Von der Einmaligkeit jeglicher Twitter-Erfolgsstory

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Was ist schon Erfolg? Den Porsche in der Garage stehen zu haben? Den Porsche zu fahren? Wie auch immer geartete Momente – wie z.B. im Porsche fahren – mit jemandem teilen zu können? Oder doch lieber von ausgeglichenem und zuvorkommendem Wesen zu sein? Oder alles zusammen? Alles Porsche fahren UND ausgeglichen sein? Oder doch lieber weil?
Und das alles auch noch zur gleichen Zeit … oder hat jegliche Erfolgsart ihre Zeit?

Erfolg zu bestimmen, zu benennen, zu beziffern ist schon individuell zu einem gegebenen Zeitpunkt bezogen auf ein Leben schwerlich zu definieren. Und genau so schwer ist es diesen zu bestimmen für einen (eigenen oder fremden) Twitter-Account.

Deshalb meine These:

Jede Twitter-Erfolgsstory ist in ihrer Art einmalig.

Jedoch gibt es in der Tat benennbare Kriterien, an denen man Erfolg – in unterschiedlicher Auswahl und Gewichtung – individuell festmachen kann. Einige dieser – in der Hoffnung auf Ergänzung via Kommentare – im Folgenden benannt und erläutert.

Erfolgskriterium: Interaktion

Ich kann mich noch genau erinnern. Ich war einige Wochen bei Twitter. Klickte da und dort, einfach um die (damals noch recht einfach gehaltenen) Funktionalitäten zu erforschen. Klicken. Schauen was passiert. Immer wenn ich auf diesen @mons7-Button klickte passierte – – – – – – nichts. Und das diese Woche. Morgen. Die nächste Woche. Ich hatte jedoch den Eindruck, es sollte etwas passieren. Man sollte, wenn man darauf klickte, keine leere Timeline erhalten. Drei Monate später. Wieder mal auf Twitter. Ich klicke erneut – warum auch immer – auf den @mons7-Button. Und dann geschah es.

Jemand hatte mir geantwortet. Der Tweet enthielt ein @mons7. Er war natürlich schon wieder ein paar Tage (oder Wochen?) alt. Aber ich verstand das Prinzip dahinter. Irgend jemand hatte auf einen meiner Tweets reagiert. Mir geantwortet… und dieses Reagieren konnte man abrufen über den Button @mons7, weil ein @-reply.
Eines meiner Schlüsselerlebnisse auf Twitter. Vor diesem Moment dachte ich, ich hätte Twitter an sich und alles was damit zusammenhängt verstanden. Das Prinzip Twitter durchdrungen. Vollständig. Immerhin gab es ja nicht viel Auswahl, was man anklicken bzw. viele Stellen, an denen man etwas einfügen konnte.
Nach dem Klick auf das @mons7 damals und der Erscheinung daraufhin war ich mir jedoch zutiefst sicher, … es gibt noch Welten zu erforschen. Auf Twitter.

Wiederum drei Monate später.

Ich komme nach und nach in einen Zwickmühle. Auf der einen Seite freue ich mich über Interaktion (und dazu zähle ich sowohl @-replies, erhaltene Favs, Retweets), auf der anderen Seite mag ich es gar nicht, so ich (und oder oder mit) andere(n) Twitter als Chat-Tool mißbrauche. Vielmehr strebe ich insgeheim an, dass jeder meiner Tweets aus sich selbst heraus, ohne groß nachzurecherchieren, verstanden werden kann.

Ergo: Interaktion kann sich wie Erfolg anfühlen, weil man sich wahrgenommen fühlt und INDIVIDUALISIERTE Hinweise bekommt.

Erfolgskriterium: Anzahl der Follower

Auch wieder eine mir ureigene Geschichte. Ja. Ich bekenne, mir ist (war) die Anzahl meiner Follower (aus Reputationsgründen?) wichtig. Aber nur bis zur ca. 300. Danach wird die “persönliche Erfolgs-Quote” (zumindest m.E. nach) immer schlechter. Da gibt es dann die Spammer, die sich regelmäßig an einen dranheften. Einige bleiben “hängen”, wahrscheinlich weil sie bevor sie sich wieder abdocken “sterben”. Dann gibt es die Follower, die folgen, weil sie erst mal gar nicht wissen, wem sie folgen sollen, hören wieder auf zu twittern, aber man hat sie immer noch anhängen. Die, deren das Input – aus welchen Gründen auch immer – gefällt, die sich dafür interessieren, sind bei 1.000 Followern gerade so viele wie bei 300. Zumindest meine Vermutung, die ich nicht wirklich empirisch überprüft habe.

Ergo: Gefühlte Followerzahl 300 entspricht genau gefühlter Followerzahl 1.000.

Erfolgskriterium: Zeitliche Zugehörigkeit

Twittern ist – in gewisser Hinsicht – wie in einer Beziehung leben. Je länger man sich kennt, miteinander umgeht, desto (zumindest im Idealfalle) verbundener fühlt man sich. Dies fällt mir (z.B.) immer mal wieder auf, wenn jemand seinen “Twittergeburtstag” auf Twitter feiert. Und das gibt dann meist ein gleiches “Hallo” wie dann, wenn derjenige seinen eigenen Geburtstag feiert.

Ergo: Erfolg beim Twittern ist (auch), immer noch dabei zu sein.

Erfolgskriterium: Zugehörigkeit zu einer Community

Zu einer – wie auch immer gearteten Gemeinschaft – die einem liegt dazu zu gehören. Das hört sich vielleicht jetzt nach nicht viel an. Ist aber mehr, als man denkt. Ich selbst z.B. fühle mich – mittlerweile – – und bin sogar richtig stolz darauf – als Teil einer, ich will sie mal nennen Edu-Community. Und das ist wohl auch eine der schwierigsten Hürden, die es zu überwinden gilt, so man erstmals mit Twitter konfrontiert ist und dies nutzen will. Diejenigen Menschen zu finden und auszumachen, mit denen man sich gerne – sei es aus thematischen Gründen, aufgrund deren Humor oder was auch immer – zusammerotten möchte. Ist das geschafft, fühlt man sich Twitter zutiefst verbunden, empfindet dessen Nutzung als Erfolg. Im Grunde ist es aber nicht das Medium, es sind die Menschen.

Ergo: Sich auf einer Plattform aufzuhalten, auf der ich Gleichgesinnte finde, Menschen mit denen ich gerne zusammen bin, fühlt sich gut an. Und (auch) das ist Erfolg.

Erfolgskriterium: Postingfrequenz

Mit diesem Kriterium habe ich jetzt schon einige Probleme, ich selbst bei mir halte  nämlich die Postingfrequenz nicht (mehr) für ein Erfolgskriterium. Von mir weiß ich aber, dass wenn ich Menschen folge, die wenig oder unregelmäßig posten, ich die nich so leicht wahrnehme und damit schneller mal entfolge. P.S.: Das gilt natürlich nicht für Dich @nele_we. Du darfst auch mal 2 Tage nix posten. 😉 Aber im Ernst. In der Tat trifft dies lediglich für Accounts zu, zu denen ich (noch) keine feste Verbindung aufgebaut habe, will meinen, die mir – aus welchen Gründen auch immer – am Herzen liegen.

Ergo: Erfolg könnte auch quantitativ messbar sein. 😉

Erfolgskriterium: Sprache

Sprachwitz ist bei Twitter wirklich ein Kriterium. Und ich folge so ein zwei Accounts, da geht es mir mitnichten um die Inhalte, sonder deswegen, weil die Inhalte so sprachlich ansprechend vertwittert. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, so ein geflügeltes Wort. Wer (witzig) schreiben kann, ist auf Twitter klar im Vorteil. Doch das ist ein Talent, das gar wenigen eigen.

Ergo: Wer eine flotte Schreibe hat, braucht sich um seine Follower(zahlen) keinerlei Sorgen zu machen.

Erfolgskriterium: Content

Gleichsam lediglich und nur mit Sprachwitz und gar ohne Inhalte geht’s natürlich (langfristig) auch nicht. Und die Inhalte, die potentielle Follower interessieren (könnten) könne gar unterschiedlich sein. Ich gebe es zwar nicht gern zu, aber ich stehe z.B. auf Stellenangebote (im eLearning- und Social Media-Bereich). Oder auch auf Links zu wissenschaftlichen Studien zu Lernen mit Social Media. Oder auch auf Hinweise zu (für meine Interessen, also Lernen, Social Media etc.) interessanten Tagungen, ja auch CfPs…, Hinweise auf neue Plattformen, Einladung zum Beta-Testing. Na ihr wisst schon. 😉

Ergo: Nicht nur die Masse und die Verpackung (sprich: Sprache) macht’s, sondern (auch) die Inhalte/Informationen, die rüberkommen.

Erfolgskriterium: Verweise auf Visualisierungen

Manche haben auch noch Erfolg mit dem Posten von Instagrams und/oder Infografiken. Nicht meine Welt. Ich bin ganz Text. Und da ich jetzt nichts mehr zu sagen habe, schließe ich hier… und hoffe auch eure Ergänzungen via Kommentar.

Eure

mons7

6 Antworten auf „Von der Einmaligkeit jeglicher Twitter-Erfolgsstory“

  1. Ich musste beim Lesen deines Blogposts meist nur nicken. 🙂
    Ich finde deine Kriterien und wie du sie darstellst, logisch und nachvollziehbar – so ähnlich hätte ich vielleicht meine Beziehung zu Twitter auch beschrieben.
    Ausnahme: Ich habe gar nichts gegen phasenweise Chat-Sessions auf Twitter. Schon oft hat sich dadurch erst richtiges Interesse bei mir entwickelt, wenn sich Leute aus meiner Timeline über ein Thema austauschen und ich habe plötzlich das Gefühl, dazu etwas beitragen zu können.
    Dass Tweets für sich stehen können sollten, ist eine Forderung, die wohl auf die “Twitter-Päpste und -Päpstinnen” zutreffen kann, die – wie man oft neidlos anerkennen muss – einen zitierfähigen Aphorismus nach dem anderen produzieren. Wer Twitter zum Gedankenaustausch nutzt und nicht zum Predigen (oder Fav-Stars sammeln), der muss zwangsläufig in Dialoge eintreten. Dass man dabei Kontexte verpasst, ist mit der neuen Twittertechnik kaum mehr zu befürchten, da man ja die vorangegangenen Tweets aufklappen kann.

    1. Mensch Peter, Herzensdank für Deinen Kommentar, insbesondere deshalb, weil ich mich jetzt endlich mal locker machen kann… und Twitter eben AUCH als Chat verwenden. Ohne schlechtes Gewissen. Denn päpstlicher als der Papst … will ich bestimmt nicht sein! :)) #danke

  2. Hallo Monika,

    ich kann mich Deiner Aufzählung nur anschließen, die Punkte sind richtig und die Beispiele habe ich überwiegend ähnlich erlebt. (Ich wäre da berufsgeschädigt ev. etwas strukturierter herangegangen, aber dafür lasse ich auch gerade Studenten Seminararbeiten zum Thema “Social Media Analytics” was schreiben). Ich bin aber eigentlich mit dem ersten Teil noch nicht fertig:Was heißt denn “Erfolg”? Ab und zu schaue ich mal nach der Followerzahl, aber eher, um ein Gefühl für Größenordnungen zu bekommen und die verschiendenen Accounts vergleichen zu können. Aber wenn ich einmal aus Meißen twittere und im Anschluss zig Follower touristisch aus Meißen habe, dann sagt das rein gar nichts über Erfolg aus. Auch RTs müssen natürlich hinterfragt werden: FavStars mögen witzige Tweets schreiben, aber mein Verständnis von Erfolg sagt mir nicht, dass es ein Kriterium für mich wäre.

    Nun sind Du und ich keine Marketing-Accounts (für die quantifizierbare Aspekte sicher einfacher zu bewerten sind) sondern Personen, die zu verschiedenen Themen twittern. Klar sind wir, wenn wir unsere beruflichen “Ichs” betrachten, froh Feedback zu erhalten etc. Aber als Mensch ist es gerade für mich ein komisches Gefühl, über “Twitter-Erfolg” nachzudenken. Das ist ein wenig wie Familienerfolg. Oder Freundeserfolg. Da gilt die Qualität weitaus mehr als die Quantität. Oder? (nur ein nächtlicher Gedanke)

    1. Liebe Anja,
      danke mal wieder für Deine äußerst inspirierenden Nachtgedanken.
      Und ja, am strukturierter Rangehen arbeite ich noch. 😉 …
      Beim Wort “Familienerfolg” musste ich mal herzhaft lachen. Recht hast Du. Wobei bei mir selbst das private Twittern und Bloggen schon auch immer inhärent die Funktion inne hat nachzuweisen, dass ich das mit professionellen Accounts ebenso kann. Meine Online-Präsenz (auch) als berufliche Referenz.
      Denn das kann ich mir – langfristig – immer besser vorstellen. Twittern und Bloggen für eine Institution (hinter der ich stehen kann und für die ich stehen mag).
      Obwohl man dann in der professionellen Funktion – so vermute ich als Erziehungswissenschaftlerin – wieder durch alle Fehler durch muss, durch die man schon durch alle (als Privatmensch) durch war.
      Viel Spass Dir aber jetzt erst mal in Ilmenau wünscht
      m

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