viral … aber total egal… #tipp-ex

Ja. Alle haben es (mittlerweile) gesehen. Es handelt sich um eine der goldenen Kühe des Social Media Marketings, eine gelungene virale Kampagne.
Für diejenigen, die’s nochmals gucken wollen, voilà:

Wieso viral?
Viral bedeutet, dass es irgendwas hat, das uns dazu motiviert, es andern zeigen zu wollen. Da wir es nicht nur einem unserer Kontakte, sondern gleich mehreren zeigen, die es wiederum mehreren ihrere Kontakte zeigen (wollen), … wird es weitergereicht wie eine Grippe (viral eben). Gut für den „Produzenten/ Ersteller“ desselben ist das deshalb, weil er oder sie es einfach nur in die Welt setzen muss… die Weitergabe erledigen alle anderen, die damit in Kontakt kommen.

Was hat es?

Ja, und zugegebenermaßen, das tipp-ex-Video hat was. Was ist es? M.E. ist es dreierlei:
1. Der „Überraschungseffekt“, dass der Jäger gleichsam aus dem Video herausgreift, um sich des Tipp-ex-Abrollers zu bedienen. Wie aus dem Regal/ der Schublade genommen.
2. Der „Überraschungseffekt“, dass der mit dem aus der Schublade genommenen Tipp-Ex-Abroller ein Feld schafft, in das man etwas eintippen kann und last but not least
3. Der „Überraschungseffekt“, dass der/ die ErstellerInnen über die Entwicklung diverser Folgevideos antizipiert haben, was der User/ die Userin in dieses neu geschaffene Freifeld eintragen würde.

Drei „Überraschungseffekte“ machen die Kampagne so gut, dass man darüber redet, den Markennamen Tipp-Ex in den Mund nimmt, was das ganze zu einer Word-of-Mouth-Whatever macht, ein weiteres goldenes Kalb der Branche.

Trotzdem glaube ich, die Kampagne wird langfristig keinen Unterschied machen. Und zwar deshalb, weil es nur eine Kampagne ist, und Kampagnen vernachlässigen – das liegt in der Natur der Sache – jegliche Kontinuität.

Wieso also egal?

Nutzt Du tipp-ex? Genau. Ich nämlich auch nicht. Ich musste schon einiges an Phantasie aufwenden um mir auszudenken, wann ich es je wieder sinnvoll einsetzen könnte.
Dazu ist mir nur eins eingefallen:
Ich HASSE ausdrucken. An meiner Arbeitsstelle ist dies aber eine meiner Haupttätigkeiten. Ein Brief wird solange ausgedruckt, bis er formal und inhaltlich perfekt ist, d.h. durchschnittlich dreimal. Nun könnte man hergehen und einen Zusatz einfügen, dass man zwar das Kerngeschäft perfekt erledige, jedoch – aus Umweltschutzgründen (wobei dies noch zu ergründen wäre, ob dies in der Tat umweltfreundlicher) – alle Briefe nur einmal ausdrucke, die durchschnittlich zwei Tippfehler darin mit tipp-ex modifiziere.
Diese Vorgehensweise scheitert aber schon allein an derart Umweltbewusstsein und allgemeiner Akzeptanz. Diese zu schaffen verlangt jedoch kontinuierliche Arbeit/ kontinuierliches Einbringen der Idee auf (z.B.) Social Media Plattformen.

Dazu ist aber eine (wenn auch witzig gemachte) Kampagne nicht geeignet. Weshalb sie m.E. – langfristig – keinen Unterschied machen wird.

Ob dem so ist? Wir werden seh’n.

5 Antworten auf „viral … aber total egal… #tipp-ex“

  1. Es bleibt die Frage, was das Ziel der Kampagne ist. Ich denke tatsächlich, dass die Kampagne umsatzsteigernd sein könnte. Nicht in dem Sinne, dass nun mehr Menschen TippEx benutzen, sondern in dem Sinne, dass die Menschen, die etwas Ähnliches wie TippEx im Alltag häufiger benötigen nun eher geneigt sind zu TippEx anstatt zu Konkurrenzprodukten zu greifen. Diese Kampagne fördert also ein Markenbewusstsein und führt zu einer Fokussierung aller bisherigen Nutzer auf ein einziges Produkt.

    1. Hallo @niederfuchs,
      ja, das hört sich in der Tat (auch für mich) logisch an.
      Bleibt jedoch (für mich) immer noch die Frage, für was TippEx (bzw. existierende Produkte gleicher Art) heutzutage verwendet werden?
      DAS würde mich – am konkreten Bespiel – wirklich noch interessieren.
      Gimme examples, folks! 😉 🙂

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