Einen eigenen Work-Flow „Rapid Video Production“ entwickeln

Toll war er, der Workshop mit Claudia Heydolph, zum Thema Rapid Video Production. Viel gelernt, nicht nur durch deren Input und Kommentare, sondern auch über die Werke der anderen Teilnehmerinnen. Und nun ist es soweit. Habe ich einen eigenen persönlichen Workflow entwickeln können, der es mir ermöglicht, eigene Produktionen, relativ schnell und im Ergebnis perfekt unperfekt bereitzustellen? Einen, der langfristig trägt… und sich immer weiter anpassen und verbessern lässt? Hier der derzeitig Stand der Dinge.

Die Rahmung – das Intro und Outro

Ich habe mir ein Intro und ein Outro erstellt, die ich immer wieder nutzen möchte. Wichtig war mir, dass beim Intro direkt ein konkreter Titel angeschlossen werden kann (egal ob mündlich, als Text oder als hineinzusetzende Folie), dass das Outro insofern veränderbar, als ich da die „Credits“ einfügen kann, also die Quellen unter Creativ Commons-Lizenz (z.B. Hintergrundmusik etc.), die ich eingebaut und benutzt habe, sowie Namen von Personen, bei denen ich mich fürs Mitwirken bedanken möchte.

Diese ein Video einrahmenden Sequenzen haben zumindest zweierlei Vorteile. Einmal muss ich Anfang und Ende nicht immer neu erstellen, zum Zweiten haben diese (hoffentlich) mit der Zeit eine Art Wiedererkennungseffekt für Zuschauerinnen. Doch weiter zum Dazwischen.

Nur die Besten bleiben im Kasten – zum Aufnehmen vor Ort

Vom einfach mal alles, viel, hauptsache was im Kasten, bin ich mittlerweile abgekommen. Ich überlege mir sehr genau, wen ich in welcher Einstellung zu was filmen möchte. Von sechs kurzen Sequenzen sind in der Regel mittlerweile vier (nach meinem Geschmack)  brauchbar, die, die nicht brauchbar sind, versuche ich zumindest schon vor Ort zu erkennen und gleich wieder zu löschen. Keine Zumüllung des Smartphones, zwar wäre da – theoretisch – noch genug Platz drauf, praktisch jedoch mag ich keine Zumüllung mit Material, da schlechtes Material zwei mal zu sichten schon einmal gesichtet zu viel.

Die magischen Vier – oder in der Kürze liegt die Würze

Wie viele Sequenzen braucht es nun, um damit eine Geschichte erzählen zu können? Da ich im Ganzen langatmige Videos nicht kurzweilig genug empfinde bin ich (bisher) bei der Anzahl vier gelandet. Diese hat mehrere Vorzüge.

  1. Es sind genügend Sequenzen, um eine Geschichte daraus zu bauen.
  2. Es sind nicht so viele Sequenzen, dass man beim Hochladen (s. nächsten Abschnitt) nicht den Überblick verliert.
  3. Das Gesamtprodukt wird nicht zu lange.
  4. Vier verschiedenen Einstellungen sind immer zu finden.

Aber wie kommt man jetzt von den Einzelteilene zu einem Ganzen?

Die Ingredenzien verbacken – oder wie aus vielen Teilen ein Ganzes wird

Neben den genannten Intro und Outro sowie möglichst vier gute Sequenzen erstelle ich einige Folien für vor und hinter sowie zwischen den Sequenzen mit kurzem Text. Alles habe ich zuvor in einen Ordner gepackt. Den gesamten Inhalt lade ich nun (Achtung: vorher nicht vergessen beim Hochladen auf privat zu stellen) auf YouTube hoch. Dazu klicke ich zunächst auf den Video-Manager und dann auf Bearbeiten unter dem Button Video-Editor. Sobald alle Einzelteile in der richtigen Reihenfolge in den Bearbeitungsbereich gezogen auf Erstellen klicken… und schon wird alles zusammengebacken.

Vielleicht sollte ich das ganze mal als kleinen ScreenCast erstellen, denn in Form von Text klingt es komplexer als getan.

Und die immer wiederkehrende Frage – ist das Ergebnis gut (genug)?

Nun. Mit der Zeit wachsen meine Ansprüche. Was ich anfangs als ganz passabel beurteilt habe, erscheint mir nach weiteren Fingerübungen eben als das. Anfängerhaft. Und genau deshalb plädiere ich dafür, es immer und immer wieder zu versuchen. Einstellungen zu variieren. Neue Ideen einzubringen. Vielleicht aber immer nur eine. Denn dreht man an mehr als einem Rädchen, ist schwer zu beurteilen, an was es denn jetzt genau liegt, dass das nächste Video-Experiment besser oder schlechter wirkt, als vorherige.

Ergo

Moderates Experimentieren macht erstellte Videos besser. Dazu muss man aber erst einmal regelmäßig welche produzieren. Hat man dann noch das Glück auf ehrliches und offenes Feedback aus der Community hoffen zu können, kommt alsbald auch was heraus, das vorzeigbar.

Ein kreatives Rest-Wochenende wünscht mir und euch und ist gespannt darauf, wie ihr gerade so euren Rapid Video Production-Work Flow gestaltet…

Eure mons7

Lust auf Medienproduktion. Von den Hürden (1): Wie finde ich die geeignete Interviewpartnerin?

Nile Rodgers' left hand holding microphone Bildquelle.

 Vom Geschriebenen zum gesprochenen Wort

Mein Medium ist das geschriebene Wort. Ein handfester Text, ab und zu mit einem Augenzwinkern gewürzt. Und ist es schon immer gewesen. Allerdings hat sich – ganz unauffällig – neuerdings etwas andersartiges in mein Leben geradezu hineingeschlichen, und zwar das gesprochene Wort. Zunächst habe ich mich darin versucht, einfach mal den einen oder anderen Gedanken ins Mikrofon zu formulieren, möglichst am Stück, damit ich hinterher kein Stückwerk zu einem Ganzen zusammenflicken muss. Mut durch die ersten Episoden gefasst, sogar an ein Interview herangetraut (siehe dorten die Folge 5). Ein Hochgefühl, das Resultat zwar nicht in Händen zu halten, aber hochgeladen und anhörbar anschauen zu können.

Fast überkommt mich die Lust, das Auge auch noch mitbedienen zu wollen. In Form einen Videos. Aber halt. Nicht zwei Schritte auf einmal, schon gar keine Sieben-Meilen-Schritte. Audio also. Nur in besser als bisher. So der Plan.

Vom Begehr zum Thema

Ist frau qua Amt auf Arbeit ohnehin mit Medienproduktion beschäftigt, liegen die Themen ja gleichsam vor den eigenen Füßen. Hier ist vielleicht die Schwierigkeit, den für die Medienproduktion geeigneten Teil gleichsam herauszuschneiden. Aber die Schneidung ist wohl eine andere Hürde – und bedarf somit eines eigenen Posts. Mir geht es – wie auf der Lernspielwiese üblich – hier erst einmal nur ums spielerische Erkunden von Möglichkeiten. Und beim Spielen darf man sich ja die Themen greifen, wie sie einem gefallen.

An Themen, die von eher allgemeiner Art sind, die mich aber für eine Medienproduktion (gerade deshalb) ansprächen, mangelt es mitnichten. Beispiele gefällig?

  • Frauen und ihre Hunde. Geschichten eines ganz besonderen Verhältnisses.
  • Oft getreten, viel geliebt. Lieblingsschuhe.
  • Schöne Dinge. Und was sie für uns schön macht.
  • Was gibt’s heute? Über das Essen daheim.
  • Kleine Frankfurter Fluchten. Oliven und Espresso beim Italiener im Zentrum.

Und sogleich hole ich meinen Kuli (ja, ich habe einen, und auch Papier) hervor, beginne skizzenartig meine ersten Gedanke zum ersten mir untergekommenen Thema zu notieren. Solange bis meine Gedanken komplett externalisiert. Es gibt von meiner Seite her nichts mehr zum Thema zu sagen. Mein Hirn, das Gefäß für dieselben, ist an besagter Stelle leergedacht.

Mir schwant, es braucht eine weitere Perspektive.

Die andere Perspektive

Nun bin ich ja zuletzt – wegen des #mmc13 MOOCs selbst desöfteren interviewt worden. Und ich fange an zu ahnen – so ich so über den Inhalt meiner obigen mir dort so spontan aus der Feder gesprungenen Themen nachdenke – warum man ein Gegenüber (mindestens eines) braucht. Man beginnt mir der urpersönlichen Sicht auf die Dinge. Und die ist, so merkt man schnell, nicht nur sehr subjektiv geprägt sondern auch höchst unvollständig. Auf andere Perspektiven auf die gleiche Sache zu kommen, tut man sich – so ganz ohne einen Perspektivträger – ziemlich schwer. Eine Interviewpartnerin muss her.

Woher nehmen wenn nicht stehlen?

1. Sie ist schon da.Bleiben wir nur mal exemplarisch beim ersten Thema. Die Hundefrauen. Gar täglich, wenn ich mit meiner Bora über die Wiesen streife, treffe ich so einige dieser Sorte. (Ich muss das nochmals empirisch nachprüfen, aber mein Eindruck: es gehen mehr Frauen mit Hunden Gassi als Männer. 😉 ). Sie sind also schon da. Ich muss Sie mir nur greifen, sprich ansprechen.

2. Sie kommt zu mir. Wenn ich dazu anrege. Z.B. via meiner üblichen Kanäle, der je nach Vorliebe Twitter, Facebook, G+, das eigene Blog oder auch alles zusammen sein kann. Diese Methode hat – und sehr erfolgreich wie ich gehört habe – Franziska Kümmerling mit ihrem im Übrigen äußerst lesenswerten Blog druckstelle betrieben. Sie hat kurzerhand auf der Seite „Call for Ideas“ zum Mitmachen aufgerufen: „Wer als Schreibender Interesse an meiner Idee hat, kann sich sehr gern als Interviewpartner melden.“ Die Interviewfragen gibt’s hier. Wer eine erste Kostprobe schmecken will, klicke dazu da.

3. Ich recherchiere nach ihr. Was wohl sowohl die journalistische wie auch die akademisch angehauchte Arbeitsweise darstellt. Vorteil ist, dass wenn jemand zum Thema schon etwas ins Netz (oder auf Papier) publiziert hat,

a) die Chance größer ist, auf einen ausgemachten Experten zu treffen und

b) die eigenen Publikation auch wieder besser aufgefunden wird, so nach ausgemachtem Experten anderweitig recherchiert wird.

Nachteil: Richtig Neues/mal jemand Anderes, einen richtig frischen Blick findet man damit wohl auf Dauer eher nicht.

4. Ich vertraue auf den Zufall

Eigentlich eher keine Methode sondern … Haltung. Die Haltung von diesen Netzwerkern im positiven Sinne. Man verlautbart ungeplant und immer so es einen überkommt, dass man sich gerade mit jenem besonderen Thema beschäftigt und vertraut darauf, dass entweder das eine oder andere Gegenüber, … oder über Bande vermittelt ein Gegenüber des Gegenübers (des Gegenübers) auf einen zurückkommt, wenn ein Nerv bei diesem getroffen.

Ich selbst habe mich erst einmal für mein Thema 1 für die Nr. 1 entschieden,… und komme – wenn schon nicht mit dem fertigen Medienprodukt sondern – mit der nächsten Hürde (2) auf euch zurück. Die da heißt: Wie überzeuge ich meine Interviewpartnerin mitzumachen, wenn sie sich zunächst noch sträubt. 😉

Bis auf Weiteres

Eure m