Erstes Konzept eines Universitätsseminars zum Thema “Neue” Medien – mit #ldl

Vornweg

[Vorwort aus meiner studentischen Vergangenheit – einfach überlesen, wenn nur an Konzept interessiert.]

Aus Studierendensicht fand ich die Zwangsjacke des Semesters, diese wenigen Zeiten des Zusammenkommens, immer wieder … … semioptimal. Man musste vor Ort sein. Zur ersten Sitzung, die meistens ausfiel/nicht stattfand. Also nächster Versuch. Zur nächsten Sitzung kam man nicht mehr rein. Überfüllt. Nicht schlimm, weil das legte sich alsbald im Rahmen des Verlaufs des Semesters. Aber so war wieder eine Chance auf Input und Austausch verpassst. Dann zu möglichst allen Sitzungen hin. Denn es gab keinerlei andere Chance an Information, an Austausch, zu irgend einer Fragemöglichkeit, war man nicht vor Ort.

Dass Studierende untereinander kooperiert hätten mag stimmen. In meinen Fällen waren mir die Studierenden so unbekannt an der Massenuni, ich schaffte es gerade mal Kontakte bis zum Ende des Semesters aufzubauen. Und dann waren sie schon wieder in alle Himmelsrichungen verschwunden. Erasmus in andere Länder. Die anderen in andere Seminare. Die mir inhaltlich oder formal nicht passten.

Rahmenbedingungen

Heute, aus Sicht einer Lehrenden, finde ich das System klasse. Es ist einfach. Alle die interessiert sind, müssen halt einfach nur zu einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit aufschlagen. Alles was gefragt wird, wird von mir beantwortet. Ich habe die Menschen vor mir. Kann mir einen Eindruck von ihnen machen.

Das habe ich also zur Verfügung. Je nach Semester und Hochschule so zwischen 15 und 18 vor Ort Terminen.
Und ein Thema.

Gestaltung eines Seminars am Beispiel “Neue” Medien (ich bin Erziehungswissenschaftlerin) unter Zuhilfenahme von #ldl

Was könnte ich jetzt nicht alles daraus mit #ldl machen. 🙂 Bei meiner nächsten Chance zu machen, mache ich Folgendes.

Startsession

Erzählen und ausprobieren, was #ldl ist, Menschen den jeweiligen Sessions zuweisen. Kurzen Einblick in Thema geben und thematische Unterbereiche anreißen.

Raster der eigentlichen Sessions

  1. Organisatorisches und Unvorhergesehenes (könnte man auch an den Schluss legen bzw. kurze Einheit an den Anfang und kurze Einheit an den Schluss)
  2. Input Studierende: Von mir vorgegebene wiss. Artikel
  3. Aktion Studierende: Praktisches Ausprobieren zu ausgewähltem Aspekt
  4. Reflexion Studierende: Eigene Haltung zur spezifischen Thematik unter Bezug auf 2.

15-18 thematische Bereich für die jeweiligen Sessions

In den 15 – 18 Sessions möchte ich bestimmte Aspekte fokussieren, und bezogen auf diese Aspekte über die Bereiche 2-4 oben vertiefen. Jedenfalls müsste dem Seminar eine rote Linie zugrunde liegen. Evtl. ein einführendes Werk der Medienpädagogik, vielleicht Süß, Lampert, Wijnen (2010)… oder vielleicht doch den Marotzki, Meder (Hg.) (2013)? (Amazon Affiliate Links). Welche Aspekte könnte man daraus extrahieren? Ein paar Beispiele.

  1. “Neue” Medien? – Annäherung an einen unscharfen Begriff
  2. Medienkompetenz
  3. Digital Natives?!?
  4. [gestalten nach Interessen der Teilgeberinnen]
  5. Ausgewählte Empirische Forschungsergebnisse
  6. Haltungen und Positionen
  7. Medienpädagogik gestern, heute, demnächst
  8. [gestalten nach Interessen der Teilgeberinnen]
  9. Ausgewählte konkrete und aktuelle Beispiele
  10. Umgang mit Medien – Kontrolle des Zugangs
  11. Umgang mit Medien – Prosument werden, Prosument sein
  12. [gestalten nach Interessen der Teilgeberinnen]
  13. Umgang mit Medien – Nutzung und Reflektion
  14. Medienpädagogik… in der Schule
  15. Medienpädagogik… in der Hochschule
  16. [gestalten nach Interessen der Teilgeberinnen]
  17. Medienpädagogik… in der Weiterbildung
  18. Noch einmal: Schlüsselbegriffe

Letzte Session

Exklusiv dem gewidment, wie die Prüfung abläuft, was die Anforderungen an Bestehen (und gut sein) sind; es sollen keine organisatorischen oder sonstigen Unsicherheiten auf Studierendenseite bleiben.

Prüfungsleistung

Noch zu überlegen. Evtl. Entwicklung eines didaktischen Konzeptes unter Einbezug von “Neuen” Medien. Dabei Diskussion der Chancen, Herausforderungen und möglicher Hindernisse.

#ldl hat mir tatsächlich wieder Lust auf Lehre gemacht. Wer hätt’s gedacht.

Eure @mons7 🙂

Lehren und von der Kunst des “Meisterpushens”

Der #ldlmooc ist rum. Zum Schluss gibt es, wie bei vielen Veranstaltungen, noch einmal eine Runde, in der Wertschätzung ausgesprochen wird, dem einen oder anderen ein Danke zugeworfen. Weil wir seinen/ihren Beitrag eben schätzen und deshalb wertschätzen wollen. Eine Person, die viele von uns wirklich angestoßen, motiviert, weitergebracht, ermutigt hat, ist Jean-Pol Martin. Seines Zeichen auch gleichzeitig Begründer von #ldl.

Dies drückt sich beispielhaft, aber auf den Punkt treffend, im Tweet von Peter Ringeisen aus. Der dehalb auch schon vielfach retweetet, weil so einigen aus dem Herzen sprechend.


Was aber meinen wir mit “Meisterpusher”, was ist das für ein Verhalten, Tun, das uns da so bedankenswert erscheint? Können wir es eventuell nachtun, in unseren eigenen Lehr-Lern-Settings? Zwar nach unserer Facon, aber angeregt und inspiriert davon? Ich versuche die Gabe des Meisterpushens einmal in kleinere Einheiten zu zerlegen.

Bildschirmfoto 2014-06-20 um 22.37.02

Meisterpushen ist (auch)

1. Präsent sein/Präsenz zeigen

Wie auch immer man das macht, ohne dem Burn Out zu erliegen. Wahrscheinlich vergleichbar mit Professoren und Professorinnen an der Uni. Da gibt es solche, die einem immer mal wieder über den Weg laufen. Und andere, die man – obwohl aus dem gleichen Fachbereich – höchstens als Namen auf der Telefonliste kennt. Ersteren vertraut man natürlich eher mal, spricht sie eher an, arbeitet auf den kurzen Wegen zusammen. Analoges gibt es wohl auch im Netz. Da kommt einem immer mal wieder ein Tweet unter. Man bezieht sich in einem Blog-Post aufeinander. Läuft sich vielleicht auch mal bei einer Offline-Veranstaltung über den Weg. Je öfter diese kleinen Begegnungen, desto eher und mehr hat man das Gefühl der Präsenz einer Person im Netz. Verstärkt wird das auf jeden Fall über ähnliche Interessen- un Erforschungsgebiete.

Jean-Pol war während des #ldlmooc (und auch schon davor) auf jeden Fall präsent! Wahrnehmbar, ansprechbar.

2. Potentielle Teilgeberinnen direkt ansprechen

Dass diese Direktansprache funktioniert, kennen wir von offline. Diese Direktansprache wird versucht maschinell zu imitieren z.B. über MOODLE, wenn man sich erstmals in einen Kurs einschreibt und dann diese lieblose Mail kommt, man solle doch bitte ein Profilbild hochladen. Damit man besser zusammenarbeiten könne. So in der Art. Aber das ist etwas anderes.

Etwas anderes, als wenn Herr Larbig oder der Tastenspieler einen im #edchatde begrüßt. Nämlich so, dass man gemeint ist. Mit kleinem Hinweis auf Gemeinsamkeit oder kürzliches Ereignis, auf etwas, das einen gemeinsam beschäftigt. Kaum wahrnehmbar für Menschen, die beide Seiten nicht kennen. Aber wahrnehmbar dennoch die Intention. Ich meine DICH. Du bist ein wertvolles Mitglied unserer Community. So bestärkt legt man sich in den kommenden 60 Minuten doch maximal ins Zeug.

Oder wenn einer der beiden fragt, ob man denn nicht einen #edchatde Summer Special übernehmen mag. Vorher hat man sich (ich mir) vielleicht schon mal gedacht, oh, das würde mich auch interessieren. Aber noch nicht gehandelt. Das Handeln wird durch das Ansprechen wie aktiviert/angeschalten. Es funktoniert. Weil es ehrlich gemeint und von Herzen (und nicht einer Maschine) kommt.

Direktansprache, die funzt, das ist, wenn ein @mschaki die @mons7 fragt, ob sie nicht die Twitter-Fee im #ldlmooc sein mag. Aber das ist eigentlich Aspekt 3.

3. Aufgaben vergeben/anfragen

So ein Lehrender, der (noch) ganz auf Produktion, Verteilung, Aufbereitung von Content geeicht, hat unglaublich viel zu tun. Kommen jetzt andere Aufgaben in Zusammenhang mit dem Social Web noch dazu, ist das m.E. nicht mehr zu schaffen. Deshalb müssen die Aufgaben auf die Teilgeberinnen verteilt geben. Was auch sein Gutes hat, denn – ganz im Sinne von #ldl – komme ich als Teilgeberin dann aus meiner passiven Rolle heraus. Ich schaue nicht mehr Fernsehen, sondern ich gestalte mein Lernen und das meiner Mitlerner mit!

Ich kann als MOOC-Macher nicht auch noch die Twitter-Fee sein. Finde eine Twitter-Fee. Und schenke ihr damit ein Lernabenteuer! Danke Marc. 🙂

4. Roten Faden “verteidigen”

Wenn aber die Teilgeberinnen aktiv werden. Aufgaben annehmen. Vielleicht sich eigene Aufgaben stellen. In ihre eigenen Richtungen diskutieren. Dann braucht es auch wieder jemanden, der “die Spur”, die wichtigen Teile des Inhaltlichen, das Relevante kennt. Und alle wieder zurückbringt, von den Abwegen ins Zentrum lockt. Sozusagen den roten Faden verteidigt. Wenn ihr wisst was ich damit sagen will.

5. Produkte weiterteilen

Entlang dieses roten Fadens (und auch in Nebenbereichen) gibt es – hoffentlich und dieserlei viele -Artefakte. Artefakte von Teilgeberinnen. Artefakte von gerade vorbei Kommenden. Artefakte von irgend jemandem. Teile die weiter, wenn Du sie gut findest. Und die meisten sind meinstens ziemlich gut!

Und die teilt ein Meisterpusher wie der @jeanpol in sein riesiges Netzwerk mit einigen Kommentaren zum Kontext weiter.

6. Provozieren

Gibt es nichts zu teilen, dann kann man das Teilen durch Provozieren anregen. Wie der @jeanpol dann und wann auch kann. Und das hat er garselbst zugegeben, in einem der #ldlmooc Hangouts on Air, dass er die Kontroverse mag. Und das vielmehr als Langeweile oder kein Geschehen. Was dem noch kommenden Punkt Nr. 7 ja schon irgendwie widerspricht. Oder doch nicht?

7. Zurücktreten und geschehen lassen

Insofern nicht, als man das ab und zu machen kann. Also geschehen lassen. Z.B. hat auch Jean-Pol in einer Endphase des MOOCs und auch einmal zwischendurch sich ganz stark und bewusst zurückgenommen. Um die Teilgeberinnen atmen zu lassen. Um sie machen zu lassen.

Und nicht nur das ist ihm gelungen.

Danke auch von mir

m

 

 

Von der Verschmelzung der Welten

Gestern war ich zu Gast an der FH auf einer gar förmlichen und formvollendeten Preisverleihung. Kein Thema – eigentlich – das geeignet um auf der Lernspielweise aufgegriffen zu werden. Da es hier ja eher um Lernen und Bildung in deren Ausprägungen und Entwicklungen durch und ins Virtuelle hinein geht. Beobachtungen sozusagen des Einswerdens als getrennt konstruierter Welten. Aber genau von solcherlei durfte ich gestern Teil werden.

Was für ein Preis?

Es handelt sich um den Innovationspreis des Fördervereins der FH Frankfurt. Und den hat dieses Mal gekriegt Prof. Dr. Zöller-Greer. Für? In meinen Worten… individuelle Betreuung der Studierenden in seiner Lehre. Und zwar via online.

Welches Setting? (Also der Veranstaltung)

Im Grunde war alles ganz normal. Der Präsident sprach. Und ein Laudator auch noch. Mit recht interessantem Inhalt. Vielleicht nicht ganz passend auf den, der hochgefeiert wurde. Aber das gibt’s ja oft. Das wirklich Interessante dabei, dass der  Hochgelobte via Adobe Connect dabei. Genau so, wie er lebt und lehrt. Adobe Connect für diejenigen Anwensenden im Großen und Ganzen unbekannt. Und deswegen so neu und interessant. Und so unspektakulär nebenbei. Aber dafür umso durchschlagender.

Der Meister der Verschmelzung

online

Der Meister der Verschmelzung war in der Tat der Preisträger selbst. Zunächst hat er alles unauffällig mitverfolgt. Seine Widerrede gegen die Dankensrede war so erfrischend, so auf jeden Einzelnen von uns direkt bezogen, dass wir einen Eindruck davon bekommen konnten, wie sich jeder Student fühlen muss, der so angesprochen. Ich bin gemeint.

Und dieses ich bin gemeint hat sich fortgesetzt in individuellen Einzelgesprächen nach dem offiziellen Teil, die die Anwenenden nach und nach noch führen wollten. So ganz persönlich. Als Einzige/-r vor der Kamera, ganz face to face mit dem Preisträger. Ein noch intensiveres Erlebnis. Für jeden Einzelnen.

Ein einziger Wehrmutstropfen jedoch bleibt. …

Was online dann doch nicht geht

Das ist der Wein und das Buffet. Und die Offline-Menschen zum Anfassen. Und dreierlei habe ich persönlich genossen. Und wirklich genossen.

Auf dass ihr euren Abend genießet, on- oder offline…

Eure m

Wer wie was? Wieso weshalb warum? – Eine kleine Einführung ins Bloggen

Bildquelle. Freitag in acht Tagen habe ich die große Ehre und das Vergnügen, für ein Stündchen eine Einführung ins Bloggen zu geben. Herüberkommen soll dabei folgenderlei:

A. Was ist das denn eigentlich, ein Blog, und was macht man denn da, wenn man das tut, bloggen?
1. Die ewig währende (Streit-)Frage: DER oder DAS Blog?
Beruft man sich auf die Herkunft des Wortes (von World Wide Web + Logbuch), liegt natürlich das DAS näher, der Duden erlaubt mittlerweile großzügigerweise beiderlei. Von allgemeiner Akzeptant der Regelung des “alles geht” sind wir allerdings noch mittelweit entfernt.
Welcher Artikel ist Deine Präferenz?

2. Zum Punkt. Die Standard-Definition ist ja die in regelmäßigen Abständen aktualisierte Webseite, das Neueste immer oben, mit Zeitstempel versehen und sowohl als Ganzes als auch die einzelnen Beiträge dauerhaft durch eindeutige URLs im Internet wieder auffindbar. (Siehe (auch) hier).
Fragen/offene Punkte, die sich mir hier aufdrängen:
– Wie regelmäßig ist regelmäßig? Welche Rolle spielt die Frequenz?
– Macht es einen Unterschied, ob ich alleine schreibe oder als Gruppe?

3. Die Rolle DER Technik
“Die Technik” ist m.E. beim Bloggen schlichtweg irrelevant. Zur Demonstration dieser These könnte ich innerst eineinhalb Minuten ein WordPress-Blog anlegen.
Habt ihr zur Rolle der Technik eine konträre Meinung?

4. Warum tue ich das überhaupt? Und das immer wieder? (plus wie viel “Bewerbung” braucht ein Blog, wie viel verträgt’s?)
Was ist eure Motivation bzw. sind eure Motivationsbündel immer wieder anzufangen/weiterzumachen? Meine Motivation hat sich immer mal wieder verändert, was sich u.a. in der Verabschiedung von zwei Plattformen und letztendlich heimisch werden bei und mit WordPress geäußert hat. Zunächst war es (damals noch anonym) das überhaupt äußern von Gedanken. Von Überlegungen, die in meinem direkten Umfeld als entweder absolut uninteressant oder noch schlimmer inakzeptabel empfunden wurden (Plattform: diary-z).
Später begehrte ich inhaltliche Kommentare von Menschen, die sich mit gleichen Fragestellungen zur gleichen Zeit auseinandersetzten (blog.de). Diese begehre ich immer noch und die sind aus euch gar nicht so leicht herauszulocken – nur mal am Rande bemerkt.
Schließlich hat so etwas wie eine Professionalisierung meiner Schreibe stattgefunden (auch wenn diese – zugegebenermaßen – immer noch höchst subjektiv daherkommt). Das brachte dann den Umzug nach wordpress.com mit sich (ich bin immer noch dem @ralfa zu Dank für den entscheidenden Hinweis verpflichtet). Reputation rückt jetzt so langsam in den Vordergrund. Ich möchte die sein, die sich im weitesten Sinne mit “Digital Learning” befasst. [Wer wollt ihr sein?] Um Reputation zu erlangen bedarf es natürlich einer verständigen Leserschaft, eine, die sich für ähnliche Inhalte interessiert und die einen immer wieder anstachelt, weiterzudenken. Und sich vielleicht auch anstacheln lässt, Kritik zu üben. Und die findet einen nicht von alleine. M.E. geht es ohne “Teaser” nicht. Ich denke am ehesten locke ich euch via Twitter hierher, ein paar werden sich noch von Facebook her verirren, von Google+ kann ich mir schon nicht mehr vorstellen. Mit Sicherheit weiss ich es allerdings nicht. Sagt ihr es mir! (Vielleicht sollte ich dem mal nachgehen).

B. Was bedeuten denn solch ominöse Begriffe wie …
RSS?
Trackback?
Pingback?
Blog vs. Online Journal?
TagCloud?
Kategorien vs. Tagging?
Blogroll?
Blogparade/Blogcarnival?

C. Welche interessanten Blogs gibt es denn so und wie finde ich die für mich interessanten?
Um Blogs zu finden, die mich interessieren, muss ich erst einmal explizieren, was es denn ist, das mich interessiert. Hier werde ich ein paar Interessensgebiete der Zuhörerinnen abfragen und dann spontan nach Blogs dazu fahnden. Aber… wie finde ich denn jetzt Blogs zu Interessengebieten, die mich vielleicht so was von gar nicht interessieren?
1. Blog-Suche via Google
2. Und doch nicht so ganz sinnfrei: Die Blogroll.

Habt ihr weitere Suchstrategien auf Lager/parat?

Habe ich etwas Grundlegendes, das zum Bloggen zu erzählen obligatorisch ist, vergessen?
Habt Ihr Präsentationen/Schungungsunterlagen/Handouts für mich, von denen ich mich inspirieren lassen könnte?

Es freut sich wie immer königlich über Kommentare

m
[to be modified]

#ocwl11 – oder (wie) funktioniert ein MOOC unter institutionellen Rahmenbedingungen?

Die @dieGoerelebt hat ja bereits bloggenderweise vorgelegt und den Startschuss gegeben. Und damit gleichzeitig einen umfassenden Überblick über das didaktische Konzept des (meines Wissens) ersten MOOCs unter institutionellen Rahmenbedingungen bereitgestellt.

Exkurs: Nochmal schnell, was war das noch, so ein MOOC?
MOOC steht für ausgeschrieben Massive Open Online Course, hier gibt’s das Video dazu, was sich strukturell dahinter versteckt. Nochmals in Kürze: Jeder darf mitmachen. Lernziel und Einsatz bestimmt die Teilnehmerin individuell für sich. Thema und erste Quellen werden vom Veranstalter als Input bereitgestellt, ebenso wie ein zusammenfassender regelmäßiger Newsletter. Als Schmankerl dienen Live-Events mit ausgesuchten Experten, die der sich gebildet habenden Community (im Idealfall) Rede und Antwort stehen.

Aber widerspricht sich das nicht, so ein MOOC und/unter institutionelle/n Rahmenbedingungen?
Jein. Ja, im hochschulinstituionellen Kontext bestimmt jeder sein Lernziel selbst. Nicht. Und ein paar andere Aspekte auch. Nicht. Aber der Abgleich ist (schon wieder) ein eigener Artikel wert. Aber. Ist nicht alles Rezipieren eine Neukreation? Will sagen, setzt sich ein was auch immer im Nächsten fort, beinhaltet dies per se eine (Neu-)Interpretation. Also warum nicht dem MOOC im institutionellen Kontext (s)eine Chance geben.

Zu meiner Rolle
Da war ich gerade noch am Überlegen …. OB… denn ein MOOC überhaupt auf ein Hochschul-Setting übertragbar sei ….. und FALLS, ja falls, WIE denn das gehen könnte …. da hat der @moskaliuk auch schon das erste Experiment an der Uni Tübingen gestartet. Den #ocwl11. (Sie sind halt experimentell, die Psychologen). (Für mich) Glücklicherweise ist der Kurs folgendermaßen gestrickt, wie die @dieGoerelebt hier so aufschlussreich beschrieben hat:

Die Studierenden legen in ihrer Offline-Seminarsitzung vor und diskutieren entlang der vorgegebenen Literatur (die zum Teil auch open online zur Verfügung steht) das Thema der jeweiligen Einheit. Im Anschluss daran schreiben einige eine Art Protokoll und stellen dieses im Kurs-Blog zur Diskussion. Jetzt sind die Online-Teilnehmer/innen außerhalb der Uni am Zug – eigentlich nicht erst jetzt, denn auch sie hatten bereits die Gelegenheit, die empfohlene Literatur zu lesen und sich bloggend auseinander zu setzen. Doch spätestens, wenn die Studierenden sich netz-öffentlich zu Wort gemeldet haben, beginnt der Open-Online-Teil, für den es eine gesonderte – virtuelle – Präsenzveranstaltung gibt, und zwar immer am Montag eine Woche nach der Offline-Veranstaltung (s. Beschreibung der Struktur).

Begeisterte Patinnen reagieren dann, so der weitere Plan, mit einem Blog-Post, twitternderweise, onlineartig auf das im Blog von den Studierenden verfasste Protokoll. Ihr dürft mich “die Patin” nennen. 😉 Und Patin ist man für ein bestimmtes Thema.

Zu meinem Thema
Die Wissensspirale. Ohne eine Idee davon zu haben, was es denn mit dieser Wissensspirale auf sich habe (jetzt schon, denn ich habe ja mittlerweile den Input (s. in der verlinkten Quelle unten) dazu gelesen – dazu in einem gesonderten Artikel mehr), hat mich dieser Begriff gleichsam magisch angezogen. Angezogen deshalb, da er in mir eine wertvolle Erinnerung hervorgelockt hat, eine der wenigen meiner tristen Schulzeit.

Exkurs: So gut wie alles was da – aus meiner Perspektive – von Statten ging während meiner Schulzeit, wirkte auf mich … schlicht und einfach nutzlos. Deshalb entwickelte ich (m)eine Strategie, möglichst schadlos davon zu bleiben: auf bessere Zeiten zu warten und sich unauffällig/angepasst zu verhalten. Ganz selten, wenn mir jemand einen (Meta-)Erklärung lieferte, gab es einen Funken, ein Hoffnungsschimmer. Eine solche lieferte ein frischgebackener Referendar, als wir unvermittelt in Mathematik mit den netten Zeichnungen aufhörten (warum nur?), um mit Zahlen(spielen) fortzufahren. Die (damalige) Erklärung: Die Mathematik sei in allerlei Bereiche aufgeteilt, einer davon Geometrie, ein anderer Algebra benannt. Jedes (Schul-)Jahr durchschreiten wir diese Bereich, nur eben auf höherem Niveau. Wie auf einer Wendeltreppe. Stellt es euch vor, wie eine Wissensspirale. Und seither ist der Begriff der Wissensspirale mit dem Gefühl der Erkenntnis, der Freude, des Gefühls, dass da vielleicht doch eine Idee, ein Sinn hinter diesem ganzen Schulleid stecke, belegt. Wie kann ich da anders, als mich für die Wissensspirale als Patin zu bewerben?

Mein ureigenes Forschungsinteresse dabei
Und manchmal – in ganz schwachen Momenten – befürchte ich, dass Bildung und lustvolles Lernen gar ganz und gar dem Administrativem/dem Verwalten (auch) an der Hochschule gewichen sind. Dass zwar noch Bildung draufsteht, aber Administration drin ist. In der Hoffnung, dass ich in solchen Momenten (ganz) falsch liege, starte ich meine (teilnehmende) Beobachtung.

Und? Seid auch ihr mit dabei?
Es werden noch weitere Patinnen gesucht. Und Retweeterinnen. Und Mitmacherinnen.

Macht’s gut bis auf Weiteres
die monsi.