Kritik kriegen, Kritik nehmen. Kritisches zur Kritikfähigkeit.

Bildquelle.

Die Kritikfähigkeit der „Mitglieder“ der Edu-Community sowie der Community als Ganzes wird ja seit geraumer Zeit immer mal wieder aus- und angetestet und als mäßig beurteilt.
Beispiele gefällig?

0. Das Schulmeister-„Pamphlet“
Ich denke, da ist es mir zum ersten Mal aufgefallen. Rolf Schulmeister veröffentlichte just ein oder zwei Tage nach dem EduCamp in Hamburg im Internet eine Untersuchung ausgewählter Edu-Blogs mit dem (sehr verkürzt ausgedrückt) Ergebnis, dass auf diesen – obwohl von den Autoren und -innen aufs Wärmste als angesagtes Mittel der Wahl (für?) angepriesen – darselbst kein wissenschaftlicher Diskurs stattfinde. Und dort wo eine Art Diskurs stattfinde, sei dieser wiederum nicht wissenschaftlich. Wem’s damals entgangen sein sollte, oder wer der gedanklichen Auffrischung bedarf, ich habe seinerzeit hier einen kleinen (ganz unwissenschaftlichen) Kommentar dazu verfasst.

1. Der Bertelsmann-„Skandal“
Dann war/kam lange nichts. Erstaunlicherweise wiederum auf ein EduCamp hin, dieses Mal dasjenige in Bielefeld, veröffentlichte der @ciffi, seines Zeichens Journalist und Bildungsredakteur, einen Beitrag zum Sponsoring von der Bertelsmann Stiftung. Hier geht’s zum Beitrag, dort zum darauf folgenden Blog-Nachtrag.
Hierzu hatte ich seinerzeit nichts gebloggt, dies deshalb, weil ich den Sponsoren der Edu-Camps (außer es gab irgendwie Meinungsverschiedenheiten um diese herum, z.B. wie um Apple auf dem Grazer EduCamp) von jeher (zu?) wenig Beachtung schenke. Versteht mich nicht falsch. Ich freue mich schon darüber, dass EduCamps für mich kostenfrei sind, meine Suppe bezahlt wird und die Location auch im kostenlos (aber hoffentlich nicht umsonst) inbegriffen. Sie waren nur vorher nicht wirklich auf „meinem Schirm“.
Inhaltlich bin ich deshalb auch nicht der Meinung gewesen, gekauft gewesen zu sein. Und wenn jemand Ideen von dort  mitnehmen will, um so besser! Falls ich welche habe, stelle ich sie auf BarCamps ohnehin frei zur Verfügung. Zudem habe ich den Eindruck, dass Sponsoring in großen Konzernen nicht wirklich geplant verläuft. Es sich vielmehr um eine zufällige Sache handelt. Nicht wirklich strategisch eingesetzt, weil die Teile von großen Konzernen m.E. und i.d.R. nichts über solche Ziele wissen, außer es handelt sich um ganz grobe und offensichtliche Richtungen, eher schon Haltungen.
Aber hier kann ich mich irren. In einem Punkt habe ich mich wirklich geirrt. Der @ciffi ist nämlich wirklich kein Verkehrter, hat umfassendes Wissen über allerhand Bildungsthemen. Kann diese kurzweilig an die frau bringen. Und macht halt eben seinen Job, den Job eines Journalisten. Das war zumindest mein Eindruck von einem Zusammentreffen mit ihm auf der diesjährigen #learntec, auf der er auf meine schräge Anfrage hin ein echt reichhaltig mit Bildungsthemen gespicktes Interview gegeben hat. Danke nochmals dafür, insbesondere die Anregungen und anderen Sichtweisen auf ein gleiches Feld.

2. Der Debakel-Artikel aus und über ebenso Bielefeld
Den ich ja ursprünglich und fälschlicherweise ebenso dem @ciffi zugerechnet hatte. Und – ganz nebenbei und im Überigen – dafür, dass es Bielefeld ja gar nicht geben soll, hat das EduCamp dort – überraschenderweise und im Nachhinein – einiges an Kontroversen ausgelöst. So auch die Ausführungen von @mediendidaktik_ und zwar hier. Wieder sehr verkürzt und aus dem Kopf: Die Weise des Umgangs der Edu-Community mit Twitter sei nicht geeignet diesen auf Lehr-Lern-Settings zu übertragen, da er an sich schon problematisch sei. Und dies aus Gründen wie, dass beim Twittern nicht auf Inhalt fokussiert werde, sondern zu viele als inhaltlich irrelevant zu beurteilenden Tweets zu einem Hashtag gepostet würden, die zu filtern wiederum vom Inhalt/Wesentlichen und präsent Geschenhenden ablenke.
Auch hier habe ich mich nicht dazu geäußert. Ehrlich gesagt, weil (auch) ich mir „ans Bein gepinkelt“ gefühlt habe. Obwohl ich den Freitag tagsüber noch gar nicht da, sondern brav auf Arbeit 😉 war. Nichts desto trotz kann man die Stoßrichtung des Textes nicht ganz von der Hand weisen, allerdings fehlt mir noch die zündende Idee, wie man auf Events wie einem BarCamp anders twittern könnte, da
1. man sich zu solchen Events regelmäßig (und auch gerne) in rage twittert.
2. twittern – auch sinnlos twittern – einfach Spass macht.
3. ich immer nur mich aber nie die Welt ändern kann.
4. auch ich mein Übungsfeld brauche, wie und wo ich Twitter benutzen möchte und wie nicht.

3. Das Lehrstück 2.0 und dessen Rezension
Das Lehrstück 2.0 war jenes, u.a. auch kommentiert und (für gut) bewertet von mir, mit Sprachwitz zerrissen dort. Dorten war schon beurteilt in deutlichen Worten, beendet das Ganze mit einem Rant am Rande (s. dorten ganz unten). Ich hoffe Daniel, den @spaniel, bei Gelegenheit mal persönlich kennen zu lernen, um vom Lehrstück noch einiges an Mehr mitzunehmen.

4. Die Echo-Kammer-Theorie
Last but not least ein weiteres Beispiel aus meinem geliebten HerrLarbig-Blog. Man lese den ersten (mich) irritierenden Kommentar zu einem guten Beitrag hier, die Konkretisierung des Kommentars zum Beitrag dort. Keine Ahnung, um was es sich bei dieser Echo-Kammer-Theorie eigentlich handelt, ich habe aber (so) meinen Vermutungen. (Hat jemand vielleicht einen Link/Links?) Aber wenn es das ist, was ich vermute, dann ist es nichts anderes, was es in der Wissenschaft schon die ganze Zeit gibt. Nämlich, dass es eine bestimmte abgegerenzte Gruppe von an einem Thema interessierten Menschen gibt, die sich gegenseitig zitieren und damit wiederholen, Redundanz schaffen, was (diese) Inhalte aber auch beim Einzelnen einprägt. Auf diese wiederholten Inhalte wird wiederholt reagiert.
Wenn also die Echo-Kammer-Theorie das und nur das besagt, was ist dann schlimm daran?

Dass ein Echo nur unkritisch sein kann?

Aber dass es ja offensichtlich doch gehe, einen (kritischen) Diskurs via SoMe zu führen, hat Gabi Reinmann kürzlich hier, belegt mit da, konstatiert.

Sind wir (bin ich) über oben beschriebene Anlässe kritikfähiger geworden? Was heisst das überhaupt – kritikfähig sein? Und wie geht’s (dann) weiter?

16 Antworten auf „Kritik kriegen, Kritik nehmen. Kritisches zur Kritikfähigkeit.“

  1. Erst einmal möchte ich noch ein Beispiel ergänzen: Die Digital-Natives-Debatte im #opco11: http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/agenda/woche-6/ Rolf Schulmeister hatte seine Studienergebnisse vorgestellt, nämlich dass diese Generation Y gar nicht so digital ist, wie alle immer behaupten. Die Nutzung digitaler Medien, insb. Social Software ist zumindest für das Studium überhaupt nicht weit verbreitet, im Privaten gibt es quasi auch nur Facebook und ein bisschen Wikipedia. Daraufhin gab es eine sehr emotionalisierte Diskussion, aber nicht etwa um das Forschungsdesign oder falsch gezogene Schlüsse, man schien eher allgemein das Gefühl zu haben, da stimmt was nicht und das wäre nicht so. Laut dabei war bsp @herrlarbig, vgl https://twitter.com/#!/herrlarbig/status/78555891439382528

    Du fragst, ob die EduCommunity (lassen wir den Begriff doch so) kritikfähig ist. Ich denke fast: in der Summe nein, im einzelnen ja. Da unterscheidet wir uns aber sicher nicht von jeder anderen Gruppierung: Als Chemnitzer darf ich mich aufregen, was hier so passiert, zB http://www.chemnitz-lebt.de/index.php/2012/02/17/chemnitz-im-januar-2012/ , aber wehe das macht jemand von außerhalb. Soll der erstmal herkommen und sich anschauen, wie es hier überhaupt ist, zB http://www.chemnitz-lebt.de/index.php/2012/01/12/aktionsaufruf-dein-moment-in-chemnitz/ . Ebenso reagiert die EduCommunity: Ihr seid garnicht so cool – doch sind wir, aber eigentlich wollen wir garnicht drüber reden, vgl http://educamp.mixxt.de/networks/forum/thread.206880 . Das ganze endet in einer emotionalen Diskussion und im gegenseitigem Bashing. Im Einzelnen gibt es aber doch diejenigen, die dem zustimmen und (sofern esetwas ändert) ihr Verhalten anpassen.

    ich finde es allgemein gut, eine andere Perspektive vor die Nase gehalten zu bekommen. Im kleinen Projekt Social Web Pathologies http://socialwebpathologies.wordpress.com/ mache ich das tw selbst: welche Gefahren gibt es, was könnte passieren, was machen wir hier eigentlich. Ob man als gesamte Community ohne großen äußeren Druck kritkfähig werden kann, bezweifle ich fast schon. Wann ist denn sowas mal passiert? Nach dem 2. Weltkrieg und beim Atomausstieg. Und selbst hier kann man eigentlich nicht über eine kollektive Kritikfähigkeit sprechen. Dennoch sind Perspektivwechsel wichtig. Also liebe Kritiker: Bitte nicht damit aufhören. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich insgesamt ein eher selbstkritischer Mensch bin und mir vieles annehme, aber ich finde es gut und richtig, wenn auch die EduCommunity hin und wieder Anschubser außerhalb ihrer Filterbubble bekommt.

    (Und wer hätte geahnt, dass der Kommentar so lang wird? Wissenschaftlich ist er dennoch nicht, vgl Dein Beispiel Nr 0)

  2. Danke für die Zusammenstellung! Ich hatte mich auch über die „Emergenz“ dieses Themas in der letzten Zeit gewundert und mir überlegt, ob ich diese Texte nicht miteinander verlinken und in Beziehung setzen sollte. Aber das hast du ja nun schon gemacht. 🙂

    Ja, das alte Problem der Lobhudelei. Mit wem vernetzt man sich im Web? Oft einfach mit Leuten, die so ähnlich denken wie man selbst. „Oh, das, was der sagt, stimmt! Dem muss ich folgen!“ Mein persönliches Netz besteht also tendenziell eher aus Personen, die meine Gedanken teilen als kritisieren… Das ist wirklich kein triviales Problem. Lösungsansätze? Die eigenen Beiträge so weit wie möglich streuen, über das eigene Netz hinaus. Twitter, Facebook und Google+ sind mit den Retweets und Reshares geeignete Plattformen dafür, Menschen aus entfernteren Netzwerkregionen „anzuziehen“, die anders denken… Kritik geradezu herausfordern (durch entsprechende Fragen)… Das Korreferenten-Modell von m.g. … letztlich immer wieder die Diskussion genau dieses Problems…

  3. Noch ergänzt: Die Frage, ob etwas wissenschaftlich ist oder nicht, hängt immer mit der Definition von Wissenschaft zusammen. Und die ist meiner Meinung nach oft einfach zu eng…

    1. Wir brauchen also eine neue/andere Definition von Wissenschaft bzw. übergangsweise eine Erweiterung. Z.B. wissenschaftlich i.e.S. vs. wissenschaftlich i.w.S. (#hihi… Zweiteres wirkt mit dem w. drin sogar (noch) wissenschaftlicher 🙂 )….

      … da hast Du doch bestimmt schon mal was drüber geschrieben, oder? Schenkst Du uns den Link?

    1. Hi Martin,
      doch doch, die Untersuchung ist mir schon untergekommen. (Wollte wahrscheinlich nur das Ergebnis nicht hören 😉 )… mehr dazu in extra Posting!

      Grüße nach Graz
      m

    2. Och sag doch sowas nicht. Mir war sie auch bekannt ;).

      Meine Konsequenz daraus ist, dass ich, wenn ich auf einer Konferenz nicht dabei sein kann, den Tweets nur einen limitierten Zeitraum eine Chance gebe und mich ggf ausklinke, wenn ich keine Chance sehe, dass jemand etwas sinnvolles Beiträgt. Gleichermaßen versuche ich, Inhalte von Konferenzen zu twittern (Ausrutscher seien verziehen), bzw Nutze Twitter zur Diskussion.

      Die Frage wäre aber auch, ob die „Irrelevant Tweets“ hier nicht tw zum sozialen „Kit“ der Teilnehmer so wichtig ist, dass sie nur tw als negativ betrachtet werden können. Ich werd das auf dem #ecco12 mal informell selbstevaluieren 😉

  4. Moin,

    ich glaube, dass grundlegende Problem ist kein für die Edu-Community spezifisches. Ich habe oftmals das Gefühl, dass es unproblematisch ist, einzelne Personen oder Positionen/Meinungen zu kritisieren, wenn dies auf einem Level oberhalb der Polemik ist. Das klappt sogar unabhängig von Rang und Namen und bleibt oftmals auf der Sachebene (Was auch für wissenschaftliche Diskussionen nicht selbstverständlich ist…).
    Dennoch ist es aber so, dass bestimmte Glaubenssätze nicht attackiert werden dürfen. Anders formuliert: Es gibt Tage, da habe ich das Gefühl meine „MedienbildungundForschung“-Twitter-Liste zelebriert twittern, bloggen, barcampen etc. als sakrale Ereignisse. Wenn jemand das bezweifelt, bekommt er Gegenwind von der ganzen Community. Um den Kommentar von Anja Lorenz aufzugreifen: Das Geschrei ist groß, wenn man sich anschickt, die Filter Bubble zerplatzen zu lassen. Wenn die „kulturelle Identität“ (habe grad kein besseres Wort) der Gemeinschaft angegriffen wird – giftet sie zurück. Und damit komme ich wieder zum Anfang: Das ist bei Fußballfans genauso, du kannst mit einem Schalke-Fan sicher viel diskutieren, philosophieren – aber sich in die Veltins-Arena zu stellen und sich laut zu einem schwarz-gelben-Verein aus der Nachbarschaft zu bekennen, sollte man besser lassen (Ich bin nebenbei weder Schalke noch Dortmund – Fan…, setzt bei Bedarf einfach andere Fußballclubs ein). Die Edu-Blogger/Twitterer/etc. sind also auch nicht anders als Fußballfans…
    Irgendwie ist das auch logisch: Warum sollte Gruppenbildung, die sich im „Kulturraum Internet“ formiert, so viel anderes funktionieren als Gruppenbildung in anderen sozialen Kontexten (Für die Diskussion, ob die Edu-Community nun eine Community of interest oder ein soziale Netz ist oder was auch immer, hab ich jetzt keine Zeit).

    Was die Off-Topic-Diskussion zum Thema Wissenschaftler betrifft:
    Also nach DfG ist man vor dem Dr. kein Wissenschaftler. Sonst kann man lange diskutieren, aber m.e. sollte als Quintessenz stehen: Wissenschaftler ist, wer wissen schaffen will. Anders formuliert: Wer offene Fragen erkennt und sich bemüht zu beantworten. Wie er das methodisch umsetzt, beschreibt, ob ihn jemand versteht oder nicht, das unterscheidet nicht den Wissenschaftler vom Nicht-Wissenschaftler, sondern einfach den guten vom schlechten Wissenschaftler…

  5. Hi Wolfgang!

    Ja, ich kann das mit der Gemeinschaft, die angegriffen wird, in der Tat nachvollziehen. ABER: Unterdrückte man mal kurz seinen „Abwehrreflex“ fielen einem (sehr) gute Argumente ein, die man erwidern könnten. Z.B. auf den Twitter-Debakel-Text: 1. Lehrende Twittern auf Konferenzen ganz anders, als sie Twitter in Bildungs-Settings einsetzen. Die Schlussfolgerung, so wie man in der einen Situation twittere, so setze man Twitter/Micro-Blogging generell ein, kann man m.E. so nicht ziehen. 2. Der wissenschaftliche Artikel zum Twittern auf Konferenzen geht z.B. davon aus, dass ein Twitter-Live-Stream Konferenzinhalte und Diskussionen umfassend abbilden können sollte. Woher und warum diese Erwartungshaltung? Wieso gerade daran die Tweets messen? 3. Es fehlt schon einmal an einer gemeinsamen Zielvereinbarung, bei den twitternden Konferenzlern. Es ist im Grunde nicht einmal eine definierte Personengruppe (z.B. Teilgruppe der Anwesenden), sondern die einzige Gemeinsamkeit ist lediglich der verwendete #Hashtag.

    Meine Vorstellung von Gruppe war bisher nicht die, dass bestimmte Mechanismen eintreten müssen, ich traue der EduCamp Community in dieser Hinsicht ein Mehr zu.

    Du?

    1. Ach ja… und was ich noch vergessen hatte…
      a) Danke für Deine Ausführung!
      b) Zur Off-Topic-Diskussion: Heißt das, wer gute Fragen stellen und gut schreiben darauf antworten kann ist prädestiniert zum “Wissenschaften”? Also Schreiben als Kernkriterium?

      1. Wissenschaft und DFG
        Zur DFG: Das ganze war mehr als eine Feststellung gedacht, denn als Kritik. Bei Förderungen ist es so, dass man eigene Forschungsprojekte erst nach der Promotion beantragen kann:

        [blockquote]Die DFG fördert Promovierende nicht individuell, sondern indirekt im Rahmen der oben genannten Programme. Selbst antragsberechtigt sind nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit abgeschlossener Promotion.[/blockquote] http://www.dfg.de/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/wissenschaftliche_karriere/waehrend_der_promotion/index.html

        Das ganze hat natürlich seinen Sinn, aber bis zur Promotion ist man halt (auch im übrigen akad. Bereich) Nachwuchswissenschaftler. Das ganze jetzt bitte nicht als generelle DFG-Kritik verstehen.

        Zum Schreiben als Kriterium:
        Ich würde eher die Fähigkeit, zu fragen, als Kriterium sehen. Wissenschaft beginnt, wenn man aus einem Thema eine interessante Fragestellung machen kann.
        Gute Wissenschaft beginnt dann, wenn man seine Ergebnisse und vorhaben verständlich kommunizieren kann – das kann in klassischer Schriftform sein, aber ich wüsste jetzt nicht, warum sich in Zukunft nicht auch Videoaufsätze als Form der Wissenschaftskommunikation etablieren sollten. In Magdeburg gibt es durchaus schon Abschlussarbeiten in Videoform:

        Edu-Community und Gruppen
        Die Frage ist jetzt ob wirklich alle, die den #ec… Hashtag verwenden zur Edu-Community gehören. Ich glaube aber, dass man wenn man genau hinguckt einen „harten Kern“ herausfiltern könnte, der klassische Kriterien einer Gruppe erfüllt. Ob jetzt „bestimmte Mechanismen“ eintreten müssen ist so eine Henne-Ei-Frage. Treten die Mechanismen in Gang, weil die EC eine Gruppe ist, oder kann man sie nur als Gruppe bezeichnen, weil bestimmte Mechanismen abgelaufen sind und weiterhin ablaufen. Ich prädestiniere eher für die zweite Lösung. Wenn man mal eine Soziographie dieser „Edu-Community“ machen würde, glaube ich dass im Kern eine echte (also soziologische und psychologische Kriterien erfüllende) Gruppe steht, die einen Schwarm (Zygmunt Bauman) nach sich zieht.
        Das die Abwehrmechanismen die ich beschrieben habe, gruppensoziologisch erklärbar sind, heißt nebenbei nicht das sie unberechtigt sind. Zum Twitter-Artikel:
        Eine Antwort auf den Telepolis-Artikel war ja, dass die TP-Autor ungerechtfertigt davon ausginge, die Educamper würden sich als Elite/Avantgarde bezeichnen und verstehen. Nun waren die entsprechenden Worte farblich hervorgehoben – bei TP werden so die Links markiert. Das ganze führte zu einem TAZ-Artikel von Christian Fuller, der eben diese Bezeichnung benutzte. In der Kritik wurde sie aber dem TP-Autoren zugeschrieben

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