#solea11 – Teil 5 – Social Learning übermorgen?

*TEIL 5: Wie könnte/sollte sich Social Leraning in den nächsten Jahren entwickeln?*

Ein könnte/sollte trägt implizit ein Wünschen in sich. Ich würde mir zweierlei wünschen, wohin sich Social Learning entwickelte. Und zwar zum einen hin zu größerer/anderer Wertschätzung qualitativ hochwertiger Dokumentation wie auch von Lernbegleitung. Was ich darunter verstehe, im Folgenden.

Wertschätzung qualitativ hochwertiger Dokumentation
Egal nach welchen Themen, welchen Fragestellungen ich im Internet recherchiere, früher oder später stößt man auf (frei verfügbare) qualitativ extrem hochwertige Inhalte. Manchmal gibt es Quellen oder (Spezial-)Wikis, die alle weiteren aufgefunden Quellen irrelevant machen, oder lediglich noch zum gelegentlichen „gegenchecken“ von mir verwendet werden, ob sich Inhalte, Stoßrichtung, Gewichtung mit der von mir aufgetanen Primärquelle decken oder inwiefern (und warum) sich diese (relevant) unterscheiden.

Den Erstellerinnen solcher Fundgruben und Schatzkästlein bin ich innerlich zutiefst dankbar. Jedoch weder merken sie das noch haben sie etwas davon. Noch ist in vielen Fällen überhaupt noch feststellbar, welche Individuen das Gros eingebracht haben.

Benutze ich eine solche Quelle, zitiere ich sie auch, das ist sowieso klar. Nichts desto trotz fehlen mir weitere Wege der Wertschätzung, die es in Zukunft zu entwickeln gilt. Denn auch eine Feedback-Kultur sollte Teil von funktionierendem Social Learning sein. Und mit Feedback meine ich hier Ausnahmsweise auch solches monetärer Art. Dies deshalb, da ich denke, dass Menschen die Chance haben sollten, gute Inhalte nicht nur in ihrer Freizeit und für komplett umsonst zur Verfügung zu stellen. Was mich jedoch hier und jetzt in ein Dilemma bringt. Denn ich finde ebenfalls, dass Inhalte für jeden frei zugänglich sein sollten. (Was ja auch wieder gut für die Erstellerinnnen ist, so sie korrekt zitiert werden.)

Und ja, mir ist klar, dass es jetzt schon Möglichkeiten gibt, sein Scherflein auf monetäre Art und Weise sowie in der Höhe selbstbestimmt beizutragen. Dies via Dienste wie Flattr oder Kachingle. Das ist es aber noch nicht. Wobei mir nicht klar ist, ob Micropayment dieser Art nicht (so gut) funktioniert, weil es (noch) nicht unserer Kultur entspricht, gute Texte und Inhalte mir Kleinst-Zahlungen zu belohnen – oder überhaupt zu belohnen,

oder weil es es noch einfach noch nicht trifft. Da muss es noch was anderes geben. Was weiß ich, einen 1EUR-Button… oder irgend etwas, was wir uns noch gar nicht vorstellen können. Wenn es da ist, werde ich es erkennen 😉 …

Wertschätzung von Lernbegleitung
Gelegentlich in der Mensa, wenn sonst niemand außer mir zuhört, bekomme ich die Ängste des einen und der anderen Lehrenden serviert. Diese drehen sich darum, ob nicht frei zugängliche Wissensschätze – wie die von mir oben angepriesenen – oder auf didaktisch bestemögliche Art und Weise aufbereitetes Lehrmaterial in Zukunft uns ersetze, um so schneller je eher wir diese in unser eigenes Lehr-Leben aufnehmen. Noch schneller, so wir es mit offenen Armen tun.
Und genau DAS denke ich, wird eben NICHT die Zukunft von Social Learning sein. Vielmehr werden wir Mentoren, Facilitators, Lernbegleiter oder wie wir diese Menschen dann auch immer benennen mögen in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach noch um ein vielfaches mehr vonnöten haben. Die Perspektive dieser wird jedoch nicht (mehr primär) diejenige (zumindest nicht in dieser ausschließlichen Art und Weise) auf die Inhalte sein. Ihre Aufgabe wird sein, die jeweilige Lernerin, ihren Entwicklungsstand, ihr Potential, ihr Ziel in den Blick zu nehmen, und ihr über die eine oder andere Hürde hinwegzuhelfen, sie auf das eine oder andere geradezu draufzustoßen. Und Lehrende, die genau darin gut sind – so wünsche ich mir – (und davon gibt es jetzt schon einige), sollten in Zukunft mehr Wertschätzung erhalten.

Aber eigentlich nicht erst übermorgen. Am besten schon heute. Jetzt gleich.

Social Learning – Teil 4 – mental fatal ;)

*TEIL 4: Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? (Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)*

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1. Verwirklichung in meinem persönlichen Bereich:
Jede Verwirklichung (Umsetzung) beginnt mit dem Glauben an Möglichsein und Potential einer Idee. Und der festen Überzeugung bin ich, dass Lernen im Netz (Social Learning) nicht nur funktioniert, sondern sehr viel Freude (und Motivation) bringen kann.
Gleichsam mangelt es (noch) an meiner konkreten Umsetzung.
(Selbst-)Kritikpunkte, die ich gerade angehe, sind:

– Ich profitiere vom Geben der Anderen, gebe aber zu wenig (dezidierte) Rückmeldung zurück.

Dazu habe ich mich schon im letzten Post unter Unterpunkt 3 geäußert. Und Besserung gelobt.

– Ich halte mir alle Möglichkeiten offen, anstatt konkrete Projekte/Aufgabenstellungen anzugehen.
So derzeit beim #change11 MOOC. Hier könnte ich eine konkrete Vorgehensweise/ein konkretes Profjekt (z.B. ein gemeinsames Blog) für uns paar deutschsprachige Nutzer vorschlagen, anlegen, mitbefüllen, aber nein… das war mir ja (anscheinend) zu verbindlich, lieber halte ich mir alles offen und meine Teilnahme plätschert seitdem auch nur noch so dahin. Allerdings ist es für eine konzertierte MOOC-Beteiligung noch nicht zu spät. Der Vorschlag eines solchen wird mein konkretes Projekt nach Abschluss der Social-Learning-Fortsetzung. Versprochen 😉 .

– Meine Priorität ist (immer noch) kurzfristige Einkommensgenerierung.
Ein Punkt, der mich insbesondere ärgert. Habe ich des Abends – also während meines sog. Feierabends – die Wahl, noch schnell etwas für meine Lohn- und Brotarbeit zu erledigen, für welches mir am Tage die Muße fehlte und auf der anderen Seite ein kein unmittelbar Brotlohn einbringendes Vorhaben durchzuführen, entscheide ich mich in der Regel für ersteres. Was mich aber nicht wirklich weiterbringt, da ich ja nach Zeit bezahlt werde, und nicht nach Resultaten.

2. Verwirklichung bei mir im Unternehmen

Kooperatives Lernen findet durchaus statt, jedoch mitnichten netzbasiert. Und zufällig, meist im privaten Geschäftsrahmen. Zufällig, wenn man nebenbei von der Kollegin die eine oder andere Tätigkeit aufgrund räumlicher Nähe mitbekommt, und sich punktuell über darüber erarbeitete neue Erkenntnisse austauscht. Oder noch wahrscheinlicher beim entspannten gemeinsamen Mittagessen, wenn das Gespräch sich für einen selbst in ungeahnt interessante Bereiche verfängt, ausgelöst über einen Stoßseufzer der Kollegin, nach dessen Grund man sich erkundigt.

3. Verwirklichung bei uns in der FH, als Hochschuleinrichtung
Ich denke eine Hochschuleinrichtung wie meine FH muss sich besonders schwer mit kooperativem Lernen im Netz tun. Dies aus zweierlei Gründen:

– Datenschutzverpflichtung bis Datenschutzwahn

Unser im Gesetz niedergelegtes Verständnis von Datenschutz hat sich mittlerweile überholt. Von einer Neuformulierung sind wir jedoch noch weit entfernt. Allerdings wird das Thema mittlerweile öffentlich und konträr diskutiert, was zumindest einen ersten Schritt zu einer Neuformulierung darstellt.
Solange diese jedoch nicht geschehen, hat sich die FH als quasi öffentliche Einrichtung daran zu halten.
Und wir halten uns nicht nur daran, sondern einige von uns sind gleichsam einem Datenschutzwahn verfallen. Den man befeuert, sobald man das Wort „Netz“ oder „öffentliches Lernen“ oder überhaupt irgend etwas im Zusammenhang mit „öffentlich machen“ in den Mund nimmt. Die Worte darum herum sind im Grunde irrelevant. Es gibt nur die Auslöser.

– Prüfungsordnungen (Bewertung von Einzelleistungen) und Plagiatsdiskussion

In den Prüfungsordnungen steht in der Regel die Passage, dass zwar so etwas wie Gruppenarbeit möglich ist, jedoch die Leistung des Einzelnen abgrenzbar sein muss und für sich bewertet wird (das jetzt lediglich vom Sinn her, die Formulierungen hören sich durch die Bank juristischer an). Was didaktisch eines der Todesurteile für Kooperation und Kollaboration darstellt.

Und zuletzt die leidige Plagiatsdiskussion. Plagiate sind so „bäh“ wie das Abschreiben vom Nachbarn während der Klausur. Von Seiten der Institution(en) wird Wert auf die (auch moralische) natürlich negative Bewertung des Plaggiierens sowie dessen Folgen gelegt.
Als Erziehungswissenschaftlerin stellt sich die Diskussion jedoch (auch als ungenutzte) Chance dar: Ist nicht ein korrektes Zitieren und Einbinden von fremdem Gedankengut ins eigene einfach nur die andere Seite der Medaille? Die – pädagogisch genutzt – zu Gold werden könnte?

Social Learning – Teil 2 – Mega Methoden, tollste Tools

*TEIL 2: Welche Tools und Methoden haben mich begeistert? (Beim Lernen, in der Lehre, im Training)*

Tolle Tools? Mega Methoden?

Bei den Methoden, die mich begeistert haben, handelt es sich im Grunde um eine einzige. Wie die heißt/man die benennen könnte? Das findet ihr ganz am Ende 😉 Doch nun erstman von Anfang an:


1. Was mich begeistert (hat), bei meinem eigenen (bisherigen und beständigen) Lernen

Wann habe ich denn eigentlich das letzte Mal so richtig was gelernt? Just gerade in diesem – ja genau diesem – Moment tue ich es. Lernen. Zugegeben. Ein kleines Lernen. Da ein kleiner Blogpost über etwas, was ich ahne, aber nocht nicht letztendlich weiß, bevor ich es nicht niedergeschrieben/festgehalten/euch präsentiert habe.
Mein letztes großes Lernen? Wahrscheinlich bei und mit Erstellung des Studienbriefes „Grundlagen von Social Media“. Davor während der Seminare, die ich als Dozentin (!) abgehalten habe, manchmal auch beim Klausuren korrigieren.

Erstaunlicherweise lerne ich immer genau dann am meisten, wenn ich das, was ich schon weiß, lehren soll. Warum weiß ich nur danach so viel mehr als je zuvor? Das fängt schon bei der VORbereitung an. Beim Explizieren des Wissens, das ich gerne weitergeben möchte, stoße ich unweigerlich an die eigenen Grenzen. Ich antizipiere automatisch Fragen, die die Studierenden (berechtigter Weise) stellen könnten, fange an das eigene Wissen zu überprüfen, in Frage zu stellen, suche nach Erweiterung, nach möglichen weiteren Anknüpfungspunkten.

Während des aktiven Weitergebens geht das Lernen auf Hochtouren weiter. Anmerkungen, Diskussionsbeiträge, Rückfragen aus ungeahnten Perspektiven versuche ich in meine eigene Darstellung des Sachverhaltes logisch einzubinden, aufgedeckte Widersprüche nehme ich mit nach Hause, um noch einmal länger darüber nachzusinnieren. Der Schatz an Wissen danach hat sich über das Weitergeben verzinst.
Mögliche Tools sind also mein WP-Blog (oder auch jedes andere Blog), eine Prezi, ein Textverarbeitungsprogramm wie iA Writer.

2. Was mich begeistert hat in Lehre/Training
Früher nannte man es wohl Lehrgespräch, ich ziehe den Begriff des Fachgespräches vor. Denn worum auch immer es geht, ist die Vortragende (dann nicht mehr Vortragende sondern im eigentlichen Sinne Moderatorin) dafür offen, dass die Gegenüber als Gesamt (und das mit Sicherheit) um ein vielfaches an Mehr wissen, so kann dieses Mehr damit herausgelockt werden.
Wo aber kommt dieses Wissen her, handelt es sich doch bei den Gegenüber zumeist um Menschen, die gerade deswegen hier sind, weil sie über die besprochene Thematik eben wenig wissen (oder zumindest angenommen wird, sie wüssten wenig darüber). Zum einen – so meine Erfahrung – ist dem nicht zwangsweise so. In BWL-Seminaren sitzen Menschen, die zuvor eine Ausbildung absolviert haben, in der Praxis erfolgreich gearbeitet haben, sich in mühsamer Kleinstarbeit Wissen angelesen, oder auch zufällig und nebenbei mitgenommen haben. Zum anderen ist uns Menschen eine Fähigkeit zu eigen, die nicht Gewusstes zu Wissen machen kann, durch schlichtes Transferdenken und ein bisschen Phantasie.
Hat man genügend Menschen als Gegenüber, kann man diese das Fachgespräch untereinander führen lassen und nach einem bestimmten Zeitraum um ein zu erstellendes Artefakt bitten, welches wiederum – genau wie bei meinem eigenen Lernen aufgezählt – via so verschiedene Tools wie Ietherpad oder auch Papier und Bleistift erstellt werden kann.
Und wie man jetzt (endlich) diese Methode(n) nennen könnte, die sich durch mein eigenen Lernen wie auch mein Lehren hindurchzieht?

Lernen duch Lehren (LdL)
… und wie das konkret und genau gehen soll? Wer das lernen will, der erfahre und erfrage mehr davon bei Jean-Pol oder Oliver.

Viel Spass beim Le(h)r(n)en… äh … Social Learning.