#DNLE – (M)Ein erster Eindruck vom Stanford MOOC

Die Dörte ist schuld!

Just am Freitag Morgen hatte sie mir angetragen, mich noch flugs als Teilnehmerin des #DNLE einzutragen. Was ich auch artig tat. Und geschehen war’s, um meinen freien Freitag-Abend.

#DNLE – Um was geht’s?

Der Hashtag #DNLE steht für “Designing a New Learning Environment” und ist ein kostenloses Online-Angebot der Standford University in xMOOC-Format. Ein xMOOC ist das Gegenstück zu einem cMOOC, beides MOOCs, aber jeweils eben der anderen Art. Wie anders erklärt kein weniger als George Siemens in der slideshare-Präse im Folgenden:
In meinen Worten? xMOOCs haben eine feste Stuktur, einen Plan, wie die meisten Veranstaltungen an einer Uni eben haben. Es besteht ein eher hierarchisches Verhältnis zwischen Lehrendem und Lerner, das Forum (meist abgeschieden vom sonstigen Internet zumindest duch eine zwangsweise Anmeldung, ein Passwort o.ä.) ist der Ort des Austausches. Leistungen die erbracht werden, werden irgendwie von irgendjemandem bewertet und beurteilt, bestenfalls von den Peers. Beim cMOOC (das c steht für konnektivistisch 😉 ) fungiert die jeweile MOOC-Webseite lediglich als Startpunkt alles Weiteren, die Lernenden sind die wahren Experten, Inhalte werden nicht – wie beim xMOOC – im Forum/Personal Journal generiert, sondern vielmehr vorwiegend in den virtuellen Heimatorten der Teilgeber, was nicht selten einfach deren Blogs sind. Der Erfolg der Teilnahme am jeweiligen MOOC, der liegt in der Hand der Teilnehmerin. I.d.R. gibt’s also keine Teilnehmezertifikate, obwohl mit Badges und Ähnlichem experimentiert wird. Soweit die Unterschiede. Oder zumindest die konstruierten Unterschiede.
Der MOOC an dem ich hier also teilnehme ist der xMOOC-Art.

Was tue ich (mir) da (an) – und warum?

xMOOC bedeutet, hier in konkret, “4 written reflections, 2 individual assignments, and a Final Team Project evaluated by peers”. Wer’s genauer wissen will, kann ja mal in die Kursübersicht (pdf) reinschauen. Den kleinen Text zur Selbstvorstellung habe ich schon – sowohl in mein “Personal Journal” (über das Profil zu finden und so eine Art Sammelbüchse für die Einzelleistungen) als auch ins entsprechende Forum. Nun ja, eben ein xMOOC, da sollen die Einzelleistungen hinterher, so man eine Teilnahmebestätigung haben will, eben flugs gecheckt werden können (Effizienz).

Die nächste Einzelaufgabe steht schon an, zu erledigen bis zum 28. Oktober, eine Minute vor Mitternacht, nicht unsere, sondern Pacific Standard Time. Bei zu spätem Einreichen – keine Gnade und keine Diskussion – keine Teilnahmebestätigung. Aber was halte ich mich schon wieder mit dem Formalen auf, hier die (inhaltliche) Aufgabe:

Find three interesting learning environments or education technologies, explain 3 positive aspects and 3 negative aspects for each (500-800 words total), and share with peers.

Antun und näher anschauen tue ich mir das ganze auf jeden Fall einmal aus dem Grund, dass es sich dabei eben um eine MOOC-Mutation handelt, die einen MOOC “unifähig” machen soll. Also Abläufen, Vorstellungen, der Philosophie einer bestimmten Institution kompatibel. Weil man an diesem MOOC m.E. sehr gut ersehen kann, was von einem MOOC bleibt, so er von einer Institution ins Repertoire aufgenommen wird – und ob die Art des Lernens, verglichen mit Modul-Abschließen, einen Unterschied macht.

Und was ist mit meinem Englisch?

Erstaunlicherweise sowas von gar kein Problem. Wahrscheinlich deshalb, weil akademisches Schreiben (und insbesondere auch solches, wie ein Kursüberblick) so hervorsehbar ist. Ebenso die eine kleine Diskussion, die ich bisher zu LMS oder nicht LMS mit LMS-Lovern im Forum geführt habe. Die Argumente (beider Seiten) sind mir so bekannt (hervorsehbar), dass sie im Grunde nur Variationen von hundert Mal Gelesenem darstellen. Ergo: Mit (fachlichem) Englisch gar kein Problem… höchsten die andern haben eines mit meinem. 😉

Ihr werdet noch einen kleinen Geschmack davon bekommen, so ich mein erstes Assignment auch hier im Blog poste.

Ist der nicht zu “massive”?

“Massive” ist der MOOC allerdings schon. Gerade im Moment (Sonntag Morgen) befinden sich alleine im Vorstellungsforum (in dem nicht mehr viel geht, die TNs beschäftigen sich mit der Teambildung und ihrem ersten Assignment) 1314 Threads mit schlappen 3376 Beiträgen. Was mich persönlich aber nicht schockt. Ich nutze die Suchfunktion nach Begriffen, die mich interessieren, ich kann unter den TNs nach Heimatorten filtern, … und manchmal stöbere ich auch ganz sinnfrei durchs Forum, und klicke hie und da mal drauf, was mich halt spontan so anspricht. Alles wie im Internet gewohnt.

Apropos Internet. Ich geh dann mal “Learning Environments” dort suchen, sonst wird das nix, mit meinem Assignment.

Es grüßt von dort

Eure mons7

#ocwl11 – oder (wie) funktioniert ein MOOC unter institutionellen Rahmenbedingungen?

Die @dieGoerelebt hat ja bereits bloggenderweise vorgelegt und den Startschuss gegeben. Und damit gleichzeitig einen umfassenden Überblick über das didaktische Konzept des (meines Wissens) ersten MOOCs unter institutionellen Rahmenbedingungen bereitgestellt.

Exkurs: Nochmal schnell, was war das noch, so ein MOOC?
MOOC steht für ausgeschrieben Massive Open Online Course, hier gibt’s das Video dazu, was sich strukturell dahinter versteckt. Nochmals in Kürze: Jeder darf mitmachen. Lernziel und Einsatz bestimmt die Teilnehmerin individuell für sich. Thema und erste Quellen werden vom Veranstalter als Input bereitgestellt, ebenso wie ein zusammenfassender regelmäßiger Newsletter. Als Schmankerl dienen Live-Events mit ausgesuchten Experten, die der sich gebildet habenden Community (im Idealfall) Rede und Antwort stehen.

Aber widerspricht sich das nicht, so ein MOOC und/unter institutionelle/n Rahmenbedingungen?
Jein. Ja, im hochschulinstituionellen Kontext bestimmt jeder sein Lernziel selbst. Nicht. Und ein paar andere Aspekte auch. Nicht. Aber der Abgleich ist (schon wieder) ein eigener Artikel wert. Aber. Ist nicht alles Rezipieren eine Neukreation? Will sagen, setzt sich ein was auch immer im Nächsten fort, beinhaltet dies per se eine (Neu-)Interpretation. Also warum nicht dem MOOC im institutionellen Kontext (s)eine Chance geben.

Zu meiner Rolle
Da war ich gerade noch am Überlegen …. OB… denn ein MOOC überhaupt auf ein Hochschul-Setting übertragbar sei ….. und FALLS, ja falls, WIE denn das gehen könnte …. da hat der @moskaliuk auch schon das erste Experiment an der Uni Tübingen gestartet. Den #ocwl11. (Sie sind halt experimentell, die Psychologen). (Für mich) Glücklicherweise ist der Kurs folgendermaßen gestrickt, wie die @dieGoerelebt hier so aufschlussreich beschrieben hat:

Die Studierenden legen in ihrer Offline-Seminarsitzung vor und diskutieren entlang der vorgegebenen Literatur (die zum Teil auch open online zur Verfügung steht) das Thema der jeweiligen Einheit. Im Anschluss daran schreiben einige eine Art Protokoll und stellen dieses im Kurs-Blog zur Diskussion. Jetzt sind die Online-Teilnehmer/innen außerhalb der Uni am Zug – eigentlich nicht erst jetzt, denn auch sie hatten bereits die Gelegenheit, die empfohlene Literatur zu lesen und sich bloggend auseinander zu setzen. Doch spätestens, wenn die Studierenden sich netz-öffentlich zu Wort gemeldet haben, beginnt der Open-Online-Teil, für den es eine gesonderte – virtuelle – Präsenzveranstaltung gibt, und zwar immer am Montag eine Woche nach der Offline-Veranstaltung (s. Beschreibung der Struktur).

Begeisterte Patinnen reagieren dann, so der weitere Plan, mit einem Blog-Post, twitternderweise, onlineartig auf das im Blog von den Studierenden verfasste Protokoll. Ihr dürft mich “die Patin” nennen. 😉 Und Patin ist man für ein bestimmtes Thema.

Zu meinem Thema
Die Wissensspirale. Ohne eine Idee davon zu haben, was es denn mit dieser Wissensspirale auf sich habe (jetzt schon, denn ich habe ja mittlerweile den Input (s. in der verlinkten Quelle unten) dazu gelesen – dazu in einem gesonderten Artikel mehr), hat mich dieser Begriff gleichsam magisch angezogen. Angezogen deshalb, da er in mir eine wertvolle Erinnerung hervorgelockt hat, eine der wenigen meiner tristen Schulzeit.

Exkurs: So gut wie alles was da – aus meiner Perspektive – von Statten ging während meiner Schulzeit, wirkte auf mich … schlicht und einfach nutzlos. Deshalb entwickelte ich (m)eine Strategie, möglichst schadlos davon zu bleiben: auf bessere Zeiten zu warten und sich unauffällig/angepasst zu verhalten. Ganz selten, wenn mir jemand einen (Meta-)Erklärung lieferte, gab es einen Funken, ein Hoffnungsschimmer. Eine solche lieferte ein frischgebackener Referendar, als wir unvermittelt in Mathematik mit den netten Zeichnungen aufhörten (warum nur?), um mit Zahlen(spielen) fortzufahren. Die (damalige) Erklärung: Die Mathematik sei in allerlei Bereiche aufgeteilt, einer davon Geometrie, ein anderer Algebra benannt. Jedes (Schul-)Jahr durchschreiten wir diese Bereich, nur eben auf höherem Niveau. Wie auf einer Wendeltreppe. Stellt es euch vor, wie eine Wissensspirale. Und seither ist der Begriff der Wissensspirale mit dem Gefühl der Erkenntnis, der Freude, des Gefühls, dass da vielleicht doch eine Idee, ein Sinn hinter diesem ganzen Schulleid stecke, belegt. Wie kann ich da anders, als mich für die Wissensspirale als Patin zu bewerben?

Mein ureigenes Forschungsinteresse dabei
Und manchmal – in ganz schwachen Momenten – befürchte ich, dass Bildung und lustvolles Lernen gar ganz und gar dem Administrativem/dem Verwalten (auch) an der Hochschule gewichen sind. Dass zwar noch Bildung draufsteht, aber Administration drin ist. In der Hoffnung, dass ich in solchen Momenten (ganz) falsch liege, starte ich meine (teilnehmende) Beobachtung.

Und? Seid auch ihr mit dabei?
Es werden noch weitere Patinnen gesucht. Und Retweeterinnen. Und Mitmacherinnen.

Macht’s gut bis auf Weiteres
die monsi.