Auf Urlaub.

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Nur falls ihr euch wundert…
… warum ich zur Zeit so wenig auf Twitter (und sonst wo) poste: Ich bin auf Urlaub.
Im tiefsten Bayerischen Wald (das war geplant), in kleinster Unterkunft, so eng, dass der Hund an bestimmten Stellen rückwärts wieder raus muss, weil ihr der Wendeplatz fehlt (war vorab klar), nur noch teilverschneit (war zu erwarten), jedoch: Ohne W-LAN (sic!) (das war nicht so gedacht).

Und letzteres ist (für mich – richtig) schlimm. Glücklicherweise ist das Handy im Gepäck, Twitter scannen geht also, will ich jedoch eine von euch gepostete Quelle weiterverfolgen, wird’s schon (sehr) mühselig. Auch das Favorisieren (von Tweets) will nicht so richtig klappen. Ich genehmige mir also zwei bis drei Quellen am Tag, denen ich dann (versuche) ganz intensiv nachgehe (nachzugehen).

Irgendwie erinnert mich das Resultat an einen Artikel den ich – da (leider) nicht offen verfügbar (und den ich deshalb unter normalen Umständen nicht im Blog zitierte) – in Papierform dabei habe. Es handelt sich dabei um eine Veröffentlichung zum Thema Twittern in der Hochschule. (Genaue Quelle: Kassens-Noor, E.: Twitter as a teaching practice to enhance active and informal learning in higher education: The case of sustainable tweets. In: Active Learning in Higher Education 2012 13:9)

In diesem berichtet Kassens-Noor von einem vierwöchigen Kurs zum Thema Sustainability an der Hochschule, in dem Twitter als „outside-of-class learning tool“ eingesetzt wurde. Dies jedoch nur für eine Gruppe von Studierenden, die Studierenden der anderen Gruppe sollten zum gleichen Thema ein Lerntagebuch führen und ihre Erkenntnisse in einer abschließenden Gruppendiskussion vergleichen und gegenseitig ergänzen. Konkret sollte über die Untersuchung Erkenntnis zu folgender Frage gewonnen werden: „Does the use of Twitter aid students in learning a particular subject matter? And if so, in which learning contextes does Twitter offer advantages over more traditional teaching methods?“ (S. 12)

Und um den Kreis zu schließen, die tendenziellen Ergebnisse decken sich mit der Erfahrung, die ich gerade (gleichsam erzwungen) mache:

– Via Twitter ist Informationsaufnahem um einiges leichtgängiger (vgl. S. 18) verglichen zu traditionellen Formen der Informationsbeschaffung.
– Twitter dient der Schaffung und des Weitergebens von großen Informationsmengen (vgl. S. 16), es ist in Worten der Autorin „a powerful collaboration tool“.
– Twitter hilft dabei, an einem Thema beständig dran zu bleiben. (ebd.)
– Die tradtionelle Methode scheint eher „in-depth thinking and self-reflective learning“ zu fördern. (vgl. ebd.)

So erinnerten Studierende der Gruppe 1 (Twitter-Nutzer) wesentlich mehr Information, die sie nicht selbst in Twitter eingebracht hatten jedoch rezipiert, außerdem produzierten sie wesentlich weniger redundante Information (was verwundert, da Redundanz ja immer als Nachteil von Twitternutzung angeführt wird, die Redundanz in traditionellen Settings ist nur anscheinend nicht so sichtbar (?)). Die Studierenden der Gruppe 2 (Lerntagebücher) erinnerten hauptsächlich die Information, auf die sie selbst gekommen waren weil sie sich (wie auch anders möglich?) bis auf die Gruppendiskussion hauptsächlich mit den eigenen Gedanken befasst und auseinandergesetzt hatten.

Ich übe mich also ab jetzt einen Urlaub lang in „deep-thinking“ und Selbstreflektion… und hoffe, dass ihr alle nach meiner Rückkehr noch da seid??

3 Antworten auf „Auf Urlaub.“

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