Kleiner #minimalismus Happen für zwischendurch. Lisa Pflegers Kochbuch.

minimalistischkochenNicht nur Lernen und Bildung in diesem Internetz, sondern auch eine minimalistische Lebensphilosophie sind/ist meine Leidenschaft/en. Geneigte Leserin erlaube mir deshalb einen kleinen Exkurs in diese meine (auch) Welt. Und dies nicht ohne Anlass.

Ein Buch – meine Inspiration

Bücher waren schon immer meine Inspiration. Bisher jedoch noch kein Kochbuch. 😉 Just heute Morgen ist das von mir am Wochenende bestellte Kochbuch von Lisa Pfleger eingetroffen. Lisa Pfleger, die Autorin, das ist die vom Experiment Selbstversorgung. Und dort vom Blog aus habe ich das Kochbuch auch geordert. Und bin davon wirklich überrascht worden.

Mein minimalistisches Begehr

Denn mein minimalistisches Begehr umfasst nicht nur

a) mich darüber schlau zu machen, wie ich mein eigenes Leben konkret nach dieser Haltung gestalten könnte (Audio-Info z.B. hier im Minimalismus PodCast, oder via Video da bei Mark Ritter),

b) wie ich mich mit Menschen ähnlicher Haltung vernetzen könnte (z.B. über das Minimalismus-Blogger-Treffen im Juli),

c) wie ich konkrete Aspekte meines Lebens dazu angehen könnte (wie hier z.B. über das #projekt333, das ich im Moment lebe), … sondern eben auch,

d) wie ich mit möglichst wenig Zutaten lecker kochen kann (anstatt die Mittagspause in der Kantine zuzubringen). Hier glaubte ich, das Büchlein “Kochen mit bis zu 5 Zutaten” selbst wohl erst verfassen zu müssen. Nicht unter diesem Titel, sondern eben unter “vegan, regional, saisonal” kam mir aber gleichwohl jenes jetzt unter.

Meine Art von Selbstversorgung

Zwar versorge ich mich gemüsetechnisch nicht selbst. Ich habe meine liebe Müh und Not, das kleine Stückchen Garten vor dem Haus auf Vordermann zu halten. Obwohl es mit ein wenig Glück, auch dieses Jahr wieder Zucchini und Kürbisse hergeben wird. Und vielleicht zählen ja auch irgendwie die Kräuter auf dem Sideboard dazu.

Dafür haben wir jetzt nur wenige Meter entfernt – und das ist eine wahrliche Bereicherung der Ecke Frankfurts, in der ich wohne – einen kleinen aber feinen Bio-Laden. Dort kann man sich ganz unverpackt auch mal nur zwei Mohrrüben packen, und auch anderes Gemüse mal eben auf dem Heimweg mitnehmen. Das fühlt sich ja fast wie grade geerntet an. 😉

[Wie schaut’s eigentlich mit euch aus? Organisiert ihr eure Essenversorgung über den Tag eher via Kantine und Restaurant-Betriebe um die Ecke auf Arbeit, nehmt ihr euch was mit, oder esst ihr einfach lieber abends?]

Inspiriert zu was?

Inspiriert hat mich das Durchblättern des Bändchens gleich mal dazu, ein ganz einfaches Abendmahl von früher zuzubereiten. Das zwar nicht im Rezepte-Fundus vorhanden, aber gleichwohl in die Reihe der Rezeptvorschläge passend. Gebackene Zwiebelringe mit Apfelstückchen auf Bauernbrot. So einfach wie lecker. (Auch) das wird es jetzt wieder öfter geben.

Weitere Postings zum Minimalismus

Beim nächsten Mal geht’s wieder #mooc ig weiter, falls das Thema Minimalismus, einfacher leben, Downsizing & Co. in meinem Leben wie in diesem Blog überhand nehmen sollte, werde ich wohl drüber nachdenken, eine eigene Spielwiese dafür aufzumachen.

Schon jetzt ein wunderschönes Wochenende mit Zeit und Muße für eure Leidenschaft(en) wünscht

die @mons7.

 

 

 

 

 

Für euch (an)gelesen: A typology and dimensions of a description framework for MOOCs

„Our aim is twofold. We need to precisely describe a MOOC and we need to easily assign a type to it.“

 

QUELLE

Roselle, M.; Caron, P.A.; Heutte, J. (2014): A typology and dimension of a description framework for MOOCs. Author Manuscript. Published in European MOOCs Stakeholder Summit 2014, eMOOCs 2014, Lausanne.

Für alle, die’s selber (oder nach-)lesen wollen, einfach <hier> zum PDF klicken, eine Präse dazu auf Slideshare habe ich auch noch <da> gefunden.

WELCHE FRAGE WIRD HIER EIGENTLICH BEHANDELT?

Das ist das schöne an der Wissenschaft, viele Menschen stellen sich zur gleichen Zeit ähnliche Fragen,… und es gibt aller Orten Ansätze und Bemühungen, die kollektiv aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Man kann sich aufeinander beziehen, voneinander lernen, gemeinsam an etwas arbeiten und ein Feld weiterentwickeln.

Eine der Fragen rund um MOOCs (die auch mich interessiert), wurde hier im Blog schon einmal aufgeworfen. Könnte man nicht ein Raster entwickeln, über das sich MOOCs einordnen und beschreiben lassen? Vielleicht ein feineres, als das grobe xMOOC vs cMOOC? Eines, das der weiteren Forschung und Bemühung ums Thema nützlich?

WARUM IST DIE FRAGE EIGENTLICH RELEVANT?

Für was es genau nutzen könnte, das haben Rosselle, Caron, & Heutte gleich vorangestellt. Und das gleich in fünffacher Weise. Zunächst ließen sich tatsächlich stattfindende (oder in der Vergangenheit stattgefundene) MOOCs untereinander besser vergleichen. Man könnte MOOCs an sich besser mit anderen Lehr-Lern-Angeboten kontrastieren, drittens besser beurteilen, ob man Ergebnisse aus anderen verwandten Forschungsgebieten auf MOOCs übertragen könnte, viertens „it could enable us to capitalize on-MOOC research results themself“, was auch immer das heißen mag. Man helfe mir hier. Last but not least hülfe solcher Art Beschreibung, neue MOOCs zu entwickeln, laufende zu beforschen.

WARUM DAS GAR NICHT SO EINFACH IST

Das Vorhaben sei aber nicht ganz so einfach, so die Autoren. Da verschiedene wissenschaftliche Disziplinen ihr ureigenes Interesse am Feld hätten, wäre es schon sinnvoll, für all diese einen Vorschlag der Kategorisierung und Beschreibung zur Verfügung zu stellen, damit man sich interdisziplinär besser befruchte, und nicht jeder unabhängig voneinander die eigene Suppe kocht. Die logische Folge daraus aber, dass Vieles (viel zu Vieles) aus all diesen Perspektiven berücksichtigbar, eine Auswahl tut also gerade deshalb gut und Not. Und dann seien ja nicht nur Wissenschaftlerinnen, sondern noch ganz andere Interessenten zu beglücken, die man ja auch nicht (ganz) vernachlässigen wolle – wahrscheinlich um (öffentlichkeits-)relevant zu sein, über die wissenschaftliche Community hinaus.

WAS ES SCHON FÜR TYPOLOGIEN GIBT

Natürlich schauen sich die Autoren erst einmal um, was es schon gibt, auf dem Markt der MOOC-Typologien. Und da gibt es in der Tat so einiges.

1. Die xMOOC vs cMOOC-Front. Welcher Seite ich bei dieser Unterscheidung, so sie aufgeworfen, angehörte, ist euch ja eh klar. Die beiden Formen haben sich vom Zeitablauf her nacheinander entwickelt. Zuerst war der cMOOC da, auch wenn das in den Veröffentlichungen zu xMOOCs ganz oft ausgeblendet wird, da fängt die Geschichte der MOOCs meistens 2011 an, den ersten MOOC in seiner Original-Form und mit dem Acronym bezeichneten, der fand aber schon 2008 statt. Aber auch das wisst ihr ja schon.

2. Eine weitere Unterscheidung ist schon etwas erweitert und nimmt die Art und Weise in den Blick, wie der Veranstalter den MOOC konzipiert und gedacht haben. Neben dem xMOOC, der die Inhalte, die „vermittelt“ werden sollen, in den Blick nimmt, gibt es eine weitere Form, den tMOOC, bei dem es um „tasks“, also Aufgaben, ein Tun geht, die Kompetenz wofür dabei entwickelt werden soll, und dann noch die wieder Ursprungsform, der cMOOC, bei dem es ums Netzwerken gehe.

3. Als drittes stellen die Autoren die Typologie von Clark vor; hier werden acht Typen von MOOC unterschieden, ich fand’s jetzt nicht SO aufschlussreich, wer mag, soll selber nachlesen. Hier ist zu diesem Zwecke das Paper nochmals verlinkt.  Beispiele für von ihm verwendete Begriffe sind MiniMOOCs, cMOOCs, Adaptive MOOCs, oder auch SynchMOOCs.

4. Der vierte Aspekte bezieht sich auf die Offenheit vs. Geschlossenheit von MOOCs, wobei hier Abstufungen von (ziemlich) ganz offen bis zu (ziemlich) ganz geschlossen vorgenommen werden. Bezeichnet werden die MOOC-Formen hier als cMOOC, iMOOC und xMOOC.

EXISTIERENDE TYPOLOGIEN IN DER PRAKTISCHEN ANWENDUNG

Die vorgestellten Typologien nun wurden an vier real stattgefundenen MOOCs gemessen und ausprobiert. Mit nicht ganz befriedigendem Ergebnis. Der erste Vorschlag hat funktioniert, jedoch verbleiben zu viele Unterschiede zwischen den MOOCs, die aber in die gleiche Kategorie gesteckt werden. Ähnliches Problem beim zweiten Kategorisierungs-Vorschlag. Beim dritten Vorschlag kann man die MOOCs mehreren Kategorien zuordnen (nicht gut), den vierten Vorschlag finden die Autoren ungeeignet für eine Typologie, eher geeignet für „a description framework“, ein – ich nenne es jetzt mal – Beschreibungsraster.

VON BEREITS EXISTIERENDEN TYPOLOGIEN (TEL*) ZU EINEM EIGENEN VORSCHLAG

Um es hier kurz zu machen. Es werden weiters noch Typologien, Technology Enhances Learning zu beschreiben vorgestellt, und dies alles nun genutzt, um einen eigenen Vorschlag zu machen. Und der eigene Vorschlag der Autoren (also im Grunde der Punkt, der im Artikel gemacht wird), der ist – hehe – wohl auch einen eigenen Blog-Post wert.

INSGESAMT UND UNTER’M STRICH

gefällt mir der Artikel. Er ist gut strukturiert. Und strukturierte Ausarbeitung haben so etwas klar geordnetes, so etwas den Geist klärendes. Trotzdem ist das Thema mitnichten noch an seinem Ende angelangt.

Wir feilen weiter daran.
Ich auch.

Eure m.

 

*Technology Enhanced Learning

Artikelperle zum cMOOCen: Alternatives Lern-Szenario?

Schon eine ganze Weile weilt der von Schulmeister herausgegebenen Band zum MOOCen in Form eines pdfs sowohl auf meinem Desktop als auch neuerdings meinem Reader. Und auch das eine oder andere Mal habe ich hineingestöbert, die meisten Beiträge entsprechenden allerdings jetzt nicht so meinem Interessenfokus, als dass ich diese von vorne bis hinten und wieder zurück verschlänge. Außer dem einen.

Quelle

Haug, S.; Wedekind J. (2013): cMOOC – ein alternatives Lehr-/Lernszenarium?; in: Schulmeister, R. (Hg.): MOOCs – Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell? Münster, New York, München, Berlin: Wamann, 161-207.

Was mich besonders daran angesprochen hat

Huch, auch hier, der Verweis auf meinen Lieblingsartikel. 😉 Da gefällt mir der vorliegende aber schon mal um ein Vielfaches besser. Was mich besonders daran angesprochen hat? Zitierfähig. UND es geht um cMOOCs. Trotzdem wird klar, wie wenig von gerade sich entwickelndem/sich schon entwickelt habendem Wissen in zitierbare Veröffentlichungen bereits eingeflossen ist. Es fehlt z.B. an einer Abhandlung, was denn jetzt daran fehlt, den Konnektivismus zu einer Lerntheorie weiterentwickeln zu können (falls das geht) bzw. keiner hat ihn bisher dahingehend weiterentwickelt. Es gibt keinen Beitrag, der mal ganz sauber entwickelt, wo xMOOC und wo cMOOC zu verorten… und aufgrund welcher auf der Obefläche Ähnlichkeiten beides immer in einen Topf geworfen wird. Aber es gibt ja immerhin gute Blogartikel dazu.”Insgesamt liegen wenig Forschungsergebnisse zum Thema Interaktion in MOOCs vor. Wie viel Vernetzung und Interaktion findet tatsächlich in cMOOCs statt? Wie sieht die Interaktion” (187) aus?

Gefallen haben mir des Weiteren die geballte systematische Zusammenfassung der Stolpersteine auf Veranstalterinnen-Seite und Teilgeberinnenseite (dazu gleich drunter kurze Zusammenfassungen)… und das schmucke Literaturverzeichnis, an dem ich mich noch ein bisschen abarbeiten werde.

Stolpersteine Veranstalterinnen (vgl. 181ff.)

“Sie betreffen insbesondere die Organisation der Kurse und das Rollenverständnis der Veranstalter, die Bewältigung der hohen Teilnehmerzahlen, die Berücksichtigung der Diversität der Teilnehmenden, die Unterstützung der Vernetzung aller Beteiligten und nicht zuletzt die Sicherung der Qualität des Kursangebots.” (181)

Ja. Ja! JA!

Ergo: Die idealen Vorstellungen, die frau so hat, zum cMOOCen, das sind also genau auch und gerade die Herausforderungen.

Stolpersteine Teilgeberinnen (vgl. 190ff.)

Das sind vor allem die großen Anforderungen an selbstgesteuertes Handeln, an Selektions- und Methodenkompetenz der Teilgeberinnen. Aber auch die Überwindung der Hemmschwelle, öffentlich zu werden, sich öffentlich zu zeigen und äußern. Und nicht zuletzt die Zeit aufzubringen, die es fürs MOOCen eben auch braucht. (vgl. 190)

JA! Genau!

Was sonst noch so davon zu erfahren ist

Einen Überblick über bereits stattgefunden habende MOOCs. Einen kleinen Einblick, in was Konnektivismus, von dem alle reden, denn so sein könnte. Der Erinnerung, an Aktivitätsmuster in MOOCs.

Konnektivismus – (was ist) die “Lerntheorie” hinter dem Ganzen?

Auf etwa 5 Seiten (162-167) gehen die beiden auf den Konnektivismus ein. Konnektivismus, wie ich den von da aus verstanden habe im Folgenden. Lernen wird dabei im Grunde nicht zwangsweise ans Individuum gebunden betrachtet, sondern der Blick wird auf “Verknüpfungen” (spezialisierter Informationseinheiten) gelenkt. Wissen also im Netzwerk verortet, Lernen wird über “Technik” möglich.

Das Individuum. Kompetent ist ein Individuum insofern dann, wenn es fähig zur Mustererkennung, Verbindungen nachvollziehen kann und Transferdenken draufhat. Es begehrt Aktualität, lernt darüber, indem es Entscheidungen trifft. (vgl. 162f.)

Das Lernen. “Für Siemens ist das Lernen damit nicht länger eine individuelle Aktivität: Wissen ist verteilt über Netzwerke und die Verbindungen in bzw. die Verbundenheit mit Netzwerken führt zu Lernen.”

Da sich das wirklich nicht nach ausgegorener Lerntheorie anhört, entscheiden sich die beiden Autoren auch dafür, den Konnektivismus als pragmatisches Konzept anzusehen, einen MOOC als Beginn einer Community (vergleichbar mit einer CoP), sich sich mit dem Ende wieder auflöst.

Aktivitätsmuster in MOOCs

(Mustererkennung, s. oben 😉 ). Was ist in konkret schon mal versucht habe hier zu beschreiben, ist auf einer höheren Abstraktionsebene als Aktivitätsmuster erkennbar. Und ähnelt doch sehr stark dessen, was wir als Wissenschaftler so tun, wenn wir z.B. an einer Dissertation herumschreiben. Wir sammeln erst einmal sämtliche Quellen, die wir so zum Thema finden können, wir vermischen einzelne miteinander, um was Neues dabei entstehen zu lassen, wir verwenden das dann für unsere Zwecke/Argumentation, … und spielen es letztendlich an die “Wissenschaftsgemeinde” wieder zurück. (vgl. dazu 165f.)

Also raus aus den Puschen, ein Neues Jahr, neue Chance, sich vertieft mit den Themen unserer Leidenschaft auseinandersetzen. Will heißen… selber lesen. 😉

Puschen

Dabei viel Spass und Erkenntnis wünscht

Eure mons7

Und immer und jedes Mal wieder: Der Bezug auf den The NY Times-Artikel

Ja. Ich gebe es zu. Es nervt. (Fast) jeder Vortrag, den ich zu MOOCs höre, fast jede Präsentation, die ich zu MOOCs durchklicke, alles und jedes beginnt mit einem Verweis auf einen Artikel in der The New York Times.

Welcher Artikel?

Es muss wohl der vom 2. November 2012 gewesen sein, mit der Überschrift “The Year of the MOOC”, verfasst von einer Laura Pappano. Hier ist im Übrigen der gesamte Artikel in pdf-Form einzusehen.

Warum nur ein Zeitungsartikel?

Ich versteh’s nicht. Nicht wirklich.

Vielleicht, weil einfach keine geeigneten fundierten wissenschaftlichen Artikel zur Verfügung stehen? Bzw. die zu wenig populär-wissenschaftlich verfasst?

Es mag sein, weil – obwohl Zeitungen aller Orten im Internet ein langsamer bis schnellerer Tod prophezeit – immer noch eine recht hohe Auflage beschert. Ich habe ein bisschen herumrecherchiert… und denke, die Auflage könnte so bei 1,5 Mio. liegen. Wobei bei solchen Zahlen nichts darüber gesagt, wer auch nur die Überschrift, geschweige denn den Artikel nicht nur überfliegt sondern sich tiefer lesend darauf einlässt. Ich denke nur an die Zeiten, als ich noch Zeitung las. Am intensivsten – warum auch immer – beschäftigte ich mich als Kind mit den Todesanzeigen. Später kamen noch die Stellenanzeigen hinzu.

Es muss wohl also die Tatsache sein, die den Verweis so populär sein lässt, dass was über MOOCs in einer altehrwürdigen Zeitung steht (was die Sache an sich wichtig macht). Nehmen wir aber einmal an, an dem Artikel ist mehr interessant, als nur die Auflage und die Überschrift. Was könnte das sein?

Und was steht jetzt drin, in diesem Artikel?

Zunächst werden da die  x-Initiativen der MOOC-Fraktion angezählt. Die da wären edX und Coursera. Weiter unten wird Udacity hineingeworfen. [Nein, verlinke ich nicht, könnt ihr euch aus dem Artikel selber rausklicken.] Kein Wort von Downes und Co. oder vielleicht ganz versteckt in dem Nebensatz “MOOCs have been around for a few years as collaborative techie learning events”. (S. 1) Collaborative techie events. So.

Alsdann kommt die Erklärung, was denn so ein MOOC sei. Und das ist laut dem Artikel Folgendes. Ein Online-Kurs, bei dem der Professor wegen Teilnehmermasse sich nicht um alle kümmern kann, weswegen die Mitstudierenden einander bewerten. Es sollen damit Bildung, Spass und Netzwerken zu eins werden, wobei eine zentrale Rolle die Video-Vorlesung einnehme. Nach diesen Häppchen gebe es in der Regel ein Quiz, das automatisiert korrigiert werde, Betrügereien dabei seien an der Tagesordnung. Reaktionen darauf: beaufsichtigte Prüfungen. Nur ein Bruchteil der Teilnehmer löse auch nur eine erste Aufgabe, wenige bekämen einen Schein, ausgestellt natürlich nicht von einer Elite-Uni, sondern dem jeweiligen Prof., der den Kurs anbiete. (vgl. S. 2)

Hoffnungen auf die heilbringende Wirkung von Bildung für die letzten Ecken der Welt haben sich bisher nicht erfüllt, die Teilnehmer seien doch hauptsächlich Einheimische mit Abschluss. Obwohl abgeschlossen habende Teilnehmer vom Kursniveau angetan waren, fehle es an der Interaktion zwischen Dozent und Teilnehmer – qua Masse. (vgl. S. 3)

Auf die Rolle von Offline-Gruppenbildung wird in wenigen Sätzen eingegangen, ebenso darauf, dass jemand der gut in seiner Fachdisziplin ist nicht unbedingt gut in (MOOC-)Lehre sein muss. (Vgl. S. 4) Auf Seite 5 musste ich mal richtig lachen, weil da ein “vice president for content development” zitiert wird. 🙂 🙂 🙂 Auf S. 6 geht die Journalistin auf die Problematik von Peer grading (beinahe hatte ich unabsichtlich poor grading getippt 😉 ) ein. Ebenso auf jenes hochschultypische Problem, wie man denn jetzt mit dem MOOCen die Credits zusammenbringe.

Alles schön und gut angerissen. Aber alles eben nur x. Und natürlich – weil Journalistenwerk – ohne Hinweise auf weiterführende und tiefergehende Quellen.

Mein persönlicher Entschluss

Nein, ich nehme mir hiermit für 2014 vor, diesen Artikel NICHT zu zitieren. Und zwar deshalb, weil er – so man ihn mal durchliest – eine Perspektive auf “das Ding MOOC” wirft, die so gar nicht meine ist.

Falls ich mich jedoch doch mal hinreißen lassen sollte, den Times-Artikel doch noch zu zitieren… na dann kann ich zu den inhaltlichen Details wenigstens flugs hier im Blog nachschlagen.

Auf weitere aufschlussreiche Beiträge und Kommentare hier im Blog im Jahre 2014,

Eure mons7

An einem MOOC teilnehmen, der Idealfall.

IdealsParticipatingAuf den Originaltext hier zugreifen. Mangels eines mich derzeit interessierenden MOOCs, mache ich mir ein paar Gedanken zum MOOCen generell, lese neuere und ältere Veröffentlichungen nach. Ist eine Veröffentlichung einige Jahre alt, wie jene, die ich euch hier vorstellen mag, befällt mich ein nagender Zweifel. Hat sich die MOOC-Welt nicht allzu schnell – zu schnell – entwickelt, als dass Erkenntnisse aus 2010 noch ihre Gültigkeit behalten haben könnten? Nun ja, ohne diese zu überprüfen, wird es immer ein vages Gefühl bleiben.

Um welche Veröffentlichung geht’s eigentlich?

Die Veröffentlichung, die zwischen den Jahren meine Aufmerksamkeit gefesselt hat, ist jene, die sich tatsächlich mit der Teilnahme am ersten MOOC, dem CCK08 beschäftigt. Und zwar mit den Idealen einer Teilnahme, aber auch den Realitäten.

Quelle

Mackness, J.; Mak, S.; Williams, R. (2010): The ideals and reality of participating in a MOOC; in: Proceedings of the 7th International conference on Networked Learning 2010. University of Lancaster, Lancaster, 266-275. URL: http://www.lancaster.ac.uk/fss/organisations/netlc/past/nlc2010/abstracts/PDFs/Mackness.pdf.

Kontext

Die drei Autorinnen waren dabei. Also drei der über 2.200 eingeschriebenen Mitmacherinnen, von den 24 Studierende waren, die Credits wollten,… und von denen letztendlich 150 aktiv in der Diskussion involviert geblieben sind. (vgl. 266) Bei der Untersuchung ging es nun darum die Schlüsselaspekte eines MOOCs konnektivistischer Art mit den Realitäten abzugleichen.

Schlüsselaspekte eines MOOCs konnektivischer Art

Diese Schlüsselaspekte sind (bezogen auf Downes 2007, 2008 und 2009) fünferlei, und zwar

  1. “autonomy” … was soviel bedeutet, dass Teilgeberinnen selbstbestimmt sind in Aspekten wie… wo sie lernen, wann, wie, was und mit wem. (vgl. 267)
  2. “diversity” …
  3. “openness” … was soviel bedeutet wie dass alles was zum Kurs gehört öffentlich und frei im Web verfügbar, aber auch die implizite Erwartung, eigene Beiträge in dieser Form zu Verfügung zu stellen. (vgl. 268)
  4. “connectedness” …
  5. “interactivity” …

Methodisches Vorgehen, das zu tun

Es war ein rechter Methodenmix, um zu den Daten zu kommen. Dieser Bestand aus einer Online-Umfrage, dem Suchen im MOODLE-Forum und den Blogs, und dann dem Anmailen von insgesamt über 300 aktiven Teilnehmerinnen, von denen 90 antworteten. (vgl. 269) Und was ist aus diesen eMail-Interviews rausgekommen?

Erkenntnis

Das was an Erkenntnis im Artikel ausgeführt und mit Original-Zitaten belegt, wird vorne im Abstract auf den Punkt gebracht.

“The research found that autonomy, diversity, openness and connectedness/interactivity are indeed characteristics of a MOOC, but that they present paradoxes which are difficult to resolve in an online course. The more autonomous, diverse and open the course, and the more connected the learners the more the potential for their learning to be limited by the lack of structure, support and moderation normally associated with an online course, and the more they seek to engage in traditional groups as opposed to an open netword. These responses constrain the possibility of having the positive experiences of autonomy, diversity, openness and connectedness/interactivity normally expected of an online network.” (266)

Es lohnt sich im Übrigen – für Interessierte – sich die ausführliche Darstellung dieser Kürzestform zu Gemüte zu führen.

Persönliche Schlussfolgerung?

Ein zuviel an Freiheit, Verschiedenheit, Offenheit ist nur für solche Menschen befreiend und vorteilhaft, die sich selbst schon Strukturen zu lernen angeeignet haben. Für (viele) andere tut Einschränkung (und Anleitung?) (aber in welcher Form?) gut, fraglich ist wie gesagt nur noch, wie man dies am besten tut.

Weitere Quellen

Downes, S. (2007): What connectivism is. URL: http://halfanhour.blogspot.de/2007/02/what-connectivism-is.html
Downes, S. (2008): Connectivism. A Theory of Personal Learning. URL: http://de.slideshare.net/Downes/connectivism-a-theory-of-personal-learning
Downes (2009): Connectivism Dynamics in Communities. URL: http://halfanhour.blogspot.de/2009/02/connectivist-dynamics-in-communities.html

Einen guten Rutsch ins nächste MOOC-Jahr wünscht schon einmal

Eure mons7