#fkmedien – Mein Kommentar zur Themenwoche 6: Internet-Mobbing

SchreiBildquelle.

Ich war/bin immer noch irritiert. Das in der Anmoderation des Wochenthemas eingebundene Video** war vor – ich weiss nicht wie lange – auch durch meinen Timeline gespült worden, ich hätte jedoch niemals von mir aus darauf geklickt. Dies habe ich nun nachgeholt, wie gesagt aus dem einzigen Grund, dass es mir im Rahmen des #fkmedien OOK noch einmal angetragen wurde.

[** Bei dem Video handelt es sich um eine Frau, die Karten vor sich hinhält, diese nach und nach für die Zuschauerin lesbar abarbeitet und damit ihre Geschichte erzählt, die von aufgrund Naivität zugelassenen Nacktfotos über Schulwechsel, Drogenproblem und Ritzen hin zum Selbstmord führt. Das Ganze vom Stil/Design her einem Videoclip von Bob Dylan entlehnt.]

Während des Anschauens desselben kamen mir immer wieder an m.E. Schlüsselstellen Gedanken, wie der Weg der Betroffenen eine andere Abzweigung hätte nehmen können. Denn – ganz Pädagogin – bin ich überzeugt davon, dass ein Ereignis (hier: Nacktfotos) nicht zwangsweise den Verlauf Drogenproblem -> Ritzen -> Selbstmord auslösen muss.

Bei meinen Überlegungen zu möglichen Abzweigungen ist mir nach und nach klar geworden, dass ich im Netz bestimmte Grundsätze befolge, die ich jedoch niemandem gegenüber – nicht einmal mir selbst – explizit gemacht habe. Bis jetzt. Eine Explikation ist aber notwendig, um diese auf Sinn und Wirksamkeit zu überprüfen. Kommentare dazu gerne genommen.

Grundsatz/Regel #1: Klicke NIE NIEMALS NICHT auf Videos oder sonstige Quellen, die irgendwie “reißerisch” wirken.

Aber nochmals von vorn. Warum hatte ich seinerzeit nicht auf das Video geklickt? Weil ich Quellen nach Stichworten ausschließe. Stichworte sind z.B.: Selbstmord, Skandal, must see, irgendwelche Wörter, die mit Sex zu haben, … und noch viele mehr.

Warum?

Weil hinter reißerischen Überschriften (nach meiner bescheidenen Vorerfahrung) meistens a) uninteressante/platte Informationen stecken (vgl. Bild-Zeitung) oder aber Werbeagenturen, die aus irgend was ein “Viral” machen wollen. Beides lohnt i.d.R. das Anschauen nicht.

Nachteil!

Ich würde wahrscheinlich niemals mitkriegen, so von mir Nackfotos im Internet verfügbar wären, da ich Quellen mit diesem Stichwort ja ausschließe. Ihr müsstet mir das dann telefonisch mitteilen, ja? 😉

Alternative

Worauf ich hingegen schon stehe, sind (zumindest leicht) “subtilere” Titel. Hätte die Überschrift des Videos z.B. gelautet: Schlimmer geht immer, ich hätte mit Sicherheit darauf geklickt.

Grundsatz/Regel #2: Gehe immer davon aus, dass Schein und Sein sich unterscheiden könnten

Aber es geht noch weiter. Gesetzt den Fall, der Titel hätte anders gelautet und ich hätte darauf geklickt. Hier wäre ein weiterer meiner Grundsätze zum Tragen gekommen, der da lautet: Gehe immer davon aus, dass Schein und Sein sich unterscheiden könnten. Und das hätte ich bei diesem Video angenommen. Es hätte auf mich zu “inszeniert” gewirkt. Genau diese Anlehnung vom Desing her an das Dylan-Video. Die Tatsache, dass man das Gesicht der Frau nicht erkennen kann. Überhaupt, das “profihafte” daran. Ohne Hintergrundinfos unterstellte ich hier eine Aktion einer – wie auch immer gearteten – Interessensgruppierung.

Grundsatz/Regel #3: Hast Du Angst vor Entdeckung, trete die Flucht nach vorne an: Transparenz!

Aber genug des Davor. Kommen wir zu den *davor* angesprochenen Abzweigungsmöglichkeiten. Die Betroffene hat laut dem Video mehrere Schulwechsel hinter sich. In einen solchen ist man nicht alleine – als Schülerin – involviert. Meine (und als solche gemeinte) Frage, die sich mir stellt, ob niemand von den involvierten Erwachsenen die Version von vornherein “mit offenen Karten zu spielen” in Erwägung gezogen hat. Wahrscheinlich schon. Die Option wurde nur anscheinend nicht gewählt.

Trotzdem halte ich sie für eine wertvolle Erwägung. Es ist im Übrigen auch z.B. eine Methode trockener Alkoholiker. Siehe hier Nr. 5: “Vor sich selbst und einem anderen Menschen gegenüber sein begangenes Fehlverhalten eingestehen” würde ich mal so interpretieren.

Grundsatz/Regel #4: Stehe zu Deiner Vergangenheit, denn das ist der Fundus, aus dem Du gelernt hast/lernen kannst.

Und noch eine Abzweigung, aber zu einem früheren Zeitpunkt, kommt mir hier als Option in den Sinn. Auch hier wieder – ganz Pädagoginnenart . Wer wäre besser geeignet für einen der immer mehr entstehenden Job-Möglichkeiten der Schulung und Aufklärung über Netzwerke & Co. an z.B. Schulen? Gewiss. Es reicht – bei weitem – nicht aus, selbst einmal eine negative Erfahrung gemacht zu haben. Vielmehr muss man sich einen ganzen Berg theoretisches Hintergrundwissen auch noch draufschaffen. Die eigene Geschichte – und der jeweilige Umgang damit – als Beispiel einzuflechten, könnte es etwas Überzeugenderes geben?

Grundsatz/Regel #5: Es hätte schlimmer kommen können.

Gut. Diese Sichtweise kann man von niemandem in solch jugendlichem Alter erwarten. Aus meiner Perspektive jedoch muss ich konstatieren: Ein Nacktbild von mir mit 20 würde mir heute schmeicheln. Ergo: Wenn schon das Unvermeidliche passieren muss, dann je früher desto besser.

Womit ich mich aber schon von vorliegendem Ausgangsfall gelöst habe. Die verbleibenden Grundsätze haben nämlich gar nichts mehr damit zu tun. Ich möchte diese jedoch – der Vollständigkeit halber – noch anführen.

Grundsatz/Regel #6: Zur Konfrontation gehören immer (mindestens) zwei.

Das sagt mir zumindest meine Erfahrung aus Debatten wie LMS versus offene und öffentliche Lehre. Hier ist nämlich zu unterscheiden zwischen Argumenten/Argumentationssträngen und Haltungen. Näme ich die andere Haltung ein, so fielen mir doch schon das eine oder andere überzeugende Argument ein bzw. kann ich das eine oder andere für durchaus nachvollziehbar und berechtigt halten. Nichts desto trotz habe ich eine Grundhaltung. Sind Argumente dann mal ausgetauscht, ist alles Wesentliche gesagt resp. niedergeschrieben, so nutzt es gar nichts (es ist sogar kontraproduktiv!), die Ebene zu wechseln, das Gegenüber zu diskreditieren bzw. sich immer weiter zu wiederholen.

In diesem Falle ist die beste Möglichkeit, weiterzuziehen, seine eigene Haltung zu leben – und zu hoffen, dass diese von Erfolg gekrönt. Oder nochmals in anders ausgedrückt: Ich bin immer auch Teil einer Konfrontation, so ich eine beklage.

Grundsatz/Regel #7: Behalte im Hinterkopf, was Dir wirklich wichtig ist.

Das Loslassen, wenn man sich mal an einem Thema festgebissen hat, ist allerdings – auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung – gar nicht so einfach. Hier hilft m.E. sich darauf zu besinnen, was einem wirklich wichtig ist. Und das ist für jede von uns was anderes. Ist Dir klar, was Dir (wirklich) wichtig ist?

Aber ich weiss. Ich habe ja gut reden. So ungemobbt wie ich bin, in meiner Bildungs-Community. Und dafür mal ein #danke an euch alle. Dass euer Ziel/Begehr ist, dass die Menschen an dem wachsen, was sie tun. Dass ihr mir auch mal was “durchgehen” lasst. Und dass ihr mit mir lacht.

Danke.

Eure m

Freunde, Bekannte, Friends…. wo seid ihr eigentlich was für mich? Ein Follow-up-Beitrag zu #fkmedien

FreundeBildquelle. Auf meinen Wochenbeitrag zur ersten Woche von #fkmedien hin hat Thorsten da kommentiert, und zwar folgendermaßen.

“Was Nobert Bolz partout nicht versteht ist die Auswirkung der unterschiedlichen Verwendungkontexte des Begriffs “Freundschaft”. Keine Menschenseele würde allen Ernstes jede*n seiner Facebook-Freund*Innen auch im real life anderen Menschen mit Zuhilfenahme des Begriffs “Freund” vorstellen.”

Das hat mich (ja erst) auf die Idee gebracht, dass es in der Tat sein kann, dass derjenige, der nicht aktiv auf Facebook & Co. agiert unter Freund eben das versteht, was er immer unter Freund verstanden hat. Dass also der geänderte Kontext, da kein Kontext in dem jener zugange, als nicht vorhanden wahrgenommen.

Ein Versuch einer Explizitmachung

Deshalb versuchsweise eine Beschreibung, was eine Freundschaft/Verknüpfung/Verbandelung auf den verschiedenen Plattformen für mich bedeuten (kann). Beziehungsarten im Internet. Was – nach nochmaligem Korrekturlesen – sich als gar nicht so einfach beschreibbar herausstellt.

Freunde auf Facebook

Auf Facebook mache ich nicht viel. Neuigkeiten (wie meine Blog-Beiträge) werfe ich – im Vergleich zu meiner Gewohnheit auf Twitter – lediglich willkürlich hinein. Gelegentliches und zufälliges Lesen.

Mit den Freundschaften ist’s ähnlich (zufällig und willkürlich). Grundsätzlich wird gar jeder akzeptiert, es sei denn er wirkt wie ein Fake-Account, … oder irgendwie jemand, der sich mit seiner Anfrage irgendwie vertan haben könnte.

Also alles ganz easy. Alles ganz locker. Gefallen mir die Postings nicht, kann ich sie ja immer noch wegblenden bzw. zur Not denjenigen wieder “entfrienden”. Dies aber nur, da – wie vielleicht schon durchgekommen – Facebook nicht mein Ort der Wahl ist, mich gerne und viel aufzuhalten.

Und genau so sehe ich meine Freundschaften da. Relativ. Und relativ unverbindlich.

Ergo: “Friends” sind (relativ) unverbindlich.

Follower und Followees auf Twitter

Bei Twitter sind die Verhältnisse klarer. Jetzt wo ich es mir so überlege, ist das wahrscheinlich der den Begriff “Freundschaft” im ursprünglichen Sinne verwässernde Aspekt, als auf Facebook beide Seiten ein “Ja, ich will” äußern müssen, um eine Verbindung einzugehen, und das will man(ch einer) eben nicht in der Anzahl. Also definiert man schon von daher automatisch den Begriff um, … sonst hätte ja jeder nur um die 5 Kontakte auf Facebook. Und das Prinzip Facebook funktionierte nicht.

Aber Facebook war ja eigentlich schon weiter oben abgefrühstückt. Wieder zu Twitter. Bei Twitter sind die Verhältnisse m.E. – wie bereits angemerkt – klarer. Ich folge einem “Account”, werde zum Follower, weil mich das in 140 Zeichen geäußerte/verbreitete eben interessiert. Da sind es gar nicht so die Menschen, die Twittern, diese nur insofern, als die Persönlichkeit in Art der Formulierung und Auswahl der weiterverbreiteten Quellen und Informationen prägend ist. Aber ich würde jemandem auf Twitter jetzt nicht eben nur folgen, weil er mein (realo) Freund ist.

Und genau die gleiche Freiheit gesteht die passionierte Twittererin ihren Followern zu. Folgt man sich gegenseitig, so also insbesondere deshalb, weil man sich gedanklich mit dem gleichen Themenfeld beschäftigt (und sich einigermaßen leiden mag).

Ergo: “Friends” sind Mischungen aus Inhalt und Persönlichkeit.

Ein Kontakt auf XING

Ja. XING. Macht XING neben Facebook noch Sinn? Verknüpfe ich mich da – nicht als Freund aber in Form eines Kontaktes – ähnlich wie bei Facebook (also beide müssen zustimmen) – nicht eh’ mit denselben Personen? Nur dass sie vom Betreiber dort Freund, hier Kontakt genannt werden? Handelt es sich also nicht um das Gleiche in grün? Nicht ganz. Und zwar aus zweierlei Gründen.

Erstens.
Die Dar- und Klarstellung in beruflicher Hinsicht (also ein Teilaspekt meiner Person) ist hier etwas in den Vordergrund gerückt. Will heißen, kennt mich z.B. jemand aus dem sonstigen Social Web, bekommt derjenige schnell den Eindruck, dass Lernen und alles was damit zusammen hängt irgendwie meine Leidenschaft ist. (Was ja stimmt). Tendenziell offen und in Öffentlichkeit. Tendenziell unter Verwendung kontemporärer Lehr-Lern-Formate (wie z.B. MOOCs). Schaut man jedoch dahin, was ich genau mache, arbeite ich eher im konservativen Bildungsbereich. Über XING verorte ich mich also im beruflichen Sinne… aber…

Zweitens.
Man kann sich kontaktemäßig schon dahin orientieren, wo man als nächsten Schritt hinwill. Entweder in einen ähnlichen/nahe liegenden Bereich, eine nächste Karrierestufe etc. Dass es dabei zu plumpesten Anfrage-Versuchen kommt und man via XING breit Veranstaltungs-Einladungs-bespammt wird, stehe auf einem anderen Blatt. Sollte aber als Vorwarnung erwähnt werden.

Ergo: No “Friends” but Business.

Ein Kontakt auf Linked.in

Ist ganz ähnlich einem auf XING. Nur, dass dieser in der Regel internationaler … und die Plattform moderner wirkt. Zweiter Unterschied jedoch nur rudimentär. In den Gruppenforen scheint mehr die Post abzugehen, als in jenen auf XING. Aber hier kann ich mich täuschen und das weiß ich auch eigentlich nur vom Hörensagen. Denn das kann ich euch sagen: Ein Forentyp bin ich eher nicht.

Ergo: No “Friends” but International Business.

In meinen Kreisen auf Google+ und ich in den Kreisen von anderen

Anfangs habe ich alle bekannten Gesichter des Web – und die sind alle auf G+ draufgesprungen – irgendwie eingekreist. Nachdem alle eingekreist waren, war die Sache für mich erledigt. Hin und wieder werde ich noch eingekreist, allerdings weiß ich nicht, woher das Bedürfnis kommen mag, denn so gar viel poste ich auf G+ eher nicht. Eher ist es ein Anhängsel, wie ich Facebook als solches betrachte.

Mit zweierlei kleinen Vorteilen. Was ich dort poste – so mein Gefühl – wird schneller durch Google gefunden/indiziert. Was ist dort lese, ist thematisch fokussierter als auf Facebook und elaborierter als auf Twitter. Was Twitter jedoch nicht meine Nr. 1 streitig machen kann.

G+-Beziehungen würde ich also zusammenfassend sagen habe ich keine, außer thematisch vermittelte.

Ergo: Kontakt (fast) gleich Inhalt.

Freunde in diversen mixxt-Communities

Das sind im Grunde diejenigen Personen, die zufällig an der gleichen Veranstaltung interessiert sind bzw. zufällig zeitgleich mit mir zu einer solchen gehen UND die ich vorher schon einmal auf einer ähnlichen Veranstaltung in real getroffen habe. Sehr nervig, dass bei jeder neuen (Veranstaltungs-)Community wieder alle alten Freunde angefragt bzw. dem Kontakt mit diesen zugestimmt werden muss. Deshalb macht man das nicht mehr richtig flächendeckend, sondern vielmehr nur nach dem Zufallsprinzip, wenn man sich gerade auf der Plattform aufhält und ein bekanntes Gesicht sieht, über das man sich freut auch hier zu sein.

Ergo: “Freund” bedeutet Freund der gleichen Veranstaltung.

Noch was vergessen? Anderer Meinung?

Ihr wißt ja, dafür ist die Kommentarfunktion da. Es ist gespannt auf Input/abweichende Meinung,
die m

#fkmedien: Was ist das Internet für Dich?

 Bildquelle.

Ein nettes Potpourri hat uns da das Funkkolleg als Start-Hörhappen zur Wirklichkeit 2.0 als PodCast ins Netz geworfen. Beim Reinhören und Besurfen der weiters zur Verfügung gestellten Materialien (Zusatzmaterialien) drängen sich mir einmal mehr wiederkehrende Fragen und Gedanken auf.

(Ver-)Leitet mich das Internet? Verleidet es mir Freundschaft? Macht es mir mittlerweile mehr Arbeit denn Freude? Oder ist beides zu so untrennbarem Amalgam verschmolzen, dass weder das eine noch das andere mehr in seiner Reinform in meinem Leben auffindbar? Der Versuch eines Auseinanderdröselns.

Ist das Internet mein Leitmedium?

Aus dem PodCast (ab ca. 00:35)
“Das Medium, das alle anderen Medien unter eine neue Struktur zwingt, unter eine neue Herausforderung setzt, das ist sicherlich das Internet, und damit auch das Leitmedium.”

Ehrlich geschrieben ist mir der Begriff “Leitmedium” zwar schon dann und wann untergekommen, ich habe mir jedoch in diesem Zusammenhang nie Gedanken dazu gemacht, was das wohl sein soll. Ein Medium, das mich “verleitet”? Sprich, mich dazu bringt, mich darin zu bewegen, anstatt … z.B. wie jetzt, mich um die Bügelwäsche, also das sog. “reale” Leben zu kümmern?
Oder aber ein Medium, das mich “anleitet”? Will heissen mich beeinflusst, indem es meine Meinungen (mit-)bildet, in dem ich Produkte kaufe, die mir darin vorgeschlagen werden, indem es mir Orientierung verschafft?
Anscheinend ist es viel banaler als das, wie ich nach kurzer Google-Suche hier herausfinden konnte. Dort wird nämlich Göttlich (2002) zitiert mit

Als Leitmedium bezeichnet man ein spezifisches dominierendes Einzelmedium in einer bestimmten historischen Phase der Medienentwicklung, welchem eine Hauptfunktion in der Konstitution gesellschaftlicher Kommunikation und von Öffentlichkeit zukommt.

In meinen Worten also lediglich ein Medium, das hier und jetzt wichtiger genommen wird, weil dadurch gesellschaftliche Öffentlichkeit hergestellt. Und die Medien die für die Auswahl der Wichtigkeit (neben dem Internet noch) in Frage kommen, sind im Grunde Zeitung, Fernsehen und Radio.

Ob das Internet von diesen jetzt wichtiger zur Herstellung von Öffentlichkeit ist als die anderen, möchte ich mir gar nicht anmaßen zu beurteilen. Für mich individuell jedoch kann ich konstatieren (ich liebe dieses Wort 🙂 ), dass – fernseher-, radio- und zeitungslos, wie ich so lebe, das Internet besagte Medien erst wieder in meine Welt geholt hat. In Form von Mediatheken, von denen aus ich z.B. den Tatort abrufen kann (zumindest nach 8), in Form von PodCasts, hier höre ich insbesondere auf Twitter verlinkte Beiträge von hier, oder auch online verfügbare (und wiederum von Twitter aus verlinkte) Artikel aus der Welt, der FAZ  oder der Zeit. Also eher zeitungsübergreifend, aber zu thematisch  ähnlichem.

Von daher würde ich das Internet nicht als mein Leitmedium bezeichnen, schon jedoch als die Art meines Zugriffes auf Öffentlichkeit.

Meine Freundschaft vor und nach dem Internet

Aus dem PodCast (ab ca. 06:41)
“Man hat sich mit bestimmten Formen von Entfremdung angefreundet und auch der Begriff Freund selber hat heute eine Kühle und einen wenn man so will einen formalistischen Index, der mit dem Freundschaftsbegriff der Tradition gar nicht mehr zusammenzubringen ist.” (Norbert Bolz)

In dem Bereich hat das Internet – so muss ich fast mit Bedauern feststellen – wenig Änderung in mein Leben gebracht. Ich hatte früher wenige Freunde und habe heute wenige Freunde. Dies schon allein deshalb, weil m.E. zu guter Freundschaft auch – zumindest gelegentlicher – f2f Kontakt dazu gehört. Und die Zeit für solchen ist, bei 40 Stunden Erwerbsarbeit die Woche, die die meisten von uns ableisten müssen, eben relativ begrenzt.

Allerdings habe ich einige mehr Bekannte über das Internet gewonnen, die für gleiche Themen eine Leidenschaft hegen, ich kann mich inhaltlich also viel befruchtender austauschen als ohne. Und in diesem Rahmen hat das Internet vielleicht doch eine kleine aber feine Änderung in meine Leben geschleust, ohne dass ich es – bis auf heute – bemerkt hätte. Über diese Bekanntschaften kommt z.T. doch die eine oder andere Freundschaft zustande, die vorher – aufgrund des gar nicht erst in Kontakt kommens mit dem Gegenüber – nicht möglich gewesen wäre.

Von daher würde ich dem Internet in meinem Falle eine  Freundschafts-Kontakt-Anbahnungs-Ermöglichungsfunktion zugestehen.

Meine Arbeit im und mit dem Internet

Seitdem meine Tätigkeit größere virtuelle Anteile einnimmt, macht mir diese um ein Vielfaches mehr Freude. Mit zwei kleinen Wermutstropfen. Dem einen, dass ich eine Online-Aufgabe in einer Offline-Kultur bekleide, also qua Amt eine Ausnahmeposition bekleide. Dem anderen, dass sich – immer öfter – Arbeit wie Freizeit/Freude und Freizeit/Freude wie Arbeit anfühlen. Private Netzaktivitäten fließen als Wissensbasis in meine Erwerbsarbeit ein, manches Mal werden sie sogar in Form eines Projektes dazu. Routinetätigkeiten auf Arbeit verlagere ich z.T. in den Feierabend, weil ich da mehr “Zeit und Muße” habe, diese mit Ruhe zu tun.
Ich weiss noch nicht, ob ich letzteres Gut oder Schlecht finden soll. Aber vielleicht muss ich mit meiner Arbeit und meinem Sein im Netz einfach noch mehr herum probieren.

Ich werden von weiteren Experimenten berichten. Gleich hier, auf der Lernspielwiese.