#ecbi11 – kurz und intensiv –

Ich kann es kaum glauben, dass es schon wieder herum sein soll, das diesherbstliche EduCamp im sehr wohl existierenden Bielefeld #ecbi11… und noch weniger, dass ich obwohl am Freitag bereits angereist und bis Samstag am späten Nachmittag verblieben, ich lediglich an 2 Session teilgenommen habe (eine davon quasi meine eigene 😉 ).

Jedoch auch jede andere Minute meiner dort verbrachten Zeit war mir goldwert!

Für alle Daheimgebliebenen meine kurzen Nachgedanken zu genau diesen zwei Sessions:

1. „Ich drück‘ Dich, denn Dich wollte ich immer schon mal zwischen die Finger kriegen!“ Das ultimative Twitterer-Treffen von Twitterern, die sich von Twitter her „kennen“
Leider habe ich mir keine Tweet-Notizen machen können (#ausgründen), ich muss mich also auf meine Erinnerung verlassen und ermuntere hiermit ausdrücklich zu Ergänzungen als Kommentare. Zunächst einmal augeräumt mit Vorurteilen: Es handelte sich um KEINE Kuschel-Session oder etwas in der Art 😉 … das hatten wir alle zwischendurch und vorab schon hinter uns gebracht. Vielmehr entspann sich eine Austausch- und Feedback-Runde zu u.a. folgenden Aspekten des eigenen Gebrauchs von Twitter.

– Motivation, Twitter zu nutzen
Von einer gefühlten Mehrheit der Anwesenden wurde Twitter zum Austausch über ein gewisses Fachthema benutzt, von einer relevanten Minderheit als Informationsbeschaffungstool über ein gewisses Interessengebiet.

– Erste Anlaufschwierigekeiten im Gebrauch von Twitter
So gut wie alle Anwesenden konnten über anfängliche Anlaufschwierigkeiten im Umgang mit Twitter berichten, die sich nicht auf die technische Bedienbarkeit bezogen. Offensichtlich bedarf es einer gewissen Hartnäckigkeit, einer Einübung bzw. eines Entwickeln des Umgangs mit dem Tool, der für den Nutzer individuell Sinn macht.

– Wie nehme ich mein Gegenüber wahr, vormals lediglich über Twitter bekannt, jetzt wo es mir gegenüber sitzt?
Da alle Anwesenden offensichtlich eher in authentischer Art und Weise twittern, erkannte man sich gegenseitig recht schnell. Je näher der Avatar (nennt man das dem Twitter-Account zugehörige Bildchen auch schon Avatar?) optisch am Original, desto schneller. Allerdings ist mir persönlich aufgefallen, dass bestimmte Aspekte einer Person über die Twitterei verstärkt werden, im Original dann wegen des Facettenreichtums des Gegenübers dann nicht in dieser Stärke wahrnehmbar sind. Es findet also im Einzelfall anscheinend eine Art „Verzerrung“ statt.
Konkrete Beispiele:
Den @VolkmarLa empfinde ich auf Twitter wie auch f2f absolut stimmig. Er hat es weder auf Twitter noch f2f nötig, seine Kompetenz irgend jemandem verbal aufzudrücken. Die strahlt er einfach aus.
Die @_Rya_ hat durchaus Gefühl, Feuer und Pfeffer (wie man auf Twitter verfolgen kann), allerdings hat sie genauso eine sachliche, diskursive Seite.
Schade, dass man das Lachen der @dieHauteCulture über Twitter nicht hören kann, man kann gar nicht anders, als spontan einzustimmen.
Der Humor der @e_trude erfordert sowohl auf Twitter als auch f2f ein gewisses Maß an bei der Leserin vorhandener Intelligenz. F2f merkt man nur schneller, wenn man ihn mal (wieder nicht gleich) kapiert hat und mal das Hirn einschalten oder weiterdenken könnte.

– Wie viel Persönlichkeit ist zum Twittern nötig, wie viel Privatheit ist möglich?
Der Grat auf dem man sich hier bewegen kann, ist anscheinend breiter als wir denken, allerdings vermisst den jeder anders. Über ganz grundlegende Ansichten (gleichsam der Mitte des Grats) waren wir uns ziemlich einig, ging es um Spezielles kam schnell zu Tage, dass was für den einen gar notwendig war zu twittern, um Verbundenheit mit Followern und Followees zu empfinden, für den anderen schon den Absturz bedeutete.

2. #opco11 #ocwl11 #change11 … ein MOOC-Klassentreffen zum f2f-Austausch über eigene MOOC-Teilnahmen
Interessant an dieser Session waren für mich u.a. die TeilnehmerInnen. Bei einigen von ihnen handelte es sich doch in der Tat um solche, die sowohl den #opco11 mitbekommen hatten, als auch zur Zeit den #ocwl11 und den #change11 zumindest beobachteten. Sozusagen wie ich. Und trotzdem gleiche Strukturen, gleiche Sachverhalte aus deren Perspektive heraus durchaus anders bewerteten als ich das tue.

– Struktur und Regelmäßigkeit wird als essentiell angesehen
Einigkeit herrschte zumindest in dem Aspekt, dass bei einem MOOC Struktur und Regelmäßigkeit als essentiell betrachtet werden. Als positive Beispiele wurden hier die Sessions mittwochs um 17.00 Uhr während des #opco11 genannt, was eine gewisse „Vorplanung“, ein Zeit freihalten ermögliche. Negativ hingegen die Sessionplanung des derzeit laufenden #change11, bei dem man die Zeit und den Tag erst relativ kurzfristig vorher erfahre (was ich jetzt nicht bestätigen kann, da ich den #change11 nicht in der Regelmäßigkeit verfolge. Dies scheint im Übrigen – aus welchen Gründe auch immer – einigen anderen Anwesenden auch so zu ergehen, nach deren Aussage wie auch nach meiner liegt das allerdings NICHT an der englischen Sprache.).

– Zeitliche Taktung für jeden anders genehm
Bei der Taktung allerdings gingen die Meinungen schon wieder auseinander. Dem einen war die wöchentliche Taktung genehm, der nächsten hätten 2 Wochen pro Thema besser getaugt.

– MOOC eine Form des BlogCarnivals XXL?
Sehr witzig fand ich die Bezeichnung von @ralfa, der sich einen MOOC im Prinzip als einen BlogCarnival XXL vorstellte, …. was ich für ein weiterdenkenswertes (und umsetzbares) Konzept halte, das auch dem Veranstalter nicht allzu viel aufbürdet.

– Potentielle Zwei-Wege-Kommunikation wird als essentiell erachtet
Was allgemein abgelehnt wurde war das Konzept des einen Experten, der die Teilnehmerinnnen des MOOCS als zu beschulen und zu baschallen betrachte, vielmehr wurde gerade die Haltung des Experten unter Experten als fruchtbar für das eigene Lernen erachtet.

…. …. Oder habe ich da was falsch verstanden? Etwas vergessen?

Man und frau ergänze und korrigiere mich. Umgehend! 🙂