x vs. c – Der kleine (aber feine) Unterschied

… aber was macht denn jetzt nun den Unterschied, zwischen x und c? Spontan fallen mir folgende Merkmale ein, seht ihr das auch so, habt ihr Ergänzungen?

Merkmal 0 – Themenwahl

Zum Merkmal 0 hat mich Mark Schakkinis mit seinem folgenden Tweet inspiriert.

Ein cMOOC-Veranstalter stellt in der Regel mit seinem Thema eine Frage. Stellt ein Thema in den Raum, auf welches wir noch keine Antwort haben. Und gleichzeitig eines, das viel leichter – oder auch überhaupt – durch mehr als einen Kopf, und zwar im Austausch der Köpfe beantwortbar. Oft höre und lese ich den Vorwurf, cMOOC-Themen seien auf ihre Art „selbstreferentiell“, in dem Sinne, dass sie sich mit Themen befassten, die gleichzeitig das eigene Tun reflektierten. Zum Beispiel Lernen mit Social Media. Oder wie wir ja auch beim #mmc13, einen MOOC darüber, wie man denn einen MOOC macht.

Inspiriert durch Marc kann man diese Themen aber auch auf die Art zusammenfassen, dass wir Fragen stellen, die sich uns – als Veranstalter – gerade stellen. Wie sieht denn die Zukunft des Lernens aus, wie können und wollen wir sie mitgestalten? (#opco11). Wie macht man denn jetzt einen MOOC? (#mmc13). Ich will Open Educational Ressources nutzen und selbst erstellen. Wie geht denn das? (#coer13).

Ein xMOOC-Veranstalter hat schon eine Antwort. Und die gibt er garselbst.

Merkmal 1 – Input

Tritt man in einen laufenden xMOOC ein findet man gar oft zuerst und manchmal sogar lediglich den Input der Veranstalter. Dieser Input ist die Hauptsache, denn der soll ja der interessierten Öffentlichkeit zum Durcharbeiten geschenkt werden. Beim cMOOC jedoch dient der Input lediglich als Impuls. Die eigentlichen Inhalte werden von den Teilgeberinnen erarbeitet. Im Extremfall gibt es so gut wie keinen Input vom Veranstalter,  wie gerade beim #rhizo14 schön zu beobachten. Bereitgestellt wird von Dave hauptsächlich die Struktur. Und – nicht zu vergessen und zu unterschätzen – sein bereits bestehendes Netzwerk.

Merkmal 2 – Motivation Veranstalter

Hier kann ich nur mutmaßen, wissen tue ich es nicht. Bei den amerikanischen Elite-Universitäten mutmaße ich mal, dass es sich beim Abhalten von MOOCs um Marketing-Maßnahmen handelt. Bei so mancher anderen Universität die Hoffnung, die seinerzeit, als eLearing aufkam, in jenes gesetzt. Mehr Studierende mit weniger Geld „abzuwickeln“. Bei der Ausschreibung von iversity und dem Stifterverband wirkten die in Aussicht gestellten 25.000 EUR pro MOOC auch ein wenig motivierend. 😉

Auch bei cMOOC-Veranstaltern kann es sich um ein ganzes Motivations-Bündel handeln, in dem manchmal nicht einmal der jeweilige Veranstalter selber drinsteckt. Sympathisch erfrischend hier erneut Dave Cormier, der den #rhizo14 komplett in seiner Freizeit veranstaltet: „For myself I’m looking forward to running an open course for the pure interest in the subject.

Merkmal 3 – Lehr-/Lernziel

Das Lehr-/Lernziel, dass ich xMOOC-Veranstaltern jetzt auch mal wieder unterstelle, ist das Durch- und Abarbeiten des bereitgestellten Inhaltes, … und die Lösung der dazu bereitgestellten Aufgaben. Dies schließe ich aus der zur Zeit tobenden Diskussion um Abbrecherquoten bei xMOOCs. (Z.B. hier.)

Als Reaktion darauf haben sich Veranstalter eine Art Vorab-Differenzierung ausgedacht. Dies, um Menschen, die von vornherein nicht im Sinne der Veranstalter abschließen wollen, aus der Statistik der Abbrecher herausrechnen zu können.

In cMOOCs ist diese Debatte im Grunde unsinnig, denn…

Course objectives
Just kidding. There aren’t any. You can have personal objectives. You can have group objectives. But I’m not creating objectives for anyone. 🙂
“ (David Cormier)

Merkmal 4 – Kurssubstanz

Die Substanz, also die Artefakte bzw. das von Individuen externalisierte Wissen wird also beim cMOOC von den Teilgeberinnen im Laufe des MOOCs generiert. Input der Veranstalter ist nur als Anstoß gedacht, manchmal sogar gar nicht angedacht:

No pre-reading required.

Die Kurssubstanz des xMOOCs ist unbehelligt überhaupt nur eines Teilnehmers. Sie ist von Anfang an vorhanden. Wird im Laufe des cMOOCs höchstens nach und nach freigeschalten bzw. wird schnell bis zur jeweiligen Freischaltung „produziert“.

Merkmal 5 – Rolle Teilnhemer

Während eines xMOOCs ist es durchaus möglich als Teilnehmer alleine zu bleiben. Dies, da die Hauptaufgabe im Abarbeiten des zur Verfügung gestellten Inhalt besteht.

xMOOCs adopted a more behaviourist pedagogical approach, with the emphasis on individual learning, rather than learning through peers.“ (Colone, G.: Reviewing the trajectories of e-learning. Blogpost)

Beim cMOOC hingegen ist Varianz und Anzahl dessen mit dem eine Teilgeberin interagiert höher. Eine Interaktion mit Inputmaterial ist nicht zwangsweise notwendig (wie oben beschrieben ist dieses u.U. gar nicht vorhanden). Nichts desto trotz wird mit inhaltlichen Quellen (verschiedener Herkunft) interagiert, mit Mit-Teilgebern, u.U. den Veranstaltern sowie eigens (von der Teilgeberin oder anderen Personen) produzierten Artefakten.

Zusammengefasst gegenübergestellt ist die Hauptaufgabe des Teilnehmers beim xMOOC Rezeption und Reproduktion, beim cMOOC Interaktion.

Sonja hat es noch besser auf den Punkt gebracht.

 

Nachklapp

Bei diesem Post handelt es sich – genau wie bei jener Liste – um einen dynamischen, den ich nach und nach ergänze, anreichere, verändere. Nicht, dass ihr euch wundert. Und als kleinen Anreiz, in ein paar Wochen hier wieder reinzuschauen.

Bis die Tage und auf zu neuen MOOC-Abenteuern

Eure m

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