Tafel, Bildung und OER

OER oder Tafel oder was?

OER. Lange habt ihr nichts mehr von mir gehört. Jetzt bin ich aber zurück, um euch mit einem Knaller-Video zu beglücken.

OER

Eure Kommentare und Gedanken dazu nehme ich gerne in Kauf. 😉

Eure @mons7 – demnächst wieder öfter hier.

 

 

← Vorheriger Beitrag

Nächster Beitrag →

14 Kommentare

  1. Die Parallele Tafel – OER wurde, so weit ich das verfolgt habe, sehr oberflächlich im Bereich kostenlos gesehen.
    Ich sehe bei Tafeln und MOOCs durchaus die Institutionen, die einen Imagegewinn erzielen wollen. Bei der Wikipedia wäre es freilich nur eine Person Jimmy Wales, der in der Tat vorher aufgrund der Bereiche, in denen er eld verdient hatte, eine sehr viel schlechtere Reputation hatte.
    OER im pädagogischen Bereich scheint mir dagegen ganz eindeutig eine Graswurzelbewegung. Jetzt, wo sie an Popularität gewonnen hat, könnte die Gefahr bestehen, dass Verlage und Bertelsmannstiftung diese kostenlose Arbeit kapern, um für ihre eigene Institution Reputationsgewinn zu erzielen.

    Davor könnte man die im OER-Bereich Arbeitenden warnen. Versuche der Art hat es in vergangenen Jahren in der Tat immer wieder gegeben.

    Anjas Argument, es sei unangemessen, Leute zu Aktivität aufzufordern, die sich einfach „vor die Kiste legen“ und konsumieren wollen, mag für MOOCs gelten, obwohl das mit dem Konsumieren bei anspruchsvollen Themen schwer fallen dürfte. Weshalb aber ein Pädagoge, der permanent daran arbeitet, andere beim Lernen zu unterstützen, in seiner Tendenz, „sich vor die Kiste zu legen“ nicht gestört werden sollte, sehe ich nicht.
    Man müsste denn das Arbeiten mit Lehrbüchern als „sich vor die Kiste zu legen“ interpretieren. Das wäre m.E. aber grotesk. Denn hier geht es um Arbeitsökonomie, nicht um Konsumentenverhalten.
    Meine Frage an Anja, die eine Parallele von Tafel und OER entdeckt haben glaubt, ist: Wer hat aus der OER-Szene einen gesellschaftlichen Reputationsgewinn gezogen, der sich nicht allein auf die Szene, in der er arbeitet, beschränkt?

  2. Lieber @Fontanefan, danke, dass Du Dir (und das immer wieder) die Mühe machst, als einer der wenigen hier aktiv auf meine Posts zu antworten. Das erfreut mich sehr, und Du weißt (hoffentlich), dass ich das zu schätzen weiß? … Deshalb werde ich Deine absolut mir eingängige Frage zum fulminanten Schluss Deiner knackigen Rede an Anja auf meinen anderen Kanälen an diese weiterleiten.
    Und ich bin wahrscheinlich so gespannt wie Du auf eine Antwort! 🙂
    Danke und auf weiteren Austausch

    Deine mons7.

    P.S.: Deinen Namen freudsch zunächst falsch geschrieben. Aber Fortefan ist doch auch irgendwie passend, weil stark in Sein und Argumentation. 🙂

  3. Es geht mir nicht primär um eine konkrete Vergleichbarkeit der beiden Topi, sondern um die grundsätzlichen, sozialen und politischen Implikationen der Diskussion. Ich fasse das hier mal (auch für mich) zusammen, wenngleich wir gestern so viele Aspekte ansprachen, die ich auch noch nicht in Gänze erfasst habe in ihrer Konsequenz für mein Weiterdenken.

    Im Bildungsdiskurs können wir seit einigen Jahren eine massive Ideologisierung feststellen, die darin begründet liegt, dass die gesamte Bevölkerung in der Zwischenzeit die rituelle Betonung der Bedeutsamkeit von Bildung so internalisiert hat, dass sie sie selbst auf Stammtisch-Niveau reflexhaft wiederholt.

    Armut und soziale Ungleichheit werden in der Folge als persönliches Versagen aufgrund mangelhafter Ausschöpfung des Bildungsangebotes akzeptiert. Dabei hat das eine kaum etwas mit dem anderen zu tun, auch wenn die OECD in ihren neo-liberalen Studien genau diesen Zusammenhang immer wieder betont. Soziale Ungleichheiten sind primär Folgen eines strukturellen Versagens, bei dem im Wettlauf um die viel zu wenigen, besseren Positionen bestimmte Personengruppen eben zurück bleiben. Aber darüber sprechen wir im Bildungsdiskurs gar nicht mehr.

    Hinzu kommen die Aufschaukelungsprozesse in den sozialen Medien, die bestimmte, leicht verständliche und emotional anschlussfähige Konzepte hypen hilft, so dass sich heute noch schneller aufbauen kann, was Stefan Selke als symbolisches Kapital bei den Tafeln beschreibt. Da treffen sich dann Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in einem wechselseitigen Wohlgefühl, ohne dass das eigentliche Problem, zu dessen Linderung die Zivilgesellschaft vorgeblich angetreten ist, auch nur ansatzweise gelöst werden könnte. Ganz im Gegenteil: Es baut sich rund um das originäre Problem eine moralische Industrie auf, die sehr unkritisch überhaupt nicht ernsthaft bestrebt ist, das eigentliche Problem zu lösen, da dann ihre eigene Legitimation entfallen würde.

    Dieses Phänomen können wir auch gegenwärtig in der Bildungsdebatte beobachten. Wir haben gehypte Konzepte, die unter bestimmten Bedingungen vielleicht auch Sinn machen. Dass sich derzeit am Markt am besten OER und MOOCs verkaufen, liegt aber nicht daran, dass sie das vorgegebene Problem einer Öffnung des Bildungssystems am besten lösen könnten. Sondern es liegt darin begründet, dass im Mainstream weiterhin Bildung als Ergebnis von gelungener Wissensvermittlung in einem möglichst formalen Rahmen gesehen wird. Das ist schön einfach und somit anschlussfähig für ziemlich viele – und man muss dann auch nicht so viel verändern. Die einzelnen Leutchen SOLLEN sich weiterbilden und man zeigt ihnen auch gleich sehr paternalistisch, welche Inhalte man selbst derzeit für wichtig erachtet, ohne dass irgendwer derzeit noch den Überblick haben kann, was in der Welt von morgen tatsächlich bedeutsam sein könnte. Erst recht nicht die meisten Aktiven im formalen Bildungssystem, da sie strukturell in ihrem eigenen Kokon sich bewegen.

    Und dann tritt der Prozess in Gang, den Stefan Selke im Eingangsstatement für die Tafel-Bewegung beschrieb. Genau dies können wir derzeit beim Thema OER und der Diskussion rund um digitale Bildung (in der Schule) beobachten. Dass sich dabei sämtliche Stiftungen der ganz grossen Industrieplayer auf dieses Thema ebenfalls stürzen, führt aber auch nicht zu einer grundsätzlichen Reflexion des Konzeptes, ob da vielleicht eine Ebene berührt wird, die man so gar nicht im Blick hatte. Dabei könnte man darüber schon einmal stolpern, welchen Vorteil sich das deutsche Grosskapital denn eigentlich von OER erwartet. Das sich immer drängender auftuende Problem einer sich radikal wandelnden Arbeitswelt und der Verschärfung des Prekarisierungseffekts wird dabei nicht einmal ansatzweise angegangen. Selbst mit einem minimalen BGE wird das grundsätzliche Problem einer rapide wachsenden Ungleichheit nicht lösbar sein. Da können die Leutchen so viele MOOCs und OER konsumieren wie sie wollen: Es wird einige wenige Gewinner und viele Verlierer geben. Und das bestehende Bildungssystem arbeitet in diesem Prozess geschmeidig mit, bis sie selbst implodieren und durch ein komplett neues, anderes System ersetzt werden. (Da werden auch keine Weiterbildungszwänge innerhalb des Apparates mehr helfen, denke ich.)

    Gleichwohl möchte ich an dieser Stelle festhalten: ich finde jedes MOOC-Angebot grundsätzlich gut, sofern es mir nicht eine bestimmte, lineare Nutzungsform pädagogisch aufdrängt. Deshalb kann ich die Kritik an den xMOOCs auch nicht nachvollziehen, da diese mir viel besser und komprimierter Inhalte aufbereiten, die ich je nach persönlichem Bedarf abrufen kann. Auch cMOOCs haben durchaus ihre Berechtigung für bestimmte Fragestellungen. Nur wird man damit kaum die Menschen erreichen, die persönlich eine bessere User Experience erfahren, wenn sie sich nicht aktiv selbst mit einbringen müssen.

    Ähnlich verhält es sich für mich mit OER: Ich bin ein grosser Fan von Creative Commons-Materialien. Darüber hinaus gehende, extra aufbereitete OER für die Schulbildung kann ich noch nachvollziehen – ab Erwachsenenalter sollte aber CC-Material besser für die persönliche Weiterbildung geeignet sein. Das Argument, die Leute wären damit überfordert, ist mir zu pädagogisch. Dann müssen wir uns eben Gedanken machen, wie man diese Kompetenz ihnen in möglichst jungen Jahren nahebringt.

  4. Ergänzung und Folge des oben beschriebenen: Sowohl MOOCs (seit 2008) als auch OERs (seit 2001) sind ältere Konzepte, die in ihrer jeweiligen Zeit jeweils Sinn machten. Ob sie heute noch die adäquate Antwort und vor allem die Zukunftsfähigkeit mitbringen, die erforderlich wäre, um die Herausforderungen der Zeit zu lösen, möchte ich bezweifeln. Aber auch darüber denken wir in der gegenwärtigen Hype-Schleife nicht weiter nach.

    (Sorry für die Länge.)

    • Von wegen sorry, ich klebe gerade fasziniert am Bildschirm ob Deiner Ausführungen und mich dürstet nach eben noch mehr! Danke dafür, jetzt muss ich erst mal wieder nachdenken.

  5. Ich stimme weitestgehend mit deiner Analyse überein, Anja.
    Der Staat nimmt sich ehrenamtliches Engagement als Rechtfertigung für unzureichende Problembewältigung: 1. Ehrenamtliche können ja aushelfen, wo wir versagen (Beispiel Flüchtlingskrise) 2. Ihr seht ja, was alles mit Eigeninitiative zu lösen ist: Also wartet nicht auf den Staat, ihr Benachteiligten, rafft euch endlich mal auf, es liegt nur an euch!
    Aber was von Staat und großen Institutionen als angebliches Willkommen für OER daherkommt und eine Art Hype für OER verursacht hat, hilft der OER-Bewegung äußerst wenig und hat nichts mit ihr zu tun.
    Dazu und zu der Frage, ob die, die bei OER und CC nicht mitmachen, „vor der Kiste liegen“, in einem späteren Kommentar. Bis Sonntag bin ich noch anderweitig engagiert.

    • Jetzt habe ich doch schon einmal eine Teilantwort formuliert – die letzten drei Absätze dieses Blogbeitrags: http://fontanefansschnipsel.blogspot.de/2015/12/tafel-nicht-schultafel-und-oer-worin.html
      Ich setze hier den Wortlaut hin, freilich ohne die dortigen Links:
      „Weshalb gehen der OER-Bewegung so viele Beiträge verloren? Nicht weil die deutschen Pädagogen „sich vor die Kiste legen“, sondern weil es viele andere Gründe gibt, weshalb das Teilen von Arbeitsergebnissen mit Kollegen und anderen Interessierten engagierten Pädagogen nicht sinnvoll erscheint.
      Ein Artikel, den ich ins ZUM-Wiki gestellt habe, stammt nicht von mir. Inzwischen ist er 27.996 mal aufgerufen worden. Der Verfasser meinte, er sei nur ganz normale Stundenvorbereitung und keinesfalls veröffentlichungsreif. Dasselbe meinte er über einen anderen, der nur etwas über 24.000 mal aufgerufen worden ist.
      Ich bin sicher, es gibt Zigtausende von Unterrichtsvorbereitungen, die – ins Netz gestellt – noch ein weit größeres Interesse fänden und wichtige Hilfen für den Unterricht (und für Eigenarbeit von Schülern) wären. Und das, ohne dass sie eine Konkurrenz für Pädagogen darstellen würden, die für Verlage arbeiten und von ihnen bezahlt werden.“
      Andererseits habe ich im selben Blog deine Hinweise (@Anja) aufgegriffen und in Kontext gestellt: http://fontanefansschnipsel.blogspot.de/2015/12/urheberrechtsfragen.html
      Für eine fundierte Antwort auf deinen Beitrag fehlt mir aber noch die Zeit.

      • Hallo Fontanefan,
        vorab möchte ich nochmals betonen, dass ich die ehrenwerte Arbeit von Freiwilligen sehr (!) schätze und bewundere. Sowohl bei OER als auch bei den Tafeln, sofern es sich um eine Übergangslösung handelt in diesem bestehenden System. (Denn das System kann nicht nur punktuell für einzelne Bevölkerungsgruppen ausser Kraft gesetzt werden.)

        Ich denke, wir haben unterschiedliche Personengruppen vor dem inneren Auge. Die Lehrer-Kolleg_innen zu ermuntern, ihre Materialien doch zu tauschen und wechselseitig zu verbessern, ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Ich kann mir zwar nicht wirklich vorstellen, dass so etwas ohne Anreizsysteme funktioniert, aber gut – das ist auch nicht meine Baustelle. (Mir erscheint das amerikanische Teachers-pay-teachers systemimmanent wesentlich nachvollziehbarer, da dort diejenigen mit der vielen Arbeit belohnt werden und diejenigen, die zahlen, sich dafür mehr Freizeit erkaufen.)

        Mit „vor die Kiste legen“ meinte ich eher die Attraktivität von xMOOCs gegenüber cMOOCs. Bei den xMOOCs kann man ohne soziale Anbindung einfach Wissen konsumieren – das entspricht eher der User Experience von Berufstätigen, die abends einfach müde sind und sich dennoch ein wenig qualitativ unterhalten möchten. cMOOCs sind dann zu anstrengend. Aber die Pädagog_innen wollen den Menschen über cMOOCs lieber auch noch, neben den Inhalten, das Sharing-Moment nahebringen. Und dies ist eine Zielsetzung, die den meisten nicht wegen des Sharings, sondern wegen des pädagogischen Auftrags (und Abprüfens) einfach auf die Nerven geht. Mehr wollte ich damit nicht ausdrücken.

        Bzgl. der „Ausbeutung“ von Autor_innen beim OER-Gedanken: Die Instrumentalisierung von OER als Konzept entlang konkreter Beispiele zu verdeutlichen, könnte ich zwar (soziologisch begründet) darlegen, aber ich müsste sehr weit ausholen, um es nachvollziehbar zu machen, ohne dass sich Einzelne allzusehr auf den Schlips getreten fühlen. Da sie ja grundsätzlich etwas Gutes tun und es auch die konservative Kritik der Bestandswahrer gibt, die wiederum nur ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen, sehe ich davon an dieser Stelle ab. Mir fehlt aktuell die Zeit, dies näher auszuführen und die Folge-Diskussionen auch nachzuhalten. Zumal ich keine Agenda verfolge, ausser zu bedenken zu geben, dass in einem auf Warenwirtschaft beruhenden System auch halbwegs faire Geldflüsse statt finden müssen. Wenn sich (neue) Mittelsmänner und -frauen Budgets von Stakeholdern erwerben, um individuelles Knowhow für kleines Geld für die Commons freizukaufen, muss man überlegen, wer davon am meisten profitiert… Und damit wären wir wieder bei der Tafel-Analogie.

  6. Ganz kurz:
    Ich kenne das Problem, das professionelle Übersetzer haben, wenn Hobbyübersetzer für ein Taschengeld für Verlage arbeiten und damit die Preise drücken.
    Es muss verhindert werden, dass OER in dieser Weise Konkurrenz wird.

    Dagegen sind OER-Projekte, bei denen durch Kooperation etwas entsteht, was nur durch kostenlose Arbeit entstehen kann, etwas ganz anderes. Die Wikipedia, das ZUM-Wik und die Wikis der ZUM-Family, aber auch die vielen Stadtwikis etc., das sind alles Projekte, die nie ein Verlag bezahlen würde und die nur entstehen, weil die Mitarbeiter das Produkt wollen und die Art der Produktion lieben. Deshalb werden solche OER-Materialien unbezahlt erstellt.
    Wenn sie nach festen Planvorgaben erstellt werden müssten, wenn Zeitpläne eingehalten werden müssten, dann müsste man dieselben Arbeiten bezahlen.

    • Stimme inhaltlich unumwunden zu.

      Nur eine Frage noch: Ab welchem Moment schlägt deines Erachtens ein CC-Projekt in ein OER-Projekt um? (Nach meinem Ermessen kann man jeden Inhalt zum Lernen nutzen – erst recht die CC-Inhalte, weil man diese an seine eigenen Erfordernisse anpassen bzw. weiterentwickeln kann. Aber warum braucht es dann explizit noch „OER“?)

      • Vereinfacht gesagt: CC sind Informationen, OER sind Lernhilfen und Unterrichtsmaterialien/Arbeitsblätter.
        Theoretisch gesagt: CC sind Stoff, OER methodisch-didaktische Hilfen. Aber die Übergänge sind natürlich fließend. Vor allem ist nicht alles, was unter OER läuft, schon methodisch-didaktisch aufbereitet, insofern könnte man das unter CC einordnen.

        • Okay, dann hat sich an meiner Interpretation nichts verändert: (Besonders) CC-Content ist für jegliches Lernen sinnvoll (auch für Erwachsene) und OER für den Einsatz in formalen Settings (v.a. für Schulunterricht). Gleichwohl sollten Kinder aus meiner Sicht sehr frühzeitig auf die richtige Welt da draussen vorbereitet werden – und das bedeutet, sie sollten sich selbstständig Inhalte erarbeiten können.

          • Diese Vorstellung ist die Basis für die Illusionen, die man sich mit cMOOCs macht.
            Weshalb scheitern denn 90% und mehr der (erwachsenen) Teilnehmer an solchen MOOCs? Eben deshalb, weil sie sich nicht „selbstständig Inhalte erarbeiten können“. Aber Kinder sollen das schaffen.
            Sein persönliches Lernumfeld kann man sich im Laufe seiner Ausbildung schaffen. Aber es ist eine Illusion, das ließe sich so leicht lernen wie Grammatikregeln oder differenzieren und integrieren.
            Mehr dazu unter: http://fontanefan.blogspot.de/2012/09/blogparade-wie-motiviert-man.html

  7. Ergänzend noch, was ihr alle kennt, nur weil es mir gerade in die Hände fällt:
    „Kann man universitäre Bildung für alle ermöglichen? Der Stanford-Professor Sebastian Thrun war ein Vorreiter in dieser Frage: 2011 hat beschloss er, seine Vorlesung „Einführung in die künstliche Intelligenz“ ausschließlich online anzubieten. Dabei stellte sich schnell ein Erfolg ein, er hatte 160.000 virtuelle Zuhörer. Damit machte er die so genannten Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, bekannt, viele folgten seinem Beispiel. Die Idee dahinter war, universitäre Bildung zu öffnen, per Mausklick jedem (meist kostenlos) zugänglich zu machen.

    Dass diese Form der Bildung trotzdem nicht die erhoffte Öffnung bringt, zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Denn die Kurse werden vor allem von jenen genutzt, die ohnehin schon sehr gebildet sind. MOOCs seien oft als Heilmitttel gegen die Ungleichheiten im Bildungssystem charakterisiert worden, heißt es in der Abhandlung von John D. Hansen und Justin Reich. Doch diese Hoffnung dürfte sich nicht erfüllen.

    Die beiden Forscher von der Harvard University und dem rennomierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) nutzen Daten von 68 Kursen. Diese waren von ihren Unis zwischen 2012 und 2014 angeboten worden. Die Erkenntnis ist ernüchternd: Die meisten Kursteilnehmer kommen aus einer Umgebung, die wohlhabender und gebildeter ist als das Umfeld des typischen US-Amerikaners.“ (http://www.xing-news.com/reader/news/articles/152987?newsletter_id=9843&xng_share_origin=email)

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: