#ocwl Eine Lanze brechen für (mehr) Öffentlichkeit in Lehr-Lernprozessen

Bildquelle. Gestern ging er also los, der #ocwl mit einer fulminanten Etherpad-Session, die hier nachzustudieren ist. Teil des Diskurses und des Sich-Finden-Prozesses ein Austausch über Öffentlichkeit von Lehr-Lernprozessen. Bei Öffentlichkeit von Lehr-Lernprozessen handelt es sich ja im Grunde um die Positionierung auf einem Kontinuum, das in seinen Extremen die komplette Abschottung des Kursgeschehens und allem, was damit zu hat, oder aber eine größt möglich verwirklichbare Öffentlichkeitsherstellung darstellt.

Exkurs: Die Rolle von Öffentlichkeit in Lehr-Lernprozessen
Und eigentlich war ich gestern just danach in der Deutschen Nationalbibliothek hinter einer ganz anderen Veröffentlichung her. Doch wie es der Zufall will, habe ich über Hofhues (2010)* geblättert, was mich gleich wieder an den leidenschaftlichen Austausch zu offen, offener, teilgeschlossen erinnert hat, der nicht nur mich nicht wieder gleich losgelassen hat. (Siehe die Beweise hier und hier und hier [letzter Link ergänz am 19.10. 7:29].)
Und was habe ich nun an Erkenntnissen aus dem von @shofhues verfassten Text für euch mit heimgenommen?
Die selbe Meinungsvielfalt, die wir gerade erlebt haben, wird folgendermaßen konstatiert: „Die Meinungen von Studierenden sind im Hinblick auf die öffentliche Sichtbarkeit von Lehr-Lerninhalten allerdings durchaus kontrovers und lassen sich selten lehrgangsübergreifend prognostizieren“ (S. 406). Um sich dem Begriff der Öffentlichkeit anzunähern, zieht sie – gleichsam als Hilfswissenschaft – die Soziologie heran, hier Neidhardt, 1994, S. 8f., der als Funktionen von Öffentlichkeit eine
– Transparenzfunktion,
– Validierungsfunktion und
– Orientierungsfunktion
benennt. Handele es sich bei der Einbindung in die Lehr-Lernsituation um eine virtuelle Öffentlichkeit (wie in unserem Falle), sorge das persönliche sich zu erkennen geben für eine soziale Präsenz, die dafür sorgt, dass „Personen auch im Internet als solche wahrgenommen werden und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten möglich wird (Döring, 2003; Katzlinger, 2007).“

Meine Erkenntnisse daraus

Wir sind „normal“ 😉 (Öffentlichkeits-Diskurs), zeigt euch! (soziale Präsenz ermöglicht Zusammenarbeit) und einige Gedanken zu den drei Funktionen von Öffentlichkeit nach Neidhardt (ohne dass ich weiter dazu nachgelesen hätte – ich kann also u.U. [WARNUNG] ganz anderes in diese Begriffe hineininterpretieren, als vorgesehen).

Transparenzfunktion: Z.B. Was wird eigentlich so gemacht, an der Uni? Ist es gerechtfertigt, für solcherlei gesellschaftlich (diese Höhe von) Budget zur Verfügung zu stellen? Ich selbst war ob der Tiefe und Aufschlussreichheit des Artikels, der als Lesehinweis zur Veranstaltung gegeben wird, für die ich Pate bin, absolut angetan im Übrigen.
Validierungsfunktion: Z.B. Können die (wissenschaftlich generierten) Erkenntnisse überhaupt so stimmen? Sind diese stimmig, als Maßstab angelegt die Lebenswelt des Betrachters? Hier kann ich mich sehr gut an eine meiner letzten Klausuren erinnern, die (wahrscheinlich) vom akademischen her brilliant (na ja, zumindest recht gut) war (Thema: Sexualität und Behinderung), die ich – nach Erfahrungen aus der Praxis – so jedoch nicht mehr stehen lassen kann!
Orientierungsfunktion: Z.B. Was wird von einer Öffentlichkeit (unabhängig von mir) als relevant erachtet? Wie sind die Fragestellungen geschnitten, an denen sich die Gemüter erhitzen? Die einen Beitrag zur öffenltichen Diskussion leisten könnten?

Meine eigene Verortung
Ich bin für maximal erreichbare Öffentlichkeit.

Zum Hintergrund
Diese Öffentlichkeit habe ich mir jedoch über einen längeren Zeitraum „angelernt“. Mein erstes Blog noch führte ich unter dem „Pseudonym“ Marianne (nach Marianne Rosenberg 😉 ), die Plattform gibt es schon lange nicht mehr (diary-z). Auch später habe ich mich noch lange mit Pseudonym z.B. in Webinare eingeklinkt, solange, bis mich mal jemand während eines solchen mit Klarnamen angesprochen hat. (Soweit ich mich erinnern kann, war das der @dunkelmunkel). Dass ich daran nicht gestorben bin ist wahrscheinlich der entscheidende Faktor gewesen, von da an zumindest öffentlich Verbindungen zwischen verwendeten Pseudonymen und Klarnamne herzustellen.
Im Moment fiele mir gar kein überzeugender Grund ein, nicht mit Klarnamen aufzutreten. Da aber alles im Fluss ist, alles beta, schließe ich nicht aus, dass sich solcher auftun könnte. (In diesem Falle werde ich drüber bloggen… zur Not unter Pseudonym 😉 ).

Erkenntnis
Jede Verortung seiner selbst auf dem oben beschriebenen Kontinuum ist i.d.R. durch den je eigenen biographischen Hintergrund bedingt.

Meine Frage an euch
Wo würdet ihr euch verorten – und warum?

*Hofhues, S. (2010) in Mandel, S.; Rutishauer, M.; Seiler Schiedt, E. (Hrsg.): Digitale Medien für Lehre und Forschung. Münster.