Mitgenommen von und aus Duecks Leidenschaft 2.0

Bildquelle. […ein Bericht erstellt einzig und allein auf Martins Anfrage hier hin.]

Oder im Grunde müsste der Titel lauten: „Mitgenommen und was (anderes) draus gemacht, aus Duecks Leidenschaft 2.0“. Dies dehalb, da ich mir zuletzt den „Thrill“, der sich bei mir auf BarCamps spätestens am zweiten Tag ganz von alleine einstellt, auf dem JamCamp doch noch abholen wollte. Und wie macht man das? In dem man Duecks Leidenschaft 2.0 aus vollem Herzen genießt, keinerlei Notizen macht (außer nach herzenslust twittert) und ansonsten eben das mitnimmt, was man dadurch (zufällig) mitnimmt.

Ich habe also – nochmals – gar nicht so primär auf den Inhalt geachtet. Einzige Anhaltspunkte meine abgesetzten Tweets während des Vortrags.
Einigermaßen rekonstruierbar ist für mich die Tütensuppen-Analogie, die Einordnung und Interpretation derselben nehme ich hiermit auf meine eigene Kappe – aber nur insofern sie nicht dem entsprechen sollte, was Dueck darüber zum Besten gab.

Die Tütensuppen-Analogie
[Einordnung:] Bei der Tütensuppen-Analogie könnte es sich um ein Modell handeln, wie gute Ideen und Veränderung i.d.R. in Unternehmen getragen werden.
Sie (die Unternehmen) hören davon, dass es etwas gar gänzlich Neues und Tolles gebe, das da heiße XY. Sie holen sich einen FachMANN und befragen ihn nach konkreter Handlungsanweisung.
Am besten in vier Schritten, wie die Beschreibung auf der Tütensuppe: 1. Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen, 2. Tüte aufschneiden und Inhalt in Topf füllen, 3. Kochwasser auf Inhalt schütten, 4. 3x herumrühren und wie auf Bild in Teller servieren.

Da Tomaten-Tütensuppe nun ein bisserl fad schmeckt und die vier Schritte irgendwann einmal „sitzen“, beginnt man – das wisst ihr sicher noch aus eurer WG-Zeit – damit, die Schritte zu variieren und zu ergänzen. Das Wasser muss vielleicht gar nicht kochend draufgeschüttet werden, eventuell brät man vor dem Eintopfen des Inhalts ein paar Zwiebeln an oder fügt gepressten Knobi hinzu. [Einordnung: Dies alles kann man dann als teuere Extras dazuverkaufen bzw. über die PR-Abteilung als Markenbesonderheit kommunizieren lassen.]

Die wahre Tomatensuppe der Meisterschaft kocht allerdings, ja, ihr ahnt es schon, eure Oma oder aber der 5-Sterne Koch. Und die hat nichts mit dem zunächst eingeübten Prozess bzw. der draufgesetzten Verfeinerung zu tun. Es handelt sich um eine gänzlich andere Dimension.

Und was hat die Suppe jetzt mit Big Business zu tun?
Beginnt ein Unternehmen mit dem Bloggen, ist es unwahrscheinlich, dass es an eine Beraterin gerät, die klarmacht, welche Folgen das u.U. – u.a. auch für die interne Kommunikation – haben kann. Denn dann würde die Entscheidung umgehend rückgängig gemacht, einen Corporate Blog aufzusetzen.
Also erhält das Unternehmen die Tütensuppen-Anleitung: 1. Plattform wählen 2. paar Daten eingeben 3. irgendwas schreiben. Und es erhält dann natürlich auch die Tütensuppe als Resultat. Was, wenn man Omas Tomatensuppe erwartet hat, ziemlich bitter schmecken kann.

So wie mit der Tomatensuppe ist es anscheinend vielerlei im Grunde guten Ideen ergangen: „IQ wird ersetzt durch Prozesse, EQ durch Benimmregeln, CQ d. Brainstorming-Technik, AQ d. Hochglanzmarketing, VQ d. Headlines…[…]… MQ durch Unternehmenswerte… und schleichend geht nix. mehr #JamCamp (Industrialisierung v. Management)“ so zwei zusammengezogene meiner Tweets vom #JamCamp.

Und was hat das jetzt mit Social Media zu tun?
Die große Frage, die ich am Ende aus dem Vortrag mitgenommen habe ist jene, wie man nun verhindern könne, dass es mit Social Media so endet wie, …. sagen wir dem „Qualitätsmanagement“. Ich persönlich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Und Guenther Dueck arbeitet wohl auch noch an einer Antwort. Oder er hat sie schon und ich hab‘ den entscheidenden Input verpasst. 😉

Und wie verhält sich das jetzt zum Inhalt der neuen Veröffentlichung von Dueck?
Das kommentiert mir jetzt bestimmt der Martin! 🙂

#JamCamp Nachlese

Bildquelle.
[Von der Form]
[Achtung, auch wenn es der Name nahe legt, hat es sich mitnichten um ein BarCamp gehandelt.]

Das JamCamp fand statt im Steigenberger Airport Hotel, der Location, die ich bisher lediglich – beim gelegentlichen Gassigang in der Gegend – nur von außen zu sehen bekommen hatte. Dies nicht nur deshalb, da man gar selten am eigenen Wohnort im Hotel übernachtet, sondern auch, weil ich normalerweise eher die Kategorie „übersichtlich und einfach“ bevorzuge.
Gerade deshalb ein außergewöhnliches Erlebnis. Ich trat ein in die Welt, in der sich Business, International, Reiselust und Unterwegs-Frust auf so eigentümliche Weise vermischen und zu einem Steigenberger Airport Hotel Amalgam verschmelzen.

[über den Inhalt]
Tag1. Aufgrund meiner (ersten FH-)Vorlesung gab es für mich nur einen halben davon. Bei der besuchten Hälfte handelte es sich leider um den eher rezeptiven Teil, und so saß ich da also und lauschte, bevor ich – informationsbefüllt und geplättet – gen FH eilte, und andere befüllen durfte.
Positiv zu vermerken: Die ersten beiden Redner waren Rednerinnen. #frauenquote
Soweit ich mich an den Inhalt entsinne waren es in ihrer Art Reden zur Strukturierung des Feldes (Social Media) und „Überzeugungstalks“, gewürzt mit allerlei Zahlenmaterial. Das mögen anscheinend die Business-Menschen. Zahlen, Daten, Faken. Am liebsten mit einem %-Zeichen dahinter.
Zu Tag 2 kann ich Dezidierteres schreiben.

Da gab es zum einen den Niederländervortrag (ich nenn‘ den jetzt einfach einmal so). Der mir die Niederlande so richtig sympathisch gemacht hat. Anscheinend handelt es sich bei den Niederländern um ein gar „internetverseuchtes“ Völkchen, bei denen man beim Einchecken in eine Heineken-Bar sein erstes Bier umsonst herübergereicht bekommt und wo man auf Fragen schneller eine Antwort über Twitter als die Hotline erhält.
Der vorgestellte Rest war dann nicht so in meinem Sinne. Ein technisches Tool, das – da die Call-Centre-Agents nur 3 Std. pro Tag für SoMe abgestellt werden – Twitter-Accounts nach deren potentiellem Impact ordnet, um den Agents eine Richtlinie vorzugeben, in welcher Reihenfolge Twitter-Anfragen bearbeitet werden sollen (die unteren fallen dann aus Zeitnot unter den Tisch). Kritikpunkte von mir
a) Zweifel an der Aussagekraft eines „technischen“ Tools für „social“ (mein Hinweis darauf, dass die Bewertung ein Agent selbst innerhalb von 5 bis 7 Minuten pro Account vornehmen könnte, indem er sich die jeweiligen Accounts nach bestimmten Kriterien näher anschaut wurde im Grunde mit dauert zu lange beantwortet).
b) Kritik am System: Call Centre Jobs werden damit nicht gerade attraktiver. Trennung zwischen wir entwickeln das Tool und verdienen das große Geld, die Manpower wird geknechtet und kriegt den Rest.

Ähnliches mit dem Social Media in der Automobilbranche-Vortrag (auch wieder von mir generierter Titel). Der Vortragende von KPMG stellt eine mit der Uni Sankt Gallen erstellte Studien vor, auf die ich mich wegen der Zwischenfragen an das Publikum (die mir die Nägel hochrollen ließ) gar nicht richtig einlassen konnte.
Fragen beispielhaft: Sollte man überhaupt SoMe Plattformen für MA am Arbeitsplatz zugänglich machen? (Wie soll ich sonst arbeiten?? Ist meinem Arbeitgeber überhaupt klar, ein wie großer Anteil meines Wissens aus meinem Netzwerk kommt?) oder Sollte man andere als dazu autorisierte MAs auf SoMe Kanälen für das Unternehmen sprechen lassen? (Wie sonst können die dafür kompetenten MAs schnell auf Anfragen/Statements reagieren, wenn ihnen solche unterkommen???).

Den Vortrag zu Arbeit 2.0 habe ich dann leider leider verpasst, musste draußen im Open Space was Dringendes für meine Arbeit erledigen.

Der Günter-Dueck-Vortrag. DAS Highlight. Echt. Er sowie die sonst getroffenen Menschen haben mich sogar dafür entschädigt, dass es sich beim JamCamp nicht wie erwartet um ein BarCamp gehandelt hat.

[zu den Menschen]
Da gab es intuitiv von dreierlei Sorte: Tomaten-Tütensuppen-Rezepte-Vorsteller, Tomaten-Tütensuppen-Rezepte-Produzierer und experimentelle Tomatensuppen-Kocher. (O.k., das ist jetzt eine Zumutung an euch. Erklärungslink folgt). Drei Kocher kennengelernt und gemocht.

Ergo: Doch gar keine so schlechte Ausbeute. 😉