Mitmachen beim #ldlmooc2. Der Macher @vilsrip im Interview

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Bis zum #ldlmooc2 ist nicht mehr lange hin, …

Lieber Peter, erst einmal herzlichen Dank, mir hier auf der Lernspielwiese Rede und Antwort zu stehen.

Peter Ringeisen

Folgende Fragen und mehr spuken mir im Kopf herum. Du übernimmst ja quasi die Macher-Rolle, die seinerzeit Mark Schakinnis im #ldlmooc hatte. Was hat Dich gerissen, das auf Dich zu nehmen?

Das geht auf Jean-Pol Martins Initiative zurück. Er regte in der FB-Gruppe “Lernen durch Lehren” an, man sollte doch auf den ersten #LdLMOOC möglichst bald einen zweiten folgen lassen, – man bräuchte nur noch einen, der immer wieder ein bisschen “pusht”. Daraufhin meinte ich, “ein bisschen pushen”, das könnte ich schon. Das nächste, was ich auf Jean-Pols Wikiversity-Seite zum #LdLMOOC2 las, war, dass ich der Gesamtverantwortliche bin. Das hat mich im ersten Moment sehr verblüfft – damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hätte natürlich protestieren können und von einem Missverständnis reden … aber auf den zweiten Blick fand ich, dass diese Aufgabe auf mich machbar und reizvoll wirkte (oder umgekehrt).

Ein zweiter Durchlauf ist ja immer eine nächste Version, bei der man aus dem Vorgänger lernen konnte. Was hast Du aus dem #ldlmooc mitgenommen und im #ldlmooc2 modifiziert?

Jean-Pol Martin hatte von vornherein eine Struktur im Kopf, die der des ersten #LdLMOOC weitgehend entspricht. Ich habe das einfach so von ihm übernommen, da es mir vom Aufbau und der Gewichtung her (mehr Beispiele aus der schulischen Praxis, aber auch die Übertragung von LdL auf Hochschul-Anwendung) sinnvoll erschien. Meine Modifikation war zweifach: Erstens wollte ich mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Teilnehmer, die Facebook gegenüber skeptisch sind, zum einen aus prinzipiellen Gründen (Offenheit), zum anderen, weil ich weiß, dass gerade unter den Lehrkräften die Ablehnung von Facebook sehr verbreitet ist. So habe ich bei mixxt.de eine Seite für den #LdLMOOC2 eingerichtet, die nicht nur ein Forum, sondern auch ein Wiki und weitere Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Zweitens wollte ich versuchen, ob man nicht noch mehr Teilnehmer gewinnen kann. Den ersten #LdLMOOC fand ich sehr schön, aber die Zahl der tatsächlich aktiven Teilnehmer, die Visualisierungen erstellt und LdL-Einheiten konzipiert haben, war doch klein. Vielleicht waren ja eine ganze Reihe von Teilnehmern als passive Zuschauer dabei – das weiß ich nicht; die Teilnehmerbeiträge sind auf Marc Schakinnis’ LdLMOOC-Blog verlinkt. Kurz und gut, ich wollte mehr Werbung für den MOOC machen, um mehr Kolleginnen und Kollegen an Schulen und mehr Hochschul-Lehrenden die Möglichkeiten vor Augen zu führen, die man mit LdL gewinnt.

Du hast ja ein tolles Talent, Plakate zu gestalten, auch Orga-Fähigkeiten offensichtlich, und erst recht einen wilden Haufen Motivierter zu koordinieren und immer wieder zu motivieren. Macht das nicht einen Haufen Arbeit?

Vielen Dank für die Blumen! Gestalten und Organisieren kostet sicher Arbeit – aber erstens macht mir das Spaß (und mit Übung geht alles schneller), und zweitens fiel die Hauptvorbereitungszeit ja in die Sommerferien, in denen man als Lehrer seine Zeit doch flexibel gestalten kann.

Was wünscht Du Dir für den #ldlmooc2?

Ich wünsche mir zunächst zahlreiche Anmeldungen von neugierigen, kreativen und produktiven Lehrkräften aus Schule und Hochschule und möglichst auch von Studierenden, die sich auf einen Lehrberuf vorbereiten. Während des #LdLMOOC2 wünsche ich mir, dass erstens einmal von der technischen Seite mit den Hangouts alles klappt, und zweitens, dass die Teilnehmenden in einer an LdL angelehnten Weise über “Lernen durch Lehren” soviel lernen, dass sie Freude daran haben und sehen, wie gewinnbringend die Anwendung dieses Wissens im Unterricht sein kann.

Vielen Dank, Peter, ich werde AUF JEDEN FALL mit von der Partie sein! Und freue mich schon auf das Webinar zur Vorstellung des #ldlmooc2 am 17. September. Falls ihr weitere Fragen an Peter habt, immer rein ins Kommentarfeld, … vielleicht gibt er dann ja noch ein Interview Teil 2. :)

Alle die mitmachen wollen, … oder einfach nur mal schauen, wer da so was und mitmacht, seien herzlich eingeladen.

Eure @mons7

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Platz und Rolle von Dissens in Diskursgemeinschaften. Erfahrungssplitter

Eigentlich wollte ich ja was ganz ANDERES machen. Nämlich diese alle Texte lesen, euch kurz zusammenfassen und einen Blogbeitrag drüber schreiben. Sozusagen eine Rezension zu dem Zweck, dass ich mich auch vollständig durchkämpfe.

Bevor ich aber – mit einer mittelgroßen Tasse Kaffe im Schlepptau – daran ging, streifte ich noch ein bisschen durch Input aus gestern, nachdem ich mich ins Bett verzogen hatte, und stieß auf diese Frage von dem @spani3l. MOOC-Texte, ich kann nicht anders, ihr werdet auf das nächste Wochenende verschoben.

“Was ist denn dann die Rolle von Dissens in solchen Diskursgemeinschaften – hat der überhaupt eine Rolle, hat er Platz? Wie geht ihr in euren Diskursgemeinschaften mit Dissidenten, Querdenkern und Leuten, die vielleicht einfach nur anders sind um?”

Tausend kleine Mosaik-Steinchen blitzen vor meinem geistigen Auge auf, wie ich als anders Seiende in einem Diskurs behandelt, oder wie ich einem Querdenker während eines Diskurses begegnet. Nach etwa 2 Stunden draufstarren, formiert sich ein Muster.

Erfahrung 1: Diskursgemeinschaften, wer ist denn Teil einer Diskursgemeinschaft?

Schon gleich in meinem ersten Semester habe ich irgendwie verstanden, dass es sowas wie eine Diskurs-Gemeinschaft gibt, die Teilnahme an dieser/diesen wurde in Seminaren schon eimal eingeübt. Allerdings habe ich es nie (und bis heute) geschafft, wirklich Teil einer solchen universitären Diskursgemeinschaft zu werden, und dies m.E. aus mehreren Gründen.

  • Ich denke zu langsam. Fällt mir die passende gut durchdachte und formulierte Erwiderung auf eine Frage/eine Aussage im Seminar ein, ist die Gruppe schon wieder zwei Gedankengänge weiter. Ich lasse meinen Einwand los und versuche wieder zu folgen.
  • Ich lese zu wenig. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich mir alle Namen und Werke in meinem ersten Seminar aufgelistet habe und mich dann die ersten Semesterferien in Unmengen von pädagogischen Klassikern, Theoretikern und auch die Gedankengänge von Fromm und Freud eingelesen habe. Aber da hatte ich ja auch Zeit und keinen Vollzeit-Job. Ich denke immer noch, man müsse die Literatur, auf die sich jemand bezieht erst mal lesen. Und nachhaken, wenn der oder die einen Begriff benutzt, welche Definition denn genau dahinter steht. (Das kann nämlich nach Fachgebiet und nach “Schule” höchst unterschiedlich sein).
    [Übrigens habe ich es auch noch nicht geschafft, hier alle Literatur nachzulesen, aber das werde ich noch tun!]

Erfahrung 2: Ich begegne Spok und er betrachtet mich als eine fremde Lebensform

Manchmal während meiner ersten Semester bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe einen Satz (selten elaborierter formuliert) aus meiner Erfahrung heraus formuliert. Typische Reaktion der Studierenden: herzhaftes Lachen. Richtig alte Lehrende (meistens Männer) hatten darauf ein süffisantes Lächeln auf den Lippen, starrten mich ein wenig an… und sagten sowas wie “Interessant”. (Was mich immer an Spok erinnerte.)

Beides hat mich nicht gestört. Nein. Im Gegenteil. Ich war eigentlich sehr erfreut, mich eingebracht zu haben.

Erfahrung 3: Sich einem Lager zuschlagen

Manchmal halte ich mir Einwände vom Leib, indem ich auf Durchzug schalte. Dies geschieht insbesondere, wenn ich versuche, eine Vorgehensweise zu umreißen, wie ich vorhabe eine Frage zu beantworten.

Ich:
Also das Material liegt in verschiedenen Formen vor, ich bringe es erst einmal in eine Form, nämlich Text und speise diesen in MAXqda ein. Wenn alles drin ist, habe ich dann ungefähr – wäre der Text ausgedruckt – 23 dicke Ordner Rohmaterial, das es jetzt zu beackern gilt.

Er:
Ja, aber das Rohmaterial ist doch höchstens von 51 Menschen produziert. n=51 ist zu niedrig. Außerdem ist das ganze doch gar nicht  vergleichbar! Das ist doch gar nicht auswertbar. Pass mal auf, … Du schmeißt das besser weg und machst einen Fragebogen, wo man ankreuzen muss. NICHTS schreiben lassen. Das ist des Teufels!

Ich:
Ja. Beantworte Du Deine Fragen und ich meine. Ja. Ich schmeiss das Zeug schon weg, aber verpiss Dich jetzt SOFORT UND LASS MICH IN RUHE, Du quantitatives Biest, Du! ;)

Erfahrung 4: Ein neues Lager begründen

Man kann als Außenseiter natürlich gleich eine ganz neue “Schule” begrüden. Das haben z.B. m.E. Luhmann (mit seiner Systemtheorie) gemacht, oder auch Oevermann (mit seiner Objektiven Hermeneutik).

Was dazu  notwendig ist?

  • Ein Vorgehen, das erstaunliche Forschungsergebnisse erbringt.
  • Und dann es schaffen, dass Menschen (Wissenschaftler) sich dieses Vorgehen zu eigen machen. Vorteil der Wissenschaftler: Sie können noch weiße Flecken innerhalb eines gesteckten Rahmens beackern und so zu akademischen Weihen gelangen.
  • Am besten nach innen (In-Group) sich zwar gegenseitig herausfordern, aber so, dass man sich gegenseitig fördert. Nach außen einen Feind suchen, der aber auf dem selben Feld spielt. Oevermann z.B. die Tiefenhermeneutik.
  • Man muss vorher jedoch in gewissem Maße im Wissenschafts-System integriert gewesen sein.
  • Und es macht irre viel Arbeit. Luhmann war fleißig (hat viel viel viel geschrieben), Oevermann nicht so viel, aber dafür ist er von charismatischer Persönlichkeit und lebt sein Vorgehen in Forschergruppen vor und aus.

Erfahrung 5: Dissens kontrolliert zulassen und wertschätzen

Das wär’ natürlich das beste. Soviel Dissens zulassen, wie man vertragen kann und es für das eigene gedankliche Weiterkommen fruchtbar machen. Und das dem Gegenüber auch wertschätzen.

Ergo

  1. Dissens kann ich leichter zulassen, wenn ich fest im Sattel sitze (also mich im Uni-System nicht erst etablieren muss oder ganz unten angesiedelt bin).
  2. Einwände zulassen macht Arbeit. Weil ich muss mich damit auseinandersetzen und ggf. nachlesen.
  3. Einwand muss irgendwie an mein Gedanensystem andockbar sein, sonst nutzt er mir nichts, weil er sich wie aus anderer Welt anfühlt. Ich könnte also nur die Welt wechseln.
  4. Und manchmal muss man den auch aus Zeitgründen abbügeln.

Ich geh’ lesen. Und wagt euch bloss nicht, mich nochmals so zu inspirieren! ;)

@mons7

 

 

 

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Manifestationen von WebLernen – eine kleine Sammlung von Beispielen

Manifestationen von WebLernen

Immer häufiger fällt mir bei meinen Streifzügen durchs Web etwas auf, was ich WebLernen nennen möchte. Kriterien, die jede davon erfüllen (nicht abschließend) sind

  • Lernen verobjektiviert sich -> Artefakt.
  • Lernentwicklungen über diese punktuell erstellten Artefakte werden les- und nachvollziehbar -> Öffentlichkeit.
  • Lernen nimmt eine sich wiederholende Form an (die sich allerdings entwickeln kann).
  • Es sind daran eine gewisse Anzahl von Menschen beteiligt, die jedoch über den Zeitverlauf wechseln können.
  • Zum Praktizieren braucht es nicht nur Beschäftigung mit dem Inhalt, sondern Auseinandersetzung mit Web üblichen Formen und Formaten.
  • Herzkunft, Ziel und institutionelle Anbindung der Lerner äußerst heterogen.
  • Das was man tut wird während des Tuns mitreflektiert.

Beispiel 1 – #acwri

Bei #acwri handelt es sich um einen Hashtag auf Twitter, der dazu dient, an einem gegenseitigen Unterstützungsnetzwerk zum akademischen Schreiben teilzuhaben. Ein Effekt auf den Teilnehmenden z.B. die öffentliche Selbstverpflichtung, die motivierend wirken kann. Funktoniert asynchron, einziger Verbindungspunkt der Hashtag.

Zum #acwri hier ein Interview mit Dennis Fassing.

Beispiel 2 – Erstellung von Artefakten angeregt durch einen MOOC

Einen MOOC an sich würde ich nicht zum WebLernen dazu zählen, da ich WebLernen vom Lerner aus denke. Nimmt dieser an einem cMOOC teil, so ist der sichtbare Lernbeitrag zumeist ein Blogpost. Oder eines der Videos, die im Rahmen des #ldlmooc erstellt wurden.

Was ist die Manifestation aber bei Teilnahme an einem xMOOC? Was wird da gleichsam als Produkt vom Lerner sichtbar? Meines Erachtens nichts (die bestandenen Mini-Tests z.B. bei Iversity sehe ja nur ich selbst als Lernerin.) Höchstens noch meine Beiträge im Forum, die auf der anderen Seite aber wiederum an einer Örtlichkeit sichtbar werden, die nicht die eigene ist. Will meinen durch die zentralisierte (Halb-)Öffentlichkeit des Lernortes, … wird es schwer, Artefakte zu erstellen?

Beispiel 3 – #EdChatDE

Der #EdChatDe ist mittlerweile zur Institution geworden. Um was handelt es sich dabei? Ein Online-Treffen auf Twitter, für Bildungsmenschen und Bildungsinteressierte (Achtung! Lehrerlastig ;) ), und zwar regelmäßig und für eine Stunde. Die Stunde findet synchron an jedem Dienstag Abend um 8 statt. Und wird – man kann das auf Twitter jede Woche verfolgen – heiß erwartet. Es gibt jede Woche ein anderes Thema, zu dem einige Fragen gestellt werden, die Teilgeber und Teilgeberinnen aus ihrer Perspektive und mit ihrer Expertise heraus beantworten.

Am besten mal reinschauen. Am Dienstag, wie gesagt um 8. Einfach nach #EdChatDE fildern und unter #EdChatDE twitter. :)

Beispiel 4 – #ununitv

Bei #ununitv geht es um Bewegtbild. Ist man nicht Teil der Bewegung (so kann man mitmachen), gibt es doch einiges zu sehen (und zu lernen). Schaut euch z.B. das mal an….

die Videos.

Ihr wollt mehr? Kriegt ihr. Macht mit!

Beispiel 5 – ?

Habt ihr weitere Beispiele für mich, die in diese Reihe passen?

Fragt

@mons7

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#eDidaktik14 Hybrides Lern-Setting? Was – wer – warum?

Hybrides Lern-Setting – was soll das sein?

Das Wort hybrid lässt mich zunächst an ein Auto denken. Also eines, das mit Benzin und auch mit Strom fährt. Na, dann schlage ich doch lieber mal sicherheitshalber noch in der #wikipedia nach. Und da findet sich der Satz “Das Substantiv Hybrid und das Adjektiv hybrid beziehen sich auf etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Gemischtes. Sie stammen ab von lateinisch hybrida „Mischling“.”Hm. Da war ich also gar nicht mal so falsch gelegen, denn… ich will etwas ausdrücken, was auch gemischt ist. Und in der “normalen” Lernkultur eben noch nicht ganz so normal.

Und was will ich mischen/gemischt sehen?

Ich nehme immer mehr verschiedenste – nun ja – Manifestationen im Web wahr, bei denen lernen in hybrider Form geschieht, und zwar in der Form, dass Institutionen darin eine Rolle spielen, das Mitagieren jedoch nicht daran gebunden, in irgendeiner Form Mitglied dieser zu sein. Z.B. kann ich in einem MOOC lernen (und u.U. auch ein Zertifikat erhalten), auch wenn ich an einer anbietenden Uni nicht eingeschrieben bin. Auch die Nutzung des Hashtags #acwri (was das ist siehe im Interview hier) durch eine wissenschaftliche Texte schreibende Person (aber nicht einmal das ist notwendig) kann von einer solchen geschehen, die gerade in einem Kurs im Schreibzentrum sitzt, einfach im Schreibzentrum weilt, … oder einfach – wie ich – über das Web darauf aufmerksam wurde. Der im Uni-Alltag versierte Leser/die Leserin mögen nun einwenden, dass ja aber Gelder, also die Finanzierung von Einrichtungen der Bildung mehr und mehr an Nutzerzahlen hängen, die belegbar sind. Also z.B. wie viele Studierende haben sich für einen Kurs xy eingeschrieben etc. Ist das dann nicht schlecht, wenn jetzt jeder Hinz und Kunz das (mit-)machen kann, ohne zählbar zu sein?

Was die Institution davon hat

Aber irgendwie muss die Institution ja doch was davon haben, … sonst würde das ja nicht so zustande kommen. Doch was könnte das sein? Ganz subjektiv und selektiv von mir.

Reputation

Teil solcher hybriden Lern-Settings zu sein bzw. solche zu initiieren bringt der Institution, so das ganze einigermaßen gut läuft, zunächst einmal eins. Einen erweiterten Bekanntheitsgrad, der über die üblichen Verdächtigen hinausgeht. Und die üblichen Verdächtigen sind manchmal nämlich einfach zu wenige, um eine kritische Masse zu ergeben, die Bekanntheit bringt. Z.B. Menschen, die Vorträge in einem bestimmten Wissensgebiet wie – sagen wir mal im weitestens Sinne – eLearning halten. Da fallen mir aus dem Stand max. 50 ein. Und das sind dann immer wieder die gleichen. Wenn man einen Zeitabschnitt von ein paar Jahren betrachtet. Mal kommt die eine oder der andere hinzu, jemand scheidet aus, weil sich der berufliche oder private Weg woanders hin entwickelt hat. Das sind auch die gleichen, die das Thema fasziniert, reizt und reißt. Ein breiteres Interesse kam zeitweise lediglich durch den MOOC-hype auf.

Zukünftige Mitglieder und Assoziierte

Ich kann mir vorstellen, dass wenn ich in einem offenen Lehr-Lern-Setting wie z.B. dem MOOC zum wissenschaftlichen Arbeiten den @mdeimann erlebt hätte, dass ich mal recherchiert hätte, in welchen Studiengängen er so lehrt. An welcher Uni. Und auch wenn das erst einmal nicht relevant wäre (alles Konjunktiv) fiele mir das wieder bei bestimmten Gesprächen zum Thema ein. Will sagen, kann es sein, dass man über eine mediale Präsenz, wenn es um ein bestimmtes Themenfeld geht, langfristig dann doch wieder zukünftige Mitglieder und Assoziierte für seine Institution anzieht?

Delegation von Aufgaben, die sie selbst nicht leistet/leisten kann

Das was in der Lehre und den Bildungsinstitutionen wirklich wirklich wirklich Arbeit macht (und das kann ich aus leidvoller Erfahrung sagen), ist das wertvollste, was diese leisten. Nämlich qualifiziertes Feedback geben. Mit qualifiziert meine ich solche Punkte wie nicht nur in einer Zahl sondern inhaltlich. Wie begründet auf der intensiven Sichtung der Exponate des Gegenübers. Wie mit Herz und auf die Lebenslage und Zukunft der Person bezogen. Das macht Arbeit. Das kostet Zeit. Das Web bietet nun, zumindest wenn man gelernt hat, das anzufragen, Möglichkeiten, mehr davon zu bekommen. Ob die dann ankommen und wie relevant die für die Person sind, der sie gegeben werden, sind m.E. unkritische Einwände, weil die Probleme hat man bei Feedback in institutionellen Kontexten genauso.

Lernchancen über beständigen Kontakt mit einem “außen”

Kontakte mit einem wie auch immer gearteten “außen” sind aufreibend. Weil die andere Verhaltens- und Kommunikationsregeln haben. Andere Wertungen, andere Normen. Trotzdem interessieren die sich ja für die gleiche Thematik. Diese aufreibenden Kontakte bieten also immer auch Lernchancen. Aber hier spricht wahrscheinlich wieder nur die Vollblut-Erziehungswissenschaftlerin in mir. ;)

Was der institutionelle TN davon hat

Eigentlich könnte man auch hier wiederum denken – am Beispiel des Studierenden, der an einer Uni eingeschrieben ist, die einen MOOC veranstaltet – schon unfair,… ich zahle meine Semestergebühren, habe bestimmte Verpflichtungen, wie (zumindest ab und an mal) an der Uni physisch aufzuschlagen, also im Ganzen größere Verpflichtungen, weniger Freiheit, als jene, die “einfach so” mitmachen dürfen. Dies bringt (wieder m.E.) aber auch entscheidende Vorteile mit sich.

Größere potentielle Gruppe von thematischen Austauschpartnern

Ihr kennt das, wenn ich in den neunzigern studiert habt, oder? … da saß man in einem Seminar. Vielleicht 40 Leute. 10 davon wollten einfach den Schein mit so wenig Aufwand wie möglich. Weitere 10 sind auf der Strecke gebleiben, weil gerade ein Job dazwischen kam, das Seminar sie doch nicht so ansprach, das sonstige Studentenleben einfach attraktiver war. Dann gab es die, die zwar wollten, aber einfach nicht den Biss oder sonstige Möglichkeit hatten, dran zu bleiben und mitzumachen. Wieder 10 weg. Bleiben nochmals 10. Von denen man mit zwei nicht kommunzieren konnte, weil sie eine andere Sprache sprachen, drei weitere nicht mit einem kommunzierten, aus Gründen, die man nicht eruieren konnte. Blieben 5 von denen einem 4 nicht auffielen. Und dann hatte man einen, mit dem man sich (oder der) austauschen konnte. Exzessiv zum Thema. Feedback erhielt, sich gegenseitig auf Literatur aufmerksam machte. Also wenn man Glück hatte. Manchmal blieb auch keiner. Oder zumindest zu wenige.

Teilnehmer von außen machen die Gruppe derjenigen, die für intensiven Austausch in Frage kommen, größer!

Kontakte in relevante Praxis

Und diejenigen, die sich da hinzugesellen, in solcherlei Lern-Settings, sind oft aus einer relevanten Praxis. Warum sich also nicht daraus zusätzlichen, andersgearteten Input holen? Und nicht nur das.

Beständige Überprüfung der Relevanz der eigenen Bemühungen

Warum nicht gleich einmal abgleichen, wie relevant das gerade Gerlente für eine solche Praxis sein könnte? In diese Einspielen? Sich Feedback aus dieser Richtung holen?

Bereicherung des vorher relativ abgeschlossenen Lern-Raumes

Insgesamt also eine Bereicherung vorher faktisch abgeschlossener Lernräume. Diese Bereicherung kann man wohl nicht letztendlich planen. Nicht kontrollierten. Aber vielleicht kontrolliert zulassen. Immerhin hat man als mit der Institution assizierte Lernerin eine Rest-Wahlfreiheit, wie man die geforderten Ansprüche erfüllen will.

Was der nicht-institutionelle TN davon hat

Jetzt schauen wir mal von der anderen Perspektive aus.

Zugänge zu Wissens-Schätzen, die vorher verschlossen

Und diese Zugänge zu Wissens-Schätze waren vorher – das sollte nicht in Vergessenheit geraten – oft auch den der Institution assoziierten vorenthalten. Oder sind Sie als Lehrende mal in eine Veranstaltung des Kollegen, der Kollegin gegangen? Oder haben studierende der Informatik mal – solange es nicht auf dem Lehrplan stand – in die TFM hereingeschaut? Selbst wenn man gewillt war, es war einfach … unüblich.

Systematisierte Angebote, sich weiterzubilden

Ein anderer Punkt ist die Systematisierung in der Art, wie ein Wissensgebiet oder Thema an einen herangetragen wird. Macht man das ganz alleine, holt sich Information aus dem Netz, ist das meist unsystematisch. Unvollständig. Den Interessen, Neigungen, … und ja, dem geschuldet, was man schon weiß. Eine Aufbereitung, ob man die jetzt gut oder schlecht finden mag, ist zumindest etwas, an dem man sich ohne großere Such-Mühen abarbeiten kann.

Einblick in Stand von Forschung und Niveau von Universitätsbildung

Und das auf meist recht hohem Niveau. Anbieter von Wissen im Web sind sich sehr wohl bewußt, dass dieses nun von Menschen unkontrollierter Herkunft und Vorbildung gesichtet werden kann. Und man gibt sich dann in der Regel eben auch Mühe. Recherchiert nochmals, macht einen weiteren Rechtschreib- und Grammatik-Check, schaut, dass man inhaltlich tief genug argumentiert, wesentliche und wertvolle Verweise einbaut.

Der nicht-insitutionelle Teilenehmer/die Teilnehmerin profitiert von diesen Bemühungen. Und bekommt in der Regel ganz gute Qualität. Oder auch die Erkenntnis, dass an der Uni und Forschungseinrichtungen auch nur mit Wasser gekocht wird. ;)

Sichtbar machen eigener Kompetenzgebiete

Und darauf kann man sich dann beziehen, darauf reagieren, mit seinem eigenen Wissen anreichern. Artefakte schaffen. Und so die eigenen Kompetenzgebiete ebenso einer größeren Öffentlichkeit zugänglich und sichtbar machen. Ungefähr wie oben die aufgeführte Reputation für die Institution. Nur im kleineren.

Also alles so win-win?

Das ist wohl noch nicht abschließend entschieden. Aber ich werde es nach und nach herausfinden.

Eure @mons7

 

 

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#acwri – was ist das? Dennis Fassing im Interview zu akademischem Schreiben in kollaborativ

Lieber Dennis,

Dennis_Fassing

erst einmal meinen herzlichen Dank, dass Du mir für ein Interview zur Verfügung stehst! Das weiss ich sehr zu schätzen!!
Der Anlass dazu ist ja, dass ich kürzlich auf #twitter entdeckt habe, dass Du unter einem mir unbekannten #Hashtag twitterst. Und zwar #acwri.Um was handelt es sich dabei?

Vielen Dank für das Angebot, darüber zu reden.
Den #acwri-Hashtag gibt es meines Wissens schon etwas länger. Er steht für Academic Writing und wird vor allem im Bereich der angloamerikanischen Schreibdidaktik genutzt. Wir haben irgendwann angefangen, ihn ebenfalls zu nutzen, um auch in der (noch jungen) deutschsprachigen Schreibdidaktikszene ein wenig Aufmerksamkeit auf das Schreiben legen zu können. Es gibt davon übrigens einige kleinere Kategorien, wie #acwrigo (Academic Writing Groups Online) und #acwrimo (Academic Writing Month)

Wie bist Du dazu gekommen/darauf gestoßen?

Ich glaube, ich habe den Hashtag das erste Mal bewusst durch Daniel Spielmann (Twitter: @Spani3l) gesehen. Er hat uns einen Social-Media und Digital Literacy Workshop im Schreibzentrum gegeben und dabei mich und andere darauf gebracht, dass das Schreiben und Arbeiten in digitalen Umgebungen sehr vielversprechend sein kann. Es gibt da einen kommunikativen Mehrwert, den man sich erst erarbeiten muss, den man aber nicht mehr missen möchte, sobald man einmal drin ist. Über Daniels Engagement hat sich dann eine kleine Gruppe gebildet, die sich im deutschsprachigen Raum digital vernetzen will. Das haben wir unter anderem über Google Hangouts, eine Google+-Gruppe und über Twitter gemacht. Und da kam dann eben der Hashtag mit ins Spiel.

Wer ist da alles dabei? Kenne ich da noch jemanden?

Zu Beginn waren wir in erster Linie studentische Peer Tutor*innen aus Frankfurt am Main und Hamburg, nach kurzer Zeit kamen dann noch Leute aus Frankfurt/Oder und Hannover hinzu. Wichtige Twitterhandles von aktiven Leuten sind @nora_peters, @linguri90, @BStark4, @saschadieter, @enaira0815 und eben @Spani3l.

Was ist Dein – also Dein ganz ganz persönlicher – Nutzen bei der ganzen Sache?

Mein persönlicher Nutzen ist sowohl eine bessere Kommunikation und die ganzen Mehrwerte, die durch kollaborative Arbeit entstehen. Schreiben (egal in welchem Kontext) kann eine anstrengede Sache sein, sie geht manchmal schwer von der Hand, es fehlt die Motivation. Man hat manchmal einfach keine Lust und kann den inneren Schweinehund nicht besiegen. In der Gruppe fällt es mir leichter, meine Motivation wiederzufinden. Wenn ich laut in Twitter klage, dass im Moment gar nichts geht, melden sich unter dem Hashtag #acwri vielleicht andere Leute und zeigen mir, dass auch sie an einem Samstagabend daheim sitzen und gerade an etwas arbeiten. Das beflügelt mich dann, weiterzumachen, dann will ich auch Ergebnisse vorzeigen – und nicht zwei Stunden später schreiben müssen, dass ich stattdessen den ganzen Abend Promi-Bigbrother geschaut habe.

:)) #ilike witzig bist Du ja auch noch!

Merci :)

 Schreiben anstrengend! Ja! Aber bei Dir sieht es so leichtfüßig aus?

Es freut mich, dass das einfach aussieht, aber das ist es nicht – für mich genausowenig wie für viele andere, nehme ich an. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt daran, Schreibprozesse unter Hashtags wie #acwri öffentlich zu machen. Wir wollen zeigen, dass das Schreiben ein komplexer Prozess ist, gerade, wenn es, wie in so vielen Kontexten, nicht freiwillig ist. Das Verfassen einer Hausarbeit, eines journalistischen Artikels oder einer Bewerbung sind immer (auch selbstgewählte) Auftragsarbeiten, unsere Performance wird dabei bewertet. Das kann für Schreibende sehr stressig werden, gerade bei akademischen Texten, die eben sehr komplex sind. Es fehlt an der Hochschule (und auch anderswo) ein offener Dialog über das Schreiben, viele lassen sich nicht gerne in die Karten schauen. So bekommen gerade Studierende oft den Eindruck, dass ihre Lehrenden ihre fertigen Texte einfach so in einem Guss runterschreiben. Das kann sie verunsichern, da sie sich die nachvollziehbare Frage stellen, wie sie das nur reproduzieren sollen. Und genau das müssen sie ja gar nicht, Schreiben ist immer ein Lernprozess und darf auch fehlerhaft sein, nur so wird man besser.

Was ist das akademische Schreiben, das Dich gerade umtreibt?

Mein akademisches Schreiben ist im Moment die Vorbereitung zu meiner Dissertation über kollaboratives Schreiben in digitalen Umgebungen und die eventuellen Veränderungen für den Begriff der Autorschaft. Ich bin also auch wissenschaftlich mitten im Thema und benutze diesen Hashtag auch als meine persönliche Spielwiese, zum ausprobieren von Dingen. Je mehr Aktivität stattfindet, umso besser kann das letztlich auch für meine eigene Forschung zu dem Thema sein.

Das heisst, Dein Fachgebiet ist….. Germanistik?

Genau, Germanistik. ich habe in Frankfurt Neuere Deutsche Literatur und Kinder- und Jugendliteratur studiert. Die Arbeit wird aber dennoch eine Arbeit im Bereich der Schreibdidaktik und Schreibforschung, da das meine momentane Anstellung ist. Ich arbeite seit 2009 im Schreibzentrum der Goethe-Universität, habe das im Laufe der Zeit als meine Berufung gefunden und werde auch versuchen, weiter in diesem Gebiet zu arbeiten.

Das heisst, der #Hastag #osgffm ist auch ein Dir ureigener?

Nein, der geht aufs Konto von @linguri90. Er hat mit einer weiteren Kollegin, @enaira0815, die Offene Schreibgruppe der Uni Frankfurt gegründet. Das ist ein Angebot unseres Schreibzentrums, ein Schreibraum, der sich jeden Freitag von 13-19 Uhr in Raum IG 4.413 (? muss ich nochmal nachschauen) trifft.

 

Im Moment kommen dort bis zu zehn Personen und nehmen ‘analog’ teil. Gleichzeitig versuchen wir alle, die Sache durch den Hashtag #osgffm bekannt zu machen und andere Leute (auch digital) ins Boot zu holen. Ich bin zum Beispiel jemand, der sehr gut daheim arbeiten kann, ich brauche meinen eigenen Schreibtisch als ideale Lernumgebung. Daher ist es für mich ideal, dass ich bei der Gruppe via Twitter dabei sein kann, ohne wirklich physisch vor Ort sein zu müssen. Und da es dabei um akademisches Schreiben geht, docken wir es natürlich auch an #acwri an.

Wow! Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview… die Informationen … und Deine persönlichen Eindrücke! Da möchte ich mich gerne anschließen und verbleibe bis auf weitere #acwri-Abenteuer!

Vielen Dank für die Chance, es ist sehr spannend, darüber mal zu reden und wir freuen uns natürlich über jeden, der sich uns da anschließen möchte. Je mehr mitmachen, desto besser. Je transparenter Schreiben wird, umso leichter wird es eventuell. :)

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Manifestationen öffentlichen Lernens = WebLernen?

Wo meine Gedankengänge herkommen

Ich komme ja – wenn es um Lernen geht – theoretisch von der Subjektwissenschaftlichen Lerntheorie-Ecke her. (Da gibt es einen ganz dicken Band von Holzkamp zu, der heißt einfach “Lernen”.)

Praktisch komme ich aus der cMOOC-Ecke. Hier muss ich sagen, dass ich erstmals nicht nur beobachtend an einem cMOOC teilgenommen habe zum #opco11, wahrscheinlich dadurch befördert, dass mir Gedanken produzieren auf deutsch einfach immer noch leichter von der Hand geht als auf englisch. Das hat mein Lernen grundsätzlich nicht nur erweitert, sondern in eine ganz unerwartete Richtung gelenkt.

Selbst Hand angelegt – und das war eine weitere tiefgreifende Erfahrung – habe ich dann als Veranstalterin des #mmc13. Als Veranstalterin ist ja die Strukturierung von Gedankengänge und das Impulsgeben, also die Tätigkeit des schriftlichen Produzierens ja schon qua Amt vorgesehen. Auch wenn wir das auf drei Köpfe verteilen konnten, so hat es mich doch nochmals einen entscheidenden Schritt weiter gebracht in punkto Öffentlichmachen von Gedanken, die noch im Fluss sind.

Dies nur als Vorwort, um meine folgenden Ausführungen besser einordnen zu können.

Quer dazu: Manifestationen öffentlichen Lernens

Natürlich könnte ich mich jetzt vertieft mit MOOCs, hier insbesondere cMOOCs (und dann wieder den deutschen) auseinandersetzen, um grundsätzlicher über – was ich jetzt einmal Versuchsweise WebLernen nennen möchte – zu forschen. Allerdings erlebe und beobachte ich gerade ganz unterscheidliche Manifestationen solchen Web öffentlichen Lernens, und zwar a) absolut frei jeglicher institutioneller Anbindung, aber auch b) von Insitutionen initiiert und c) in allen möglichen Mischungen. Ein Bespiel gefällig?

Da korrespondieren Menschen öffentlich über Twitter, um ihr (akademisches) Schreiben zu befördern und zu strukturieren. Man schaue unter dem Hashtag #acwri (wie Academic Writing) [Link vorne zeigt nur Top-Tweets an, alle hier.].

Beschreiben

Solche Manifestationen nicht nur zu entdecken, sondern auch zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Im Grunde kann ich das nur, so ich Teil von diesen bin/werde. Oder entsprechende Menschen befrage. Z.B. Auf der Plattform, auf der ich sie entdecke, wie u.a. bei oben beschriebenen Beispiel geschehen.

 

Begriff des WebLernen

Jedenfalls denke ich, dass der Begriff des Web-Lernens ein sinnvoller ist, der aber noch konkreter definiert werden müsste. Geeignet ist er auch, weil es sich dabei noch um keinen handelt (wie bei demjenigen des eLearning z.B.), bei dem jeder und sofort eine ganz konkrete Vorstellung hat, was das denn sei, und die sich – natürlich – von jeder Vorstellung des Gegenüber ganz konkret mal unterscheidet. Aber ich habe natürlich recht. ;)

Und es ist einer, bei dem auf jeden Fall der Begriff der Öffentlichkeit relevant, in unterschiedlichen Ausprägungen zu unterschiedlichen Zeiten, und in unterschiedlichem Ausmaß (in Punkto Sichtbarkeit dieser).

Mögliche (weitere) Fragestellungen

Viele weitere Fragen stellen sich mir unmittelbar, selbst wenn ich eine Definition des Begriffes Web-Lernen schon hätte. Z.B.

  • Ist die Gewichtung möglicher Kriterien in diesen Manifestationen unterschiedlich?
  • Gibt es “etwas”, das unabdingbares Kriterium ist, dass es sich um WebLernen handelt? (Z.B. besagte Öffentlichkeit, in welchem Ausmaß auch immer?)
  • Durchläuft jemand, der WebLernen betreibt, eine Art von Evolution?
  • Oder ist WebLernen eher eine Art “Typ-sache”, die bestimmte Lerner bevorzugen bzw. würde eine institutionelle Ausrichtung auf WebLernen bestimmte Lerner bevorzugen?

Ganz konkret

Ganz konkret werde ich in naher Zukunft mal ein paar solcher hybrider Lern-Settings (mit hybrid meine ich, dass obwohl informell? informal? (hier muss ich nochmals nach den Definitionen gucken), dass jemand in einem Zusammenhang lernt, in dem einen Institution mit drinsteckt, die persönliche Assoziation mit dieser jedoch nicht notwendig ist) beschreiben. Das wollte ich eh’ in anderem Rahmen tun, im Rahmen der #eDidaktik14.

Aber dazu konkret ein andermal.

Herzlich

Eure @mons7

 

 

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Mein Oculus Rift-Abenteuer

Oculus Rift? Was soll das sein?

Die Oculus Rift ist so eine Brille, die man aufsetzen kann, um in einer simulierten 3D-Welt zu landen. Ich hatte die Gelegenheit, diese bei meinem @goethuni-Kollegen Michael Rohrdrommel ausprobieren zu dürfen, was natürlich größtes Abenteuer für mich neugieriege so Zeug affine war. Nochmals herzlichen Dank dafür!

mons7 mit Oculus Rift Brille

Was ich da so gesehen und erlebt habe

Geduldig und in meinem Verarbeitungsthempo wurde ich durch die verschiedensten Welten geführt, z.B.

  • die Demo eines Architekten-Hauses – detailverliebt: auf dem Küchentisch standen ein Teller mit Spiegeleiern drauf,
  • ich durfte ein Haus in der Toskana erkunden,
  • mit dem Hubschrauber über einen Vulkan fliegen,
  • die Erde vom Weltraum anschauen und Meteoriten ausweichen,
  • über Couches und an Riesen-Lampen vorbei auf einer kleinen Kinderspiel-Achterbahn fahren,
  • an einer real abgefilmten Hüft-OP teilenehmn (fängt schon beeindruckend an, wenn der Arzt sich die Gummi-Handschuhe überstülpt),
  • ein Computer-Ballspiel spielen, in dem man “den Schläger” mit dem Kopf steuert
  • in einer riesigen Jahrmarkts-Schiffschaukel mitfahren, ganz ohne Eintritt zu bezahlen. ;)

Und das sind nur die, die mir gerade noch spontan einfallen!

Wie war das so?

Die erste und harmloseste Demo zum Eingewöhnen, ein Schreibtisch mit einem riesigen endlosen blauen Raum um mich.

In die Leere greifen… und anstoßen

Unmittelbar schwenke ich meine Arme in die Weite… und stoße in meiner anderen? richtigen? Realität irgendwo an. Schlage eine Flasche herunter. Ich schlage mit der Hand auf die Schreibtischplatt vor mir. Hier jedoch kein Widerstand.

Welt aus anderer Perspektive sehen

Beeindrucken jedenfalls, der mehrmalige Perspektivwechsel. Einmal auf so einer Spielzeug-Bahn zu sitzen, … und Lampen, Couch und sonstiges im Wohnzimmer als total rieseig wahrzunehmen, kurz darauf (in einer anderen Demo) im Weltall zu schweben… und auf die Erde als Ball herunterzublicken.

Meine Begeisterung mitteilen

Das Ganze war ganz anders, als ich mir das theoretisch vorher vorgestellt. Und immer, wenn etwas anders als von mir antizipiert, schleudere ich meine Verwunderung und Erkenntnis in die sozialen Netzwerke. So auch gestern. Flupps, landete das obige Foto

The oculus rift is designed to be sexist. – Ist das so?

Auf Facebook hat mich Tino van Treek im dann auf diesen Artikel hingewiesen. Im Folgenden ein kurzes Herauspicken von Informationen, die mir ins Auge gestochen.

  • Frauen scheinen eher an Übelkeit zu leiden, wenn sie mit 3D-Umgebungen konfrontiert, als ihre männlichen Kollegen.
  • Auf der Netzhaut des Menschen tummelt sich eine Ansammlung von geschlechtsspezifischen Hormonen.
  • Die Fähigkeit, in die Tiefe zu sehen, also in der Realität kommt daher, dass wir Größenveränderungen eines Objektes als näher oder ferner von uns interepretieren (und nicht, dass das Objekt größer geworden ist) und zweitens, dass bei Bewegung eines Objektes die Form variiert, die unser Gehirn wiederum “umrechnet”, und dadurch Lokalisierung im Raum bestimmt. (Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden und wiedergegeben? Im Zweifel auf Original-Text zurückgreifen.)
  • In ganz kurz gesprochen, priorisieren Frauen wahrscheinlich zweiteres bei ihrer Wahrnehmung, Männer ersteres, in 3D-Umgebungen kann aber bisher ersteres viel besser imitiert werden.

Gespannt auf mehr

Leicht flau ist mir persönlich jedenfalls schon geworden. Ob das jedoch an der Kontruktion liegt, oder an was auch immer, keine Ahnung. Ich habe vielmehr die Konstruktion gleich mal in meiner Phantasie weitergebaut. Wird es irgendwann möglich sein, einen Widerstand, den man virtuell wahrnimmt, auch spürbar machen zu können? Könnte man – obwohl sich an zwei verschiedenen Orten befindend – in die gleiche virtuelle Umgebung begeben?

Ich bin jedenfalls angefixt und gespannt auf mehr und anderes, was da noch kommen mag.

Eure @mons7

 

 

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Einen MOOC geschenkt?

Einen MOOC geschenkt

wie soll denn das gehen? War mein erster Gedanke, als ich den Tweet von geschätzter @jupidu erblickte.

Wer macht mit bei meinem GeburtstagsMOOC ?? http://t.co/NsNCv5rhb8 #50erMOOC

— jupidu (@jupidu) August 8, 2014

Aber

eLearning-Menschen sind (halt) kreativ

eLearning-Menschen sind halt ein kreatives Völkchen. So hat sich das Team zum 50. Geburtstag der Chefin in der Tat etwas Geniales ausgedacht. Jede Woche gibt’s eine persönliche Frage, die zunächst in die Vergangenheit (nicht nur des Geburtstagskindes) abzielt, sondern irgendwann auch in die Zukuft. Bewegung in der ganzen Sache wird dadurch gesichert, dass schon einmal das Geburtstagskind erfreut mitmachen wird, und das ganze Team sich selbstverpflichtet hat. Wer dann noch einsteigen mag, der ist ein zusätzliches Geschenk.

Und da ich die Jutta ja sehr schätze, die Idee für überaus gewitzt halte… und noch die Frage (wenn auch persönlich, so doch) sehr gut, mache ich gleich mal mit. Und diese erste Aufgabe lautet

Ziel: Erinnere dich an deine frühe Kindheit, was ist dir in Erinnerung geblieben, woran denkst du besonders gern zurück?

Aufgabe: Suche ein Kindheitsfoto von dir und stelle es online als Kommentar unter diesem Beitrag. Deine Abteilung wird das ebenso tun.

Reaktion: Reagiere auf zumindest einen Beitrag deiner KollegInnen und erzähle ihnen was ihre geposteten Bilder bei dir auslösen.

Exkurs: Die Videos

Hier übrigens das Video, wie Jutta auf das Geschenk spontan reagiert, nämlich beherzt gerührt und anrührend anzuschauen… sowie das Video der ersten Aufgabenstellung.

Ich habe einen MOOC geschenkt bekommen

Die erste Aufgabe

Und die werde ich jetzt auch gleich mal bearbeiteten.

Meine frühe Kindheit und an was ich mich erinnere

monsi_jung

Ich erinnere mich an … bitterüße Langeweile. An eine Zeit, in der Information einfach knapp war. Weil es dieses Internet für Menschen wie mich noch gar nicht gab. Hatte man eine Frage, blätterte man im Brockhaus. Und den behandelte man ganz vorsichtig. Der sah nicht nur edel und wertvoll aus, der war es auch. Bücher gab es in dem Haushalt, in dem ich aufgewachsen bin, schon so einige. Aber ich war schon seinerzeit wählerisch in dem, was ich gerne gelesen habe. Und da waren die Bücher schon knapper. Neuigkeiten gab es aus der morgendlichen Zeitung, dem Radio zum Frühstück, der Tagesschau am Abend und dann war da natürlich noch der nicht zu vernachlässigende Dorftratsch. Was mich wirklich interessierte, davon war gar wenig bis nichts vorhanden.

Das ist auch der Grund, warum ich die Klagen über jedwede Informationsüberflutung nicht so richtig unterstützen mag. Lieber ist mir eine Überfülle, in der ich zwar das Problem habe, die Informationen, das Wissen meines Herzensbegehrs finden zu können, als gar nicht erst die Chance darauf zu haben. Auch wenn es zugegebenermaßen schon manchmal anstrengend, den ganzen Rest von sich zu weisen.

Diese bittersüß schmeckende Langeweile. Wenn ich mich lange genug hinsetze und mich dahinein versetze, … kann ich sie wider Erwarten wieder schmecken.

Glückwunsch!

Ach ja, und bevor ich es vor lauter Begeisterung ganz vergesse: Einen ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, liebe @jupidu, und toll, dass Du uns an diesem überraschenden Geschenk teilhaben lässt. :) :)

 

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Aus gegebenem Anlass: So geht “muten” auf #twitter

Der gegebene Anlass: Der #EdChatDE

Heute Abend ist es nun (endlich) soweit, die @lammatini und ich (@mons7) sind Gastmoderatorinnen des 43. #EdChatDE zum Thema “Bildungslust und Bildungsfreuden im/statt Sommerloch”.

Achtung: Hohes Tweet-Aufkommen

Da werde ich ganz schön was twittern. Einen richtigen Tweet-Sturm wird das geben, denn bestimmte Tweets habe ich “gescheduled”, also mit Tweet-Deck schon vorab eingegeben und bestimmt, dass die zu einer bestimmten Zeit rausgehen. Das sind die drei Begrüßungs-Tweets à la Willkommen zum #EdChatDE, das ist das Thema und der dritte, wenn ihr Hilfe braucht, schaut mal da -> Link. Und dann kommen natürlich noch die Antwort-Tweets auf eure hoffentlich reichlichen Tweets dazu.

Das sind also schon nochmals um einige mehr Tweets, als ich an einem ganz normalen #EdChatDE Dienstag, so als Normalo-Teilnehmerin, absetze. Und man (z.B. die @j_gew_ffm) hat mich schon für dieses weniger entfolgt.

Mir geht es ab und an ebenso

Da folge ich einem gar interessanten Twitter-Account, der oder die aber noch mehr Interesssen hat. Geht dann auf eine Konferenz des Interesses, das aber gerade nicht meines ist. Und meine Timeline wird zugespült mit Bildern, Kommentaren, Links zu Filmchen zu genau jenem Thema, das mich gerade gar nicht interessiert.

Dann mute ich denjenigen halt mal zwei Tage. Also kriege, solange der oder die gemutet, keine Tweets in die Timeline. Aber wie geht jetzt dieses muten?

Einmal Bewegtbild statt mehr als hundert Worte

(Trotzdem frage ich mich, aber das könnt ihr mir vielleicht sagen, was der Unterschied sein soll, zu denjenigen einfach 2 Tage entfolgen?)

Ich freue mich jedenfalls, wenn heute Anbend der eine oder andere Bildungsmensch dabei ist. Da es mitten im Sommer, ist wahrscheinlich nicht gar so die Hölle los. Und ja, darüber wollte ich ja auch noch schreiben… wenn man die ersten Male beim #EdChatDe mitmacht, … und man gar nicht mehr weiss, wo man als erstes hingucken soll, auf wen man als erstes reagieren soll.

Aber das ist einen eigenen Blog-Post wert.

Eure m

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Nächster #EDchatDE (Nr. 43) ist unser :)

Gerade der #EDchatDE von heute herum, schon an den nächsten gedacht. Und der ist nächsten Dienstag und unser. Unser meint der von @mons7 und @lammatini als #SummerSpecial Gastmderatorinnen. Dabei?

Countdown Clock

Mit herzlichem Dank an Peter Ringeisen, der für uns folgendes Themenplakat erstellt.

lern+bildungsfreuden_D

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