Soziale Medien: In den Sozialen Medien mitspielen – mit den Sozialen Medien spielen.

Soziale Medien!

Soziale Medien. Eine ganze Zeit lang habe ich entsagt. Aber jetzt mache ich mal wieder einen Kurs mit. Als E-Learning. 😉 In einem Moodle. 🙂 🙂 🙂
Und einen Aspekt, den wir dort diskutieren, sind die Merkmale von Sozialen Medien. Ich habe die Frage/Aufgabe für mich ein wenig umgewandelt und möchte meine Gedanken dazu auch hier mit euch teilen.

Und was ist jetzt (nochmals) die Frage?

Es gab eine Zeit an die ich mich erinnern kann, während der ich in den Sozialen Medien (wie auch immer Du die jetzt definieren magst) nicht aktiv mitgemischt habe. Jetzt tue ich das aber. Mal mehr, mal weniger. Was ist anders, im Vergleich?

These 1 – Standardisierung wird zu Vielfalt

Früher sahen wir fern

Nehmen wir Bewegbild her. Da gab es einst vorwiegend das klassische Fernsehen. Und die Filme waren (meist) alle in professioneller Manier hergestellt. Mit einem ganz schönen Aufwand an Produktionsprozess. Aber wie gesagt, das Ergebenis war meistens (vom Inhaltlichen mal abgsehen) Qualitätsarbeit.
Im Vergleich dazu jetzt Youtube.

Jetzt sehen wir Youtube

Natürlich verfolge ich den Tatort noch in der Mediathek. Aber viel öfter frequentiere ich YouTube. Beispiele gefällig?

Die Minimal Mimi z.B., die hat ihren ganz eigenen Video-Stil entwickelt, den ich auch zu schäzten weiß, so als eine, die über Minimalismus auf der Minimause nachdenkt. Sie ist besonders.

Oder der Andi Dietrich. Aka Finanzielle Freiheit. Nicht genau das, wie ich mit Geld umgehe,… aber triggert mich eben gerade an, weil das Thema Geld für mich und meinen Minimalismus eben auch ein Thema ist. Er ist erfrischend eigen.

Ergo

Bewegtbild – aber nicht nur das! – ist vielfältiger geworden. Und meine Sehgewohnheiten entwickeln sich mit.

Vielfalt in bunt

These 2 – Erleben von Kontrollverlust, aber damit bin ich nicht alleine

Ich poste ja echt viel in dieses Web. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht (milde ausgedrückt), wenn Menschen von mir hässliche Fotos da rein stellen, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, mich zu fragen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Und wohl diejenigen, mit denen ich persönlich verkehre auch. Fast gibt es mir zu denken, ob ich in realiter nicht auch so aussehe, und nur denke, die ungefragten Fotos bildeten mich in hässlich ab. 😉

Und so muss es wohl Firmen eine Zeit lang auch gegangen sein. Früher hat man in mühevoller Kleinarbeit Testimonials auf der Unternehmens-Homepage veröffentlicht. Heute bewerten einen diese User einfach so und auf allen möglichen Portalen. Da muss man sich gleich mal wehren. Und Bewerter (Bewerber) einkaufen. Aber das bleibt ja dann auch nicht immer so unentdeckt.

Kontrollverlust

Kontrollverlust hier und da, aber alle versuchen wir damit umzugehen oder zumindest uns damit zu arrangieren. Auch das ist Social Media.

These 3 – Macht macht auch im Kleinen eines: Arbeit

Seit ich aktiv in den Sozialen Medien mitmische, fühle ich mich in eine Community eingebunden. In eine ganz besondere. Die sich mit Lernen, Bildung, Arbeiten in diesem Internet beschäftigt. Eingebunden deshalb, da ich Antworten bekommen, wenn ich auf Twitter frage, und auch wenn ich noch so blöde Thesen aufbringe, antwortet mir jemand aus dem Kreis der Interessierten, auch wenn er oder sie mich widerlegt. 😉

Das gibt irgendwie ein Gefühl, dass man mehr „Macht“ hätte als früher. Nicht Macht im negativen Sinne. Sondern eben im Sinne von eigebungen sein. Aber das *macht* auf der anderen Seite auch wieder Arbeit. Man versucht, nicht allzu belanglose Nachrichten weiterzugeben, sondern das, was man als selbst relevant empfindet. Ich versuche, wenn ich mich zu was äußere, das nach Nachdenken und fundiert zu tun. Ich versuche, auch wenn ich flugs mal ein Video erstelle, dass es nicht allzu schlecht vom Design wird. Obwohl ich nicht der visuelle Typ bin.

Arbeit

Tja, und das sieht zwar auf diesem Bildchen schön aus, macht aber halt Arbeit.

Soviel dazu und für heute. Mehr zum Kurs und meinen ersten Eindrücken zum nächsten Wochenende.

Wir lesen uns dann

@mons7

#rhizo14 – How I was forced to become an academic (which is in a way an independent learner)

Once upon a time… 😉

Monika is attending her first university seminar

And she is VERY proud of doing so. This as she just moved from a very tiny village there were just three persons having attended university and those being male. Anyway. First question the lecturer is asking is „What does a child learn at school?“.  A lot of really knowledgeable answers are given. Like „The child is being socialized“ or „The child is learning conformance“. A lot of students are dropping names to support their statements. I snap up names like Bourdieu, Durkheim, Hurrelmann, Erikson. I write the names down into my otherwise untouched daybook.

I took all my courage to add „Well, a child does learn to read, to write, to calculate“. For any reason – may be my strange accent – the whole class was laughing at me. I looked puzzled. And understood.

Straight after the session I went to library. And ordered at least one book authored by the names on my list. My first semester I spent my time reading each of them. I interacted with books. And can’t remember having interacted with any other counterpart than them.

I was forced to become an independent reader because I wanted to be like them. The students around me.

Monika is looking for the fundamentals of educational sciences

2 years later. A lot of seminars later. Back in my tiny village. Summer break and the sun is shining. My dad asking me „Monika, tell me, what is it what people know after having studied your subject?“ It took me quite a while till I could express an answer. „Dad, all of them know different things. As far as I can see, there’s no canon. There’s just different perspectives on issues, they are all interested in.“ My dad douted. And asked me to find out till winter.

Back at university I went again to library. Fetching dozens of books about methods and theories in the field of educational sciences, about famous educators and about history of education. In winter I was ready to provide an answer.

I was forced to become an independent reasearcher about the fundamentals of my subject because my dad asked a simple question to me.

Monika is ready for writing her thesis

Another few years later. I passed about thrice the number of seminars I would have needed and still felt not ready to register for my final thesis. Again I took all my courage to ask my professor I was just handing over to a research paper (the first time I ever addressed a professor at university). „Dear Sir, as you have had a look into my reasearch paper, do you think I am ready to register for my finals?“ He looked at me, thought about a min and just said „Yes, you are“.

I was forced to take the next step by a simple „Yes, you are.“

Monika is exploring this internet

Quite a while after I had finished my studies I found out that people were thinking aloud within this internet about subjects I still was really interested in. This time I even didn’t have to catch all of my courage. Because they did it in writing. It felt like talking to a book…. and getting an answer out of it referring to my comment. And I first time in my life tasted the joy of …. social learning. And am still overwhelmed by.

What Monika made an independent learner

In a nutshell Monika became an independent learner not just by the lack of any supportive structure provided by university (today my guess is the opposite is the case) thus also meaning having the room to develop at her own pace AND (and that’s the point) by the help of human beings. By them laughing at me, by them asking me a simple question, by them replying to a comment.

It’s basically YOU guys taking part in #rhizo14, it’s blog posts like them of @jaapsoft, like Jennys‘.

YOU ARE MAGIC!

Monika

Einen #MOOC am Reißbrett entwerfen ist wie einen MOOC im Blog auswerten

Der Input

Da hat mir die @e_trude doch wieder exzellente Inspiration in meine Timeline gespült. Und zwar einen englischen Text mit dem Titel A new classification for MOOCs. Was ich darin vorgefunden habe, ist aber mitnichten lediglich eine Art Klassifizierungsmöglichkeit von stattgefunden habenden MOOCs. Sondern vielmehr viel mehr. Nämlich eine Matrix von (ja, auch didaktischen) Aspekten, die helfen können, einen MOOC zunächst einmal gleichsam am Reißbrett zu planen.

Exkurs: Was ist eigentlich Didaktik?

Irgendwo habe ich mal gelesen (hat zufällig eine der Leserinnen die Quelle parat?), dass Didaktik im Grunde die Frage beantwortet, wer, wie, was, wo, wieso/weshalb/warum und wen lehrt. Könnte ich jetzt diese W-Fragen mit der im Text vorgeschlagenen Dimensionen zusammenbringen? Aber dazu erst einmal, was sind denn die im Text vorgeschlagenen Dimensionen?

Die im Text vorgeschlagenen Dimensionen

Dies sollen nicht nur inhaltlich beschrieben, sondern vielmehr auch in ihrer Ausprägung eingeschätzt werden. Beispielhaft am Punkt 1. Wie offen soll der MOOC sein? Wenig – mittel – hoch ausgeprägt? Im folgenden möchte ich die Aspekte a) in einem Satz erläutern, b) für unseren #mmc13 beschreiben und c) für unseren #mmc13 in ihrer Ausprägung (also niedrig – mittel – hoch) bestimmen. Bin gespannt, ob ihr mir bei meinen Ausführungen dann zustimmt.

1. Open

Open wie?

Hier steht zum einen der Fragekomplex im Raume, wie offen die verwendeten Tools sind, ob der Input in Form von #OER zur Verfügung gestellt werden, ob die Teilnehmerinnen dazu ermuntert/angehalten sind, #OER zu erstellen, … was m.E. aber auch hinzuzählen müsste, ob man z.B. an einem MOOC teilnehmen bzw. auf Inhalte zugreifen kann, ohne angemeldet zu sein.

Wie open war der #mmc13

Bei dem Inputmaterial wurde von uns als Veranstalterteam darauf geachtet, dass die Quellen zumindest im Internet verfügbar sind. Im Verlaufe insbesondere der #OER Woche haben wir für die Hangouts on Air auf CC-Lizenz umgestellt (ja, ich lernte), unsere Blog-Inhalte werden unter CC-Lizenz zur Verfügung gestellt, es gab auch eine Wochenaufgabe, doch mal versuchsweise selbst #OER zu erstellen.

Vom Anmeldeprozess her war es möglich, sich auf dreierlei Arten einzubringen, ganz ohne Anmeldung, als Outing via Kommentar hier, oder als im Prinzip Abo unserer Blog-Posts.

niedrig – mittel- hoch?

Relativ hoch.

2. Massive

Massiv wie?

Wichtig ist hier, dass nicht von der tatsächlichen Anzahl der Teilnehmerinnen ausgegangen wird, da diese ja, so man einen MOOC entwirft, gar nicht absehbar ist. Es geht darum, für eine wie breite Teilnehmerinnen-Anzahl der MOOC angelegt ist. Wen ich also ansprechen möchte, als Veranstalter-Team. Potentiell alle Menschen? Oder eine bestimmte „Zielgruppe“?

Wie massiv war der #mmc13?

Wir als Veranstalter-Team haben nicht in Zielgruppe gedacht. Vielmehr so… wir streuen die Information über den MOOC so gut und reichweit es eben geht. Und die Teilnehmerinnen werden uns dann (gleichsam automatisch Interessengeleitet – entweder nach Inhalt des MOOCs oder der Art des MOOCs) von selbst.

Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass allein über die Kanäle, über die wir euch angesprochen haben und das spezifische (Bildungs-)Thema schon ganz spezielle Menschen sich angesprochen haben fühlen müssen… und viele andere eben nicht.

niedrig – mittel – hoch?

Meine Beurteilung deshalb: niedrig.

3. Use of Multimedia

Wie multimedial?

Auch hier wieder von der Anlage des Kurses aus gedacht. Welche Plattformen und Tools werden selbst genutzt, welche zur Nutzung angeregt?

War der #mmc13 multimedial?

Wir als Veranstalterteam haben ja z.B. Google Hangout on Air genutzt (ich habe im Übrigen im Rahmen des #mmc13 überhaupt das erste Mal überhaupt Google Hangout genutzt!!!). Die Home Base war (ist immer noch!) unser Blog, wir gründeten gleich zu Anfang eine G+Community, haben einen Twitter-Account aufgemacht… und die Teilnehmerinnen alles machen lassen, ja sogar promoted, was sie sonst noch von sich aus tun wollten.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: hoch.

4. Degree of Communication

Kommunikation was?

Als wie kommunikativ ist der MOOC angelegt? Eher unkommunikativ (aber nicht abwertend, sondern feststellend gemeint) wäre z.B. eine MOOC-Strickung, bei der die Teilnehemrinnen individuell für sich Aufgaben bearbeiten müssen/sollen. Beim Punkt Kommunikation wäre auch noch ein Blick wert, wer denn mit wem soll und kann? Die Teilnehmerinnen mit dem Veranstalter-Team? Die Teilnehmerinnen untereinander?

War der #mmc13 kommunikativ?

Ohne Kommunikation (und zwar massive 😉 ) wäre der #mmc13 ja gar nicht möglich gewesen. Dies, da die ausgewählten Quellen sowie die Impulsbeiträge der Impulsgeber als genau jenes gedacht gewesen, nämlich als IMPULSE. Die Kommunikation auslösen sollten.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: hoch.

5. Learning Pathway

Pathway was?

Gibt es einen vorgeschlagenen Weg (oder mehrere), wie bei der Erarbeitung, dem Lernen von Teilnehmerinnen-Seite vorgegangen werden soll?

Gab’s einen #mmc13 pathway?

Einen Vorschlag in dem Sinne gab es zwar. 1. Schaut euch die Quellen an (müsst ihr aber nicht), 2. tragt in diese oder jene Gemeinschaftsaufgabe bei (kommt zu den Hangouts on Air) und 3. kommentiert die Beiträge der Impulsgeberinnen. So würde ich das im Nachhinein beschreiben. So deutlich wurde der Pfad denke ich aber nicht den Teilnehmerinnen angetragen. Vielmehr auch wieder als eine Ansammlung von Impulsen in die Lern-Gemeinschaft hineingegeben.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

6. Quality Assurance

Quality Assurance?

Quality Assurance stellt die Frage danach, wer (nach welchen Kriterien) vor Kursstart den MOOC mal anschaut/durchschaut.

Quality Assurance beim #mmc13?

Quality Insurance im Vorhinein gab’s nur insofern, als wir uns als Dreier-Team einigen mussten, wie wir den MOOC anlegen. Im Verlaufe des MOOCs, indem wir Anfragen/Anmerkungen von den Teilnehmerinnen aufgegriffen haben und immer wieder mal im Team diskutiert. Dabei waren diese Antragungen des Öfteren in gegensätzlicher Art und Weise. Also ein paar wollten es so, andere von gegensätzlicher Art und Weise. Mehr an Qualitätssicherungsmaßnahmen gab es nicht, insbesondere vom Eingebrachten haben wir uns auf so einen Art Selbstregulation verlassen.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

7. Amount of Reflection

Reflection wie?

Wie angeregt werden Teilnehmerinnen (Veranstalter-Team auch?) dazu, sich von der Inhaltsebene auf einen Reflektions-Ebene zu begeben?

Wie reflektiv war der #mmc13?

Für Reflektion gab es von der Anlage her sogar eine ganz eigene Rolle. Nämlich die der Reflektoren/-innen. Allerdings war der ganze #mmc13 auf Reflektion angelegt. Reflektion von Texten, von Texten anderer, von Quellen, von eigenen Erfahrungen.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: hoch.

8. Certification

Welche Zertifizierungen?

Gibt es im Nachhinein (welches im Vorhinein mit den entsprechenden Kriterien es zu erringen) einen Nachweis jedweder Form, am MOOC teilgenommen zu haben? Badges? Credits? Einen schrieb des Veranstalter-Teams?

Zertifikat #mmc13?

Keinerlei Art von Zertifizierung möglich.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: ganz ganz ganz niedrig/nicht vorhanden.

9. Formal learning

Formal, formell, informell?

Hier ganz kurze und knackige Definitionen dieser Begriffe, die ganz oft von einzelnen Menschen verwendet werden, aber intuitiv im Hintergrund ganz unterschiedlich definiert. Können wir uns auf Folgendes einigen?

Formales Lernen ist… das Lernen in einer institutionellen Lehrer – Schüler bzw. Experte – (noch) Nichtwisser – Kontexten. Wichtig dabei, dass das Lernen in der Tat von einer Institution organisiert, von dieser administrativ getragen ist.

Nichtformelles Lernen ist Lernen in formalen Settings, jedoch nicht formell anerkannt.

Informelles Lernen ist… was man so – gleichsam ganz nebenbei – über das aktive Tun und Leben lernen tut.

Wie formal/formell/informell war der #mmc13?

Total informell. Lernen übers Tun. Und das Tun konnte ganz verschiedene Ausprägungen haben.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

10. Autonomy

Autonom wie?

Die Frage nach der Autonomie fragt im Grunde danach, wer die Verantwortung fürs Lernen übernimmt.
Das kann sich im Zeitverlauf auch ändern. So wurde z.B. zu meiner Zeit Schulversagen/eine schlechte Note mir selbst als Schülerin zugerechnet, heutzutage gibt es Stimmen, die die Verantwortung eher der Lehrerin zusprechen würden, insbesondere wenn es sich um die jeweilige Mutter handelt. 😉

Wie autonom konnte/sollte/musste die Lernerin im #mmb13 sein?

Die Verantwortung fürs Lernen lag während des #mmc13 erklärtermaßen bei den Teilnehmerinnen. Unsere Verantwortung als Veranstaltungsteam sahen wir eher in Strukturgebung, Bereitstellung einer Plattform, und – ganz wichtig – Impulsgeber.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: sehr hoch.

11. Diversity

Diversity wie oder was?

Der Punkt der Diversity hängt im Grunde mit Punkt 2 (Massive) von der Anlage her zusammen. Wie verschiedene soll/wird die Teilnehmerschaft wohl sein?

Diversity im #mmc13?

Unser Anspruch war im Grunde, einen MOOC zu veranstalten, der für JEDE offen ist.  Und vielleicht mag es dem einen oder der anderen schon als gut gemischtes Teilnehmervolk erscheinen, dass Hochschulangehörige, Angehörige von Weiterbildungsinstitutionen und Weiterbildner im weitesten Sinne und Macher in der betrieblichen Weiterbildung bzw. Berater derselben (von denen schon im Vergleich ganz wenige mitgemacht haben) zusammenkommen zum Austausch. Im Grunde waren wir jedoch irgendwie alle aus dem Bildungsbereich stammend. Zumindest gefühlt.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

Implikationen?

Spannend die daraus folgende Fragestellung. Und welche Implikationen ergeben sich aus den jeweiligen Entscheidungen? Insbesondere für „die Lehrenden“, ein Wort, das ja in MOOC-Kontexten so gar nicht mehr zutreffend ist?

Aber das ist schon wieder einen eigenen Artikel wert. Und keine Frage, die sich gleich und heute beantwortet lässt. Aber vielleicht Morgen. 😉

Bis dahin

Eure mons7 (aka Monika E. König)

Lebenslang lernen. Die Zeit nehm‘ ich mir. Nur wann? – Gedanken am Rande des #mmc13

Joe's Piano Shop Bildquelle.

Was traditionell organisierte Weiterbildung kann!

Ich bin ja keine wirkliche Freundin traditionell organisierter Weiterbildungsmaßnahmen. [Die Gründe hierfür verkneife ich mir an dieser Stelle.] Ein nicht zu verachtender Vorzug davon ist jedoch, dass diese mir – zumindest für einen gewissen Zeitraum – einen geschützten Raum verschafft, in den weder mein Privatleben noch die Anforderungen meiner Erwerbsarbeit hineinschwappen können. Will heißen konkret, Hund & Co. sind anderweitig versorgt, ich muss mir also keine Sorgen machen, auf Arbeit ist der AB angeschalten, wendet sich jemand via E-Mail an mich, erledigt die Beantwortung erst einmal die Auto-Reply-Funktion. Weil ich bin ja auf Weiterbildung. Ich habe und bin frei fürs Lernen.

Und das sehe ich als die eigentliche und wahrliche Leistung einer Weiterbildungsmaßnahme.

Selber Lernen gibt’s nur im „Gesamtpaket“

Nehme ich nun aber mein Lernen in die eigene Hand, so ist im mir angeeigneten Gesamtpaket auch genau diese Aufgabe mitenthalten, die ich nun selbst erledigen muss. Und damit haben wohl wir alle schon unsere Erfahrungen gemacht. Und dass wir alle im Umgang damit der oft weniger als mehr erfolgreich sind, spiegelt sich in der gesunden Skepsis ob ich auch wohl genug Zeit erübrigen kann, sobald die Entscheidung ansteht, etwas lernen zu wollen. Beispiele gefällig?

MOOCige Beispiele gefällig?

Joachim Sucker, seines Zeichens Marketing-Leiter einer großen Volkshochschule, schreibt hier um das von mir oben beschriebene Problem sehr wohl wissend: „Gerne bin ich dabei, aber noch unsicher, ob ich ausreichend Zeit einbringen kann.“ Oder gleich der nächste Kommentar von Ludwig, IT Consultant für Collaboration und Wissensmanagement mit Sharepoint, da: „Da ich zum Januar den Arbeitgeber wechsle, ist meine Teilnahme vorbehaltlich, da sich der Zeitaufwand bei der Einarbeitung noch nicht abschätzen lässt.“ Und wenn ihr euch die Mühe machen wollt und mal weiter die Anmeldekommentare runtercrollt (und auch durchlest), werdet ihr das gleiche Thema in immer wieder anderer und personalisierter Form wiederentdecken.
Und selbst auf Twitter wird man, bei unserem geschätzten @jowede fündig.

Wir jedoch von Veranstalterseite sind schon froh, dass er sich die Zeit als Experte on Air zu fungieren aus den Rippen schneidet.

Die Bildungswilligen sind sich – aufgrund ihrer Vorbildung – wohl sehr bewusst, mit welchen Herausforderungen diese Bildung einhergeht. Meine bescheidenen Lösungsansätze dazu im Folgenden.

Die Zeit nehm‘ ich mir. Nur wie?

Spontan fallen mir 6 Strategien ein, die ich – einzeln oder in Kombi – immer mal wieder ausprobiert habe.

1. Tabs schließen

Ja. Es tut mir echt leid. Insbesondere Twitter ist ja Quelle meiner Inspiration. Dennoch tut es ab und an Not, euch mal kurz „abzuklemmen“. Ich lasse dann am Computer nur noch DAS Tab auf (wenn die Tabs, dann sind das nur andere Ansichten des Gleichen), so manches Mal bin ich sogar NOCH radikaler… und kehre für eineinhalb Stündchen zu Papier und Stabilo bionic zurück.

2. Zeitblöcke reservieren

Sobald ich mal aktiv in den Kalender (ich nutze derzeit den Google Calender) eintrage, was ich alles „so nebenbei“ mit zu erledigen gedenke, wird mir klar, warum ich das manchmal mehr schlecht als recht oder im Extremfall erst gar nicht schaffe. Weil eben (auch) mein Tag nur 24 Stunden hat. Und da passt mitnichten das alles rein, was ich mir – so virtuell und unbedarft aller zeitlichen Beschränktheit – so vornehme. Ich habe mir deshalb für den #mmc13 bestimmte Zeitblöcke im Kalender einfach eingeplant. Damit ich zumindest zur Live-Session dann virtuell in Erscheinung trete. 😉

3. Mit Örtlichkeiten experimentieren

Ich arbeite in einem Büro mit 5 Kolleginnen. Und ich liebe es. Nichts desto trotz gibt es kurze Zeiteinheiten, während derer ich es hasse. Dann, wenn ich texten will/soll. Dann, wenn ich denken will. Ohne Ablenkung sein will. Dafür habe ich einen super tollen Platz entdeckt. Den Stillarbeitsplatz in der Bibliothek nebenan… mit W-LAN. :)) … Dahin verzupfe ich mich bei Gelegeneheit… um effizienter arbeiten zu können.

So daheim. Da gehe ich mal in die Küche, wenn’s nicht mehr flutscht, … oder oben in den Bio-Landen, wenn’s so gar nicht mehr funzt.

4. Genug ist genug – Meine 3 Prios

Sozusagen arbeiten auf mehreren Baustellen. Und dadurch geht’s bei keiner so richtig voran. Vielleicht hilft ein kleiner Spickzettel in der Hosentasche (also mir hilft er gelegentlich 😉 ), welche drei der vielen Baustellen die sind, die mir wirklich am Herzen liegen. Kommen zu viele Aufgabe gleichzeitig auf mich zu, ziehe ich galant den verknüllten Zettel aus der Tasche, und gleiche ab, welche der Aufgaben den drei Posten zuordenbar wären. Und die erachte ich dann als wichtig.
Schon mal probiert?

5. Abmachungen – einhalten und einfordern

Oder noch besser, gar nicht erst soviel abmachen. Aber in diesem Punkt bin ich ganz schlecht, weil er etwa die Qualität eines Sylvester-Vorsatzes hat. Zu unkonkret und zu ungewohnt.

6. Zeiten künstlich ausdehnen

Könnt ihr euch noch an Vor-Smartphone-Zeiten erinnern? Als man im Supermarkt in der langen Schlange an der Kasse stand. Oder in der U-Bahn unauffällig herumschaute, wer da noch so sitzt. Zwischendurch den Blick nach draußen schweifen lassend. Eigentlich langweilig. Jetzt muss ich aufpassen, nicht vergessen auszusteigen. Freue mich über die Kassenschlange, weil ich dadurch zehn zwanzig Tweets zurücklesen kann.

Morgen werde ich probeweise mal wieder aus dem Fenster schauen. Mal sehen, wie viel Zeit ich dabei gewinnen kann. 😉

Ihr so?

Meine oben dargestellten „Gegenmaßnahmen“ gegen den hektischen Zeitgeist sind – zumindest für mich – nicht wirklich immer erfolgreich. Denn es braucht eben schon einiges, sich gegen einen Zeitgeist zu stemmen. Deshalb meine Frage an euch. Habt ihr weitere/andere Strategien? Dann her damit. Als Kommentar. Und zwar jetzt. Gleich. Sofort.