#cosca13 Sessiondokumentation: Rapid Content Production – wie geht’s?

Wir sind nicht 4 sondern 5, jetzt 6.  6 ist sexy. Und hier gibt’s unserer Weisheiten letzter Schluss. Das Ergebnis unserer #cosca13 Session.
Unsere Möglichkeiten, mehr guten Text in kürzerer Zeit zu produzieren. Und zwar fürs Blog.

1. Themen-Schnitt

Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, an denen es mir an Schreibanlässen fehlte. Oder besser gesagt, ich glaubte es fehle mir an ihnen. Vielmehr war es aber so, dass ich diese einfach nicht gesehen habe.
Denn die liegen vor Dir und mir. Wir müssen sie nur ergreifen. (Bevor sie Dich beißen. 😉 ).

Kleines Beispiel gefällig?

Dann… sag an.
Was hat Dich z.B. beim #cosca13 besonders angesprochen? Welche Menschen Dich inspiriert und warum? Wie war das Essen (wie ißt es sich auf BarCamps und/oder Konferenzen im Vergleich?)? Was war der erste Link, der Dir heute über Deine Twitter-Timeline hereingespült wurde, und warum hast Du ihn überhaupt bemerkt, warum war er wichtig für Dich?

Wann hast Du heute das erste Mal so richtig gelacht? Warum und was hat Dich dazu gebracht? Gibt es eine Querverbindung des Ereignisses zu Deiner Leidenschaft (z.B. meiner Bildung und Lernen) oder kannst Du einen allgemeinen Schluss daraus ziehen?

Aus Vorstehendem ist herauszulesen, dass man alles zum Thema machen kann. Dass alles zu einer (guten) Geschichte werden kann. Aus allem Möglichen ein Thema zu machen bedarf also lediglich eines Blickes, der das Besondere im Alltäglichen sehen (und das kann man trainieren), sowie ein Quäntchen Humor, der wie von selbst aus der ganz eigenen Perspektive eine kurzweilige Geschichte entwickeln kann.

So wie

Das ist sozusagen wie den Ausschnitt bestimmen, bevor man beim Fotografieren abdrückt.

2. Work-Flow

Hinein, wohin es gehört

Kurze Wege führen schneller ans Ziel. So habe ich mir angewöhnt, Ideen sofort einzutippen (anstatt mit Kuli stichwortartig auf Papier zu bringen) und zwar direkt in den Blog-Editor hinein. Keine Umwege. Das dort hinein, wo es letztendlich eh‘ hinein muss. Und zwar gleich.

Moderater Zeitdruck – selbstgewählt –

Auch nett: Veröffentlichungszeit festlegen. Mit ein bisschen Luft. Macht Lust, die beste Version bis dahin zu erstellen, die möglich. Und das zügig. 😉

3. Hauptaussagen unternander, Lücken füllen

Die Grundaussagen und Aspekte hat man ja in der Tat zügig eingetippt. Warum diese nicht – so unser dritter Tipp – einfach mal untereinander gesetzt. Als Überschriften/Zwischenüberschriften formatieren … und dann … nur noch die Lücken füllen.

4. Das ist keine Outline

[sondern: für euch, die Suchmachinen. Ich möchte euch mit Folgendem füttern: schnell bloggen, bloggen schnell. Wie blogge ich schnell? Wie schreibe ich in 60 Minuten einen Blogbeitrag? How-To. 🙂 ]

5. Verteilung auf mehr als eins

Das Lückenfüllen aus der 3 artet aus? Weil es zum Thema einfach so richtig viel zu sagen/schreiben gibt? Gut so! Warum dann nicht die als Unterüberschriften geplanten Absätze jeweils als eigenen Post veröffentlichen? Sozusagen eine Fortsetzungsreihe schaffen. Hilfreich dann, einen Überblicksartikel, der die Unterartikel zusammenfasst und an einem Platz verlinkt. (Und schon wieder ein Beitrag mehr, der flugs erstellt. 😉 )

6. Nicht mehr aufhören zu schreiben

Ist man einmal im Schreibfluss, z.B. wie ich kürzlich, als ich ein – an manchem Tage sogar zwei – Blogposts am Tag fertigstellte, am besten nicht aufhören. Im Flow bleiben. Ist es einem mal knapp, so wie mir, wenn ich einige Tage hintereinander auf Live-Events „herumhänge“, so lieber einmal einen ganz kurzen (dafür knackigen 😉 ) Beitrag absetzen, bevor man gar nichts postet. Das hilft ungemein im Flow zu bleiben.

Dieses Vorgehen nehme ich mir sogar und ebenso für meinen nächsten Urlaub vor. Und wenn ich die Themen ändere, weil Urlaub ja auch dazu dienen soll, mal eine andere Perspektive auf seinen Alltag zu werfen. Eben durch physische Ortsveränderung.

7. Fluxe Verlinkung

Tabs einfach offen lassen

Die Eingebundenheit in die Blogosphäre ist essentiell. Eingebunden bleibt man (auch), indem man sich auf diese (via Verlinkung) bezieht. Wie jedoch das Verlinkenwollen im Schreibfluss so gestalten, dass es einen nicht herausbringt? Die ganz einfache Version ist, die Tabs, die man verlinken will, solange offen zu lassen, bis man sie in den Editor eingefügt hat.

Wem das dann doch etwas ZU einfach ist, dem sei codiertes Bookmarking empfohlen.

Bookmarking und Codierung

Wie das geht? Seiten, die ich für Artikel, die ich gerade am Bearbeiten bin, bookmarke ich in #diigo hinein mit einem bestimmtem „Code“. Den Code schreibe ich ganz zu Beginn des Artikels hin. Um mein Bookmarking-System ansonsten nicht ganz durcheinander zu bringen, lösche ich die Bookmarks nach getaner Arbeit – also nach dem Absetzen des Artikels – wieder raus. Denn dann habe ich die Verlinkungen ja dorten, wo ich sie haben wollte.

8. Windschattenfahren

In dieser Session habe ich erstmals erfahren, für was diese Online-Zeitungen (eben auch) gut sein können, die man sich aus seinen Tweets zusammenstellen lassen kann. Sowas wie TweetedTimes. Die kann man sich aus den Verweisen der Tweets von Accounts individuell zusammenbauen lassen, denen man selbst folgt. Ruft man diese des Morgens auf, bekommt man nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell einen ersten Eindruck davon, was gerade Thema in der selbst gewählten Community. Themen die einem ins Auge stechen, zu denen man selbst etwas beitragen kann, greift man – natürlich mit entsprechender Verlinkung – einfach auf.

Also eine Art Windschattenfahren. Man hängt sich an Diskussionen dran. Aber hier und auch beim folgenden Punkt nicht vergessen. Immer das eigene Scherflein, die eigenen Perspektive als Mehrwert bieten. Ledigliches Nachplaudern bereichert keine Leserin.

9. Bereichere die Blogosphäre mit Deinem Wissen

Apropos Bereicherung. Auch mit Kommentaren kann man in der Tat bereichern. Insbesondere wenn man einen neuen Aspekt im Kommentar hinzufügt, eine andere Meinung vertritt und diese gut begründet, oder eine andere Perspektive auf die gleiche Sache bietet. Dann gerne mit Link. Ist der Kommentar-Beitrag nämlich in der Tat bereichernd, kommt der einen oder die andere Leserin auf den eigenen Blog zurück. Und gibt dort vielleicht über weiteren Kommentar Anlass für einen weiteren Beitrag.

Womit wir wieder ganz am Anfang bei 1. wären. Denn die Themen schneidet man sich mitnichten immer selber raus, sondern sie werden einem dann und wann auch auf den Blog geschnitten.

Danke an das Rapid-Content-Production-Team!

Heinz

Astrid Schüler

Ann-Kathrin

Udo Butschinek (eCommerce-Experte)

Ihr habt nicht nur die Session, sondern auch die Aspekte, wie es sich schneller – besser – toller bloggen lässt mit Input und eurem speziellen Humor… bereichert!

Eure mons7 (aka Monika E. König)

 

 

 

Rituelles Bahnfahrn zur #rp13 #rpStory13

Obwohl die re:publica schon in vollem Gange, laufe ich erst später in Berlin ein. Traditionell mit dem Zug. Und da ich durch #rpStory13 angefixt (mein erster Beitrag findet sich hier), fiel mir doch glatt auf, dass ich „rituelles Zugfahren“ begtreibe, nicht nur zur re:publica.

Reisen ist/als Luxus.

Ich empfand das Reisen an sich von je her als Luxus. Ich tat es nur gelegentlich, wunschweise jährlich. Menschen die beruflich reisten waren in meiner Vorstellung damals per se reich und lebten den Luxus somit nicht nur zuhause aus, sondern eben auch noch im alltäglichen Leben. Von Kindheit an hatte das Reisen also, in welcher der beiden Arten auch immer, mehr als einen Hauch von Dekadenz anhaften.

Da ich es immer noch nicht übermäßig oft tue, gestalte ich mir das Reisen als eine Art Luxus-Event, nörgelnde Mitreisende sind mir regelmäßig ein Rätsel. Mir das Reisen zum absoluten Luxus zu machen, kostet mich – neben der Fahrkarte – so um die weitere 20 bis 30 EUR. (Die sich gefühlt für mich aber lohnen.)

Luxus 1: Ein Buch.

Ich kann nicht anders. Bin ich am Bahnhof muss ich in den Buchladen im Bahnhof. Oder besser gesagt in beide. Wahrscheinlich gibt es im Untergeschoss noch einen dritten, aber glaubt mir, das will ich gar nicht wisssen. 😉

Zeit für Bücher?

Dass ich die Zeit habe, mich in Bücherläden am Bahnhof herumzudrücken rührt daher, dass ich nicht vorher schaue, wann denn mein Zug geht. Ich gehe zum Bahnhof, ziehe mir eine Karte… und wenn dann gerade ein Zug zum gewünschten Zielort geht, habe ich eben… Pech. 😉 … denn wenn ich noch eine dreiviertel Stunde auf diesen zu warten habe, … dann kann ich ja doch mal berechtigterweise in den Buchladen einlaufen, oder?

Welche Bücher denn?

DSC_0525Da ich wenn auf Reisen zumeist zu Vorträgen, Schulungen oder Workshops anreise, bin ich vorher nicht ganz so aufnahmefähig für Tiefschürfendes. Also weder wissenschaftliche Literatur noch was von Welt. In Frage kämen in der Tat Liebes-Schund-Romane, aber warum auch immer, ich greife zu solchen Gelegenheiten, um mich mit leichter Lektüre abzulenken und zu erfreuen… auf Selbsthilfe-Bücher zurück. Die sind so schön leicht zu lesen (einfache Sätze), haben null Konsequenzen. Es handelt sich ja nur um nett aufgemachte Theorie. Ist die Reise herum, wird die Selbsthilfe-Lektüre als gelesen entsorgt. Was mich leider schon dazu veranlasst hat, das gleiche Büchlein zweimal zu kaufen. Ich konnte mich schlicht und einfach nicht daran erinnern, dass ich es schonmal zu reisender Gelegenheit durch hatte.

Luxus 2: Ein Gosh-Brötchen.

DSC_0526 Habe ich mein Büchlein in der Tasche, so schlendere ich glücklich damit gen Bahnsteigen. Und auf dem Weg liegt der göttliche Gosh. Das ist ein Fischladen. Und die fischbelegten Brötchen sind so sündhaft teuer, dass einem eigentlich der Geschack daran vergehen müsste. Aber eigentlich schmecken sie verdammt gut. Ich lasse mir also eines der Teile in eine Tüte packen, packe diese zum frisch erstandene Lebenshilfe-Buch. Und muss mich schon beeilen, um den Zug nicht zu verpassen.

Luxus 3: Ein Mitropa-Kaffee.

Koffeinsucht Bildquelle. Mit dem Fisch und dem Buch bin ich dann zumindest mal die erste Hälfte der Reise beschäftigt. Dazwischen kommt noch die Fahrkartenkontrolle. Dann muss man zusehen, dass man sein Handy oder McBookAir auflädt, denn Zug ist die Gelegenheit. Und die Mitreisenden zu beobachten kostet auch noch eine ganze Zeit. Solange bis es langsam langweilig wird. Dann steht der dritte und letzte Luxus der Reise an. Ein Besuch im Bistro oder Restaurant, um einen Kaffee – ungefährt so sündhaft teuer wie das Fischbrötchen, das schon lange verzehrt – einzunehmen. Ist man mit dem Kaffee und dem Gespräch mit zufällig getroffenen Mitreisenden durch, so wird es Zeit, alle Siebensachen zu Packen, denn dann ist man so gut wie in Berlin.

Auf der #rp13, von der ich – wenn das so weitergeht: in drei Bildern – berichten werde.

Betreibt ihr auch rituelles Reisen? Und wenn ja, wie, fragt sich

Eure mons7 (Monika E. König)