Zur Blogparade: Wie motiviert man Unmotivierte?

Bildquelle. Im Nachgang zum #clc12 und der Session von und zur Blogparade von @Fontanefan meine unstrukturierten aber motivierten Gedanken zum Thema.

Was macht den typischen Unmotivierten aus?

Hier habe ich Beispiele aus vielen meiner Lebenslagen zu bieten. In denen ich von mir denke oder dachte, motiviert zu sein, der oder die andere dies (aus lediglich meiner Sicht) es aber mitnichten ist.

An der Uni waren das die, die die Texte zur Session nicht gelesen hatten (aber dennoch u. U. lautstark mitdiskutierten).

Auf der Arbeit sind das die, die meiner Meinung nach nicht (so wie ich wollte 😉 ) priorisieren können, sondern vielmehr meine Anfrage auf einen Stapel legen mit der Anmerkung „Sie sind dann in 3 Wochen dran“ (wenn sich die Sache eh‘ erledigt hat).

Das sind die in privaten Zusammenhängen, die antworten… „Ja, das sollten wir echt mal ins Auge fassen“… und sich dann nie mehr rühren und froh sind, dass sich das Gegenüber (also ich mich) auch nicht rührt (rühre). Aber genug der Beispiele. Warum sind die so, wie sie sind?

Die Vielfalt der Gründe für Unmotiviertheit

Und wenn ich es mir so überlege, schien auch ich in der einen oder anderen Situation wohl für mein Gegenüber irgendwie unmotiviert zu sein. Die Gründe seinerzeit sind mir, da es ja in diesen Situationen ich war, die in diesem Zusammenhang als „Unmotivierte“ bezeichnet wird, sehr wohl noch gegenwärtig.

An der Uni z.B. hatte ich – man glaubt es kaum – die zugrundeliegenden Texte so gut wie immer gelesen, gleichsam traute ich mich nicht, das Wort zu ergreifen (auch dies zum Glück mittlerweile vorbei und kaum mehr zu glauben. 😉 ). Ebenso ging mir oft das Verständnis für Sinnhaftigkeit der Auswahl der Texte ab. Sie gaben mir keinen Hinweis/Hilfestellung für eine zukünftige Praxis als Erziehungswissenschaftlerin. Und einordnen in ihrer theoretischen Bedeutung für mein Fach konnte ich diese (mangels Überblick über das Fachgebiet) auch noch nicht.
[Anmerkung: Erst (viel) später wurde mir klar, dass
1. meiste Texte dazu dienten, die Fähigkeit zu schulen, auf einer Meta-Ebene zu denken und damit, die Fähigkeit, die eigene Praxis zu reflektieren und
2.  genau das die Herausforderung des Studiums war, mir selbst – also ich alleine – den Überblick, vermittelt über die Bruchstücke, die mir im Studium dargereicht wurden, eben garselbst zu verschaffen. ]

Auf Arbeit wirkte ich vielleicht selten, aber doch an und ab unmotiviert, weil
1. es sich so anfühlte, als werde meine Arbeit vom Gegenüber mitnichten geschätzt.
2. ich mich massiv unterfordert fühlte.
3. ich keinerlei Einfluss auf die Art der Ausführung der Tätigkeit hatte (und im Grunde meines Herzens überzeugt davon war, es gebe eine effizientere/angenehmere/für die Organisation bessere Art der Durchführung).

Privat weiss ich es eigentlich gar nicht so.

Über die Berechtigkeit von Unmotiviertheit

Dieser kleine Perspektivwechsel von mir als Motivierter, die Unmotivierte motivieren will hin zu mir als Unmotivierte legt mir zweierlei nahe:
1. Unmotiviertheit kann vielerlei Gründe haben … und sogar solche, auf die man von außen im ganzen Leben nicht käme.
2. Unmotiviertheit hat aus Sicht des Unmotivierten durchaus eine Berechtigung.

Noch ein kleines anekdotische Beispiel hierzu. Einst, während meiner Ausbildung, fragte ich einen mir absolut unmotiviert erscheinenden Kollegen, warum er denn so wenig auf Arbeit arbeite. Er meinte, er baue gerade ein Haus und versuche sich so viel wie möglich auf Arbeit zu erholen, um abends wieder Steine schleppen zu können.

Aber jetzt zur eigentlichen Fragestellung: Wie motiviert man nun diese Unmotivierten?

Die einzige Antwort, die mir – und auch erst jetzt nach vorstehenden Überlegungen – dazu einfällt ist jene, dass man das jeweilige Individuum danach fragen sollte/könnte. Und dann – aber eben erst dann – überlegen, wie man – gleichsam an der Wurzel – etwas (was auch immer) ändern könnte. Oder aber zu der Entscheidung kommen, einfach abzuwarten. So wie bei meinem Häuslebauer-Kollegen. Den ich Jahre später als hochmotivierten Mitarbeiter wiedergetroffen habe. Wohl u.a. aus Dankbarkeit seinen Kollegen und Kolleginnen gegenüber, die während seiner „unmotivierten“ Phase für ihn in die Bresche gesprungen sind.

Einen schönen Restfeiertag wünscht euch

Eure m

#lernen2020

Da kann eine wahre Mons nicht widerstehen!

WAS FÜR EIN THEMA für eine Blogparade: „Wie sieht das Lernen im Jahr 2020 aus?„, angezettelt vom Nico Kirch. Obwohl die Frage auf verschiedene Felder – wie Erwachsenenbildung, Schule und berufliche Ausbildung bezogen, hat er (beispielsweise) konkretisierende Teilaspekte „im Schul-Jargon geschrieben“ (da jedermann geläufig):

  • Wie sehen Klassen-Räume im Jahr 2020 aus?
  • Welche Medien werden im Unterricht genutzt?
  • Wie ist der Anteil an Frontal-Unterricht zu Gruppenarbeiten bzw. zu Web-basierten Lernformen?
  • Wie sieht das Lernen nach dem Unterricht aus?

Und da also meine  V.I.S.I.O.N.E.N. gefragt sind, kann ich ja frei von jeglichen Realitätsbeschränkungen meinen Phantasien freien Lauf lassen. Und die sehen folgendermaßen aus.

Um es zunächst kurz zu machen bzw. gleich mal klarzustellen, dass ich eine (vergleichsweise und etwas) radikale(re) Vorstellung vom Lernen 2020 habe, hier die Facts: Klassenräume sind abgeschafft, Lernen findet in unseren Lebensräumen statt, die (praktizierte) Medienvielfalt wird größer werden, Frontal-Unterricht zwar nicht abnehmen, aber in flexibleren Formen angeboten und Lernen und Unterricht werden entgrenzt, will heissen, das Wort Unterricht wird … überflüssig… und durch andere Konzepte abgelöst, allein das schon ein Schritt in die Richtung, dass Lernen (wieder) Spass macht/machen kann.

Herausforderung 1: Raum schaffen fürs Lernen

Die Frage, die sich dem einen oder der andern spontan und mit Sicherheit stellen (sein) wird, ist Folgende. Wenn nun alles entgrenzt wird, lernen zu arbeiten wird und arbeiten zu lernen, wenn es keine Klassenzimmer mehr gibt, der dieses Lernen zumindest baulich/räumlich abgrenzt, ist dann Lernen nicht im Endeffekt abgeschafft, weil „verunmöglicht“?

(Evtl.) Nein. Eine Lernermöglicherin bin ich nämlich schon heute.
Wie ihr wisst, arbeite ich ja in einer FH. Und dort hauptsächlich für Professorinnen und Professoren/Lehrende. Diese können mich „anfordern“, mit deren individuellen konkreten Fragen/Anliegen rund um (Didaktik des) eLearning. Was von den Anliegen her ganz und gar unterschiedliches sein kann. Meine Aufgabe ist dann, geforderte Auskunft zu geben, komplexere Sachverhalte, die ich nicht aus dem Stand heraus beantworten kann zu recherchieren, Möglichkeiten vorstellen, aufzeigen wie Andere Ähnliches angegangen sind. UND (jetzt kommt’s), ich fühle mich bei diesen Gesprächen ganz oft wie ein Schutzschild. Ein Schutzschild gegen andere Aufgaben, gegen andere Menschen mit Anliegen (Mitarbeiter, Studierende etc.), ein Schutzschild gegen das eigene mit etwas Anderem beschäftigen (wollen) als mit der konkreten (eLearning-)Frage. Das geht soweit, dass die Fragen, die an mich gestellt werden, von den Fragenden – über den gemeinsamen Austausch – SELBST beantwortet werden. (Was mich ehrlich gesagt immer mit größter Befriedigung erfüllt).

Wie könnte solche Lernermöglichung nun in Zukunft aussehen?
Konkret und am Beispiel. Arbeitgeber (sofern es das dann noch gibt?) stellt Mitarbeiterin zwei Wochen von anderen Verpflichtungen frei, um konkrete Aufgabe (z.B. wir wollen ein paar Videos von uns auf YouTube bereitstellen) in einem Team (evtl. mit temporär extern eingeholter Expertise) zu strukturieren und durchzuführen.
Je nach vorhandenen Vorkenntnissen und Vorwissen der Mitglieder im Team temporär z.B. unter zu Rate ziehen einer externen YouTube-Erstellungs-und-Posting-Fanatikerin, die die beauftragte Mitarbeiterin aus dem Social Web kennt und die just in der selben Stadt wohnt (was diese wiederum zufällig via Twitter in Erfahrung gebracht hat).

Nur EIN Beispiel für eine Möglichkeit, Raum fürs Lernen zu schaffen. Je kreativer ein Arbeitgeber, ein Mensch, eine Instiution (ja wer eigentlich?) und „passgenauer“ (will insbesondere heißen nicht zu wenig) Raum zur Verfügung stellt, desto erfreulicher kann Lernen ablaufen, desto besser wahrscheinlich das Ergebnis. (So zumindest meine Annahme 😉 ).

Ergo:  Die Zukunft des Lernens wird uns ungewohnte Weisen der Lernermöglichung bringen.

Herausforderung 2: Struktur gestalten

Bleiben wir beim Beispiel der YouTube Videos, die (nicht nur erstellt), sondern die Mitarbeiterin/ein Team lernen soll, zu erstellen. Mit die Struktur des Lernens gestalten meine ich nun auf welchen Wege dies gelernt werden kann/verschiedene Vorgehensweisen, den Ablauf der Teilschritte. Dann welche Mittel/Ressourcen man dazu verwendet. Auch Qualitätskriterien des Erfolges. (Ist es z.B. als Erfolg zu werten, wenn das Team zu dem Ergebnis kommt, Videos wären nicht das „richtige“ Mittel der Wahl?). Nicht zuletzt Fragen der Art und Weise der Dokumentation der gewonnenen Erkenntnisse.

Ist es erforderlich als „Anbieter von Lernermöglichung“ Vorschlagsstrukturen bereitzustellen? Ist der erste Schritt des jeweiligen Lernens die Struktur überhaupt erst zu entwickeln/zu vereinbaren? Falls dies der Fall, eine gestaltete Struktur noch gar nicht vorliegt, bräuchte die Lernerin zumindest die Vorstellung eines Artefaktes, das als Ergebnis entstehen soll.

Ergo: In der Zukunft des Lernens wird Lernen strukturell heterogener ablaufen.

Herausforderung 3: Artefakte erfinden

Und immer noch bei unserem (zugegebenerweise 2012er-YouTube) Beispiel bleibend: Hier wäre das gewünschte Artefakt eine bestimmte Anzahl von erstellten YouTube-Videos. Artefakte, die einen Lernerfolg demonstrieren, diesen sozusagen „verdinglichen“, die teilbar, zeigbar, weiterverwertbar sind, sind in vielerlei Art und Weise vorstellbar. Es kann sich dabei um sog. „Badges“ handeln.  Es könnte sich ganz traditionell 2012 um Text handeln.

Ergo: Die Zukunft des Lernens wird Artefakte erfinden, als Ergebnis und Resultate von Lernen, die uns heute anmuten mögen, wie Science Fictiton. So Science Fiction, dass (wie Lernen 2020) eigentlich nicht vorstellbar.

Ich freute mich, es zu erleben. So – oder ganz ganz anders.

Pinterest? – No interest!

Bildquelle.

Manches Mal braucht es eben nur noch einen letzten Tritt in den Hintern, um einen angedachten Blog-Beitrag auch zu gebären. Die Ehre (für den Tritt) gebührt in diesem Fall @gumpelmaier mit seinem GumpelMEDIA, auf dem er jene Blogparade ausgeschrieben hat:

Daher frage ich euch: Wofür nutzt ihr Pinterest? Pinnt ihr ausschließlich eigene Inhalte oder speichert ihr auch fremden Content? Wie regelt ihr das mit Quellenangabe und dem Urheberrecht? Nutzt ihr die Sharing-Funktionen bzw. gestaltet ihr mit anderen Nutzern gemeinsame Boards?

Wie nutze ich Pinterest?
Oder besser, wie nutzte ich es bisher. Ich habe nämlich nach meiner ersten Versuchsphase eine kleine Pause eingelegt, beschlossen zu warten wie sich der Dienst weiter entwickelt bzw. wie sich Nutzer entwickeln, um den Dienst auf welche auch immer interessante Art und Weise zu nutzen.

Wie also nutzte ich Pinterest?
Zunächst einmal habe ich alle Vorschlags-Themen der Boards bzw. die Vorschlags-Boards gelöscht. Die waren nämlich thematisch (für mich) sowas von grottig schlecht, dass ich mich gleich mal mit dem Gefühl „hack it“ drangemacht habe, will meinen nutze es um. Die Vorschläge waren  so schlecht, dass ich mich nicht einmal mehr an diese erinnern kann. War wohl „irgendwas mit Produkten“.
Daraufhin habe ich mir Themen ausgesucht, die mich interessieren. So etwas in der Richtung „Online + Wissenschaft und Forschung“ oder „Digitales Lernen„. NUTZUNG ALSO ALS VISUALISIERTE LINKLISTE bzw. visualisiertes Bookmarkingsystem, die Boards stellen gleichsam eine Art #tag dar.
Was gleich mal das nächste Problemchen generierte. Gibt man einen Link ein und das System findet kein geeigentes Bildchen das man ans entsprechende Board hängen könnte, so verweigert es sich. Workaround bestand spontan für mich darin, einen Screen-Shot zu produzieren. System überzeugt. Resultat mittelmäßig bis schlecht, da ja genau DAS die Stärke von Pinterest ist, schöne Bilchen anneinanderzureihen.

Welche Inhalte speichere ich dort?
Trotz dem beschriebenen Manko (notwendiger Workaround, wenn kein geeignetes Bild zur Verfügung) speichere ich dort ab und an mal einen Link. Eben solche, deren INHALT mich anspricht.

Was ist mit Quellenangabe und Urheberrecht?
Das empfand ich bisher aus folgenden Überlegungen heraus als undramatisch: 1. Ist der ganze Sinn und Zweck meiner Boards der VERWEIS auf die Originalquelle. Also nicht die Ansammlung des Boarde, sondern vielmehr das Aufmerksam machen auf die Quelle. 2. Werden die Quellen sich doch eher freuen, wenn ich Anklicker zu ihnen hinschicke und 3. Sind die Screen-Shots z.T. so hässlich geworden, dass man mir nicht ernsthaft vorwerfen kann, ich hätte diese wegen der Schönheit erstellt.

Nutzt Du die Sharing-Funktion oder Gemeinschafts-Boards?
Nein. Ich teile erst (und erst dann), wenn ich von etwas überzeugt bin. Soweit bin ich bei Pinterest lange nicht. Und etwas mit Pinboard gemeinschaftlich zu machen ist – als Initiative von mir aus – auch nicht mein Ding. So als ganz und gar wenig visueller Typ. Wenn schon kooperieren und kollaborieren, dann mit Text. Denn Text ist mein Medium.

Deshalb Pinterest? Nein danke, no #interest.

Social Learning – Teil 1

Bildquelle. Was Social Learning ist? Keine Ahnung. So meine spontane Antwort.

Bei den fünf vorstrukturierenden Gedanken von @nele_we zur Blogparade, kommt mir dann doch der eine oder andere Gedanke… die so ausufern, dass ich doch gleich mal eine Serie draus mache 🙂 … Wer sich den Erläuterungs-Salmon sparen will, einfach flugs die fettgedruckten Überschriften durchscrollen und dann weiterklicken… 😉


*TEIL 1: Was verstehe ich unter Social Learning? (Die 3 wichtigsten Kennzeichen)*


1. Der Lehrplan wird von den Lernerinnen/Mitgliedern der Lerngemeinschaft gestrickt, verändert und weiterentwickelt.

Bewusst aufgefallen ist mir dies erstmals, als ich nach einer aufregenden Phase der Studienbrieferstellung „Grundlagen von Social Media“ zufällig die beiden frisch veröffentlichten Büchlein von Schindler/Liller und Grabs/Bannour in die Hände bekam. Natürlich ist der Aufbau, der Umfang, die Schwerpunktsetzung und Tonalität der drei Werke nicht zu vergleichen. Immerhin werden ja auch ganz unterschiedliche Zielgruppen angesprochen und wir haben ja auch aus je drei unterschiedlichen Perspektiven die Thematik beleuchtet. Trotzdem konnte ich mit großer Freude feststellen, dass in den beiden andern Veröffentlichungen Beispiele zur Exemplifizierung bestimmter Aspekte benutzt wurden, die auch ich als passend ausgewählt und für relevant erachtet hatte. Dass ich Arguemtationslinien bei den anderen nicht nur für nachvollziehbar hielt, sondern gutheisse, dass irgendwie das Gefühl beim Lesen bei mir entstand, dass wir aus einer gemeinsamen Lerngemeinschaft stammen.
Unsere Ergüsse waren aus derselben Nährsuppe entstanden. Wir hatten das implizit in unserer Lerngemeinschaft ohnehin vorhandene Wissen ähnlich strukturiert, bewertet… und expliziert.

Die (logische) Folge: Die Verlagerung der Definitionsmacht dessen, was relevant ist. Nämlich auf die Mitglieder der jeweiligen Themen-Community, vertreten durch diejenigen, die die Inhalte explizit machen und publizieren. Und stellt damit eine Bedrohung dar für die, die bisher (und in traditionellen Lernsettings noch) die Definitionsmacht haben: Lehrende und Experten qua Titel und Amt. Im Vergleich zur Themen-Lern-Community lediglich Einzelne bzw. eine kleine Gruppe. Vergleichbar einer Oligarchie, der Herrschaft einiger (nach u.U. inhaltsfremden Mechanismen) ausgewählter Weniger.

Was die Frage aufwirft, welche Inhalte es beim Social Learning in den (explizit gemachten) „Kanon“ „schaffen“. Die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme in den Kanon steigt m.E. mit Aufgreifen oft gestellter Fragen/verbreiteter Problemlagen oder aber mit der Überzeugungskraft des Begründungszusammenhangs.

Konkrete Beispiele:

In dem Moment, in dem einer kritischen Anzahl von Menschen auffällt, dass die gelernte Trennung von Arbeit und Freizeit via z.B. Facebook nicht mehr aufrechtzuerhalten ist und individuell nach einer Art des Umgangs damit gesucht – und diese Bemühung(en) auch thematisiert wird (werden) – kommt eine Diskussion darüber zustande, werden philosophische Überlegungen, Strategien und (eben auch) Untersuchungen dazu publiziert.

Bedeutet das automatisch das Ende theoretischer und grundlegenderer Gedankengänge? M.E. nein. Beispiele für grundlegende öffentlich gestellte Frage, die ich unter theoretisieren subsumierte sind:

-> Das Thema „Kontrollverlust„, initiiert und immer wieder angeheizt von @mspro.
-> Das Thema „Datenschutz„, unter anderem in den Blick genommen von der @spackeria.

Die Überzeugungskraft, jene Themen als relevant und diskussionswürde/erfoschungswürdig einzuordnen entspringt m.E. der Überzeugungskraft des Begründungszusammenhangs.

2. Die Bewertung der eigenen Leistung wird von Außen auf Innen (bzw. auf die „Peers“) verlagert.

Versetzen wir uns nochmals hinein in Schule, Hochschule, betriebliche Aus- und Weiterbildung. Wer misst unsere Leistung wie? Getestet und gemessen wird von der Instanz, die die Macht hat, den Lehrplan/Kanon zu bestimmen. In der Schule zunächst die einzelne Lehrerin. In der Hochschule die einzelnen Lehrenden. Im Betrieb der Weiterbildungsanbieter, entweder eine interne Abteilung oder von extern Zugekaufte. Immer jedoch ist es eine Instanz extern vom Lerner bzw. extern von der Gruppierung der Lernenden.

Dies ist beim Social Learning grundlegend anders. Das subjektive Empfinden des Lerners in Bezug auf den Lernerfolg, das in traditionellen Settings gar sehr täuschen kann, wird zum Maß erklärt. (Während eines MOOCs z.B. werde ich explizit dazu ermuntert, meine eigenen Lehrziele zu Beginn zu explizieren und immer wieder anzupassen bzw. mit meinem (gefühlten) Lernfortschritt abzugleichen.)

Konkret:
Ich erstelle einen Podcast zum Thema „Was ist Social Learning“. Dieser ist dann fertig und damit gut in dem Moment, in dem ich entscheide, dass er fertig und gut ist.
Stelle ich diesen entweder über mein Weblog einer Hörerschaft zur Verfügung (oder alternativ über ein Portal), bekomme ich eine erneute Rückmeldung über Zugriffszahlen, evtl. Kommentare. Dieses Feedback stellt die Bewertung der Peers dar. Keine Notengebung. Kein Maßnehmen an vorher festgelegten Vergleichsstandards, … außer es handelt sich um eigene (in der Community angelegte).
[Diese können im Übrigen wesentlich strengere Maßstäbe sein, als die von traditionellen Bewertern angelegten.]

3. Rückverlagerung des Lernens aus dem Labor heraus ins Leben. Erlernen und Verwendung des Erlernten wird wiedervereinigt.

Eine der wenigen Szenen aus meiner Grundschulzeit an die ich mich erinnern kann ist jene, dass wir ein – wohlriechendes 😉 – Arbeitsblatt ausgeteilt bekamen, auf dem links wohlgeordnet in Kästchen Blattformen eingezeichnet waren. Ins Kästchen daneben sollten wir die Namen der zugehörigen Bäume eintragen. (Schon) Damals habe ich mich spontan gefragt, ob man nicht einfach mal zusammen einen kleinen Spaziergang machen sollte, und wir beim Aufsagen der Baumarten die Bäume dazu angucken sollten. Wahrscheinlich jedoch befürchtete die Lehrerin, über weitere Baumarten/Pflanzen befragt zu werden, was sich via Arbeitsblatt leichtens unterbinden lässt.

Nun mag die sozialisierte Akademikerin spontan einwenden, dass dieser Rückzug ins Labor, dieser (ja immer nur auf Zeit) Rückzug in den Elfenbeiturm ja auch etwas für sich habe. So werden z.B. die Kinder eben auch verwahrt, während die Eltern ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen… und Forscher sind (idealerweise und zeitweise) vom Unbill der Ansprüche der realen Problemstellung entbunden. Was ermöglicht, ein paar Schritte zurückzutreten und den Sachverhalt aus einer anderen/neuen Perspektive aus zu betrachten.

Ich verneine aber hiermit nicht die Notwendigkeit solches zu tun. Und denke auch, dass ein sich ins stille Kämmerlein zurückzuziehen auch im Rahmen von Social Learning nicht nur möglich, sondern absolut notwendig ist. Nur handelt es sich dann nicht mehr um dieses Entweder/Oder. Es handelt sich beim Social Learning vielmehr um die Wiedervereinigung von Theorie und Praxis. In der Person des „Social Learners“.

[To be continued.]

Mein Arbeitsplatz der Zukunft… erdacht im Jetzt.

Bildquelle.

Ich liebe BlogCarnivals… und wenn es sich dann auch noch um ein Thema handelt, das mich ohnehin umtreibt, dann fühle ich mich just an meinen Arbeitsplatz der Zukunft versetzt, erdacht im Jetzt.

Wie sieht der aus? Was macht den aus?

Kurz vorab. Ich lebe (oder besser gesagt arbeite) das Beste, was ich herausholen konnte. Bei Folgendem handelt es sich jedoch um (m)einen Traum – ganz und gar unabhängig von allem Außen, allen Vorgaben, von allen Restriktionen… aber lest selbst.

9.03 Uhr. Kein Wecker klingelt. Die Herbstsonne kitzelt mir auf der Nase… und ich habe richtig Lust auf Frühstück. Hundi merkt natürlich sofort, dass ich mein linkes Auge schon aufgeschlagen habe, und kommt schwänzelnd zur Morgenwäsche vorbei. [Meine Realität: Um neun Uhr sollte ich schon an meinem Arbeitsplatz sitzen, faktisch stürze ich 9.03 leicht abgehetzt ins Gebäude… um mir dann doch noch zu überlegen, noch einen Kaffee aus der Mensa mitzunehmen – selbst wenn das weitere 3 kostbare Minuten kostet.]

9.20 Uhr
. Während sich die Eier gen wachsweich entgegenköcheln und der Kaffee gerade durchgelaufen ist, durchstöbere ich eingegangene E-Mails, antworte gleich auf die, die ich spontan beantworten kann, erledige kleinere Aufträge, vermelde einen guten Morgen auf Twitter während ich die Timeline rückwärts nach Interessantem durchforste [was mir aller Wahrscheinlichkeit die frühere Tageszeitung ersetzt.] Die Eintragungen im Kalender werden durch ein zwei weitere grobe Ideen, einen Text zu einem aktuellen Thema, einem aktuellen Geschehnis, einer aktuellen Diskussion, ergänzt.

9.45 Uhr
. Frühstück vorbei. Ich gehe mit Hundi raus. Nach einer Strecke mehr oder weniger strammen Laufens entscheidet sich Hundi, ein Loch zu graben. Ich freue mich, gibt mir das doch die Gelegenheit, die eingegangenen Infos auf meinem Smartphone zu checken und mich auf der nahegelegenen Bank mit aufgeklapptem McBook Air niederzulassen. [Noch nicht so ganz klar ist mir was ich mache, wenn es kalt ist. Dann ist nämlich tippen keine angenehme Angelegenheit. Vielleicht sollte ich mir für diesen Fall doch einige Studien auf Papier (und Handschuhe) mit einpacken.]

11.07 – 21.13 Uhr. Ich gehe online meiner Lernbegleiter-Tätigkeit für verschiedene „Kunden“ nach, esse zwischendurch was Selbstgemachtes und das war’s. An manchen Tagen führe ich auch ein Skypgespräch oder treffe mich mit Menschen persönlich. Vielleicht, um zusammen etwas abzusprechen und zu erarbeiten, oder auch auf einem BarCamp.

23.10 Huch? Jetzt ist aber WIRKLICH Zeit, in die Koje zu hüpfen. Irgendwie ist mir ganz entgangen, wie die Zeit verstrich, da ich gerade mit voller Leidenschaft an
einem Buch?
einer Präsentation?
einem Vortrag?
gearbeitet habe.

Ich freu mich auf mein kuscheliges Bett. Ihr denkt jetzt, ganz schön lange gearbeitet? Ich nicht. Ich denke… Was war das doch ein schöner Tag. Kein Stress, noch 500 EUR auf dem Konto. Einfach schön.