Wie kommen wir als Lehrende überhaupt darauf, in und mit SN zu lehren?

Vorab.

Nicht beantwortet werden hier folgende Fragen, die allerdings sehr interessant wären, diese im Blog auch mal aufzugreifen.

  1. Was ist das eigentlich, so ein Social Network?
  2. Welche didaktischen Konzepte gibt es schon, in denen Social Networks eine Rolle spielen?

Vielmehr geht es hier um meine eigene Motivation, für meine Lehre ein didaktisches Konzept zu entwerfen, in dem ein SN eine Rolle spielt. Meine noch unfertigen Gedanken dazu im Folgenden.

MOODLE wird langweilig, ich brauche eine neue Herausforderung

Nachdem ich MOODLE in- und auswendig kannte, Grenzen erforscht, manches auch verworfen habe, weil darin m.E. zu umständlich realisierbar, wollte ich zu neuen Ufern streben. Da kamen mir meine privaten Erlebnisse im und mit dem Web 2.0 gerade recht. Konnte ich die eventuell für die Lehre nutzbar machen, wenn ja, wie? Ich wollte wieder etwas Aufregung in mein Berufsleben bringen.

Ich will dort sein, wo “meine” Lerner sich ohnehin herumtreiben

Wenn ich mir die Zugriffsstatistiken auf meine MOODLE-Kurse betrachtet habe, so fiel mir immer auf, dass es Zeiten gab, da ging gar keiner rein. Hohe Zugriffszahlen gab es meistens so einen Tag bevor die nächste Vorlesungseinheit anstand. Man braucht als Lerner also anscheinend einen gewissen Impuls, um mal schauen zu gehen. Eine Mail übers Nachrichtenforum. Oder man will sich halt zeitnah vorbereiten auf die nächste Stunde.

Auf Facebook aber bin ich ständig zugange. Dies, da ich – ich rede jetzt mal aus vorgestellter Lerner-Sicht – eine App auf meinem Smartphone habe. Da ich mich über Treffen etc. mit meinen realen Freunden darüber koordiniere.

Mein Gedanke also… warum nicht dort sein, als Lehrende, wo sich die Lerner offensichtlich wohl fühlen? [Nachteil: Man wird übergriffig. Kommt mit etwas (vllt.) unangenehmen daher, dringt in als privat gefühlten Ram ein.]

Ich möchte, dass meine Lerner eine aktivere Rolle in ihrem Lernsprozess einnehmen

Ich war just und gerade beim #edchatde zum Thema Lernen durch Lehren #ldl. Und da kam das auch irgendwie wieder durch, was mir so am Herzen liegt. Was ich als Lerner dann und wann erfahren. Dann, wenn ich gefordert war, mich zu erklären, zu lehren, dann war ich gut. Gut vorbereitet. Gut in der Präsentation. Gut, weil ernst genommen. Gut, weil ich wusste, das bringt den andern jetzt auch was. Ich möchte als Lerner einfach beitragen. Und ich kann das auch.

Und diese aktive Rolle möchte ich meinen Lernern gönnen. Und… fordere sie auch ab. Tut mir leid. Das macht auch ein bisschen (mehr) Arbeit 😉

Ich interagiere lieber mit Avataren, die nicht alle gleich aussehen

Egal auf welcher MOODLE-Installation ich mich herumtreibe, mir fällt immer gleiches sofort ins Auge. Nur ganz wenige von denen, mit denen ich interagieren möchte, die haben ein Bild von sich hochgeladen, oder irgend etwas, das sie anders aussehen lässt für mich, als alle. Das sind sozusagen die Eierköpfe auf Twitter. Aber auf Twitter laden die flugs doch noch was hoch, was sie von anderen unterscheidet (oder steigen ganz aus), in MOODLE aber,… leben Kohorten von Schülern und Studierenden ganz gut, ohne.

Für mich macht es das aber ganz schön schwer. Weil ich … nun ja, mir kein Bild von den Menschen machen kann. Es ist leichter, Geschriebenes – zumindest für mich – mit einem Bild zu verbinden, um nächst Geschriebenes wieder demselben/derselben zuordnen zu können. Bin nur ich so?

Ich möchte, dass alle von allen profitieren

Während meines Studiums hätte mir schon mal geholfen, wenn ich – nur zum Vergleich – mal die Hausarbeiten der Kommilitoninnen hätte einsehen können. Aber leider kannte ich nicht so viele Studierende, … und dann ist es ja auch nochmals ein Schritt des Vertrauens gewesen, die eigenen Elaborate der anderen zu zeigen. Was wäre es dahingehend eine schöne Welt (gewesen), hätte ich in viele davon Einsicht nehmen können? Abkupfern wäre ohnehin seinerzeit nicht gegangen, da jede Hausarbeit ein eigenes Thema hatte. Immerhin wollte der Dozent inhaltsmäßig auch was von unserer Arbeit haben. Leider nur er.

Das kann – oder könnte – heute anders sein. Wir werden angeregt unsere Artefakte in die Runde zu werfen. Bekommen dafür Feedback. Und die anderen Input. Im Idealfall ersteres ehrlich und wertvoll, zweiteres bereichernd und inspirierend.

So könnte jede von jedem profitieren. Und umgekehrt.

Ich möchte, dass die Lernenden stolz auf ihre Produkte sind

Auf meine letztendlich abgegebenen Hausarbeiten… und später insbesondere meine Magisterarbeit war ich schon stolz. Aber erst, als ich sie gebunden, also als Buch, in meinen Händen hielt. Können wir vielleicht vor diesem letzten Artefakt, das Produkt vieler Jahre an Zwischen-Ergenis-losem Lernen, mehr Anlässe schaffen, Artefakte zu schaffen, die man öffentlich ausstellen kann. Und auf die man – nicht nur, aber auch – wegen dieser öffentlichen Wahrnehmung stolz sein kann.

Dies alles waren Gedanken, die mich auf die Spur brachten, vielleicht Social Networks in meiner Lehre zu nutzen.

Was hat euch darauf gebracht? Warum glaubt ihr, dass Lehre in und mit Social Networks für eure Lehre bereichernd sein könnte?

fragt m

Zur #sooc13 Blogparade: Bloggende Dozentinnen – vom Tun, von den Gründen, von den (Aus-)Wirkungen

Vom Anlass

Anlass dieses Artikels ist eine meiner Leidenschaften. Eine Blog-Parade. Und zwar jene ausgerufen von Anja Lorenz, im Rahmen des #SOOC13, “Hilfe, mein Prof blogt!

Liebe Professoren, Dozenten, Universitätsmitarbeiter…: Warum blogt Ihr eigentlich?

Vom Tun

Zunächst eine Einschränkung. Ich bin offiziell nur 2 Wochenstunden Dozentin.
Und auch gleich zur nächsten Einschränkung beziehungsweise Einordnung vorab. Ich blogge *nicht* in meiner Rolle als Dozentin bzw. im Rahmen meiner Lehrtätigkeit. Vielmehr als Mensch Monika perspektivisch auf meine Leidenschaft Bildung und Lernen bezogen.

Was jedoch nicht heißt, dass ich meine Lehre beziehungsweise Sachverhalte rund um die Lehre nicht (ganz gelegentlich) zum Thema mache. Beispiele gefällig?

“Sie Arschloch!”

Sie oder Du in der Lehre, das ist z.B. hier die Frage. Und diese hat ganz schön Resonanz erzeugt, immerhin über 30 Kommentare finden sich unter dem Post, das Thema in der Tat ein Dauerbrenner. Während es hier um die Beziehung zwischen Studierenden und mir, also unseren Umgang miteinander geht, geht es aber in anderen Posts auch um Inhalte oder Formate.

Krise in neuem Format

Hier z.B. habe ich Format und Inhalt einer Lehrveranstaltung vorgestellt, die ich auch zweimal an der Fachhochschule mit abgehalten habe.

Von den Gründen

Beiträge dieser Arten sind aber – wie gesagt – eher selten. Da ich also mitnichten aufgrund meines Dozenten-Seins blogge, so müsste die Frage nach meinen (geheimsten) Gründen des Bloggens an sich lauten. Und obwohl ich mich das durchaus regelmäßig frage, bin ich mir über meine ureigenste Motivation es zu tun und immer wieder ganz und gar nicht sicher. Es wird wohl ein ganzes Bündel von Gründen sein. Ohne Gewichtung und Priorisierung mal mindestens folgende.

  • Freude am Tun/Lust am Schreiben
  • Hoffnung auf Austausch
  • Einübung von Argumenten und knackige Darstellung von Sachverhalten
  • Gewohnheit

Von den Folgen/(Aus-)Wirkungen

Wer liest so was nun eigentlich? Ohne, dass ich meine Leserschaft groß auswertete (NOCH nicht 😉 )… stelle ich mir euch folgendermaßen vor.

*Blog-lesende Studierende?*

Habe ich wohl keine. Also zumindest keine, die bei mir in der Vorlesung säßen. Und sollte es den einen oder die andere doch geben, so hat er oder sie sich jedenfalls nicht zu erkennen gegeben.

Was ich aber auch verstehen kann.

*Die Peer-Leserin!*

Ohne es zu wissen, lediglich zu vermuten, denke ich meine Leserinnen sind Peers im weitesten Sinne. Menschen, die aus ähnlichen oder auch andern Kontexten kommen, sich aber für ganz Ähnliches interessieren. Mit denen ich auch in meinem frequentiertesten sozialen Netzwerk – Twitter – zu tun und zu schaffen habe.

*Von Zielgruppen im Allgemeinen*

Ich schreibe auf niemanden hin, sondern aus mir heraus. Das mag marketing-technisch ein Fehler sein, macht aber Spass. Es gibt mir die Freiheit nach Gusto meine Themen, meinen Stil, meine Frequenz der Postings zu verändern.

Fazit

Ich bin gar keine bloggende Dozentin, ich bin ein bloggender Mensch, der sich für Lehren und Bildung, innovative Formate, eLearning und innovative Formate interessiert. Und dementsprechend fallen auch meine Begründungen aus.

Und zufälligerweise bin ich eben auch noch Dozentin. 😉

Eure mons7 (aka Monika E. König)

Bloggen, twittern, lesend recherchieren…. lohnt der ganze Aufwand überhaupt?

Bildquelle.

Kürzlich in fröhlicher Runde beim Sonntags-Kaffee. Jeder erzählt aus seinem Leben, was ihn so betrifft, betroffen macht, beschäftigt und erfreut hat, die vergangenen Tage. Ich erzähle – wer mag mir’s verdenken – von euch. Von #howtomooc, dem #mmc13 und meinen sonstigen virtuellen Freu(n)den. Es dauert nicht lange, bevor die Frage aufkommt, was ich daran (an euch) denn verdiene. Wo ich doch soviel Arbeit in meine Online-Aktivität stecke.
Die Antwort ist schnell gegeben: Nix.

Die Frage *dahinter* bleibt jedoch.

Warum tue ich das?

Wenn es kein Geld ist, warum tue ich das? Ist es eine Frage der Ehre? Der Spass, ein sonstiger Vorteil für derzeitige oder zuküftige Erwerbsarbeit? Obwohl man sich selbst da nicht immer zur Gänze durchblickt, versuche ich einen Einblick in meine ureignen Motivationen zu geben. Dies insbesondere dehalb (Motivation für Offenlegung meiner Motivation 😉 ) um die eurige in Erfahrung zu bringen.

Alles für die Ehre

Oder Neuhochdeutsch: Im Namen der Reputation. Ich freue mich außerordentlich, so jemandem mein Name einfällt, wenn es z.B. darum geht ein Lehr-Lern-Szenario zu entwickeln, das Microblogging einbezieht, um öffentliches Lernen zu praktizieren, … oder um Lernen im Rahmen von MOOCs.

Wobei die Ehre nicht der erste und bei weitem nicht einzige (An-)Treiber.

Einfach weil es Freude macht

Aber das darf man ja eigentlich gar nicht zugeben. Dennoch und kurzum, es ist genau so und das: Es macht mir Freude, Quellen zum Thema Lernen, Bildung, Hochschule und Weiterbildung im Internet ausfindig zu machen, zu lesen, zu rezipieren, zu kommentieren …und auch noch kommentierend weiterzuverbreiten. Es bereitet mir große Freude, mich über diese Inhalte auszutauschen und zu streiten. Und ich mag es, begründet durch diese Funde, Text und Nachdenkereien in Form von Blogposts zu verfassen, die wiederum Grundlage für ein Weiterdenken und -suchen sind. Sozusagen Belohnung im Hier und Jetzt, auf persönlichste Art. Und/aber was ist mit dem Business?

Boost für aktuelle Arbeit

Twitter ist jedoch dadurch mitnichten reine Zeitverschwendung, sondern gibt mir mehr als zu einer Gelegenheit einen Boost an meinem derzeitigen Arbeitsplatz.
Beispiele gefällig?

  • Habe ich eine spontane Moodle-Frage, so poste ich diese in 140-Zeichen mit einem #followerpower dahinter (anstatt stundenlang Foren und FAQs zu durchforsten). Dann lehne mich zurück und widme mich einer anderen Aufgabe. Meist schon 10 Minuten später wird mir die Antwort bequem via @reply angeliefert, ganz oft noch mit einem entsprechenden Link in ein Forum hinein oder zur entsprechenden Antwort zur FAQ.
    An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an alle hilfreichen Moodle-Experten in meiner Timeline. Ich weiss euch und eure Hilfestellungen sehr zu schätzen.
  • Die neue Version von Moodle (und deren Tücken) war mir schon vor Einführung bekannt, da in der Timeline erwähnt, diskutiert, Lösungen und Work-arounds dafür gefunden.
  • Über Twitter halte ich mich auf dem Laufenden über Neuigkeiten und Bewegung in der Hochschullandschaft (und nicht nur der) zu didaktischen Innovationen (oder es sind eher Versuche, die zu solchen auswachsen können).
  • Für meinen Job relevante Veranstaltungen kann ich nicht mehr verpassen. Sie poppen zum Anmeldezeitrahmen in der Timeline auf… und dann wieder kurz vorher, wenn die jeweilige Veranstaltung ansteht.
  • … und vieles mehr.

Training für zukünftige Arbeit

Nichts ist für ewig, auch Stellen im öffentlichen Dienst sind zur Zeit befristet. Da lohnt es sich zwar nicht Wissen auf Halde zu schaffen, aber bestimmte … nennt man das Kompetenzen? 😉 – zu entwickeln, die – und zwar egal wo man landet – von Vorteil sind. Was ich von/über/durch euch lerne, was mir für meine zukünftige Arbeit von nutzen sein wird. Und fürs Leben an sich und überhaupt.

  • Andere Perspektiven gelten und sich von diesen anregen lassen.
  • Aus einer Fülle von Angeboten und Anfragen die “Richtigen” mit traumwandlerischer Sicherheit herausfischen.
  • Mit Menschen (im firmeneigenen, aber auch übergreifenden Netzwerk) gemeinsam ein “Projekt” wuppen können.
  • Am Puls der Zeit des eigenen Fachgebietes bleiben und diskursiv beurteilen können, ob für den jeweiligen AG lohnend – oder eher nicht. Apropos Puls.

Im (Flow des) Lernen(s) bleiben

Lese ich im Buch oder Internet (oder der ct) über ein Thema, erfahre ich in gewisser Weise Neues, binde die neuen Infos im Idealfalle in mein zukünftiges Verhalten ein. Sie helfen mir z.B. Routinetätigkeiten anders anzugehen und diese damit effizienter abzuarbeiten. Oder servieren mir Ideen, wie diese gleich ganz überflüssig werden können. Der Effekt ist jedoch meiner Erfahrung nach tiefgreifender, so ich das Neue gar selbst produziere. Wie in Form eines Blogposts unter Einbezug und Verlinkung des zuvor recherchierten. Testet man das ganze dann auch noch an der (Online-)Realität aus, … und liest bei anderen über deren Experimente im und mit dem Netz, fängt das ganze wieder von vorne an. Frau kommt in einen Sog/Flow, … der hoffenlich in einer Spirale nach oben führt (oder aber uns alle in den Abgrund reißt. Aber das wäre noch auszutesten. 😉 ).

Schreiben als Grundbedürfnis

Vielleicht ist es aber auch einfach nur so, dass Schreiben ein Grundbedürfnis von mir ist. Und würde ich nicht online schreiben, so täte ich es in einem kleinen verstaubten Tagebuch, verschlossen mit einem Schlösschen, das des Wortes Schloss nicht würdig ist (denn mein Motto ist auch offline open 😉 ). Einfach nur, weil ich mich schriftlich mitteilen muss.

Und ihr? Warum tut ihr das? Dafür interessiert sich

Eure m

Zur Blogparade: Wie motiviert man Unmotivierte?

Bildquelle. Im Nachgang zum #clc12 und der Session von und zur Blogparade von @Fontanefan meine unstrukturierten aber motivierten Gedanken zum Thema.

Was macht den typischen Unmotivierten aus?

Hier habe ich Beispiele aus vielen meiner Lebenslagen zu bieten. In denen ich von mir denke oder dachte, motiviert zu sein, der oder die andere dies (aus lediglich meiner Sicht) es aber mitnichten ist.

An der Uni waren das die, die die Texte zur Session nicht gelesen hatten (aber dennoch u. U. lautstark mitdiskutierten).

Auf der Arbeit sind das die, die meiner Meinung nach nicht (so wie ich wollte 😉 ) priorisieren können, sondern vielmehr meine Anfrage auf einen Stapel legen mit der Anmerkung “Sie sind dann in 3 Wochen dran” (wenn sich die Sache eh’ erledigt hat).

Das sind die in privaten Zusammenhängen, die antworten… “Ja, das sollten wir echt mal ins Auge fassen”… und sich dann nie mehr rühren und froh sind, dass sich das Gegenüber (also ich mich) auch nicht rührt (rühre). Aber genug der Beispiele. Warum sind die so, wie sie sind?

Die Vielfalt der Gründe für Unmotiviertheit

Und wenn ich es mir so überlege, schien auch ich in der einen oder anderen Situation wohl für mein Gegenüber irgendwie unmotiviert zu sein. Die Gründe seinerzeit sind mir, da es ja in diesen Situationen ich war, die in diesem Zusammenhang als “Unmotivierte” bezeichnet wird, sehr wohl noch gegenwärtig.

An der Uni z.B. hatte ich – man glaubt es kaum – die zugrundeliegenden Texte so gut wie immer gelesen, gleichsam traute ich mich nicht, das Wort zu ergreifen (auch dies zum Glück mittlerweile vorbei und kaum mehr zu glauben. 😉 ). Ebenso ging mir oft das Verständnis für Sinnhaftigkeit der Auswahl der Texte ab. Sie gaben mir keinen Hinweis/Hilfestellung für eine zukünftige Praxis als Erziehungswissenschaftlerin. Und einordnen in ihrer theoretischen Bedeutung für mein Fach konnte ich diese (mangels Überblick über das Fachgebiet) auch noch nicht.
[Anmerkung: Erst (viel) später wurde mir klar, dass
1. meiste Texte dazu dienten, die Fähigkeit zu schulen, auf einer Meta-Ebene zu denken und damit, die Fähigkeit, die eigene Praxis zu reflektieren und
2.  genau das die Herausforderung des Studiums war, mir selbst – also ich alleine – den Überblick, vermittelt über die Bruchstücke, die mir im Studium dargereicht wurden, eben garselbst zu verschaffen. ]

Auf Arbeit wirkte ich vielleicht selten, aber doch an und ab unmotiviert, weil
1. es sich so anfühlte, als werde meine Arbeit vom Gegenüber mitnichten geschätzt.
2. ich mich massiv unterfordert fühlte.
3. ich keinerlei Einfluss auf die Art der Ausführung der Tätigkeit hatte (und im Grunde meines Herzens überzeugt davon war, es gebe eine effizientere/angenehmere/für die Organisation bessere Art der Durchführung).

Privat weiss ich es eigentlich gar nicht so.

Über die Berechtigkeit von Unmotiviertheit

Dieser kleine Perspektivwechsel von mir als Motivierter, die Unmotivierte motivieren will hin zu mir als Unmotivierte legt mir zweierlei nahe:
1. Unmotiviertheit kann vielerlei Gründe haben … und sogar solche, auf die man von außen im ganzen Leben nicht käme.
2. Unmotiviertheit hat aus Sicht des Unmotivierten durchaus eine Berechtigung.

Noch ein kleines anekdotische Beispiel hierzu. Einst, während meiner Ausbildung, fragte ich einen mir absolut unmotiviert erscheinenden Kollegen, warum er denn so wenig auf Arbeit arbeite. Er meinte, er baue gerade ein Haus und versuche sich so viel wie möglich auf Arbeit zu erholen, um abends wieder Steine schleppen zu können.

Aber jetzt zur eigentlichen Fragestellung: Wie motiviert man nun diese Unmotivierten?

Die einzige Antwort, die mir – und auch erst jetzt nach vorstehenden Überlegungen – dazu einfällt ist jene, dass man das jeweilige Individuum danach fragen sollte/könnte. Und dann – aber eben erst dann – überlegen, wie man – gleichsam an der Wurzel – etwas (was auch immer) ändern könnte. Oder aber zu der Entscheidung kommen, einfach abzuwarten. So wie bei meinem Häuslebauer-Kollegen. Den ich Jahre später als hochmotivierten Mitarbeiter wiedergetroffen habe. Wohl u.a. aus Dankbarkeit seinen Kollegen und Kolleginnen gegenüber, die während seiner “unmotivierten” Phase für ihn in die Bresche gesprungen sind.

Einen schönen Restfeiertag wünscht euch

Eure m