Rezension: Hört auf zu arbeiten!

hörtaufzuarbeitenCOVEREinen ketzerischen Tweet dazu hatte ich ja schon des wochenends verfasst.


Aber so ist das, und das könnt ihr euch ja denken, mitnichten gemeint.
Aber von vorne.

Was drin steht, im Büchlein

Im Grunde ist es dreigeteilt. Teil 1 beschäftigt sich damit, woher es denn kommt, dass dieser geheime Vertrag, den man glaubt mit seinem Arbeitgeber zu schließen nicht mehr gültig ist. (Also das ist jetzt alles in meinen Worten und meiner Interpretation.) Teil 2, wie Menschen damit umgehen. Also sich anpassen und „unten“ bleiben, sich anpassen und aufsteigen soweit es eben geht oder auch seine Nische suchen und „aussteigen“. Zumindest wiederum soweit möglich und vor allem genehm. Da laut der Autoren alles keine wirklichen Lösungen sind, haben sie Teil 3 verfasst. Und da wird’s interessant. Hier werden alternative bzw. erweiterte Fragen zu den im Wirtschaftsleben üblichen gestellt. Nur ein Beispiel. Wir suchen ja gerne nach „Best Practices“. Die erweiterte Frage hierzu ist lt. Autoren-Team: „Voranschreiten ins Unbekannte?“… Witzigerweise nennen Sie das Unbekannt hier Neuland. ;).

Und der dritte Teil der Ausführungen hat auch die ganz subjektive Erkenntnis, die ich rausgezogen habe, inspiriert.

Was ich rausgezogen hab, an (aufgefrischter) Erkenntnis

  • Erweitere Deinen persönlichen Spielraum, da wo Du bist. Dieses pure Aussteigertum preisen sie nicht gerade an, vielmehr regen sie an, den eigenen Spielraum da wo man eben gerade ist, erst einmal wahrzunehmen, auszureizen. Sehr sympathisch. Beschränken tut einen nämlich nicht lediglich das Umfeld, sondern oft auch der eigene vorauseilende Gehorsam. Widerstand gefühlt, bei diesen Zeilen? Dann mal selber ausprobiert!
  • Beginne bei Dir, Dein Verhalten zu ändern. Über andere zu lamentieren, Verhaltensänderung einfzufordern ist einfach. Sich selbst anders zu verhalten, obwohl man damit evtl. meint sich selbst zu übervorteilen, schon schwerer. Also, falls ich mal wieder lamentiere, demnächst…. verweist und verlinkt mich einfach hierher. 😉
  • Handle! Was natürlich schwer ist für Akademiker (wie ich es halt auch bin). Die durchdenken gerne alles. Theoretisieren darüber. Beobachten lieber die andern beim Handeln, das sie dann empirisch auswerten. Weil auswerten macht halt soviel mehr Spass, als selber scheitern. 😉

Zwar war für mich wie gesagt nur ein Drittel des Bändchens relevant. Aber die anderen zwei Drittel sind auch wiederum irgendwie notwendig, um den Kontext des Geschriebenen zu schaffen. Und es wird auch viel geliehen von Geistern, die eh‘ in unserem Umfeld herumgeistern. Wie dem Gunter Dueck. Das macht es aber schon wieder vertraut klingend. Es ist so ein Buch, das in mir unbekannteren Welten mit mir (eigentlich) Bekanntem Aufruhr macht. Sie machen im Grunde genau das, was sie selbst beschreiben, nicht nur ihr eigenes Ding, sondern erzeugen damit auch noch Resonanz dabei – will (auch) heißen, verdienen Geld damit.

Warum und wann Du es lesen solltest

Lesen solltest Du es, wenn Du eh‘ schon auf dieser Spur bist und noch ein bisschen Motivation hinterher brauchst. Dann aber – wie gesagt – nur den letzten Teil. In diesem Falle schenke ich Dir das ausgelesene (!) (und so sieht es auch aus!) Bändchen gerne. Einfach entsprechenden Kommentar im Kommentarfeld unten.

Oder wenn Dir der Blog-Post (obwohl Du mich sonst gerne liest 😉 ) so gar nichts sagen will. Dann aber am Besten von vorne durchlesen.
Ein lesereiches Wochenende überhaupt euch da draußen wünscht

Eure mons7 (aka Monika E. König)

 

 

Ach ja und P.S.:

Falls ihr die Autoren erst mal auf Twitter verfolgen mögt, dann hier entlang.

Und P.P.S.

Falls ihr es wirklich selbst erstehen wollt, gerne mit Obulus an mich, über folgenden Klick.

5 Antworten auf „Rezension: Hört auf zu arbeiten!“

  1. „Hört auf zu arbeiten!“ – wie im Buch beschrieben – klingt interessant, bedeutet gegen den Zeitgeist zu schwimmen und fühlt sich deshalb mutig und anstrengend an.
    Vielleicht schaffe ich es, das Buch zu lesen, wenn bei der vielen Arbeit mit dem Online-Lernen und dem Lernen bei Fernakademien noch Zeit übrig bleibt.
    Schaffen ist Sein, womit nicht unbedingt das Schaffen zum Geldverdienen auf Rang eins stehen sollte.
    Meister Eckart: „Ferner ist da nichts älter als Sein, weil das, was Sein verleiht, schafft und schöpferisch ist. Schaffen aber heißt Sein aus dem Nichts schaffen.“ (Zitat von Meister Eckhart in D.T. Suzuki: Der westliche und der östliche Weg / Weltperspektiven, Ullstein Materialien, ISBN 3 548 35059 3, Juni 1986).
    Wer weiß, vielleicht kommen diese Überlegungen im Buch vor?
    Im Decema Blogpost geht es ebenfalls um das Schaffen und Sein.
    http://psychopathologisch.blogspot.de/2013/07/neuzeitliches-denken-und-verhalten.html

      1. Liebe Mons
        falls du das Buch jetzt schon irgendwohin verschickt hast, dann muss ich mir „Hört auf zu arbeiten!“ unbedingt noch besorgen. Vielleicht lerne ich beim Lesen und Überdenken noch etwas über meinen „eigenen vorauseilenden Gehorsam“.
        Viel vom Gehorsam ist allerdings nicht mehr vorhanden, aber das Üben von Langeweile will nicht so ganz klappen und diese Langeweile macht das Fliegen in verschiedenen Welten und das sinnvolle Füllen des Lebens doch erst möglich. Leben und lieben…. (1)

        Tim Minchin beschreibt die Ursache, warum der Lebenssinn wichtig ist: “ And you will sometimes be happy and sometimes sad.
        And then you’ll be old.
        And then you’ll be dead.“ (2)

        (1)
        http://psychopathologisch.blogspot.de/2013/10/leben-und-lieben-sie.html
        (2) http://www.timminchin.com/2013/09/25/occasional-address/#more-13359

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