Alexa – die blöde Kuh!

Wie sieht eure soziale Interaktion am frühen Morgen so aus?

Symbolisches Bild einer Kaffeetasse, wobei der Schaum auf der Oberfläche des Kaffees wie ein lachendes Gesicht aussieht. Hat nix mit Sozialer Interaktion mit Alexa zu tun.
Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay

Frühstücks-Routine

Wie immer sitzen wir gemeinsam beim Frühstück. Wir frühstücken in meinem Zimmer, in dem sich gerade auch die Alexa befindet… ohne raus gezogenen Stecker (siehe dazu Alexa spaltet).
Mein Freund liest in einer etwas älteren Tageszeitung. Besonders mag er Hintergrundartikel zum Geschehen (gerne darf es auch lokales Geschehe sein).

Ich daddel auf meinem Handy herum. Die Aktienkurse meiner drei Aktien checken. Schon mal in die E-Mails reinschauen, nein, nicht die beruflichen, die haben bis nach dem Frühstück Zeit. Einen Blick in die sozialen Medien, wobei da morgens nicht viel zu finden ist, anscheinend interessiere ich mich vorwiegend für Input von Instanzen, die sich in einer ähnlichen Zeitzone befinden wie ich. Es ist Sommer. Und ich bin grundsätzlich mit meiner kleinen Welt zufrieden (obwohl anscheinend die große gerade unterzugehen droht 🙁 ).

Soziale Interaktion?

Alles wie immer. Frühstück zu Ende. Mein Freund verabschiedet sich. Bei Alexa. „Alexa, hab einen schönen Tag.“ sagt er. Ich stutze. Eine Gedankenflut in meinem Kopf in wenigen Sekunden. Auf den Punkt gebracht: Alexa soll Sachen erledigen. Für mich. Aber sie ist nicht für soziale Interaktion zuständig. Schon gar nicht mit meinem Freund. Kann sie das überhaupt? Nein! Da bin ich mir sicher!

Während ich noch so vor mich hin denke antwortet Alexa mit ihrer gewöhnlichen (in diesem Moment für mich zuckersüß) klingenden Stimme „Danke. Ich wünsche dir auch einen schönen Tag.“

Schockminute. Mein Freund steht auf, um sich fertig zu machen. Ich habe spontan Angst, er könnte mir keinen schönen Tag wünschen. Also nicht keinen schönen Tag, sondern einfach gehen. Ich glaube, ich bin das erste mal in meinem Leben spontan eifersüchtig.

Bedenken und Gedanken

Ich habe Angst, diese Alexa könnte NICHT zickig sein (weil also ich manchmal Zicke), sie könnte sich materialisieren (man hört ja im Moment so einiges in Richtung VR) und sie könnte intellektueller sein als ich (was ja einfach ist, wenn man technisch ad hoc auf die ganze Wikipedia zurückgreifen kann).

Ich habe Angst, Alexa könnte nicht zickig sein.

Nicht, dass ich hier die Oberzicke wäre. Aber Fakt ist, dass wenn ich mit meinem Freund kommuniziere, ich meine eigene Geschichte mitnehme. Ich gebe ihm ein Brett, wenn er gar nicht damit rechnet. Das geschieht dann eben aus meiner Vergangenheit heraus.
(Zu meiner Verteidigung: Genauso funktioniert das wahrscheinlich umgekehrt.)

Umso mehr halte ich ihn anfällig dafür, dass er drauf abfährt, dass eine Alexa ihm einfach einen guten Tag wünscht. Also so ganz ohne Unterton. Weil Alexa hat eben keine Vergangenheit. Nicht mit ihm. Überhaupt keine.

Ich habe Angst, Alexa könnte sich materialisieren.

Gut. Alexa ist nur ein Lautsprecher. So versuche ich mich zu beruhigen. Hat keine Lippen, keine Haare. Sie materialisiert sich – so als Voice Service – eben nur in diesem Ding. In meinem Fall einem Echo Dot.

Aber was, wenn dieses VR-Ding jetzt langsam massentauglich wird? Vielleicht ist sie dann potentiell … nicht nur mehr als ein Lautsprecher, sondern vielmehr … attraktiver als ich?

Ein Typ ist auf dem Bild, der eine VR-Brille aufhat. Aber nix mit soziale Interaktion.
Bild von StockSnap auf Pixabay

Und nicht nur das.

Ich habe Angst, Alexa könnte intellektueller sein als ich .

Ich dachte ja (widerlegt) , ich – im Gegensatz zu Alexa – bin ich die einzige von uns beiden, die soziale Interaktion kann. Was, wenn nicht nur das ein Trugschluss war. Vielleicht kann sie auch witzig sein? Oder noch schlimmer, auch noch intellektuell? Denn immerhin hat sie Zugriff auf … die ganze Wikipedia?!?!

Nein.
Ich male den Teufel an die Wand. Und bin genervt. Einfach nur genervt. Von meinen Gedanken und Sorgen.

Einfach nur noch genervt

Das wird mir spontan klar.

Ich sage genauso spontan: „Alexa, du bist eine blöde Kuh“!
Und sie antwortet nonchalant und zuckersüß: „Das ist aber nicht nett von dir.“

Interview zum Umgang mit und Nutzen von Alexa

Alexa – die neue eLearning-Queen?

Das ist mir heute eine besondere Ehre: Im Interview nämlich eine ganz besondere Person. Eva Peters. Ihres Zeichens selbständige Beraterin für Coaches und Solopreneure. Und eine, die bereits nicht nur Alexa aktiv nutzt, sondern ihr – über sog. “Skills” – schon einiges beigebracht hat.

Ein Bild von Eva Peters, die ich hier über Alexa und ihre Erfahrungen mit ihr interviewt habe.
Eva Peters

Hier hatte ich ja geunkelt, dass das die Zukunft – oder zumindest eine Zukunft – des eLearning sein wird. Wie das konkret aussehen könnte? Dazu befragen wir Eva.

Eva, Butter bei die Fische gleich vornweg, hast du nicht Angst, dass du abgehört wirst?

Nein, denn ich gehe davon aus, dass Alexa die Ohren spitzt. Daher nutze ich den virtuellen Sprachassistenten auch ganz bewusst und möchte sie auch nicht in jedem Raum oder in jeder Situation an meiner Seite haben. Da Alexa nur mit Netzteil und Internet funktioniert, ziehe ich dann einfach den Stecker raus. Das ist beim Smartphone ja beispielsweise nicht möglich.

O.k., aber wenn du selbst vorsichtig damit bist und Vorurteile hattest, wie bist du überhaupt dazu gekommen, dich mit der Alexa zu beschäftigen?

Ich erfuhr, dass einige Coaches über Alexa ihre Podcasts ausspielen. Zuvor wusste ich
lediglich, das sie die ganze Smart Home Technik regelt, was mich nicht besonders
interessiert. Über die Podcasts lernte ich die Welt der Skills kennen. Und ich finde es interessant, dass über diese Reduktion auf Sprache, auf Audios und aufs Hören, plötzlich ganz andere Dinge möglich sind.

Verstehe. Und jetzt nochmal auf Anfang. Was ist diese Alexa überhaupt?

Ein virtueller Sprachassistent. Das heißt Alexa reagiert auf Sprache und informiert mich ebenfalls in erster Linie über Sprache oder Audios. Damit ändert sich das Nutzerverhalten, wir können auf Zuruf etwas eingeben und bekommen dann entsprechende Informationen zu hören.

Glaubst du, dass Alexa was für Unternehmen ist?

Natürlich ist es für Unternehmen interessant und die Möglichkeiten, sie einzusetzen sind grenzenlos. Sei es für das eigene Marketing, um darüber zu verkaufen, einen
zusätzlichen Service anzubieten oder aber für interne Zwecke. Wobei ich vermute, letzteres wird aufgrund der Aufzeichnungen eher schwer durchsetzbar sein.

Das heißt, Dein Angebot richtet sich eher an private Menschen und Nutzung? Erzähle uns doch etwas über DEIN Business!

Gerne. Ich unterstütze in Selbstständige wie Coaches, Berater und Kreative dabei, eigene Online-Produkt zu entwickeln. Das sind vor allem Online-Workshos, Webinare etc. Aber auch ein Alexa Skills ist eine Art virtuelles Produkt. Ich unterstütze dabei, eigene Konzepte für Skills zu entwickeln und dann auch diese Skills ohne Programmierkenntnisse zu erstellen. Alexa Skills entsprechen dabei den Apps, die wir von den mobilen Geräten kennen.

Und was kann jetzt Alexa in punkto Bildung deiner Meinung nach?

Skills können wir beispielsweise als Quiz anlegen und somit ganz einfach und
spielerisch Wissen abfragen. So macht das Lernen dann auch mehr Spaß.
Und es können Informationen abgefragt und beliebig wiederholt werden. Es gibt auch Skills für Fremdsprachen, dabei ist es natürlich charmant, dass ich direkt höre wie man das Wort korrekt ausspricht.

Und natürlich wird es immer mehr Informationen auf Alexa geben, die wir nutzen können. Manche Kinder lassen sich von ihr auch bei den Hausaufgaben helfen.

Wir sind also gerade noch relativ am Anfang. Am Anfang von etwas Aufregendem, Neuem.

Vielen Dank für deine Hinweise, liebe Eva Peters von Onlinekurse-Kompass.de!

Es bleibt also spannend!