Eine (verhängnisvolle?) Verbindung? Vom wissenschaftlichen Bloggen.

Bildquelle. So. Und jetzt aber wirklich. Ein Post über wissenschaftliches Bloggen. Oder eher den Versuch, solches zu tun.

Und was tut die über lange Jahre in wissenschaftlichen Einrichtungen sozialisierte Bloggerin? Sie recherchiert erst einmal, geht ins Feld, beobachtet und sammelt Daten. (Das ganze schmückt sie dann mit dem Begriff der Empirie, so sie darüber berichtet). Hat sie sich dadurch einen ersten Einblick in die Thematik verfasst, arbeitet sie ihren 5-Schritte-Plan ab:

1. Sie definiert den Begriff.

Oder sucht sich eine Definition aus den bestehenden aus, z.B. erwählt sie die hier. Wissenschaftsblogs seien in der Folge also (nach U. Spohn) der Versuch einer Verbindung zweier an sich getrennter Welten. Wissenschaftliche Strenge meets essayistische Kreativität. Gerne werden auch Kategorisierungen genommen, wie die von Cord Schmelzle und Daniel Voelsen, die  drei Idealtypen von Wissenschaftsblogs –

1) Wissenschaftliches Feuilleton (à la Crooked Timber),
2) Dienstleistungsblog (à la Pea Soup),
3) „bewusst persönlich gehaltenes“ Tagebuch (à la The Philosophy Smoker)

unterscheiden, so erfährt man hier. Wollte ich meine zukünftige Lernspielwiese von vornherein auf eine Kategorie hin konzipieren, so wählte ich eine Mischform 😉 (1 und 3). Wie man die nun so definierte und kategorisierte Sache gut machen soll, dazu bedarf es natürlich weiteren Nachlesens z.B. im Blog „Was sind (gute) Wissenschaftsblogs?“ … und der Beschreibung des State of the Art.

2. Sie formuliert den State of the Art.

State of the Art bezeichnet den höchsten verfügbaren Entwicklungsstand (so sagt zumindest die Wikipedia, die ich ja hier zitieren darf, denn ich befinde mich ja gerade auf meinem Blog 😉 ). Und der State of the Art, den gilt es, so bekommt man zumindest während seiner gesamten Studienzeit immer wieder erzählt, auf Konferenzen (Fachforen, Workshops….) zu finden. Zu finden also auf auf bestimmte Art organisierter Veranstaltungen. Ein Bericht über eine solche: Blogs in den Sozialwissenschaften. Ein kollaborativer Bericht vom Berliner Theorieblog-Workshop am 9. April 2011. (ja, ich weiss, manchmal zitier ich halt aus der einen Ausgabe, manchmal aus der andern 😉 ).

Da sie theoretisch gerade nicht so weiterkommt, verlagert sie sich auf die ganz praktische Analyse von Blogs, die sie kennt und als irgendwie wissenschaftlich erarchtet. Oder solche die ihr als wissenschaftlich angetragen werden.

3. Sie analysiert.

Wie z.B. via dankenswertem Hinweis von David Weiß als Kommentar auf den letzten Post auf die deutschen Science-Blogs. Dann gibt es noch die Blogs mit wissenschaftlichem Touch, die ich so immer einmal wieder heimsuche, einmal Lost & Found vom @heinz. Hiervon nehme ich mit, dass elaboriertes Schreiben auch kurzweilig sein kann. Man kann, darf (und soll) von der Leserin verlangen, sich bei der Textaufnahme – da der Text anspruchsvoll – etwas anstrengen zu müssen.
Warum nicht einmal einen Call for Papers verbloggen, wie der @mosworld in der Mosworld?
Von Thomas Pleil habe ich mir abgeschaut, dass thematisch gute Links, knackig kommentiert, eine durchaus wertvolle Art des wissenschaftlichen Bloggens darstellen können.
Auch Joachim Wedekind von e-teaching.org würde ich der Runde der Wissenschaftsblogger zurechnen. [Begründung?]

Gibt es weitere Hinweise aus der Community? Womit wir schon beim nächsten Stichwort wären. Die Community.

4. Sie wird Teil einer Community of Practice.

Und eine Community of Practice ist im Grunde  eine Gemeinschaft  lose verbundener Menschen, die sich eine ähnliche Aufgabe gestellt haben. Ich verbinde mich also mit Menschen, die ebenso (versuchen zu) wissenschaftlich bloggen. Ich mich. Bedeutet mich auf sie beziehen, bei diesen Inspiration holen … und etwas produzieren, das im Idealfalle (zurück) inspiriert.

5. Und ganz zum Schluss (Ausblick) macht sie sich noch ein paar eigene Gedanken.

[Verlinken = Zitieren?] Blogs leben vom Verlinken, wissenschaftliche Texte vom Zitieren/sich auf andere beziehen. Tendenziell meine ich beobachten zu können, dass in gedruckten Texten auch eher auf Gedrucktes verwiesen/Gedrucktes zitiert wird, Blogs eher auf andere Online-Quellen verlinken. Die einzige Möglichkeit, wie ich dies Durchbrechen könnte ist diejenige, dass ich – sofern ein Text eben in gedruckter Form vorliegt, auf die entsprechende Quellenangabe online verlinken könnte.

So. Da ich jetzt weiß, was (-> Begriff) ich machen möchte, welches die Ansprüche sind, damit es qualitativ hochwertig ist (-> State of the Art), mit welchen Strategien ich dies erreiche(n könnte) (-> Analyse), muss ich es (nur noch) tun, und/um Teil einer -> CoP zu werden.

Nichts leichter als das. 😉