#rhizo14 – How I was forced to become an academic (which is in a way an independent learner)

Once upon a time… 😉

Monika is attending her first university seminar

And she is VERY proud of doing so. This as she just moved from a very tiny village there were just three persons having attended university and those being male. Anyway. First question the lecturer is asking is „What does a child learn at school?“.  A lot of really knowledgeable answers are given. Like „The child is being socialized“ or „The child is learning conformance“. A lot of students are dropping names to support their statements. I snap up names like Bourdieu, Durkheim, Hurrelmann, Erikson. I write the names down into my otherwise untouched daybook.

I took all my courage to add „Well, a child does learn to read, to write, to calculate“. For any reason – may be my strange accent – the whole class was laughing at me. I looked puzzled. And understood.

Straight after the session I went to library. And ordered at least one book authored by the names on my list. My first semester I spent my time reading each of them. I interacted with books. And can’t remember having interacted with any other counterpart than them.

I was forced to become an independent reader because I wanted to be like them. The students around me.

Monika is looking for the fundamentals of educational sciences

2 years later. A lot of seminars later. Back in my tiny village. Summer break and the sun is shining. My dad asking me „Monika, tell me, what is it what people know after having studied your subject?“ It took me quite a while till I could express an answer. „Dad, all of them know different things. As far as I can see, there’s no canon. There’s just different perspectives on issues, they are all interested in.“ My dad douted. And asked me to find out till winter.

Back at university I went again to library. Fetching dozens of books about methods and theories in the field of educational sciences, about famous educators and about history of education. In winter I was ready to provide an answer.

I was forced to become an independent reasearcher about the fundamentals of my subject because my dad asked a simple question to me.

Monika is ready for writing her thesis

Another few years later. I passed about thrice the number of seminars I would have needed and still felt not ready to register for my final thesis. Again I took all my courage to ask my professor I was just handing over to a research paper (the first time I ever addressed a professor at university). „Dear Sir, as you have had a look into my reasearch paper, do you think I am ready to register for my finals?“ He looked at me, thought about a min and just said „Yes, you are“.

I was forced to take the next step by a simple „Yes, you are.“

Monika is exploring this internet

Quite a while after I had finished my studies I found out that people were thinking aloud within this internet about subjects I still was really interested in. This time I even didn’t have to catch all of my courage. Because they did it in writing. It felt like talking to a book…. and getting an answer out of it referring to my comment. And I first time in my life tasted the joy of …. social learning. And am still overwhelmed by.

What Monika made an independent learner

In a nutshell Monika became an independent learner not just by the lack of any supportive structure provided by university (today my guess is the opposite is the case) thus also meaning having the room to develop at her own pace AND (and that’s the point) by the help of human beings. By them laughing at me, by them asking me a simple question, by them replying to a comment.

It’s basically YOU guys taking part in #rhizo14, it’s blog posts like them of @jaapsoft, like Jennys‘.

YOU ARE MAGIC!

Monika

#solea11 – Teil 5 – Social Learning übermorgen?

*TEIL 5: Wie könnte/sollte sich Social Leraning in den nächsten Jahren entwickeln?*

Ein könnte/sollte trägt implizit ein Wünschen in sich. Ich würde mir zweierlei wünschen, wohin sich Social Learning entwickelte. Und zwar zum einen hin zu größerer/anderer Wertschätzung qualitativ hochwertiger Dokumentation wie auch von Lernbegleitung. Was ich darunter verstehe, im Folgenden.

Wertschätzung qualitativ hochwertiger Dokumentation
Egal nach welchen Themen, welchen Fragestellungen ich im Internet recherchiere, früher oder später stößt man auf (frei verfügbare) qualitativ extrem hochwertige Inhalte. Manchmal gibt es Quellen oder (Spezial-)Wikis, die alle weiteren aufgefunden Quellen irrelevant machen, oder lediglich noch zum gelegentlichen „gegenchecken“ von mir verwendet werden, ob sich Inhalte, Stoßrichtung, Gewichtung mit der von mir aufgetanen Primärquelle decken oder inwiefern (und warum) sich diese (relevant) unterscheiden.

Den Erstellerinnen solcher Fundgruben und Schatzkästlein bin ich innerlich zutiefst dankbar. Jedoch weder merken sie das noch haben sie etwas davon. Noch ist in vielen Fällen überhaupt noch feststellbar, welche Individuen das Gros eingebracht haben.

Benutze ich eine solche Quelle, zitiere ich sie auch, das ist sowieso klar. Nichts desto trotz fehlen mir weitere Wege der Wertschätzung, die es in Zukunft zu entwickeln gilt. Denn auch eine Feedback-Kultur sollte Teil von funktionierendem Social Learning sein. Und mit Feedback meine ich hier Ausnahmsweise auch solches monetärer Art. Dies deshalb, da ich denke, dass Menschen die Chance haben sollten, gute Inhalte nicht nur in ihrer Freizeit und für komplett umsonst zur Verfügung zu stellen. Was mich jedoch hier und jetzt in ein Dilemma bringt. Denn ich finde ebenfalls, dass Inhalte für jeden frei zugänglich sein sollten. (Was ja auch wieder gut für die Erstellerinnnen ist, so sie korrekt zitiert werden.)

Und ja, mir ist klar, dass es jetzt schon Möglichkeiten gibt, sein Scherflein auf monetäre Art und Weise sowie in der Höhe selbstbestimmt beizutragen. Dies via Dienste wie Flattr oder Kachingle. Das ist es aber noch nicht. Wobei mir nicht klar ist, ob Micropayment dieser Art nicht (so gut) funktioniert, weil es (noch) nicht unserer Kultur entspricht, gute Texte und Inhalte mir Kleinst-Zahlungen zu belohnen – oder überhaupt zu belohnen,

oder weil es es noch einfach noch nicht trifft. Da muss es noch was anderes geben. Was weiß ich, einen 1EUR-Button… oder irgend etwas, was wir uns noch gar nicht vorstellen können. Wenn es da ist, werde ich es erkennen 😉 …

Wertschätzung von Lernbegleitung
Gelegentlich in der Mensa, wenn sonst niemand außer mir zuhört, bekomme ich die Ängste des einen und der anderen Lehrenden serviert. Diese drehen sich darum, ob nicht frei zugängliche Wissensschätze – wie die von mir oben angepriesenen – oder auf didaktisch bestemögliche Art und Weise aufbereitetes Lehrmaterial in Zukunft uns ersetze, um so schneller je eher wir diese in unser eigenes Lehr-Leben aufnehmen. Noch schneller, so wir es mit offenen Armen tun.
Und genau DAS denke ich, wird eben NICHT die Zukunft von Social Learning sein. Vielmehr werden wir Mentoren, Facilitators, Lernbegleiter oder wie wir diese Menschen dann auch immer benennen mögen in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach noch um ein vielfaches mehr vonnöten haben. Die Perspektive dieser wird jedoch nicht (mehr primär) diejenige (zumindest nicht in dieser ausschließlichen Art und Weise) auf die Inhalte sein. Ihre Aufgabe wird sein, die jeweilige Lernerin, ihren Entwicklungsstand, ihr Potential, ihr Ziel in den Blick zu nehmen, und ihr über die eine oder andere Hürde hinwegzuhelfen, sie auf das eine oder andere geradezu draufzustoßen. Und Lehrende, die genau darin gut sind – so wünsche ich mir – (und davon gibt es jetzt schon einige), sollten in Zukunft mehr Wertschätzung erhalten.

Aber eigentlich nicht erst übermorgen. Am besten schon heute. Jetzt gleich.

Social Learning – Teil 4 – mental fatal ;)

*TEIL 4: Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? (Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)*

.
1. Verwirklichung in meinem persönlichen Bereich:
Jede Verwirklichung (Umsetzung) beginnt mit dem Glauben an Möglichsein und Potential einer Idee. Und der festen Überzeugung bin ich, dass Lernen im Netz (Social Learning) nicht nur funktioniert, sondern sehr viel Freude (und Motivation) bringen kann.
Gleichsam mangelt es (noch) an meiner konkreten Umsetzung.
(Selbst-)Kritikpunkte, die ich gerade angehe, sind:

– Ich profitiere vom Geben der Anderen, gebe aber zu wenig (dezidierte) Rückmeldung zurück.

Dazu habe ich mich schon im letzten Post unter Unterpunkt 3 geäußert. Und Besserung gelobt.

– Ich halte mir alle Möglichkeiten offen, anstatt konkrete Projekte/Aufgabenstellungen anzugehen.
So derzeit beim #change11 MOOC. Hier könnte ich eine konkrete Vorgehensweise/ein konkretes Profjekt (z.B. ein gemeinsames Blog) für uns paar deutschsprachige Nutzer vorschlagen, anlegen, mitbefüllen, aber nein… das war mir ja (anscheinend) zu verbindlich, lieber halte ich mir alles offen und meine Teilnahme plätschert seitdem auch nur noch so dahin. Allerdings ist es für eine konzertierte MOOC-Beteiligung noch nicht zu spät. Der Vorschlag eines solchen wird mein konkretes Projekt nach Abschluss der Social-Learning-Fortsetzung. Versprochen 😉 .

– Meine Priorität ist (immer noch) kurzfristige Einkommensgenerierung.
Ein Punkt, der mich insbesondere ärgert. Habe ich des Abends – also während meines sog. Feierabends – die Wahl, noch schnell etwas für meine Lohn- und Brotarbeit zu erledigen, für welches mir am Tage die Muße fehlte und auf der anderen Seite ein kein unmittelbar Brotlohn einbringendes Vorhaben durchzuführen, entscheide ich mich in der Regel für ersteres. Was mich aber nicht wirklich weiterbringt, da ich ja nach Zeit bezahlt werde, und nicht nach Resultaten.

2. Verwirklichung bei mir im Unternehmen

Kooperatives Lernen findet durchaus statt, jedoch mitnichten netzbasiert. Und zufällig, meist im privaten Geschäftsrahmen. Zufällig, wenn man nebenbei von der Kollegin die eine oder andere Tätigkeit aufgrund räumlicher Nähe mitbekommt, und sich punktuell über darüber erarbeitete neue Erkenntnisse austauscht. Oder noch wahrscheinlicher beim entspannten gemeinsamen Mittagessen, wenn das Gespräch sich für einen selbst in ungeahnt interessante Bereiche verfängt, ausgelöst über einen Stoßseufzer der Kollegin, nach dessen Grund man sich erkundigt.

3. Verwirklichung bei uns in der FH, als Hochschuleinrichtung
Ich denke eine Hochschuleinrichtung wie meine FH muss sich besonders schwer mit kooperativem Lernen im Netz tun. Dies aus zweierlei Gründen:

– Datenschutzverpflichtung bis Datenschutzwahn

Unser im Gesetz niedergelegtes Verständnis von Datenschutz hat sich mittlerweile überholt. Von einer Neuformulierung sind wir jedoch noch weit entfernt. Allerdings wird das Thema mittlerweile öffentlich und konträr diskutiert, was zumindest einen ersten Schritt zu einer Neuformulierung darstellt.
Solange diese jedoch nicht geschehen, hat sich die FH als quasi öffentliche Einrichtung daran zu halten.
Und wir halten uns nicht nur daran, sondern einige von uns sind gleichsam einem Datenschutzwahn verfallen. Den man befeuert, sobald man das Wort „Netz“ oder „öffentliches Lernen“ oder überhaupt irgend etwas im Zusammenhang mit „öffentlich machen“ in den Mund nimmt. Die Worte darum herum sind im Grunde irrelevant. Es gibt nur die Auslöser.

– Prüfungsordnungen (Bewertung von Einzelleistungen) und Plagiatsdiskussion

In den Prüfungsordnungen steht in der Regel die Passage, dass zwar so etwas wie Gruppenarbeit möglich ist, jedoch die Leistung des Einzelnen abgrenzbar sein muss und für sich bewertet wird (das jetzt lediglich vom Sinn her, die Formulierungen hören sich durch die Bank juristischer an). Was didaktisch eines der Todesurteile für Kooperation und Kollaboration darstellt.

Und zuletzt die leidige Plagiatsdiskussion. Plagiate sind so „bäh“ wie das Abschreiben vom Nachbarn während der Klausur. Von Seiten der Institution(en) wird Wert auf die (auch moralische) natürlich negative Bewertung des Plaggiierens sowie dessen Folgen gelegt.
Als Erziehungswissenschaftlerin stellt sich die Diskussion jedoch (auch als ungenutzte) Chance dar: Ist nicht ein korrektes Zitieren und Einbinden von fremdem Gedankengut ins eigene einfach nur die andere Seite der Medaille? Die – pädagogisch genutzt – zu Gold werden könnte?

Social Learning – Teil 3 – Jetzt wird’s aber wirklich persönlich!

*TEIL 3: Wie sieht meine persönliche Lernumgebung aus? (bezogen auf Tools, Community, Art der Zusammenarbeit*

Jetzt wird’s aber (wirklich) persönlich 😉 …

1. Die Tools:
Ihr werdet es kaum glauben. Die Tools, die ich nutze, sind eher unspektakulär. Als Mittelpunkt und Verbindungsknoten fungiert seit ca. einem Jahr: Twitter. Mittelpunkt deshalb, da es Twitter ist, welches ich am Morgen als erstes konsultiere, um zu checken, was es in der Edu- und Sonst-Welt so Neues gibt.
Über Twitter erfahre ich von Blogparaden wie dieser hier, Twitter spült mir die derzeitigen (Fach-)Diskussionen, Termine (von BarCamps, Kongressen, Call for Papers, MOOCs o.ä.) und Stellenausschreibungen im eLearning-Bereich herein.

Twitter ist sozusagen meine Inbox.

Den meisten Hinweisen gehe ich spontan nach, nur ab und an lege ich etwas auf „Read it later“, um es (hopefully 😉 ) später wirklich mit Muße zu studieren. Bereits studiertes wird in Diigo (mein drittes Tool, das zweite folgt sogleich) eingeordnet, in der Hoffnung, dass mein Tagging irgendwann einmal eine ordentliche Suche – sobald ich ein Thema gedanklich ver- und weiterbearbeiten will – zulässt.
Und dieses Ver- und Weiterbearbeiten geschieht auf der Lernspielwiese, meinem (geliebten) Blog. Habe ich mich dann zu einem Statement dort durchgerungen, setze ich einen Hinweis wiederum (und so schließt sich der Kreis) auf Twitter ab.

Twitter ist sozusagen (auch) meine Outbox.

2. Community:

Ja. Wer seid ihr eigentlich, meine Community? Meine Community sind Menschen, denen ich mich – vorwiegend aber nicht nur – aufgrund inhaltlicher Interessen zugehörig fühle. Dieses zugehörig fühlen muss nicht unbedingt auf Gegenseitigkeit beruhen. Wenn es das tut, ist es natürlich noch schöner.

Meist bin ich auf diese Menschen über einen bestimmten Anlass „gestolpert“, so z.B. einen genialen Tweet, eine Begegnung auf einem BarCamp oder auch ein thematisch interessantes Weblog. Das Zugehörigkeitsgefühl entwickelt sich daraufhin bei mir über regelmäßige Rezeption von Veröffentlichungen online oder auch Interaktion/ eine gemeinsame Aktion.

Sollte ich „meiner“ Community einen Namen geben, so hieße sie „Digital Learning Community“. Sollte ich ihr ein paar Gesichter geben, so hießen die (auszugsweise):

@nele_we – die Initiatorin dieser Blogparade
@dieGoerelebt – die mich an dem tollen Projekt #SoMM hat teilhaben lassen
@KhPape – dem wir das herrliche gelungene #clc11 verdanken
@heinz – der mich immer wieder anstachelt, am Ball zu bleiben und tiefer zu graben
@otacke – auf den ich weiter unten nochmals konkreter eingehe
@e_trude – die mich zur Lernbegleiterin gemacht hat
– und @filterraum (der Irritator) @VolkmarLa (der Motivator) @spani3l @ralfa und und und @ @ @@@@

3. Zur Art der Zusammenarbeit
Mit der Zusammenarbeit bin ich (meinerseits) noch nicht so zufrieden… oder positiv ausgedrückt … da gibt es noch viel Spielraum zum Ausbaun 😉 … dies deshalb, da ich recht viel von den von meiner Community produzierten Artefakten profitiere, wie auch von deren Feedback auf Anfrage. Mein Feedback hält sich jedoch – bis auf gelegentliche Ausnahmen – in Grenzen. So habe ich z.B. den ersten Wurf von @otackes Disse lesen dürfen (und war auch ganz angetan), dezidierte Rückmeldung zu bestimmten Passagen blieb von mir jedoch (bisher) aus. Auch auf den (richtig guten) Interviewleitfaden, den mir freundlicherweise @biwi_uli zur Verfügung gestellt hat, hatte ich zwar einige Worte des Lobes, … aber das ist es ja im Grunde nicht, warum man das an Mitglieder der Community schickt. Man will kritisiert werden. Und mehr kritisieren werde ich demnächst,

gelobet die @mons7.

Social Learning – Teil 1

Bildquelle. Was Social Learning ist? Keine Ahnung. So meine spontane Antwort.

Bei den fünf vorstrukturierenden Gedanken von @nele_we zur Blogparade, kommt mir dann doch der eine oder andere Gedanke… die so ausufern, dass ich doch gleich mal eine Serie draus mache 🙂 … Wer sich den Erläuterungs-Salmon sparen will, einfach flugs die fettgedruckten Überschriften durchscrollen und dann weiterklicken… 😉


*TEIL 1: Was verstehe ich unter Social Learning? (Die 3 wichtigsten Kennzeichen)*


1. Der Lehrplan wird von den Lernerinnen/Mitgliedern der Lerngemeinschaft gestrickt, verändert und weiterentwickelt.

Bewusst aufgefallen ist mir dies erstmals, als ich nach einer aufregenden Phase der Studienbrieferstellung „Grundlagen von Social Media“ zufällig die beiden frisch veröffentlichten Büchlein von Schindler/Liller und Grabs/Bannour in die Hände bekam. Natürlich ist der Aufbau, der Umfang, die Schwerpunktsetzung und Tonalität der drei Werke nicht zu vergleichen. Immerhin werden ja auch ganz unterschiedliche Zielgruppen angesprochen und wir haben ja auch aus je drei unterschiedlichen Perspektiven die Thematik beleuchtet. Trotzdem konnte ich mit großer Freude feststellen, dass in den beiden andern Veröffentlichungen Beispiele zur Exemplifizierung bestimmter Aspekte benutzt wurden, die auch ich als passend ausgewählt und für relevant erachtet hatte. Dass ich Arguemtationslinien bei den anderen nicht nur für nachvollziehbar hielt, sondern gutheisse, dass irgendwie das Gefühl beim Lesen bei mir entstand, dass wir aus einer gemeinsamen Lerngemeinschaft stammen.
Unsere Ergüsse waren aus derselben Nährsuppe entstanden. Wir hatten das implizit in unserer Lerngemeinschaft ohnehin vorhandene Wissen ähnlich strukturiert, bewertet… und expliziert.

Die (logische) Folge: Die Verlagerung der Definitionsmacht dessen, was relevant ist. Nämlich auf die Mitglieder der jeweiligen Themen-Community, vertreten durch diejenigen, die die Inhalte explizit machen und publizieren. Und stellt damit eine Bedrohung dar für die, die bisher (und in traditionellen Lernsettings noch) die Definitionsmacht haben: Lehrende und Experten qua Titel und Amt. Im Vergleich zur Themen-Lern-Community lediglich Einzelne bzw. eine kleine Gruppe. Vergleichbar einer Oligarchie, der Herrschaft einiger (nach u.U. inhaltsfremden Mechanismen) ausgewählter Weniger.

Was die Frage aufwirft, welche Inhalte es beim Social Learning in den (explizit gemachten) „Kanon“ „schaffen“. Die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme in den Kanon steigt m.E. mit Aufgreifen oft gestellter Fragen/verbreiteter Problemlagen oder aber mit der Überzeugungskraft des Begründungszusammenhangs.

Konkrete Beispiele:

In dem Moment, in dem einer kritischen Anzahl von Menschen auffällt, dass die gelernte Trennung von Arbeit und Freizeit via z.B. Facebook nicht mehr aufrechtzuerhalten ist und individuell nach einer Art des Umgangs damit gesucht – und diese Bemühung(en) auch thematisiert wird (werden) – kommt eine Diskussion darüber zustande, werden philosophische Überlegungen, Strategien und (eben auch) Untersuchungen dazu publiziert.

Bedeutet das automatisch das Ende theoretischer und grundlegenderer Gedankengänge? M.E. nein. Beispiele für grundlegende öffentlich gestellte Frage, die ich unter theoretisieren subsumierte sind:

-> Das Thema „Kontrollverlust„, initiiert und immer wieder angeheizt von @mspro.
-> Das Thema „Datenschutz„, unter anderem in den Blick genommen von der @spackeria.

Die Überzeugungskraft, jene Themen als relevant und diskussionswürde/erfoschungswürdig einzuordnen entspringt m.E. der Überzeugungskraft des Begründungszusammenhangs.

2. Die Bewertung der eigenen Leistung wird von Außen auf Innen (bzw. auf die „Peers“) verlagert.

Versetzen wir uns nochmals hinein in Schule, Hochschule, betriebliche Aus- und Weiterbildung. Wer misst unsere Leistung wie? Getestet und gemessen wird von der Instanz, die die Macht hat, den Lehrplan/Kanon zu bestimmen. In der Schule zunächst die einzelne Lehrerin. In der Hochschule die einzelnen Lehrenden. Im Betrieb der Weiterbildungsanbieter, entweder eine interne Abteilung oder von extern Zugekaufte. Immer jedoch ist es eine Instanz extern vom Lerner bzw. extern von der Gruppierung der Lernenden.

Dies ist beim Social Learning grundlegend anders. Das subjektive Empfinden des Lerners in Bezug auf den Lernerfolg, das in traditionellen Settings gar sehr täuschen kann, wird zum Maß erklärt. (Während eines MOOCs z.B. werde ich explizit dazu ermuntert, meine eigenen Lehrziele zu Beginn zu explizieren und immer wieder anzupassen bzw. mit meinem (gefühlten) Lernfortschritt abzugleichen.)

Konkret:
Ich erstelle einen Podcast zum Thema „Was ist Social Learning“. Dieser ist dann fertig und damit gut in dem Moment, in dem ich entscheide, dass er fertig und gut ist.
Stelle ich diesen entweder über mein Weblog einer Hörerschaft zur Verfügung (oder alternativ über ein Portal), bekomme ich eine erneute Rückmeldung über Zugriffszahlen, evtl. Kommentare. Dieses Feedback stellt die Bewertung der Peers dar. Keine Notengebung. Kein Maßnehmen an vorher festgelegten Vergleichsstandards, … außer es handelt sich um eigene (in der Community angelegte).
[Diese können im Übrigen wesentlich strengere Maßstäbe sein, als die von traditionellen Bewertern angelegten.]

3. Rückverlagerung des Lernens aus dem Labor heraus ins Leben. Erlernen und Verwendung des Erlernten wird wiedervereinigt.

Eine der wenigen Szenen aus meiner Grundschulzeit an die ich mich erinnern kann ist jene, dass wir ein – wohlriechendes 😉 – Arbeitsblatt ausgeteilt bekamen, auf dem links wohlgeordnet in Kästchen Blattformen eingezeichnet waren. Ins Kästchen daneben sollten wir die Namen der zugehörigen Bäume eintragen. (Schon) Damals habe ich mich spontan gefragt, ob man nicht einfach mal zusammen einen kleinen Spaziergang machen sollte, und wir beim Aufsagen der Baumarten die Bäume dazu angucken sollten. Wahrscheinlich jedoch befürchtete die Lehrerin, über weitere Baumarten/Pflanzen befragt zu werden, was sich via Arbeitsblatt leichtens unterbinden lässt.

Nun mag die sozialisierte Akademikerin spontan einwenden, dass dieser Rückzug ins Labor, dieser (ja immer nur auf Zeit) Rückzug in den Elfenbeiturm ja auch etwas für sich habe. So werden z.B. die Kinder eben auch verwahrt, während die Eltern ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen… und Forscher sind (idealerweise und zeitweise) vom Unbill der Ansprüche der realen Problemstellung entbunden. Was ermöglicht, ein paar Schritte zurückzutreten und den Sachverhalt aus einer anderen/neuen Perspektive aus zu betrachten.

Ich verneine aber hiermit nicht die Notwendigkeit solches zu tun. Und denke auch, dass ein sich ins stille Kämmerlein zurückzuziehen auch im Rahmen von Social Learning nicht nur möglich, sondern absolut notwendig ist. Nur handelt es sich dann nicht mehr um dieses Entweder/Oder. Es handelt sich beim Social Learning vielmehr um die Wiedervereinigung von Theorie und Praxis. In der Person des „Social Learners“.

[To be continued.]