Tschüss E-Mail… hallo was?

Bildquelle. Nach einer aufregenden Woche hatte ich mich heute Abend dazu entschlossen, zumindest den Abend mal ruhig anzugehen. Wie geht man einen Abend ruhig an? Möglichst Hund statt Mensch um einen herum und beschallen lassen. (So wie früher mit dem mittlerweile abgeschafften Fernsehen.) Soweit der Plan.

Beschallen lassen habe ich mit “Schafft die E-Mail ab!” Und ihr ahnt es (wieder einmal schon): Nicht nur, dass dieser Online Talk mitnichten dazu geeignet war, den Abend ausklingen zu lassen, der brachte mich (vielmehr) erst richtig in Fahrt! Es lohnt sich durchaus einmal hinein zu hören, (denn) am Rande bekommt man kleine Einblicke in Methoden der Selbstorganisation wie GTD (Getting Things Done) oder auch eine Kurz-Zussammenfassung der 4-Stunden-Woche. Was auch immer ihr daraus mitnehmen möget, folgende waren meine drei “Essentials” der Diskussion:

Mehr organisieren hilft mir…. weniger.
Meine (bisherigen) Bemühungen mich (besser) zu organisieren waren durchaus erfolgreich. Erfolgreich in der Hinsicht, dass ich es mit jedem “Schub” geschafft habe, ein Mehr während eines Weniger an Zeit zu schaffen. Ist doch gut, mag man sich beim Lesen denken. Ist es jedoch gar nicht. Denn dieser “Verdichtung” Folge war – gleichsam im Gegenzug – weder eine freudvollere verbleibende Zeit, noch unverdichtete Überzeit. Die Folge waren vielmehr noch viel mehr Pläne/Aufgaben/Projekte, die eine neuerliche Verdichtung erforderten (was zum nächsten Schub führte). Ergo führte bei mir individuell ein organisierteres Vorgehen zumindest nicht zu einer Verbesserung meiner Gesamtsituation.

Weniger Arbeit ist doch gut, oder?
Eine Verbesserung im von mir avisierten Sinne hätte vielmehr in weniger intensiver Zeit bestanden oder eben in mehr unverplanter davon. Doch… wollen wir/will ich das überhaupt?

Konkret: Abendgassi. Hund amüsiert sich gerade dabei, nach einer Maus zu graben. Normalerweise stehe ich dann daneben und freue mich über ein paar Minuten, in denen ich meine Twittertimeline entlangscrollen darf und dem einen oder anderen darüber hereingespülten Link nachzugehen. Diesen Abend jedoch war über die intensive Nutzung des Smartphones der Akku zu Ende. Auf einmal unverlangte unverplante Zeit statt Timeline. Schade, dass ich keines der beiden angelesenen und zuhause ordentlich nebeneinander auf dem Schreibtisch platzierten Bücher eingesteckt hatte. Ich durchwühle meine Handtasche nach Anregung. Nichts außer Schlüssel und (immerhin) dem Geldbeutel.
Unverlangte unverplante Zeit. Will ich die überhaupt?

Gut für mich ist gut für Dich?
Was ich jedoch just in diesem Moment NICHT will, das weiß ich wohl. Und das ist E-Mails beantworten. Dies deshalb, da ich E-Mails für eine unspaßige und ineffiziente Art und Weise halte, zu kommunizieren. Zwar handelt es sich um eine asynchrone (gut), jedoch auch um eine, die dazu verleitet mehr (!) Information zu pushen, die der Empfänger (und das bin in dem Fall ich) für sich nicht gewählt hat zu erhalten und dies auch noch in oft langatmiger Form.
Ganz und gar abschaffen kann ich meine Kommunikation via E-Mail jedoch auch nicht, da diese Art der Kommunikation (mittlerweile) die Wahl Nummer 1 für viele meiner Kommunikationspartner darstellt. Gut für Dich ist aber nicht gut für mich.

Deshalb werde ich weiterhin via E-Mail kommunizieren. Aber nur noch mit Menschen, für die dies das erklärte Kommunikationsmittel ihrer ersten Wahl darstellt. Einen Kommunikationsstrang anfangen von mir aus werde ich jedoch nicht mehr. Denn es geht mir ja (langfristig) ums Abschaffen.

Und hab’ ich das geschafft… ja was kommt dann? Eure Meinung hierzu sei hiermit erbeten.
Nur bitte nicht via E-Mail 😉