem/sich schon entwickelt habendem Wissen in zitierbare Veröffentlichungen bereits eingeflossen ist. Es fehlt z.B. an einer Abhandlung, was denn jetzt daran fehlt, den Konnektivismus zu einer Lerntheorie weiterentwickeln zu können (falls das geht) bzw. keiner hat ihn bisher dahingehend weiterentwickelt. Es gibt keinen Beitrag, der mal ganz sauber entwickelt, wo xMOOC und wo cMOOC zu verorten… und aufgrund welcher auf der Obefläche Ähnlichkeiten beides immer in einen Topf geworfen wird. Aber es gibt ja immerhin gute Blogartikel dazu.”Insgesamt liegen wenig Forschungsergebnisse zum Thema Interaktion in MOOCs vor. Wie viel Vernetzung und Interaktion findet tatsächlich in cMOOCs statt? Wie sieht die Interaktion” (187) aus?

Gefallen haben mir des Weiteren die geballte systematische Zusammenfassung der Stolpersteine auf Veranstalterinnen-Seite und Teilgeberinnenseite (dazu gleich drunter kurze Zusammenfassungen)… und das schmucke Literaturverzeichnis, an dem ich mich noch ein bisschen abarbeiten werde.

Stolpersteine Veranstalterinnen (vgl. 181ff.)

“Sie betreffen insbesondere die Organisation der Kurse und das Rollenverständnis der Veranstalter, die Bewältigung der hohen Teilnehmerzahlen, die Berücksichtigung der Diversität der Teilnehmenden, die Unterstützung der Vernetzung aller Beteiligten und nicht zuletzt die Sicherung der Qualität des Kursangebots.” (181)

Ja. Ja! JA!

Ergo: Die idealen Vorstellungen, die frau so hat, zum cMOOCen, das sind also genau auch und gerade die Herausforderungen.

Stolpersteine Teilgeberinnen (vgl. 190ff.)

Das sind vor allem die großen Anforderungen an selbstgesteuertes Handeln, an Selektions- und Methodenkompetenz der Teilgeberinnen. Aber auch die Überwindung der Hemmschwelle, öffentlich zu werden, sich öffentlich zu zeigen und äußern. Und nicht zuletzt die Zeit aufzubringen, die es fürs MOOCen eben auch braucht. (vgl. 190)

JA! Genau!

Was sonst noch so davon zu erfahren ist

Einen Überblick über bereits stattgefunden habende MOOCs. Einen kleinen Einblick, in was Konnektivismus, von dem alle reden, denn so sein könnte. Der Erinnerung, an Aktivitätsmuster in MOOCs.

Konnektivismus – (was ist) die “Lerntheorie” hinter dem Ganzen?

Auf etwa 5 Seiten (162-167) gehen die beiden auf den Konnektivismus ein. Konnektivismus, wie ich den von da aus verstanden habe im Folgenden. Lernen wird dabei im Grunde nicht zwangsweise ans Individuum gebunden betrachtet, sondern der Blick wird auf “Verknüpfungen” (spezialisierter Informationseinheiten) gelenkt. Wissen also im Netzwerk verortet, Lernen wird über “Technik” möglich.

Das Individuum. Kompetent ist ein Individuum insofern dann, wenn es fähig zur Mustererkennung, Verbindungen nachvollziehen kann und Transferdenken draufhat. Es begehrt Aktualität, lernt darüber, indem es Entscheidungen trifft. (vgl. 162f.)

Das Lernen. “Für Siemens ist das Lernen damit nicht länger eine individuelle Aktivität: Wissen ist verteilt über Netzwerke und die Verbindungen in bzw. die Verbundenheit mit Netzwerken führt zu Lernen.”

Da sich das wirklich nicht nach ausgegorener Lerntheorie anhört, entscheiden sich die beiden Autoren auch dafür, den Konnektivismus als pragmatisches Konzept anzusehen, einen MOOC als Beginn einer Community (vergleichbar mit einer CoP), sich sich mit dem Ende wieder auflöst.

Aktivitätsmuster in MOOCs

(Mustererkennung, s. oben 😉 ). Was ist in konkret schon mal versucht habe hier zu beschreiben, ist auf einer höheren Abstraktionsebene als Aktivitätsmuster erkennbar. Und ähnelt doch sehr stark dessen, was wir als Wissenschaftler so tun, wenn wir z.B. an einer Dissertation herumschreiben. Wir sammeln erst einmal sämtliche Quellen, die wir so zum Thema finden können, wir vermischen einzelne miteinander, um was Neues dabei entstehen zu lassen, wir verwenden das dann für unsere Zwecke/Argumentation, … und spielen es letztendlich an die “Wissenschaftsgemeinde” wieder zurück. (vgl. dazu 165f.)

Also raus aus den Puschen, ein Neues Jahr, neue Chance, sich vertieft mit den Themen unserer Leidenschaft auseinandersetzen. Will heißen… selber lesen. 😉

Puschen

Dabei viel Spass und Erkenntnis wünscht

Eure mons7

Und immer und jedes Mal wieder: Der Bezug auf den The NY Times-Artikel

Ja. Ich gebe es zu. Es nervt. (Fast) jeder Vortrag, den ich zu MOOCs höre, fast jede Präsentation, die ich zu MOOCs durchklicke, alles und jedes beginnt mit einem Verweis auf einen Artikel in der The New York Times.

Welcher Artikel?

Es muss wohl der vom 2. November 2012 gewesen sein, mit der Überschrift “The Year of the MOOC”, verfasst von einer Laura Pappano. Hier ist im Übrigen der gesamte Artikel in pdf-Form einzusehen.

Warum nur ein Zeitungsartikel?

Ich versteh’s nicht. Nicht wirklich.

Vielleicht, weil einfach keine geeigneten fundierten wissenschaftlichen Artikel zur Verfügung stehen? Bzw. die zu wenig populär-wissenschaftlich verfasst?

Es mag sein, weil – obwohl Zeitungen aller Orten im Internet ein langsamer bis schnellerer Tod prophezeit – immer noch eine recht hohe Auflage beschert. Ich habe ein bisschen herumrecherchiert… und denke, die Auflage könnte so bei 1,5 Mio. liegen. Wobei bei solchen Zahlen nichts darüber gesagt, wer auch nur die Überschrift, geschweige denn den Artikel nicht nur überfliegt sondern sich tiefer lesend darauf einlässt. Ich denke nur an die Zeiten, als ich noch Zeitung las. Am intensivsten – warum auch immer – beschäftigte ich mich als Kind mit den Todesanzeigen. Später kamen noch die Stellenanzeigen hinzu.

Es muss wohl also die Tatsache sein, die den Verweis so populär sein lässt, dass was über MOOCs in einer altehrwürdigen Zeitung steht (was die Sache an sich wichtig macht). Nehmen wir aber einmal an, an dem Artikel ist mehr interessant, als nur die Auflage und die Überschrift. Was könnte das sein?

Und was steht jetzt drin, in diesem Artikel?

Zunächst werden da die  x-Initiativen der MOOC-Fraktion angezählt. Die da wären edX und Coursera. Weiter unten wird Udacity hineingeworfen. [Nein, verlinke ich nicht, könnt ihr euch aus dem Artikel selber rausklicken.] Kein Wort von Downes und Co. oder vielleicht ganz versteckt in dem Nebensatz “MOOCs have been around for a few years as collaborative techie learning events”. (S. 1) Collaborative techie events. So.

Alsdann kommt die Erklärung, was denn so ein MOOC sei. Und das ist laut dem Artikel Folgendes. Ein Online-Kurs, bei dem der Professor wegen Teilnehmermasse sich nicht um alle kümmern kann, weswegen die Mitstudierenden einander bewerten. Es sollen damit Bildung, Spass und Netzwerken zu eins werden, wobei eine zentrale Rolle die Video-Vorlesung einnehme. Nach diesen Häppchen gebe es in der Regel ein Quiz, das automatisiert korrigiert werde, Betrügereien dabei seien an der Tagesordnung. Reaktionen darauf: beaufsichtigte Prüfungen. Nur ein Bruchteil der Teilnehmer löse auch nur eine erste Aufgabe, wenige bekämen einen Schein, ausgestellt natürlich nicht von einer Elite-Uni, sondern dem jeweiligen Prof., der den Kurs anbiete. (vgl. S. 2)

Hoffnungen auf die heilbringende Wirkung von Bildung für die letzten Ecken der Welt haben sich bisher nicht erfüllt, die Teilnehmer seien doch hauptsächlich Einheimische mit Abschluss. Obwohl abgeschlossen habende Teilnehmer vom Kursniveau angetan waren, fehle es an der Interaktion zwischen Dozent und Teilnehmer – qua Masse. (vgl. S. 3)

Auf die Rolle von Offline-Gruppenbildung wird in wenigen Sätzen eingegangen, ebenso darauf, dass jemand der gut in seiner Fachdisziplin ist nicht unbedingt gut in (MOOC-)Lehre sein muss. (Vgl. S. 4) Auf Seite 5 musste ich mal richtig lachen, weil da ein “vice president for content development” zitiert wird. 🙂 🙂 🙂 Auf S. 6 geht die Journalistin auf die Problematik von Peer grading (beinahe hatte ich unabsichtlich poor grading getippt 😉 ) ein. Ebenso auf jenes hochschultypische Problem, wie man denn jetzt mit dem MOOCen die Credits zusammenbringe.

Alles schön und gut angerissen. Aber alles eben nur x. Und natürlich – weil Journalistenwerk – ohne Hinweise auf weiterführende und tiefergehende Quellen.

Mein persönlicher Entschluss

Nein, ich nehme mir hiermit für 2014 vor, diesen Artikel NICHT zu zitieren. Und zwar deshalb, weil er – so man ihn mal durchliest – eine Perspektive auf “das Ding MOOC” wirft, die so gar nicht meine ist.

Falls ich mich jedoch doch mal hinreißen lassen sollte, den Times-Artikel doch noch zu zitieren… na dann kann ich zu den inhaltlichen Details wenigstens flugs hier im Blog nachschlagen.

Auf weitere aufschlussreiche Beiträge und Kommentare hier im Blog im Jahre 2014,

Eure mons7

Nachzeichnung eines Diskurses auf Twitter. Ein Beispiel.

Vorab: Ein Diskurs ist ein Diskurs ist ein…

Im wissenschaftlichen Sinne ist Diskurs zwar etwas anderes, im vorliegenden Sinne soll es jedoch als Austausch, als ein hin- und her- ein immer weiter argumentieren zu einem Thema aufgefasst werden, bis dieses für die am Verargumentieren Beteiligten erschöpft. Teil eines solchen Austausches und Austauschens kann ein einzelner Tweet sein.

Die Rolle eines einzelnen Tweets

Insofern ist es gelegentlich schwierig bis unmöglich, einen einzelnen abgesetzten Tweet zu interpretieren, da dieser aus einem Gesamtzusammenhang gerissen, der für den Rezipienten nicht unbedingt ersichtlich. Ersichtlich ist das Austauschen lediglich für die daran Beteiligten bzw. solche im näheren Umfeld der sich Austauschenden, wenn sie einem Großteile folgen. Denn nur von denjenigen sich Austauschenden, denen man beiden folgt bekommt man z.B. @-replies mit.

Ein Verfolgen von Außen ist – sofern wie so oft nicht spontan ein Hashtag für die Diskussion bestimmt und auch bei allen Tweets von den Beteiligten eingesetzt – so gut wie unmöglich. Auch das Nachvollziehen, wie ich es jetzt an einem konkreten Beispiel versuche, ist – je länger der Zeitpunkt des Geschehnisses zurückliegt – schwierig bis irgendwann nicht mehr möglich.

Deshalb flugs, bevor der konkrete Austausch, um den es gehen soll, tatsächlich ins Twitter-Nirvana abgetaucht.

Exemplarisches Nachzeichnen eines Austauschens auf Twitter… und was man dabei lernen kann

Der Anlass

Anlass war der Klappentext des gerade frisch herausgekommenen Grundlagen-Werkes zu MOOCs (herausgegeben von Schulmeister, Rolf), der hier in Gänze nachlesbar und dessen erster Absatz lautet

“Massive Open Online Courses (MOOCs) bezeichnen Kurse, die online stattfinden und auf Grund fehlender Zugangsbeschränkungen und kostenfreien Zugangs sehr hohe Teilnehmerzahlen erreichen. Der erste MOOC wurde 2011 durch Sebastian Thrun, Professor für Informatik an der Stanford University, zum Thema der Künstlichen Intelligenz angeboten und hatte 160.000 Teilnehmende. In der Folge wurden MOOCs als die revolutionäre Lehr-/Lerninnovation gepriesen, immer mehr Unternehmen gründeten MOOCs-Plattformen. Seit Ende 2012 bieten auch in Deutschland erste Institutionen eigene Plattformen mit MOOCs an.”

Wie be- und geschrieben ist schon jetzt der ganze Austausch für mich nicht mehr im Zusammenhang zu rekonstruieren. Die Highlights und was ich daraus gelernt habe, die konnte ich noch zusammensuchen. Und das waren?

Gerlernt: Es gibt zwei Stränge von MOOCs; Rezipienten blenden anderen Strang i.d.R. aus.

Meine ursprüngliche Kritik am Text via Tweet war jene, dass ich einen Satz als absolut falsch empfand, des oben zitierten Absatzes. Und zwar jenen, dass der erste MOOc 2011 angboten wurde. #falsch. Meine Aussage regte Martin zu einer ganz differenzierten Sichtweise auf das Phänomen an.

 

Aber das war nur das inhaltliche Lernen, auch Nebenbereiche wurden über die weitere Diskussion berührt.

Gelernt: Zur Arbeitsweise von Verlagen

Als ich seinerzeit mein (einziges) Buch veröffentlichte, musste ich meinen Klappentext selber schreiben. Das ist aber wohl gar nicht so üblich. Ganz im Gegenteil, wie ich von der Anja Lorenz lernen durfte.

Von daher gelernt… wenn ich irgendwann mal in die Lage komme, dass mir meine Klappentexte geschrieben werden, lese ich die nach. 🙂

Gelernt: Veröffentlichung des Interesses gibt’s frei im Internet

Ein ganz erfreuliches Ergebnis des Diskurses auf Twitter war – und ich meine mich zu Erinnern, dass ich das auch der Anja zu verdanken habe? – die Info, dass es das ganze Buch als pdf zum Downlowd gibt. Für frei. Dafür mein Dank an den Herausgeber. Aus ganzem Herzen. Wer es lesen und/oder einsehen mag, der klicke hier.

Gelernt: Wir (der #mmc13) wurden verwurstelt

Und wer auch noch inhaltlich darin eintauchen mag, der findet, dass es zwar im Grunde um xMOOCs geht und dreht, aber auch eine cMOOC-Einlage enthält (ab S. 161). Mitgeschrieben vom hochgeschätzten @jowede. Und darin ist sogar – *stolzstolz* – der #mmc13 verwurstelt. Ihr seid in die Basis-Literatur eingegangen, ihr MOOC-Maker. Wenn das keine zeitverzögerte Freude ist. 🙂

Gelernt: Gedanken in den Twitter-Raum zu stellen erweitert

Gedanken auf Twitter zu äußern, mögen sie auch noch so spontan und unfertig sein, haben in diesem Einzelfalle mir also schon dreierlei gebracht. Differenzierte Sichtweise auf die Sache, Information über eine ganz andere … und die Quelle in Gänze und im Original.

Danke an euch auf #twitter. Ich weiss eure Hinweise, Rückmeldung und Antworten zu schätzen. #echt.

Eure m

 

 

 

 

Rezension: Hört auf zu arbeiten!

hörtaufzuarbeitenCOVEREinen ketzerischen Tweet dazu hatte ich ja schon des wochenends verfasst.


Aber so ist das, und das könnt ihr euch ja denken, mitnichten gemeint.
Aber von vorne.

Was drin steht, im Büchlein

Im Grunde ist es dreigeteilt. Teil 1 beschäftigt sich damit, woher es denn kommt, dass dieser geheime Vertrag, den man glaubt mit seinem Arbeitgeber zu schließen nicht mehr gültig ist. (Also das ist jetzt alles in meinen Worten und meiner Interpretation.) Teil 2, wie Menschen damit umgehen. Also sich anpassen und “unten” bleiben, sich anpassen und aufsteigen soweit es eben geht oder auch seine Nische suchen und “aussteigen”. Zumindest wiederum soweit möglich und vor allem genehm. Da laut der Autoren alles keine wirklichen Lösungen sind, haben sie Teil 3 verfasst. Und da wird’s interessant. Hier werden alternative bzw. erweiterte Fragen zu den im Wirtschaftsleben üblichen gestellt. Nur ein Beispiel. Wir suchen ja gerne nach “Best Practices”. Die erweiterte Frage hierzu ist lt. Autoren-Team: “Voranschreiten ins Unbekannte?”… Witzigerweise nennen Sie das Unbekannt hier Neuland. ;).

Und der dritte Teil der Ausführungen hat auch die ganz subjektive Erkenntnis, die ich rausgezogen habe, inspiriert.

Was ich rausgezogen hab, an (aufgefrischter) Erkenntnis

  • Erweitere Deinen persönlichen Spielraum, da wo Du bist. Dieses pure Aussteigertum preisen sie nicht gerade an, vielmehr regen sie an, den eigenen Spielraum da wo man eben gerade ist, erst einmal wahrzunehmen, auszureizen. Sehr sympathisch. Beschränken tut einen nämlich nicht lediglich das Umfeld, sondern oft auch der eigene vorauseilende Gehorsam. Widerstand gefühlt, bei diesen Zeilen? Dann mal selber ausprobiert!
  • Beginne bei Dir, Dein Verhalten zu ändern. Über andere zu lamentieren, Verhaltensänderung einfzufordern ist einfach. Sich selbst anders zu verhalten, obwohl man damit evtl. meint sich selbst zu übervorteilen, schon schwerer. Also, falls ich mal wieder lamentiere, demnächst…. verweist und verlinkt mich einfach hierher. 😉
  • Handle! Was natürlich schwer ist für Akademiker (wie ich es halt auch bin). Die durchdenken gerne alles. Theoretisieren darüber. Beobachten lieber die andern beim Handeln, das sie dann empirisch auswerten. Weil auswerten macht halt soviel mehr Spass, als selber scheitern. 😉

Zwar war für mich wie gesagt nur ein Drittel des Bändchens relevant. Aber die anderen zwei Drittel sind auch wiederum irgendwie notwendig, um den Kontext des Geschriebenen zu schaffen. Und es wird auch viel geliehen von Geistern, die eh’ in unserem Umfeld herumgeistern. Wie dem Gunter Dueck. Das macht es aber schon wieder vertraut klingend. Es ist so ein Buch, das in mir unbekannteren Welten mit mir (eigentlich) Bekanntem Aufruhr macht. Sie machen im Grunde genau das, was sie selbst beschreiben, nicht nur ihr eigenes Ding, sondern erzeugen damit auch noch Resonanz dabei – will (auch) heißen, verdienen Geld damit.

Warum und wann Du es lesen solltest

Lesen solltest Du es, wenn Du eh’ schon auf dieser Spur bist und noch ein bisschen Motivation hinterher brauchst. Dann aber – wie gesagt – nur den letzten Teil. In diesem Falle schenke ich Dir das ausgelesene (!) (und so sieht es auch aus!) Bändchen gerne. Einfach entsprechenden Kommentar im Kommentarfeld unten.

Oder wenn Dir der Blog-Post (obwohl Du mich sonst gerne liest 😉 ) so gar nichts sagen will. Dann aber am Besten von vorne durchlesen.
Ein lesereiches Wochenende überhaupt euch da draußen wünscht

Eure mons7 (aka Monika E. König)

 

 

Ach ja und P.S.:

Falls ihr die Autoren erst mal auf Twitter verfolgen mögt, dann hier entlang.

Und P.P.S.

Falls ihr es wirklich selbst erstehen wollt, gerne mit Obulus an mich, über folgenden Klick.

Aus Verzweiflung Der große Gatsby gelesen. Und gut war’s. ;)

Ich habe mein Urlaubs-Leben im Blitzlicht ja schon auf Twitter veröffentlicht. Regen. McBookAir (mit Kaffe mit Milch) ertränkt. Nicht mehr wiederbelebbar. Wackliges W-LAN. Und überhaupt.

Und da einem in solcher Situation nicht mehr zu helfen ist, muss man sich halt anderweitig zu helfen wissen. Mit guter und alter Literatur. In meinem Falle, Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald.

Zur Story in Kürze

Gatsby, Party auf Party schmeissender Reicher ungeklärter Herkunft (also sowohl seiniger als auch seines Geldes) auf geheimer Mission, seine erste Liebe (mittlerweile verheiratet und mit Kind, das aber nur sehr untergeordnete Rolle in ihrem Leben spielt) zu(rückzu)erobern. In zugespitzter Situation, in der offensichtlich wird, dass ihm das nicht gelingen wird, wird er – glücklicherweise? – in seinem Swimming-Pool zuletzt erschossen. Seine Beerdigung – entgegen seiner Partys – eher schlecht besucht.

Weitere Mitspielerinnen

Da gibt es den Tom (auch reich) und seines Zeichens Ehemann der Begehrten. Begehrter Name ist Daisy.
Dann gibt es noch den Erzähler (Nick Carraway) sowie seine mit der Zeit Freundin werdende (namens Miss Baker) und eigentlich Freundin von Daisy.
Und Myrtle (Geliebte von Tom (siehe ganz am Anfang)) und deren apathischen Ehemann (der letztendlich Gatsby erschießt).

Ihr seht, wie in den SoMe. Jeder ist irgendwie mit jedem irgendwie verwickelt. 😉

Was mir daran gefallen hat

Die Sprache. Wie ihr ja schon im Blog bemerkt, liebe ich Wortspielereien. Also mit Worten zu spielen meine ich. Zwei- und Dreideutigkeiten. Je nach dem, welche ich als Leserin heraus(zu)lesen (ver)mag. Einschübe und Einklammerungen. Aber die vollendete Sprachkunst beherrsche ich gleichsam nicht. Mein Dahingeschriebenes wenig vergleibar mit unvergleichlichen Sätzen wie den Folgenden. Herausgesucht als Schmankerl zum Anfüttern für euch.

“Ich sah wieder meine Cousine an, die mir mit ihrer leisen, erregenden Stimme Fragen zu stellen begann. Sie hatte eine jener Stimmen, denen das Ohr so aufmerksam folgt, als wäre jeder Satz eine Melodie, die nie wieder gespielt werden wird. Ihr Gesicht war traurig und schön mit hell strahlenden Dingen darin, hellen Augen und einem hellen, leidenschaftlichen Mund – aber in ihrer Stimme schwang eine Erregung, die Männer die sie einmal gehört hatten, nicht mehr vergaßen: ein bezwingender Singsang, ein geflüsterstes “Hör mir zu”, eine Andeutung, dass sie gerade erst aufregende, lustige Dinge getan hatte und aufregende, lustige Dinge auch in der nächsten Stunde bevorstanden.” (S. 19)

Analogien

Neben der Sprache suche ich nach Geschichten, die mir selbst zustoßen könnten. Das macht den Inhalt i.d.R. für mich besonders spannend. Weshalb ich wahrscheinlich auf sowas wie … wie heisst diese Reihe von Rowling noch gleich? … sowas von gar nicht stehe. Nun ja, bei einer Novelle, die in den 20ern des letzten Jahrhunderts spielt, wohl auch nicht so einfach. Und doch. Es finden sich zumindest die eine oder andere Analogie.

DieParty

Das Social Web kommt mir doch – zumindest so ich (m)einen verregneten schwarzen Tag ohne McBookAir habe, vor wie eine riesige Party. Mit den entprechenden Vor- und Nachteilen. Es macht (meistens) Spass. Man findet aufgrund der Vielzahl und Verschiedenheit der Menschen immer jemanden mit einem gemeinsamen Thema oder Haltung. Manchmal entsteht daraus mehr. Ein Projekt, sonstige Zusammenarbeit. Aber. Gesprächsthemenprioritäten manchmal fehlerhaft gesetzt. Aufgrund des Umfeldes. Manchmal ist es zu laut, zu geschäftig. Und manchmal vernebelt der Alkohol die Sinne.

Die Antreiber

Unsere Antreiber sind oft nicht offen ersichtlich. Und liegen in der Vergangenheit. Wir tun also moderne Dinge, reißen Projektchen, füllen damit aber oft genug Gräben in uns, die in der Vergangenheit (auf)gerissen wurden. Unser Tun ist also – so modern es auch den Anschein nehmen mag – oft nicht aufs Jetzt und die Zukunft gerichtet.

Ein Buch das in der Tat (auch) dazu anregt, mal die eigene intrinsische Motivation zu hinterfragen. Und dann weiterzumachen.

Einpacken

Zuletzt die Erkenntnis, die wir auf – fast – jeder Beerdigung haben. Das Trüppchen der Anwensenden ist kleiner als gedacht, deren Struktur überraschend und gar nicht so wie zuvor gedacht. Schon schade, dass man es dem, wem man am Herzen liegt nicht, nicht auf der Stirn gestempelt ansehen kann. Bzw. der oder dem es erst dann offenbar wird, wenn die Party vorbei ist.

Wer das Bändlein als eigene Urlaubslektüre (gerne verscheinke ich aber auch meins an die anfragende Erstkommentatorin unten) eh’ über Amazon kaufen wollte, klicke auf folgendes Bildchen, dann habe ich auch noch was davon.

Herzlich aus einem verregneten und verlesenen Urlaub

mons7 (aka Monika E. König)