Vom #web20k zum #ldlmooc … und wieder zurück

Freitag war ein gar aufregender Tag!

Lernen und Lehren in und mit Facebook

Gestartet hat der mit der Session zu Lehren und Lernen mit Facebook, während der uns Jürgen Pelzer Einblicke in seine Arbeit auf Facebook gegeben hat,  aber auch (zumindest habe ich mir die rausgezogen) Begründungen, wie man eine solche z.B. gegenüber der eigenen Institution rechtfertigen kann.

Für jene, die sich die Langversion mal zu Gemüte führen mögen, hier eingebettet.

Wärend allein die Länge des Beitrags den Beat Rueedi abschreckte …

Bildschirmfoto 2014-05-10 um 21.55.08

… haben bis jetzt, heute 8.04 Uhr, 85 weitere zumindest mal reingeschaut.

Start des #ldlmooc

Gerade mal eine Viertelstunde kürzer die darauf folgende fulminante Startsession des #ldlmooc, auch hier für die Video-Liebehaber unter euch die Langversion im Foglenden. Es ging darum, um was es sich bei diesem #ldl überhaupt handelt, wer das entwickelt hat, welches Menschenbild dahintersteckt und wo anwendbar.

Da hätte die Session für den einen oder die andere sogar noch länger andauern können, wie auf Twitter verlautet wurde.

@mons7 @mschaki @jeanpol @ldlmooc Schon vorbei? Schade! Merci vielmals! Meine wichtigsten Fragen geklärt, die Motivation gesteigert #ldlmooc

— Corinna Lammert (@lammatini) May 9, 2014

 

Didaktische Reduktion

Trotzdem hat mich die Anmerkung von Beat Rueedi nicht ganz los gelassen. Man könnte aus beidem mehrere kleinere „Wissens-Happen“ produzieren. Via didaktische Reduktion. Wie wir dies als Pädagogen ja immer wieder tun. Wir haben ein Thema, ein Fachgebiet, über das wir selbst erst einmal lernen, das wir strukturieren. Wir suchen – für uns – relevante Aspekte heraus (i.d.R. aufgrund einer Art von (Lehr-)Plan).

Und diese Aspekte versuchen wir dann aus einer Fülle von Material in etwas Hineinzugießen, das der – wie auch immer gearteten Zielgruppe – von Umfang, Schwierigkeitsgrad und Art der Darbietung möglichst angemessen.

Selber lernen durch didaktische Reduktion

Infiziert von diesem #ldl (oder was ich mir bisher darunter vorstelle) drängt sich mir jedoch der Gedanke auf, dass genau das Herstellen solchen Materials die Art von Lehre ist, die #ldl anregen will. Das Herstellen eines Artefaktes, über welches andere Interessierte wiederum lernen können. Die Herstellung als in Lernenden-Hand!

Mein Artefakt

Und genau ein solches sollen die Teilgeberinnen zum #ldlmooc während Woche 1 erschaffen.

Schenkt dem ldlmooc im laufe der Woche eine Visualisierung oder auch einen kleinen Podcast oder ein Video zum theoretischen Teil von LdL. Schickt uns einen Link über den Blogaggregator hier, damit wir euren Beitrag hier verlinken und allen Teilnehmern zugänglich machen können. Viel Spaß, wir sind sehr gespannt auf eure Beiträge.

Meines ist gerade in Arbeit. Ich habe jedenfalls schon jetzt mehr als eine Stunde an der Visualisierung gearbeitet (ohne allein die Recherchen zum Thema #ldl, um dieses überhaupt erstellen zu können). Bin aber ein weiteres Mal mehr davon überzeugt (worden), dass

  1. lernen eben Zeit braucht. Und oft mehr als eine einzige Stunde.
  2. lernen in einem Haltungswechsel besteht. Von passiv (also Aufnehmen von „Material“, das an mich distribuiert wird, hin zu aktiv, was z.B. selbst herstellen solcher Art Material sein kann. Also weg vom Video gucken, hin zum Video machen. 😉

Einen guten Start in die Woche wünscht

die @mons7

 

Didaktik ist….

Didaktik ist...… für Dich, und Dich ganz persönlich?

Als kleiner Nebeneffekt habe ich von einigen Teilnehmern/-innen des DINI-Workshop seinerzeit deren ganz persönliche Definitionen des Begriffes Didaktik als Geschenk mit heim bekommen. Herzlichen Dank nochmals euch dafür. Was dabei z.B. – im wahrsten Sinne des Wortes – gepostet 😉 wurde, findet ihr auszugsmäßig im Folgenden.

Didaktik ist…

  • Die wissenschaftlich zu sein beanspruchende Beschäftigung mit dem Thema Lehre (+ Lernen).
  • … wenn am Ende jemand was begriffen hat und es noch 10 Jahre später weiß.
  • Die Kunst so zu lehren, dass neben der Vermittlung von verständlichen Inhalten die Lernenden motiviert werden.
  • Wissen so aufzubereiten, damit es verständlich vermittelt werden kann.
  • Die richtigen Methoden, um Lernende zu einem für sie persönlich zufriedenstellenden Ergebnis zu bringen.
  • Lehr-/Lernszenario, das dem Lehr-/Lernziel dient und der Zielgruppe entspricht.
  • Die Art und Weise „gut“ zu Lehren und lernen anzustoßen.

Didaktik ist…

für euch?

… fragt sich mons7 (aka Monika E. König) und bittet um Kommentar. 🙂

DINI-Workshop Didaktik von MOOCs – Vorschläge zum Vorgehen

DINI_logo

Logo geklaut von hier.

Die DINI-Zukunftswerkstatt

Morgen ist es also so weit. Die lang erwartete und heiß begehrte DINI-Zukunftswerkstatt zu MOOCs an der FernUni Hagen geht an den Start. Mein Part dabei einen zweiteiligen Workshop zum Thema Didaktik von MOOCs zu leiten.
Da ich ja durch und durch verMOOCt bin hatte ich die Idee, das Event MOOCähnlich zu organisieren. Ganz im Sinne von MOOC ist was man reindefiniert. 😉

MOOC ist was wir draus machen

M -> (Much) more
O -> open-minded
O -> offline
C -> creativity!

Die Menschen im Workshop

Wir. Das Netzwerk. „Im Konnektivismus steht nicht mehr bloß die Aneignung und Sammlung von Wissen im Vordergrund, sondern vielmehr die Verbindungen zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Maschine in denen das Wissen liegt.

Um uns in kürzester Zeit ein wenig kennen zu lernen, das im Netzwerk vorhandene Wissen sichtbar zu machen, folgende drei Fragen in die Teilnehmerinnen des Workshops geworfen.

  1. Was beschäftigt Dich/treibt Dich um/macht Dich gerade jetzt und heute aus?
    (Meine drei Tags z.B. (1) MOOCen, (2) mein Hund, (3) Blog-Marketing)
  2. Bitte ordnet euch zu!
    • cMOOC mitgemacht
    • xMOOC mitgemacht
    • alles durch
    • von MOOCs gehört/gelesen
  3. In einem einzigen Satz: Definiere Didaktik!

Jetzt geht’s an die Arbeit!

Im Idealfalle lassen sich aus den daraus gewonnen Eindrücken 3 Gruppen zusammenstellen, die wetteifernd gegeneinander oder miteinander an verschiedenen Aufgaben arbeitend loslegen können.
Wichtig dabei, dass verschiedene Perspektiven eingebracht werden, jede Perspektive – gerade wenn es eine ist, die uns nicht so liegt – gelten gelassen und gewertschätzt wird. Denn jede Perspektive entspringt dem jeweiligen Erfahrungsschatz und der jeweiligen Lebenswirklichkeit des jeweiligen Menschen, der diese mit uns teilt. Und gerade in ihrer Andersartigkeit wertvoll.

[Nachricht an mich: Hier noch die Tischvorlage als Impuls für die Gruppen einpflegen]

Ich bin gespannt auf Diskussion, Austausch und …. Ergebnisse! 🙂

Eure

mons7 (aka Monika E. König)

 

Einen #MOOC am Reißbrett entwerfen ist wie einen MOOC im Blog auswerten

Der Input

Da hat mir die @e_trude doch wieder exzellente Inspiration in meine Timeline gespült. Und zwar einen englischen Text mit dem Titel A new classification for MOOCs. Was ich darin vorgefunden habe, ist aber mitnichten lediglich eine Art Klassifizierungsmöglichkeit von stattgefunden habenden MOOCs. Sondern vielmehr viel mehr. Nämlich eine Matrix von (ja, auch didaktischen) Aspekten, die helfen können, einen MOOC zunächst einmal gleichsam am Reißbrett zu planen.

Exkurs: Was ist eigentlich Didaktik?

Irgendwo habe ich mal gelesen (hat zufällig eine der Leserinnen die Quelle parat?), dass Didaktik im Grunde die Frage beantwortet, wer, wie, was, wo, wieso/weshalb/warum und wen lehrt. Könnte ich jetzt diese W-Fragen mit der im Text vorgeschlagenen Dimensionen zusammenbringen? Aber dazu erst einmal, was sind denn die im Text vorgeschlagenen Dimensionen?

Die im Text vorgeschlagenen Dimensionen

Dies sollen nicht nur inhaltlich beschrieben, sondern vielmehr auch in ihrer Ausprägung eingeschätzt werden. Beispielhaft am Punkt 1. Wie offen soll der MOOC sein? Wenig – mittel – hoch ausgeprägt? Im folgenden möchte ich die Aspekte a) in einem Satz erläutern, b) für unseren #mmc13 beschreiben und c) für unseren #mmc13 in ihrer Ausprägung (also niedrig – mittel – hoch) bestimmen. Bin gespannt, ob ihr mir bei meinen Ausführungen dann zustimmt.

1. Open

Open wie?

Hier steht zum einen der Fragekomplex im Raume, wie offen die verwendeten Tools sind, ob der Input in Form von #OER zur Verfügung gestellt werden, ob die Teilnehmerinnen dazu ermuntert/angehalten sind, #OER zu erstellen, … was m.E. aber auch hinzuzählen müsste, ob man z.B. an einem MOOC teilnehmen bzw. auf Inhalte zugreifen kann, ohne angemeldet zu sein.

Wie open war der #mmc13

Bei dem Inputmaterial wurde von uns als Veranstalterteam darauf geachtet, dass die Quellen zumindest im Internet verfügbar sind. Im Verlaufe insbesondere der #OER Woche haben wir für die Hangouts on Air auf CC-Lizenz umgestellt (ja, ich lernte), unsere Blog-Inhalte werden unter CC-Lizenz zur Verfügung gestellt, es gab auch eine Wochenaufgabe, doch mal versuchsweise selbst #OER zu erstellen.

Vom Anmeldeprozess her war es möglich, sich auf dreierlei Arten einzubringen, ganz ohne Anmeldung, als Outing via Kommentar hier, oder als im Prinzip Abo unserer Blog-Posts.

niedrig – mittel- hoch?

Relativ hoch.

2. Massive

Massiv wie?

Wichtig ist hier, dass nicht von der tatsächlichen Anzahl der Teilnehmerinnen ausgegangen wird, da diese ja, so man einen MOOC entwirft, gar nicht absehbar ist. Es geht darum, für eine wie breite Teilnehmerinnen-Anzahl der MOOC angelegt ist. Wen ich also ansprechen möchte, als Veranstalter-Team. Potentiell alle Menschen? Oder eine bestimmte „Zielgruppe“?

Wie massiv war der #mmc13?

Wir als Veranstalter-Team haben nicht in Zielgruppe gedacht. Vielmehr so… wir streuen die Information über den MOOC so gut und reichweit es eben geht. Und die Teilnehmerinnen werden uns dann (gleichsam automatisch Interessengeleitet – entweder nach Inhalt des MOOCs oder der Art des MOOCs) von selbst.

Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass allein über die Kanäle, über die wir euch angesprochen haben und das spezifische (Bildungs-)Thema schon ganz spezielle Menschen sich angesprochen haben fühlen müssen… und viele andere eben nicht.

niedrig – mittel – hoch?

Meine Beurteilung deshalb: niedrig.

3. Use of Multimedia

Wie multimedial?

Auch hier wieder von der Anlage des Kurses aus gedacht. Welche Plattformen und Tools werden selbst genutzt, welche zur Nutzung angeregt?

War der #mmc13 multimedial?

Wir als Veranstalterteam haben ja z.B. Google Hangout on Air genutzt (ich habe im Übrigen im Rahmen des #mmc13 überhaupt das erste Mal überhaupt Google Hangout genutzt!!!). Die Home Base war (ist immer noch!) unser Blog, wir gründeten gleich zu Anfang eine G+Community, haben einen Twitter-Account aufgemacht… und die Teilnehmerinnen alles machen lassen, ja sogar promoted, was sie sonst noch von sich aus tun wollten.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: hoch.

4. Degree of Communication

Kommunikation was?

Als wie kommunikativ ist der MOOC angelegt? Eher unkommunikativ (aber nicht abwertend, sondern feststellend gemeint) wäre z.B. eine MOOC-Strickung, bei der die Teilnehemrinnen individuell für sich Aufgaben bearbeiten müssen/sollen. Beim Punkt Kommunikation wäre auch noch ein Blick wert, wer denn mit wem soll und kann? Die Teilnehmerinnen mit dem Veranstalter-Team? Die Teilnehmerinnen untereinander?

War der #mmc13 kommunikativ?

Ohne Kommunikation (und zwar massive 😉 ) wäre der #mmc13 ja gar nicht möglich gewesen. Dies, da die ausgewählten Quellen sowie die Impulsbeiträge der Impulsgeber als genau jenes gedacht gewesen, nämlich als IMPULSE. Die Kommunikation auslösen sollten.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: hoch.

5. Learning Pathway

Pathway was?

Gibt es einen vorgeschlagenen Weg (oder mehrere), wie bei der Erarbeitung, dem Lernen von Teilnehmerinnen-Seite vorgegangen werden soll?

Gab’s einen #mmc13 pathway?

Einen Vorschlag in dem Sinne gab es zwar. 1. Schaut euch die Quellen an (müsst ihr aber nicht), 2. tragt in diese oder jene Gemeinschaftsaufgabe bei (kommt zu den Hangouts on Air) und 3. kommentiert die Beiträge der Impulsgeberinnen. So würde ich das im Nachhinein beschreiben. So deutlich wurde der Pfad denke ich aber nicht den Teilnehmerinnen angetragen. Vielmehr auch wieder als eine Ansammlung von Impulsen in die Lern-Gemeinschaft hineingegeben.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

6. Quality Assurance

Quality Assurance?

Quality Assurance stellt die Frage danach, wer (nach welchen Kriterien) vor Kursstart den MOOC mal anschaut/durchschaut.

Quality Assurance beim #mmc13?

Quality Insurance im Vorhinein gab’s nur insofern, als wir uns als Dreier-Team einigen mussten, wie wir den MOOC anlegen. Im Verlaufe des MOOCs, indem wir Anfragen/Anmerkungen von den Teilnehmerinnen aufgegriffen haben und immer wieder mal im Team diskutiert. Dabei waren diese Antragungen des Öfteren in gegensätzlicher Art und Weise. Also ein paar wollten es so, andere von gegensätzlicher Art und Weise. Mehr an Qualitätssicherungsmaßnahmen gab es nicht, insbesondere vom Eingebrachten haben wir uns auf so einen Art Selbstregulation verlassen.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

7. Amount of Reflection

Reflection wie?

Wie angeregt werden Teilnehmerinnen (Veranstalter-Team auch?) dazu, sich von der Inhaltsebene auf einen Reflektions-Ebene zu begeben?

Wie reflektiv war der #mmc13?

Für Reflektion gab es von der Anlage her sogar eine ganz eigene Rolle. Nämlich die der Reflektoren/-innen. Allerdings war der ganze #mmc13 auf Reflektion angelegt. Reflektion von Texten, von Texten anderer, von Quellen, von eigenen Erfahrungen.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: hoch.

8. Certification

Welche Zertifizierungen?

Gibt es im Nachhinein (welches im Vorhinein mit den entsprechenden Kriterien es zu erringen) einen Nachweis jedweder Form, am MOOC teilgenommen zu haben? Badges? Credits? Einen schrieb des Veranstalter-Teams?

Zertifikat #mmc13?

Keinerlei Art von Zertifizierung möglich.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: ganz ganz ganz niedrig/nicht vorhanden.

9. Formal learning

Formal, formell, informell?

Hier ganz kurze und knackige Definitionen dieser Begriffe, die ganz oft von einzelnen Menschen verwendet werden, aber intuitiv im Hintergrund ganz unterschiedlich definiert. Können wir uns auf Folgendes einigen?

Formales Lernen ist… das Lernen in einer institutionellen Lehrer – Schüler bzw. Experte – (noch) Nichtwisser – Kontexten. Wichtig dabei, dass das Lernen in der Tat von einer Institution organisiert, von dieser administrativ getragen ist.

Nichtformelles Lernen ist Lernen in formalen Settings, jedoch nicht formell anerkannt.

Informelles Lernen ist… was man so – gleichsam ganz nebenbei – über das aktive Tun und Leben lernen tut.

Wie formal/formell/informell war der #mmc13?

Total informell. Lernen übers Tun. Und das Tun konnte ganz verschiedene Ausprägungen haben.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

10. Autonomy

Autonom wie?

Die Frage nach der Autonomie fragt im Grunde danach, wer die Verantwortung fürs Lernen übernimmt.
Das kann sich im Zeitverlauf auch ändern. So wurde z.B. zu meiner Zeit Schulversagen/eine schlechte Note mir selbst als Schülerin zugerechnet, heutzutage gibt es Stimmen, die die Verantwortung eher der Lehrerin zusprechen würden, insbesondere wenn es sich um die jeweilige Mutter handelt. 😉

Wie autonom konnte/sollte/musste die Lernerin im #mmb13 sein?

Die Verantwortung fürs Lernen lag während des #mmc13 erklärtermaßen bei den Teilnehmerinnen. Unsere Verantwortung als Veranstaltungsteam sahen wir eher in Strukturgebung, Bereitstellung einer Plattform, und – ganz wichtig – Impulsgeber.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: sehr hoch.

11. Diversity

Diversity wie oder was?

Der Punkt der Diversity hängt im Grunde mit Punkt 2 (Massive) von der Anlage her zusammen. Wie verschiedene soll/wird die Teilnehmerschaft wohl sein?

Diversity im #mmc13?

Unser Anspruch war im Grunde, einen MOOC zu veranstalten, der für JEDE offen ist.  Und vielleicht mag es dem einen oder der anderen schon als gut gemischtes Teilnehmervolk erscheinen, dass Hochschulangehörige, Angehörige von Weiterbildungsinstitutionen und Weiterbildner im weitesten Sinne und Macher in der betrieblichen Weiterbildung bzw. Berater derselben (von denen schon im Vergleich ganz wenige mitgemacht haben) zusammenkommen zum Austausch. Im Grunde waren wir jedoch irgendwie alle aus dem Bildungsbereich stammend. Zumindest gefühlt.

niedrig – mittel – hoch?

Ergo: niedrig.

Implikationen?

Spannend die daraus folgende Fragestellung. Und welche Implikationen ergeben sich aus den jeweiligen Entscheidungen? Insbesondere für „die Lehrenden“, ein Wort, das ja in MOOC-Kontexten so gar nicht mehr zutreffend ist?

Aber das ist schon wieder einen eigenen Artikel wert. Und keine Frage, die sich gleich und heute beantwortet lässt. Aber vielleicht Morgen. 😉

Bis dahin

Eure mons7 (aka Monika E. König)

Gastbeitrag. Die Didaktik. Vorgestellt vom Stefan Hoffmeister.

blaues Hemd-3(1) Gastbeitrag auf der Lernspielwiese, der erste!

Ich freue mich sehr. Über (m)einen ersten Gastbeitrag. Vom Stefan Hoffmeister.

Stefan Hoffmeister ist Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen (IHK) und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Social Media Manager. Im Social Web ist er unter seinem Pseudonym “Geistreich78” anzutreffen. Er unterhält mehrere Blogs zu den Themen Social Media, eCommerce und Domain Business. 2009 hat er das Internet Sanitätshaus “justlife24.com” – mit Multichannel eCommerce Strategie, gegründet.

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Begriffsdefinition Didaktik

Der Begriff der Didaktik wird grundsätzlich nur für das schulische Lernen verwendet. Da es in der Erwachsenenbildung nicht nur um reine Wissensvermittlung gehen darf, wird hier der Begriff didaktisches Handeln benutzt. Die Didaktik ist ein Überbegriff der Unterrichtslehre oder die Theorie vom Unterricht. In der Fachliteratur findet man fünf Gegenstandsfelder der Didaktik:

•    Die Wissenschaft vom Lehren und Lernen
•    Die Theorie oder Wissenschaft vom Unterricht
•    Die Theorie der Bildungsinhalte
•    Die Anwendung psychologischer Lehr- und Lerntheorien

Hans-Dietrich Raapke ist ein emeritierter Professor für Pädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Oldenburg. In Oldenburg arbeitete er im Institut für Pädagogik und hier bei der Arbeitsstätte Montessori Pädagogik.
Er definiert den Begriff Didaktik folgendermaßen:
Ziele, Inhalte und Methoden des Lehrens und Lernens sowie deren Bedingungen und die Evaluation.

Der 1939 in Iserlohn geborene Erziehungswissenschaftler Horst Siebert, 30 Jahre lang Professor an der Leibniz Universität in Hannover, hat eine eigene Definition:
Didaktik ist prinzipiell die Vermittlung zwischen der Sachlogik des Inhalts und der Psychologie des Lernenden. Zur Sachlogik gehört eine Kenntnis der Strukturen und Zusammenhänge der Thematik, zur Psychologie die Berücksichtigung der Lernstrukturen und die Motivationsstruktur der Adressaten.

So gehören zur Didaktik die Ziele und Inhalte der Unterrichtseinheit, die Frage nach dem Wie, also der Methodik. Diese sind im Vorhinein planbar und fallen somit unter den Begriff der Organisation. Der Lehrende sollte ein umfassendes Wissen in der jeweiligen Thematik besitzen, Kommunikations- und Moderationstechniken beherrschen und über ein strukturiertes Denken, wenn es um die Unterrichtsgestaltung geht, verfügen. Diese Faktoren sind kalkulierbar. Doch weitere Einflussfaktoren, wie die Persönlichkeiten der Teilnehmer, Motivation und Gruppendynamik, beeinflussen die Ergebnisse eines erfolgreichen Unterricht ebenso. Hier ist die soziale Kompetenz des Referenten gefragt. Dazu gehört Empathie zu zeigen und zu motivieren, mit Konflikten konstruktiv umgehen zu können, Entscheidungen fällen zu können, Rollen zu erkennen und einzuschätzen, Stärken und Schwächen des Anderen zu erkennen, ausgleichend und engagiert zu handeln. Aber auch die anschließende Selbstreflexion und die Gesamtevaluation gehören zur Didaktik. Die Lernergebnisse der Teilnehmer müssen schlussendlich messbar sein.

Vorbereitung und Planung Voraussetzung für späteren Lernerfolg

Die Vorbereitung und die Planung eines Seminars und/oder des Unterrichts nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Doch ist diese Vorbereitungsphase unabdingbar. Ziele, Methoden, Materialien müssen vorbereitet sein, an alle Unvorhersehbarkeit gedacht und die eigene körperliche und geistige Verfassung trainiert werden. Oben genannter Siebert drückt das in den drei Dimensionen des didaktischen Planens aus.
Als erstes steht die vorbereitende Planung. Diese umfasst die Auswahl der Lernziele, Inhalte, Materialien und der Methoden. Als zweites die Überlegung möglicher Alternativen und Varianten. Dies ist nötig, da die Vorkenntnisse, Lernstile, Verwendungssituation, Heterogenität der Gruppe nicht vorhersehbar sind. Und drittens eine mentale Einstellung der Lehrenden auf Überraschungen. Während des Ablaufs eines Seminars und/oder des Unterrichts können immer unerwartete Situationen auftreten: unbequeme Zwischenfragen, Teilnehmervorschläge, zwischenmenschliche Konflikte unter den Teilnehmern oder der Ausfall von technischen Geräten.

Spannungsfeld von Zielgruppen- und Teilnehmerorientierung

Geht es um Didaktik, speziell in der Erwachsenenbildung, spricht man oft von der Zielgruppen Orientierung und der Teilnehmer Orientierung. Sie stehen in einem Spannungsfeld zueinander. In der Vorbereitung sieht man die Zielgruppe und die Inhalte die man vermitteln möchte. Während des Seminars und/oder im Unterricht nimmt man aber den einzelnen Teilnehmer und dessen Bedürfnisse war. Die Teilnehmerorientierung soll nicht lediglich neues Wissen vermitteln, sondern die Erfahrungen, Einstellungen, Emotionen, Betroffenheit, Werthaltungen, Deutungsmuster, Lern Erfahrungen sowie die spezifischen Ausgangslagen der Teilnehmerinnen in den Bildungs Prozess einbinden.
Diese Vorgehensweise empfiehlt Dr. Tilly Miller, Referentin an der katholischen Stiftungs Fachhochschule in München. Sie schrieb in ihrem Buch „Grundlagen der Weiterbildung, Sozialarbeitsorientierte Erwachsenenbildung“, über insgesamt 13 Praxisbeispiele, die deutlich machen, wie in der Sozialarbeit erwachsenenbildnerisch gearbeitet werden kann.
Wenn die Teilnehmerinnen diejenigen sind, die nach ihren eigenen Logiken lernen und bestimmen, ob und was sie wie lernen, dann liegt es nahe, ein Seminar teilnehmergerecht zu gestalten. Der Begriff Teilnehmerorientierung korrespondiert dann mit Konzepten der Selbstbestimmung und Selbstorganisation.

Teilnehmerorientierung

Das Prinzip der Teilnehmerorientierung bestimmt sich nach dem normativen Bildungsverständnis, das Bildung als freiheitliche Aneignung und als Erweiterung des Selbstbestimmungspotenzials sieht.
Frau Dr. Miller regt an sich auf der Inhalts- und Problemebene einige Fragen zu stellen:

  •  Welche Bedeutung hat das Bildungsangebot hinsichtlich Alter, Geschlecht, Identität, Rolle, Bedürfnisse, Beruf, Alltag und Öffentlichkeit?
  •  Welche Erwartungen, Einstellungen, Fragen, Interessen, Bedürfnisse, Probleme, Lebenssituationen liegen vor?
  •  Welche Erfahrungen, Fähigkeiten, und Wissensvorräte zum Inhalt können vorausgesetzt werden? Mit welchen Vorurteilen, Schwierigkeiten ist zu rechnen?

In Bezug auf die konkrete Seminarebene ist zu fragen:

  •  Gibt es Möglichkeiten, die Teilnehmerinnen bereits im Vorfeld des Seminars in die Seminarplanung einzubeziehen?
  •  Welche Erfahrungen in Bezug auf Lehren und Lernen liegen vor?
  •  Wie können die Teilnehmerinnen den Seminarprozess inhaltlich und methodisch mitgestalten? Wie können sie grundsätzlich Kritik äußern sowie Vorschläge, Meinungen und Erfahrungen einbringen?
  •  Wie können neue Perspektiven und Problemlösungen für die eigene Alltagspraxis erarbeitet werden?
  •  Wie kann selbstständiges lernen gefördert werden?

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte bereits Jörg Knoll in seinem Standardwerk „Kurs- und Seminarmethoden, ein Trainingsbuch zur Gestaltung von Kursen und Seminaren“. In seinem 1991 erschienenen Buch beschreibt er Methoden und Ziele:

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Leiterinnen und Leiter, ihre Vorkenntnisse und Erfahrungen, ihr Verhalten, Auftreten und Befinden, ihre Neigungen und Interessen spielen bei der Auswahl und beim Einsatz von Methoden eine wichtige Rolle. Damit in Verbindung und sogleich als eigener, zentraler Einflussfaktor sind die Absichten zu sehen, um die es bei einer Veranstaltung geht: was soll mit der Veranstaltung insgesamt, mit den einzelnen Arbeitsschritten und mit den verschiedenen Methoden bei den Teilnehmenden als Ergebnis ihrer Aktivität, ihres Lernens entstehen? Es geht also um das angestrebte Ziel.“

Antizipation im Vorfeld, Partizipation im Unterricht

Die Spannung besteht also darin, die vorgegebenen Ziele und Lerneinheiten zu vermitteln, aber auch gleichzeitig auf den Wissensbestand und die Interessen der Teilnehmer einzugehen. So ist es ratsam, im Vorfeld, eine Antizipation in der Planungsphase einzuplanen und während des Seminars Raum für Partizipation zu geben. In der Phase der Antizipation kennt man die Teilnehmer noch nicht. Hier verlässt man sich auf seine eigenen Kenntnisse und Vorerfahrungen, beschäftigt sich mit der Literatur und den Inhalten. Am Anfang des Seminars lernt  man die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer kennen und tritt dann in die Phase der Partizipation. Die Mitbestimmung der Teilnehmer ist meist aber sehr beschränkt möglich. Sie wollen etwas Neues lernen, wissen aber auch nicht, was dieses Neue ist. Zumeist sind sie einen Unterricht gewöhnt, indem sie nur zuhören mussten und nicht partizipieren durften. Möglicherweise wäre eine stark ausgeprägte Teilnehmerorientierung eine Überforderung für die Erwachsenen Teilnehmer. So hat an diesem Punkt der Referent eine Führungs- und Steuerungsfunktion.

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Soweit vom Stefan Hoffmeister. Auf Kommentare eurerseits werde ich ihn Hinweisen und freute mich über weitergehende Anmerkungen im Falle des Falles.
Meinen herzlichen Dank und gleich auch die Frage an euch bildungsinteressiertes Leser-Völkchen: Lust auf einen Gastbeitrag?

Es freut sich darauf

Eure mons7