Geschützt: 10 Gründe in Lehre und Wissenschaft zu twittern

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Flipped Classroom mit @dunkelmunkel an der Uni Frankfurt

Eine Veranstaltung mit @dunkelmunkel ist doch immer wieder ein Erlebnis. Heute ging es um …. na?

Flipped Classroom

Ganz nach der Manier des Flipped Classroom sollten sich die (bis auf zwei Ausnahmen) Teilnehmerinnen vorbereiten. Und ganz nach Manier @dunkelmunkel war Aufgabe und Worksheet das zu tun, online gestellt. Wer mal reinschauen mag, der klicke hier herein.

Einstieg

Erfrischend schon der Einstieg in der Präsenzveranstaltung. Die Vorstellungsrunde ging über ein witziges Spielchen.

  1. Wie hast Du von dieser Veranstaltung erfahren? Ich beginne und beginne meinen Satz mit A. Der nächste mit B, der nächste mit C usw.
  2. Was erwartest Du Die von dieser Veranstaltung? Und weiter geht’s im Alphabet.

Große Lacher bei X und Y, so könnt ihr euch vorstellen, aber von denen die jeweils dran waren, souverän gelöst. :)

Gruppenarbeit

mit Moderatorin und Protokollanten. Die eine Seite der Gruppe sollten die Verfechter des Flipped Classroom werden, die andere Front (in der ich mitmischte, wurden zu argumentativen Gegnern. Heraus kam letztendlich, dass … Flipped Classroom wie alle anderen Methoden eben ihre Vorteile und Nachteile hat.

Pro_Contra_Flipped_Classroom

Aufkommende Fragen dabei

waren z.B. wie geht man mit nicht vorbereiteten Studierenden um? Wie steht’s mit dem (Mehr-)Aufwand? Und vor allem wollten wir Hinweise zu Produktion und Länge der Videos. Und noch einige mehr.

Didaktik vor Methodik

Auch bekamen wir eine kleine Vortragseinlage, nämlich zu Didaktik vor Methodik, interessant hier das Angebot-Nutzungs-Modell frei nach Helmke.

Angebot-Nutzungs-Modell

Aktive Lernzeit zu erhöhen (sowohl draußen als auch drinnen in der Uni) will der “Flipped Classroomer”. Überlegen sollen wir uns (und das auch aufschreiben!), was die Studierenden lernen sollen. Die Studierenden können…. [hier die eigenen Gedanken eintragen]. Wir weden also outputorientiert und der Prozess wird das, was vorher/früher der Inhalt war.

Kompetenzformulierung? Gar nicht so leicht!

Und dann ging es ans (selber) Eingemachte. Wir sollten in kleinem Grüppchen für eine Vorlesung aus der Runde genau das. Formulieren, was die Studierenden hinterher können sollen. Unsere Kärtchen wurden alsdann der jeweiligen Stufe der Bloom’schen Lernzieltaxonomie subsumiert.

Flipped Classroom zielt dabei auf die oberen Bereiche. Also “understand” und “remember” soll vorher passieren, “apply, analyze, evaluate and create”, das soll in der Präsenzphase geschehen.

Methodik

Sehr beeindruckend die Vorführung einer kleinen Aufnahme, also die Live-Erstellung eines kurzen Videos, durch @dunkelmunkel. Auch eine kleine Störung wurde nicht wirklich zum Problem, vielmehr Anlass, hinterher zeigen zu können, wie man das ungewollte Stück flugs herausschneidet. Die so erstellte Wissenseinheit war der Vortrags-Input zum Modell des “Cognitive Apprenticeship“.

Ebenso erhielten wir die Erstansprache vor einer Veranstaltung, wie sie von @dunkelmunkel so vor den Studierenden gehalten wird. Dieser setzt auf selbstverantwortliches Lernen damit, sprich legt die Verantwortung in die Hände der Studierenden. Expliziert aber auch seine Unterstützungsangebote wie Plenum, Übungsgruppen, Forum im LMS oder auch die Sprechstunde. Alternatividee z.B. schriftliche Spontanabfragen vor einigen Veranstaltungen, für die es Bonuspunkte gibt.

Tipps:

  1. Nicht fragen, wer das Video angeschaut hat. Wenn man es im Laufe der Gruppenarbeit merkt, Individual-Feedback geben. “Wo sind Deine Fragen für die heutige Veranstaltung? … Oh. Nicht vorbereitet? Wird schwierig heute.” So in etwa.
  2. Fragerunde: Fragen sammeln, priorisieren, ausgesuchte Frage vom Frager nochmals formulieren lassen, Frage an die Studierenden zurückgeben, z.B. über “Think – Pair – Share” (nach Lyman 1981).
  3. Ansprüche nicht zu hoch setzen. Z.B. Ich bin nicht der Individual-Betreuer. Aber ich mache meine Veranstaltung ein bisschen interaktiver.
  4. Aktives Plenum: Studierende werden nach vorne geholt, um den Prozess zu managen. Dozent sitzt ganz hinten, um raus zu sein. Studierende vorne schreiben und moderieren, müssen nicht inhaltlich mitarbeiten. (s. auch Berger, Grzega & Spannagel (2011). Lernen durch Lehren im Fokus. Berlin: epubli.) Vorteil: Dozent nicht unmittelbar im Zugzwang, sondern kann sich überlegen.
  5. Hörsaalspiele. Wen die interessieren, der lese mal bei der @Luciluius mit. Oder hier: Lucius, K., Spannagel, J. und Spannagel, C. (2014). Hörsaalspiele im Flipped Classroom. In K. Rummler (Hrsg.), Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken. S. 363-376, Waxmann.
  6. Überrasche Deine Studierenden!
  7. Nicht bei jedem Prozess ist es sinnvoll, Input vorher zu geben. Z.B. Impulsvideo mit Aufgabe.

Konzeptionsblatt eines eigenen FC-Szenarios

Das haben wir nun für unsere Veranstaltung ausgefüllt. Ergebnisse wurden flugs von @dunkelmunkel abfotografiert und hernach beispielhaft präsentieren lassen. Hier der Vordruck, dankenswerter Weise cc BY SA.

PlanungFlippedClassroomSzenario

Wer sich vertieft und selber damit beschäftigen mag, hier noch eine Master-Arbeit zur Thematik.

Message zum Abschluss

Es geht nicht darum, Aufwand zu senken. Sondern es geht darum, die Lehrqualität zu erhöhen. Und das macht eben Arbeit/Aufwand.

Ergo zum Workshop

Motivierender Input und Selbermachen, der und das den Wunsch in einem erstehen lässt, sofort mal alles umzudrehen.

 

 

 

 

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Filed under Lehre, Seminare und Weiterbildung

#lernlust, aber ja! Aber in der Schule?

LernLust – ein Beitrag zur #blogparade

Ja! Lernen macht mir Lust. Die Lust des Momentes, in dem ich eine Erkenntnis habe. Die (für mich) neu ist. Die Lust, nach einer Phase harter konzentrierter (Lese-)Arbeit, wenn sich in meinem Kopf ein Gesamtbild über die Thematik anfängt zusammenzusetzen. Und nochmals, wenn es in diesem neuen Gebälk ein wenig knirscht… und sich das Gesamtbild vergrößert, verändert,… und mir dieses dann neue Handlungs- und Sichtweisen in meiner kleinen Welt eröffnet.

Lernlust, die hatte und habe ich! Aber in der Schule?

LernLust in der Schule?

Ich muss einige Minuten nachdenken, bevor mir Momente der Lernlust einfallen. Warum? Waren das so wenige … oder habe ich die guten Seiten zusammen mit den schlechten (hier hatte ich schon mal über meine Schulerfahrungen geschrieben) gleich mitverdrängt? Ich bin ratlos. Beschäftige mich mit etwas anderem. So zwei drei werden es doch wohl gewesen sein? Sie werden zurückkommen. Wenn ich ihnen die Zeit gebe. Und tatsächlich. Da war so einer. Ein Moment der Lernlust.

Mathe aus Pädagogensicht

Mathe (wie auch Englisch, obwohl ich das in London ruck zuck fließend sprechen konnte), war nicht so mein Ding. (Einschub: Dafür war Deutsch meine Leidenschaft, hier hatte ich es aber viel schwerer, sehr gute Noten zu schaffen als in den Fächern, die mir fern lagen. Seltsamerweise.) Aber ich hatte Strategien (insbesondere eine) dafür entwickelt, wie ich trotzdem sehr gut durchkam. Ich suchte nach Mustern. Es gab immer Aufgaben der gleichen Art. Die bündelte ich,… und lernte eine mit kompletter Lösung auswendig. Wenn eine Aufgabe solcherart in der Ex oder Schulaufgabe drankam…. schrieb ich mir die auswendig gelernte entsprechende Aufgabe aus meinem Gedächtnis auf… und rechnete die geforderte einfach analog danach nach.

Ich weiss, das klingt ziemlich hirnlos. War aber sehr effektiv. Verschaffte mir meist sehr gute Noten. Viel mehr, als etwas “nachbeten” können, war (auch) damals nicht wirklich gefragt.

Und dann kam dieser Moment. Wir hatten, wie im letzten Jahr (Mustererkennung schon wieder) abrupt das Thema gewechselt. Vorher hatten wir noch irgendwas mit Winkeln berechnet, plötzlich kam er mit Gleichungen daher. Ich nahm allen meinen Mut zusammen, sagte ich doch wenig in der Schule. Ich hatte mit Auswendiglernen bessere Erfahrungen gemacht. Ich fragte, was das für ein Bruch sei, in der Thematik.

Es folgte das Aufschlussreichste, was ich seit langem in der Schule gehört hatte. Die Mathematik bestehe aus verschiedenen Teilgebieten. Z.B. der Geometrie und der Algebra. Unser Lehrplan sei eben wie eine Wendeltreppe gestrickt. Wir durchlaufen verschiedene Bereich (die gleichen wie letztes und nächstes Jahr), nur auf jeweils höherem Niveau.

Von dieser Auskunft überwältigt bekam ich Mut. Den Mut, eine weitere Frage, eigentlich eine Nachfrage, zu stellen. Die da lautete… “Und gibt es Querverbindungen zwischen den Bereichen? Haben die etwas miteinander zu tun?”. Die Antwort war so erfrischend wie erstaunlich. Ja, die gebe es. Die Antwort auf die einfach anmutende Frage sei aber so komplex, dass er noch ein wenig weiterstudieren wolle, bevor er sie in hier gebotener Kürze und so spontan beantworten könne.

Meine Gedanken überschlugen sich.

“Es gibt also weitaus größere Fragen, als jene, die mit Auswendiglernen getan.”
“Ich kann mir diese selbst – über ein Studium – beantworten.”
“Wenn ich weiss, was sich diese Pädagogen hinter dem Unterricht denken, … dann kann ich noch viel effizienter lernen.”
“Noch besser wäre es, wenn ich den Stoff selbst strukturierte.”

“Und die Königsdisziplin wäre wohl, wenn ich wüsste, wo und wie man Gelerntes praktisch anwenden kann.”

 

In diesem Moment – so wird mir heute und jetzt klar – war der Wunsch nach einem Pädagogik-Studium geboren.

Denn damit konnte ich die Schule besiegen. ;)

 

 

 

 

 

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Filed under BlogCarnival, Lernen 2.0

“Mobile Audience Response (Voting-) Systeme in der Hochschullehre“ …. sind….

Vorspann

Mobile Audience Response (Voting-) Systeme in der Hochschullehre sind blöd. So mein langjährig gepflegtes Vorurteil. Warum? Na, weil man “seine” Studierenden mit Namen kennen muss, mit ihnen überhaupt in Dialog/Diskurs (ein-)treten sollte… und jedem (zumindest versuchen) den individuellen Hinweis zu geben, der genau der richtige zum jeweiligen Stand in der (am besten noch Persönlichkeits-)Entwicklung ist.
“Danke Frau König, für Ihren Beitrag. Leider haben wir nächstes Semester zwei Veranstaltungen der anderen Art.  Eines mit etwas über 250 Studierenden, ein weiteres mit ca. 400 plus. Gerne können wir das machen, wie Sie vorschlagen. Bitte um weiteren Hinweis, wie das zu skalieren wäre.”
Ich: Schweigen. Mit Schrecken denke ich an meine letzte Veranstaltung mit lediglich 40 Studierenden. Ich melde mich umgehend zur Veranstaltung “Mobile Audience Response (Voting-) Systeme in der Hochschullehre“ an.

Zwei dieser wurden vorgestellt, und angesichts der „Massen“, die im Seminar zu erwarten, war ich offen, mein Vorurteil zumindest zu überdenken. Hier das, was ich mitgenommen habe.

eduVOTE
*Was geht?*
MC-Fragen stellen, oder Ja/Nein-Fragen, das war’s. Die kann man allerdings geschickt einsetzen. Z.B. man findet Fragen, bei denen die Antworten wahrscheinlich ziemlich gleich verteilt sein werden (erfordert ein wenig Übung) und lässt dann für eine begrenzte Zeit die Studierenden Ihre Argumente in Kleingruppen austauschen. Vorteil, Studierende kommen zu Wort, tauschen Argumente aus. Austausch/Diskurs findet also SEHR WOHL statt.

Besonders geeignet für die PowerPoint-Fraktion unter den Lehrenden. Die können nämlich die Fragen in Powerpoint über ein Add-In darin erstellen, und die Abfrage aus PowerPoint heraus starten. Auch das Ergebnis ist **flupp die wupp** schön grafisch dargestellt und flugs verfügbar.

*leicht leicht bedienbar, für Studis UND Dozenten*
Egal ob die Studie iOS, Android oder sogar Windows als Betriebssystem des Smartphones nutzen, geht. Einfach App runter laden. Mitmachen.

*Mögliche Probleme trotzdem in der Praxis*
1. Laptops mit hoher Auflösung, da gibt’s Probleme, da muss man vorher was umstellen (ist aber gut in den FAQs des Anbieters beschrieben), da darf Windows nicht skalieren.
2. MS Updates können Probleme verursachen.
3. Ohne W-LAN bzw. Netzempfang geht nix. Apropos nix.

*Nichts ist umsonst*
Test-Account möglich für 3 Monate (also kein ganzes Semester!), Einzellizenz kostet 299 EUR, Lizenz für die ganze Uni pro Jahr 2.800 EUR.

ARSnova
*Was geht?*

Über Browser, also nicht mal eine App notwendig.

Ein bisschen mehr, Fragen verschiedener Art, also Multiple Choice, Single Choice, Ja/Nein, aber auch offene Fragen… und noch mehr. Einfach mal reinschauen unter arsnova.eu. Auch kann man als Studierender zur Veranstaltungsgeschwindigkeit sich konstant äußern, und es gibt ein Feld zum offene Fragen der Studierenden stellen, … ergo: Tolle Möglichkeiten, aber auch ein bisschen ein Einüben des Zusammenspiels der Dozenten mit den Studierenden notwendig.

Und das beste: Die schreiben einen Blog. Hier mal reinlesen. Da werdet ihr reingezogen… in die Tiefen der didaktischen Möglichkeiten, in Studien und … seht selbst. Wenn ihr auf der ARS nova-Seite seid, ganz unten in der Mitte gucken, und dann links auf Blog klicken.

Soviel nur in Kürze. Später mehr, nach Praxis-Einsatz.

Eure @mons7. Wieder da.

P.S.: Wenn ich richtig verstanden habe, gibt es eine Video-Aufzeichnung der Vorträge, die ich natürlich, so verfügbar hier auch noch verlinken werde.

 

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MOOC? Let’s talk about Money!

Anfang November werde ich mal wieder einen Impulsvortrag halten. Und natürlich vorbereitende Gedanken und erstellte Präse hier mit euch teilen. Hier schon mal Titel und Kurzankündigung.

Freue mich wie immer über Anregungen zur Thematik auf allen Kanälen.

MOOC? Let’s talk about Money!

A MOOC may be free of charge for the students participating, but it does cost money if you are the host.
Monika E. König, host and facilitator of the MOOC Maker Course 2013 (#mmc13) is going to

  • talk about financial aspects of MOOCs

  • present examples of total expenditures for different MOOCs and

  • give hints on what to spend your money on to get the MOOC you want to host.

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Mitmachen beim #ldlmooc2. Der Macher @vilsrip im Interview

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Bis zum #ldlmooc2 ist nicht mehr lange hin, …

Lieber Peter, erst einmal herzlichen Dank, mir hier auf der Lernspielwiese Rede und Antwort zu stehen.

Peter Ringeisen

Folgende Fragen und mehr spuken mir im Kopf herum. Du übernimmst ja quasi die Macher-Rolle, die seinerzeit Mark Schakinnis im #ldlmooc hatte. Was hat Dich gerissen, das auf Dich zu nehmen?

Das geht auf Jean-Pol Martins Initiative zurück. Er regte in der FB-Gruppe “Lernen durch Lehren” an, man sollte doch auf den ersten #LdLMOOC möglichst bald einen zweiten folgen lassen, – man bräuchte nur noch einen, der immer wieder ein bisschen “pusht”. Daraufhin meinte ich, “ein bisschen pushen”, das könnte ich schon. Das nächste, was ich auf Jean-Pols Wikiversity-Seite zum #LdLMOOC2 las, war, dass ich der Gesamtverantwortliche bin. Das hat mich im ersten Moment sehr verblüfft – damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hätte natürlich protestieren können und von einem Missverständnis reden … aber auf den zweiten Blick fand ich, dass diese Aufgabe auf mich machbar und reizvoll wirkte (oder umgekehrt).

Ein zweiter Durchlauf ist ja immer eine nächste Version, bei der man aus dem Vorgänger lernen konnte. Was hast Du aus dem #ldlmooc mitgenommen und im #ldlmooc2 modifiziert?

Jean-Pol Martin hatte von vornherein eine Struktur im Kopf, die der des ersten #LdLMOOC weitgehend entspricht. Ich habe das einfach so von ihm übernommen, da es mir vom Aufbau und der Gewichtung her (mehr Beispiele aus der schulischen Praxis, aber auch die Übertragung von LdL auf Hochschul-Anwendung) sinnvoll erschien. Meine Modifikation war zweifach: Erstens wollte ich mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Teilnehmer, die Facebook gegenüber skeptisch sind, zum einen aus prinzipiellen Gründen (Offenheit), zum anderen, weil ich weiß, dass gerade unter den Lehrkräften die Ablehnung von Facebook sehr verbreitet ist. So habe ich bei mixxt.de eine Seite für den #LdLMOOC2 eingerichtet, die nicht nur ein Forum, sondern auch ein Wiki und weitere Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Zweitens wollte ich versuchen, ob man nicht noch mehr Teilnehmer gewinnen kann. Den ersten #LdLMOOC fand ich sehr schön, aber die Zahl der tatsächlich aktiven Teilnehmer, die Visualisierungen erstellt und LdL-Einheiten konzipiert haben, war doch klein. Vielleicht waren ja eine ganze Reihe von Teilnehmern als passive Zuschauer dabei – das weiß ich nicht; die Teilnehmerbeiträge sind auf Marc Schakinnis’ LdLMOOC-Blog verlinkt. Kurz und gut, ich wollte mehr Werbung für den MOOC machen, um mehr Kolleginnen und Kollegen an Schulen und mehr Hochschul-Lehrenden die Möglichkeiten vor Augen zu führen, die man mit LdL gewinnt.

Du hast ja ein tolles Talent, Plakate zu gestalten, auch Orga-Fähigkeiten offensichtlich, und erst recht einen wilden Haufen Motivierter zu koordinieren und immer wieder zu motivieren. Macht das nicht einen Haufen Arbeit?

Vielen Dank für die Blumen! Gestalten und Organisieren kostet sicher Arbeit – aber erstens macht mir das Spaß (und mit Übung geht alles schneller), und zweitens fiel die Hauptvorbereitungszeit ja in die Sommerferien, in denen man als Lehrer seine Zeit doch flexibel gestalten kann.

Was wünscht Du Dir für den #ldlmooc2?

Ich wünsche mir zunächst zahlreiche Anmeldungen von neugierigen, kreativen und produktiven Lehrkräften aus Schule und Hochschule und möglichst auch von Studierenden, die sich auf einen Lehrberuf vorbereiten. Während des #LdLMOOC2 wünsche ich mir, dass erstens einmal von der technischen Seite mit den Hangouts alles klappt, und zweitens, dass die Teilnehmenden in einer an LdL angelehnten Weise über “Lernen durch Lehren” soviel lernen, dass sie Freude daran haben und sehen, wie gewinnbringend die Anwendung dieses Wissens im Unterricht sein kann.

Vielen Dank, Peter, ich werde AUF JEDEN FALL mit von der Partie sein! Und freue mich schon auf das Webinar zur Vorstellung des #ldlmooc2 am 17. September. Falls ihr weitere Fragen an Peter habt, immer rein ins Kommentarfeld, … vielleicht gibt er dann ja noch ein Interview Teil 2. :)

Alle die mitmachen wollen, … oder einfach nur mal schauen, wer da so was und mitmacht, seien herzlich eingeladen.

Eure @mons7

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Platz und Rolle von Dissens in Diskursgemeinschaften. Erfahrungssplitter

Eigentlich wollte ich ja was ganz ANDERES machen. Nämlich diese alle Texte lesen, euch kurz zusammenfassen und einen Blogbeitrag drüber schreiben. Sozusagen eine Rezension zu dem Zweck, dass ich mich auch vollständig durchkämpfe.

Bevor ich aber – mit einer mittelgroßen Tasse Kaffe im Schlepptau – daran ging, streifte ich noch ein bisschen durch Input aus gestern, nachdem ich mich ins Bett verzogen hatte, und stieß auf diese Frage von dem @spani3l. MOOC-Texte, ich kann nicht anders, ihr werdet auf das nächste Wochenende verschoben.

“Was ist denn dann die Rolle von Dissens in solchen Diskursgemeinschaften – hat der überhaupt eine Rolle, hat er Platz? Wie geht ihr in euren Diskursgemeinschaften mit Dissidenten, Querdenkern und Leuten, die vielleicht einfach nur anders sind um?”

Tausend kleine Mosaik-Steinchen blitzen vor meinem geistigen Auge auf, wie ich als anders Seiende in einem Diskurs behandelt, oder wie ich einem Querdenker während eines Diskurses begegnet. Nach etwa 2 Stunden draufstarren, formiert sich ein Muster.

Erfahrung 1: Diskursgemeinschaften, wer ist denn Teil einer Diskursgemeinschaft?

Schon gleich in meinem ersten Semester habe ich irgendwie verstanden, dass es sowas wie eine Diskurs-Gemeinschaft gibt, die Teilnahme an dieser/diesen wurde in Seminaren schon eimal eingeübt. Allerdings habe ich es nie (und bis heute) geschafft, wirklich Teil einer solchen universitären Diskursgemeinschaft zu werden, und dies m.E. aus mehreren Gründen.

  • Ich denke zu langsam. Fällt mir die passende gut durchdachte und formulierte Erwiderung auf eine Frage/eine Aussage im Seminar ein, ist die Gruppe schon wieder zwei Gedankengänge weiter. Ich lasse meinen Einwand los und versuche wieder zu folgen.
  • Ich lese zu wenig. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich mir alle Namen und Werke in meinem ersten Seminar aufgelistet habe und mich dann die ersten Semesterferien in Unmengen von pädagogischen Klassikern, Theoretikern und auch die Gedankengänge von Fromm und Freud eingelesen habe. Aber da hatte ich ja auch Zeit und keinen Vollzeit-Job. Ich denke immer noch, man müsse die Literatur, auf die sich jemand bezieht erst mal lesen. Und nachhaken, wenn der oder die einen Begriff benutzt, welche Definition denn genau dahinter steht. (Das kann nämlich nach Fachgebiet und nach “Schule” höchst unterschiedlich sein).
    [Übrigens habe ich es auch noch nicht geschafft, hier alle Literatur nachzulesen, aber das werde ich noch tun!]

Erfahrung 2: Ich begegne Spok und er betrachtet mich als eine fremde Lebensform

Manchmal während meiner ersten Semester bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe einen Satz (selten elaborierter formuliert) aus meiner Erfahrung heraus formuliert. Typische Reaktion der Studierenden: herzhaftes Lachen. Richtig alte Lehrende (meistens Männer) hatten darauf ein süffisantes Lächeln auf den Lippen, starrten mich ein wenig an… und sagten sowas wie “Interessant”. (Was mich immer an Spok erinnerte.)

Beides hat mich nicht gestört. Nein. Im Gegenteil. Ich war eigentlich sehr erfreut, mich eingebracht zu haben.

Erfahrung 3: Sich einem Lager zuschlagen

Manchmal halte ich mir Einwände vom Leib, indem ich auf Durchzug schalte. Dies geschieht insbesondere, wenn ich versuche, eine Vorgehensweise zu umreißen, wie ich vorhabe eine Frage zu beantworten.

Ich:
Also das Material liegt in verschiedenen Formen vor, ich bringe es erst einmal in eine Form, nämlich Text und speise diesen in MAXqda ein. Wenn alles drin ist, habe ich dann ungefähr – wäre der Text ausgedruckt – 23 dicke Ordner Rohmaterial, das es jetzt zu beackern gilt.

Er:
Ja, aber das Rohmaterial ist doch höchstens von 51 Menschen produziert. n=51 ist zu niedrig. Außerdem ist das ganze doch gar nicht  vergleichbar! Das ist doch gar nicht auswertbar. Pass mal auf, … Du schmeißt das besser weg und machst einen Fragebogen, wo man ankreuzen muss. NICHTS schreiben lassen. Das ist des Teufels!

Ich:
Ja. Beantworte Du Deine Fragen und ich meine. Ja. Ich schmeiss das Zeug schon weg, aber verpiss Dich jetzt SOFORT UND LASS MICH IN RUHE, Du quantitatives Biest, Du! ;)

Erfahrung 4: Ein neues Lager begründen

Man kann als Außenseiter natürlich gleich eine ganz neue “Schule” begrüden. Das haben z.B. m.E. Luhmann (mit seiner Systemtheorie) gemacht, oder auch Oevermann (mit seiner Objektiven Hermeneutik).

Was dazu  notwendig ist?

  • Ein Vorgehen, das erstaunliche Forschungsergebnisse erbringt.
  • Und dann es schaffen, dass Menschen (Wissenschaftler) sich dieses Vorgehen zu eigen machen. Vorteil der Wissenschaftler: Sie können noch weiße Flecken innerhalb eines gesteckten Rahmens beackern und so zu akademischen Weihen gelangen.
  • Am besten nach innen (In-Group) sich zwar gegenseitig herausfordern, aber so, dass man sich gegenseitig fördert. Nach außen einen Feind suchen, der aber auf dem selben Feld spielt. Oevermann z.B. die Tiefenhermeneutik.
  • Man muss vorher jedoch in gewissem Maße im Wissenschafts-System integriert gewesen sein.
  • Und es macht irre viel Arbeit. Luhmann war fleißig (hat viel viel viel geschrieben), Oevermann nicht so viel, aber dafür ist er von charismatischer Persönlichkeit und lebt sein Vorgehen in Forschergruppen vor und aus.

Erfahrung 5: Dissens kontrolliert zulassen und wertschätzen

Das wär’ natürlich das beste. Soviel Dissens zulassen, wie man vertragen kann und es für das eigene gedankliche Weiterkommen fruchtbar machen. Und das dem Gegenüber auch wertschätzen.

Ergo

  1. Dissens kann ich leichter zulassen, wenn ich fest im Sattel sitze (also mich im Uni-System nicht erst etablieren muss oder ganz unten angesiedelt bin).
  2. Einwände zulassen macht Arbeit. Weil ich muss mich damit auseinandersetzen und ggf. nachlesen.
  3. Einwand muss irgendwie an mein Gedanensystem andockbar sein, sonst nutzt er mir nichts, weil er sich wie aus anderer Welt anfühlt. Ich könnte also nur die Welt wechseln.
  4. Und manchmal muss man den auch aus Zeitgründen abbügeln.

Ich geh’ lesen. Und wagt euch bloss nicht, mich nochmals so zu inspirieren! ;)

@mons7

 

 

 

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Manifestationen von WebLernen – eine kleine Sammlung von Beispielen

Manifestationen von WebLernen

Immer häufiger fällt mir bei meinen Streifzügen durchs Web etwas auf, was ich WebLernen nennen möchte. Kriterien, die jede davon erfüllen (nicht abschließend) sind

  • Lernen verobjektiviert sich -> Artefakt.
  • Lernentwicklungen über diese punktuell erstellten Artefakte werden les- und nachvollziehbar -> Öffentlichkeit.
  • Lernen nimmt eine sich wiederholende Form an (die sich allerdings entwickeln kann).
  • Es sind daran eine gewisse Anzahl von Menschen beteiligt, die jedoch über den Zeitverlauf wechseln können.
  • Zum Praktizieren braucht es nicht nur Beschäftigung mit dem Inhalt, sondern Auseinandersetzung mit Web üblichen Formen und Formaten.
  • Herzkunft, Ziel und institutionelle Anbindung der Lerner äußerst heterogen.
  • Das was man tut wird während des Tuns mitreflektiert.

Beispiel 1 – #acwri

Bei #acwri handelt es sich um einen Hashtag auf Twitter, der dazu dient, an einem gegenseitigen Unterstützungsnetzwerk zum akademischen Schreiben teilzuhaben. Ein Effekt auf den Teilnehmenden z.B. die öffentliche Selbstverpflichtung, die motivierend wirken kann. Funktoniert asynchron, einziger Verbindungspunkt der Hashtag.

Zum #acwri hier ein Interview mit Dennis Fassing.

Beispiel 2 – Erstellung von Artefakten angeregt durch einen MOOC

Einen MOOC an sich würde ich nicht zum WebLernen dazu zählen, da ich WebLernen vom Lerner aus denke. Nimmt dieser an einem cMOOC teil, so ist der sichtbare Lernbeitrag zumeist ein Blogpost. Oder eines der Videos, die im Rahmen des #ldlmooc erstellt wurden.

Was ist die Manifestation aber bei Teilnahme an einem xMOOC? Was wird da gleichsam als Produkt vom Lerner sichtbar? Meines Erachtens nichts (die bestandenen Mini-Tests z.B. bei Iversity sehe ja nur ich selbst als Lernerin.) Höchstens noch meine Beiträge im Forum, die auf der anderen Seite aber wiederum an einer Örtlichkeit sichtbar werden, die nicht die eigene ist. Will meinen durch die zentralisierte (Halb-)Öffentlichkeit des Lernortes, … wird es schwer, Artefakte zu erstellen?

Beispiel 3 – #EdChatDE

Der #EdChatDe ist mittlerweile zur Institution geworden. Um was handelt es sich dabei? Ein Online-Treffen auf Twitter, für Bildungsmenschen und Bildungsinteressierte (Achtung! Lehrerlastig ;) ), und zwar regelmäßig und für eine Stunde. Die Stunde findet synchron an jedem Dienstag Abend um 8 statt. Und wird – man kann das auf Twitter jede Woche verfolgen – heiß erwartet. Es gibt jede Woche ein anderes Thema, zu dem einige Fragen gestellt werden, die Teilgeber und Teilgeberinnen aus ihrer Perspektive und mit ihrer Expertise heraus beantworten.

Am besten mal reinschauen. Am Dienstag, wie gesagt um 8. Einfach nach #EdChatDE fildern und unter #EdChatDE twitter. :)

Beispiel 4 – #ununitv

Bei #ununitv geht es um Bewegtbild. Ist man nicht Teil der Bewegung (so kann man mitmachen), gibt es doch einiges zu sehen (und zu lernen). Schaut euch z.B. das mal an….

die Videos.

Ihr wollt mehr? Kriegt ihr. Macht mit!

Beispiel 5 – ?

Habt ihr weitere Beispiele für mich, die in diese Reihe passen?

Fragt

@mons7

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#eDidaktik14 Hybrides Lern-Setting? Was – wer – warum?

Hybrides Lern-Setting – was soll das sein?

Das Wort hybrid lässt mich zunächst an ein Auto denken. Also eines, das mit Benzin und auch mit Strom fährt. Na, dann schlage ich doch lieber mal sicherheitshalber noch in der #wikipedia nach. Und da findet sich der Satz “Das Substantiv Hybrid und das Adjektiv hybrid beziehen sich auf etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Gemischtes. Sie stammen ab von lateinisch hybrida „Mischling“.”Hm. Da war ich also gar nicht mal so falsch gelegen, denn… ich will etwas ausdrücken, was auch gemischt ist. Und in der “normalen” Lernkultur eben noch nicht ganz so normal.

Und was will ich mischen/gemischt sehen?

Ich nehme immer mehr verschiedenste – nun ja – Manifestationen im Web wahr, bei denen lernen in hybrider Form geschieht, und zwar in der Form, dass Institutionen darin eine Rolle spielen, das Mitagieren jedoch nicht daran gebunden, in irgendeiner Form Mitglied dieser zu sein. Z.B. kann ich in einem MOOC lernen (und u.U. auch ein Zertifikat erhalten), auch wenn ich an einer anbietenden Uni nicht eingeschrieben bin. Auch die Nutzung des Hashtags #acwri (was das ist siehe im Interview hier) durch eine wissenschaftliche Texte schreibende Person (aber nicht einmal das ist notwendig) kann von einer solchen geschehen, die gerade in einem Kurs im Schreibzentrum sitzt, einfach im Schreibzentrum weilt, … oder einfach – wie ich – über das Web darauf aufmerksam wurde. Der im Uni-Alltag versierte Leser/die Leserin mögen nun einwenden, dass ja aber Gelder, also die Finanzierung von Einrichtungen der Bildung mehr und mehr an Nutzerzahlen hängen, die belegbar sind. Also z.B. wie viele Studierende haben sich für einen Kurs xy eingeschrieben etc. Ist das dann nicht schlecht, wenn jetzt jeder Hinz und Kunz das (mit-)machen kann, ohne zählbar zu sein?

Was die Institution davon hat

Aber irgendwie muss die Institution ja doch was davon haben, … sonst würde das ja nicht so zustande kommen. Doch was könnte das sein? Ganz subjektiv und selektiv von mir.

Reputation

Teil solcher hybriden Lern-Settings zu sein bzw. solche zu initiieren bringt der Institution, so das ganze einigermaßen gut läuft, zunächst einmal eins. Einen erweiterten Bekanntheitsgrad, der über die üblichen Verdächtigen hinausgeht. Und die üblichen Verdächtigen sind manchmal nämlich einfach zu wenige, um eine kritische Masse zu ergeben, die Bekanntheit bringt. Z.B. Menschen, die Vorträge in einem bestimmten Wissensgebiet wie – sagen wir mal im weitestens Sinne – eLearning halten. Da fallen mir aus dem Stand max. 50 ein. Und das sind dann immer wieder die gleichen. Wenn man einen Zeitabschnitt von ein paar Jahren betrachtet. Mal kommt die eine oder der andere hinzu, jemand scheidet aus, weil sich der berufliche oder private Weg woanders hin entwickelt hat. Das sind auch die gleichen, die das Thema fasziniert, reizt und reißt. Ein breiteres Interesse kam zeitweise lediglich durch den MOOC-hype auf.

Zukünftige Mitglieder und Assoziierte

Ich kann mir vorstellen, dass wenn ich in einem offenen Lehr-Lern-Setting wie z.B. dem MOOC zum wissenschaftlichen Arbeiten den @mdeimann erlebt hätte, dass ich mal recherchiert hätte, in welchen Studiengängen er so lehrt. An welcher Uni. Und auch wenn das erst einmal nicht relevant wäre (alles Konjunktiv) fiele mir das wieder bei bestimmten Gesprächen zum Thema ein. Will sagen, kann es sein, dass man über eine mediale Präsenz, wenn es um ein bestimmtes Themenfeld geht, langfristig dann doch wieder zukünftige Mitglieder und Assoziierte für seine Institution anzieht?

Delegation von Aufgaben, die sie selbst nicht leistet/leisten kann

Das was in der Lehre und den Bildungsinstitutionen wirklich wirklich wirklich Arbeit macht (und das kann ich aus leidvoller Erfahrung sagen), ist das wertvollste, was diese leisten. Nämlich qualifiziertes Feedback geben. Mit qualifiziert meine ich solche Punkte wie nicht nur in einer Zahl sondern inhaltlich. Wie begründet auf der intensiven Sichtung der Exponate des Gegenübers. Wie mit Herz und auf die Lebenslage und Zukunft der Person bezogen. Das macht Arbeit. Das kostet Zeit. Das Web bietet nun, zumindest wenn man gelernt hat, das anzufragen, Möglichkeiten, mehr davon zu bekommen. Ob die dann ankommen und wie relevant die für die Person sind, der sie gegeben werden, sind m.E. unkritische Einwände, weil die Probleme hat man bei Feedback in institutionellen Kontexten genauso.

Lernchancen über beständigen Kontakt mit einem “außen”

Kontakte mit einem wie auch immer gearteten “außen” sind aufreibend. Weil die andere Verhaltens- und Kommunikationsregeln haben. Andere Wertungen, andere Normen. Trotzdem interessieren die sich ja für die gleiche Thematik. Diese aufreibenden Kontakte bieten also immer auch Lernchancen. Aber hier spricht wahrscheinlich wieder nur die Vollblut-Erziehungswissenschaftlerin in mir. ;)

Was der institutionelle TN davon hat

Eigentlich könnte man auch hier wiederum denken – am Beispiel des Studierenden, der an einer Uni eingeschrieben ist, die einen MOOC veranstaltet – schon unfair,… ich zahle meine Semestergebühren, habe bestimmte Verpflichtungen, wie (zumindest ab und an mal) an der Uni physisch aufzuschlagen, also im Ganzen größere Verpflichtungen, weniger Freiheit, als jene, die “einfach so” mitmachen dürfen. Dies bringt (wieder m.E.) aber auch entscheidende Vorteile mit sich.

Größere potentielle Gruppe von thematischen Austauschpartnern

Ihr kennt das, wenn ich in den neunzigern studiert habt, oder? … da saß man in einem Seminar. Vielleicht 40 Leute. 10 davon wollten einfach den Schein mit so wenig Aufwand wie möglich. Weitere 10 sind auf der Strecke gebleiben, weil gerade ein Job dazwischen kam, das Seminar sie doch nicht so ansprach, das sonstige Studentenleben einfach attraktiver war. Dann gab es die, die zwar wollten, aber einfach nicht den Biss oder sonstige Möglichkeit hatten, dran zu bleiben und mitzumachen. Wieder 10 weg. Bleiben nochmals 10. Von denen man mit zwei nicht kommunzieren konnte, weil sie eine andere Sprache sprachen, drei weitere nicht mit einem kommunzierten, aus Gründen, die man nicht eruieren konnte. Blieben 5 von denen einem 4 nicht auffielen. Und dann hatte man einen, mit dem man sich (oder der) austauschen konnte. Exzessiv zum Thema. Feedback erhielt, sich gegenseitig auf Literatur aufmerksam machte. Also wenn man Glück hatte. Manchmal blieb auch keiner. Oder zumindest zu wenige.

Teilnehmer von außen machen die Gruppe derjenigen, die für intensiven Austausch in Frage kommen, größer!

Kontakte in relevante Praxis

Und diejenigen, die sich da hinzugesellen, in solcherlei Lern-Settings, sind oft aus einer relevanten Praxis. Warum sich also nicht daraus zusätzlichen, andersgearteten Input holen? Und nicht nur das.

Beständige Überprüfung der Relevanz der eigenen Bemühungen

Warum nicht gleich einmal abgleichen, wie relevant das gerade Gerlente für eine solche Praxis sein könnte? In diese Einspielen? Sich Feedback aus dieser Richtung holen?

Bereicherung des vorher relativ abgeschlossenen Lern-Raumes

Insgesamt also eine Bereicherung vorher faktisch abgeschlossener Lernräume. Diese Bereicherung kann man wohl nicht letztendlich planen. Nicht kontrollierten. Aber vielleicht kontrolliert zulassen. Immerhin hat man als mit der Institution assizierte Lernerin eine Rest-Wahlfreiheit, wie man die geforderten Ansprüche erfüllen will.

Was der nicht-institutionelle TN davon hat

Jetzt schauen wir mal von der anderen Perspektive aus.

Zugänge zu Wissens-Schätzen, die vorher verschlossen

Und diese Zugänge zu Wissens-Schätze waren vorher – das sollte nicht in Vergessenheit geraten – oft auch den der Institution assoziierten vorenthalten. Oder sind Sie als Lehrende mal in eine Veranstaltung des Kollegen, der Kollegin gegangen? Oder haben studierende der Informatik mal – solange es nicht auf dem Lehrplan stand – in die TFM hereingeschaut? Selbst wenn man gewillt war, es war einfach … unüblich.

Systematisierte Angebote, sich weiterzubilden

Ein anderer Punkt ist die Systematisierung in der Art, wie ein Wissensgebiet oder Thema an einen herangetragen wird. Macht man das ganz alleine, holt sich Information aus dem Netz, ist das meist unsystematisch. Unvollständig. Den Interessen, Neigungen, … und ja, dem geschuldet, was man schon weiß. Eine Aufbereitung, ob man die jetzt gut oder schlecht finden mag, ist zumindest etwas, an dem man sich ohne großere Such-Mühen abarbeiten kann.

Einblick in Stand von Forschung und Niveau von Universitätsbildung

Und das auf meist recht hohem Niveau. Anbieter von Wissen im Web sind sich sehr wohl bewußt, dass dieses nun von Menschen unkontrollierter Herkunft und Vorbildung gesichtet werden kann. Und man gibt sich dann in der Regel eben auch Mühe. Recherchiert nochmals, macht einen weiteren Rechtschreib- und Grammatik-Check, schaut, dass man inhaltlich tief genug argumentiert, wesentliche und wertvolle Verweise einbaut.

Der nicht-insitutionelle Teilenehmer/die Teilnehmerin profitiert von diesen Bemühungen. Und bekommt in der Regel ganz gute Qualität. Oder auch die Erkenntnis, dass an der Uni und Forschungseinrichtungen auch nur mit Wasser gekocht wird. ;)

Sichtbar machen eigener Kompetenzgebiete

Und darauf kann man sich dann beziehen, darauf reagieren, mit seinem eigenen Wissen anreichern. Artefakte schaffen. Und so die eigenen Kompetenzgebiete ebenso einer größeren Öffentlichkeit zugänglich und sichtbar machen. Ungefähr wie oben die aufgeführte Reputation für die Institution. Nur im kleineren.

Also alles so win-win?

Das ist wohl noch nicht abschließend entschieden. Aber ich werde es nach und nach herausfinden.

Eure @mons7

 

 

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Filed under #eDidaktik14

#acwri – was ist das? Dennis Fassing im Interview zu akademischem Schreiben in kollaborativ

Lieber Dennis,

Dennis_Fassing

erst einmal meinen herzlichen Dank, dass Du mir für ein Interview zur Verfügung stehst! Das weiss ich sehr zu schätzen!!
Der Anlass dazu ist ja, dass ich kürzlich auf #twitter entdeckt habe, dass Du unter einem mir unbekannten #Hashtag twitterst. Und zwar #acwri.Um was handelt es sich dabei?

Vielen Dank für das Angebot, darüber zu reden.
Den #acwri-Hashtag gibt es meines Wissens schon etwas länger. Er steht für Academic Writing und wird vor allem im Bereich der angloamerikanischen Schreibdidaktik genutzt. Wir haben irgendwann angefangen, ihn ebenfalls zu nutzen, um auch in der (noch jungen) deutschsprachigen Schreibdidaktikszene ein wenig Aufmerksamkeit auf das Schreiben legen zu können. Es gibt davon übrigens einige kleinere Kategorien, wie #acwrigo (Academic Writing Groups Online) und #acwrimo (Academic Writing Month)

Wie bist Du dazu gekommen/darauf gestoßen?

Ich glaube, ich habe den Hashtag das erste Mal bewusst durch Daniel Spielmann (Twitter: @Spani3l) gesehen. Er hat uns einen Social-Media und Digital Literacy Workshop im Schreibzentrum gegeben und dabei mich und andere darauf gebracht, dass das Schreiben und Arbeiten in digitalen Umgebungen sehr vielversprechend sein kann. Es gibt da einen kommunikativen Mehrwert, den man sich erst erarbeiten muss, den man aber nicht mehr missen möchte, sobald man einmal drin ist. Über Daniels Engagement hat sich dann eine kleine Gruppe gebildet, die sich im deutschsprachigen Raum digital vernetzen will. Das haben wir unter anderem über Google Hangouts, eine Google+-Gruppe und über Twitter gemacht. Und da kam dann eben der Hashtag mit ins Spiel.

Wer ist da alles dabei? Kenne ich da noch jemanden?

Zu Beginn waren wir in erster Linie studentische Peer Tutor*innen aus Frankfurt am Main und Hamburg, nach kurzer Zeit kamen dann noch Leute aus Frankfurt/Oder und Hannover hinzu. Wichtige Twitterhandles von aktiven Leuten sind @nora_peters, @linguri90, @BStark4, @saschadieter, @enaira0815 und eben @Spani3l.

Was ist Dein – also Dein ganz ganz persönlicher – Nutzen bei der ganzen Sache?

Mein persönlicher Nutzen ist sowohl eine bessere Kommunikation und die ganzen Mehrwerte, die durch kollaborative Arbeit entstehen. Schreiben (egal in welchem Kontext) kann eine anstrengede Sache sein, sie geht manchmal schwer von der Hand, es fehlt die Motivation. Man hat manchmal einfach keine Lust und kann den inneren Schweinehund nicht besiegen. In der Gruppe fällt es mir leichter, meine Motivation wiederzufinden. Wenn ich laut in Twitter klage, dass im Moment gar nichts geht, melden sich unter dem Hashtag #acwri vielleicht andere Leute und zeigen mir, dass auch sie an einem Samstagabend daheim sitzen und gerade an etwas arbeiten. Das beflügelt mich dann, weiterzumachen, dann will ich auch Ergebnisse vorzeigen – und nicht zwei Stunden später schreiben müssen, dass ich stattdessen den ganzen Abend Promi-Bigbrother geschaut habe.

:)) #ilike witzig bist Du ja auch noch!

Merci :)

 Schreiben anstrengend! Ja! Aber bei Dir sieht es so leichtfüßig aus?

Es freut mich, dass das einfach aussieht, aber das ist es nicht – für mich genausowenig wie für viele andere, nehme ich an. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt daran, Schreibprozesse unter Hashtags wie #acwri öffentlich zu machen. Wir wollen zeigen, dass das Schreiben ein komplexer Prozess ist, gerade, wenn es, wie in so vielen Kontexten, nicht freiwillig ist. Das Verfassen einer Hausarbeit, eines journalistischen Artikels oder einer Bewerbung sind immer (auch selbstgewählte) Auftragsarbeiten, unsere Performance wird dabei bewertet. Das kann für Schreibende sehr stressig werden, gerade bei akademischen Texten, die eben sehr komplex sind. Es fehlt an der Hochschule (und auch anderswo) ein offener Dialog über das Schreiben, viele lassen sich nicht gerne in die Karten schauen. So bekommen gerade Studierende oft den Eindruck, dass ihre Lehrenden ihre fertigen Texte einfach so in einem Guss runterschreiben. Das kann sie verunsichern, da sie sich die nachvollziehbare Frage stellen, wie sie das nur reproduzieren sollen. Und genau das müssen sie ja gar nicht, Schreiben ist immer ein Lernprozess und darf auch fehlerhaft sein, nur so wird man besser.

Was ist das akademische Schreiben, das Dich gerade umtreibt?

Mein akademisches Schreiben ist im Moment die Vorbereitung zu meiner Dissertation über kollaboratives Schreiben in digitalen Umgebungen und die eventuellen Veränderungen für den Begriff der Autorschaft. Ich bin also auch wissenschaftlich mitten im Thema und benutze diesen Hashtag auch als meine persönliche Spielwiese, zum ausprobieren von Dingen. Je mehr Aktivität stattfindet, umso besser kann das letztlich auch für meine eigene Forschung zu dem Thema sein.

Das heisst, Dein Fachgebiet ist….. Germanistik?

Genau, Germanistik. ich habe in Frankfurt Neuere Deutsche Literatur und Kinder- und Jugendliteratur studiert. Die Arbeit wird aber dennoch eine Arbeit im Bereich der Schreibdidaktik und Schreibforschung, da das meine momentane Anstellung ist. Ich arbeite seit 2009 im Schreibzentrum der Goethe-Universität, habe das im Laufe der Zeit als meine Berufung gefunden und werde auch versuchen, weiter in diesem Gebiet zu arbeiten.

Das heisst, der #Hastag #osgffm ist auch ein Dir ureigener?

Nein, der geht aufs Konto von @linguri90. Er hat mit einer weiteren Kollegin, @enaira0815, die Offene Schreibgruppe der Uni Frankfurt gegründet. Das ist ein Angebot unseres Schreibzentrums, ein Schreibraum, der sich jeden Freitag von 13-19 Uhr in Raum IG 4.413 (? muss ich nochmal nachschauen) trifft.

 

Im Moment kommen dort bis zu zehn Personen und nehmen ‘analog’ teil. Gleichzeitig versuchen wir alle, die Sache durch den Hashtag #osgffm bekannt zu machen und andere Leute (auch digital) ins Boot zu holen. Ich bin zum Beispiel jemand, der sehr gut daheim arbeiten kann, ich brauche meinen eigenen Schreibtisch als ideale Lernumgebung. Daher ist es für mich ideal, dass ich bei der Gruppe via Twitter dabei sein kann, ohne wirklich physisch vor Ort sein zu müssen. Und da es dabei um akademisches Schreiben geht, docken wir es natürlich auch an #acwri an.

Wow! Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview… die Informationen … und Deine persönlichen Eindrücke! Da möchte ich mich gerne anschließen und verbleibe bis auf weitere #acwri-Abenteuer!

Vielen Dank für die Chance, es ist sehr spannend, darüber mal zu reden und wir freuen uns natürlich über jeden, der sich uns da anschließen möchte. Je mehr mitmachen, desto besser. Je transparenter Schreiben wird, umso leichter wird es eventuell. :)

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