Artikelperle zum cMOOCen: Alternatives Lern-Szenario?

Schon eine ganze Weile weilt der von Schulmeister herausgegebenen Band zum MOOCen in Form eines pdfs sowohl auf meinem Desktop als auch neuerdings meinem Reader. Und auch das eine oder andere Mal habe ich hineingestöbert, die meisten Beiträge entsprechenden allerdings jetzt nicht so meinem Interessenfokus, als dass ich diese von vorne bis hinten und wieder zurück verschlänge. Außer dem einen.

Quelle

Haug, S.; Wedekind J. (2013): cMOOC – ein alternatives Lehr-/Lernszenarium?; in: Schulmeister, R. (Hg.): MOOCs – Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell? Münster, New York, München, Berlin: Wamann, 161-207.

Was mich besonders daran angesprochen hat

Huch, auch hier, der Verweis auf meinen Lieblingsartikel. 😉 Da gefällt mir der vorliegende aber schon mal um ein Vielfaches besser. Was mich besonders daran angesprochen hat? Zitierfähig. UND es geht um cMOOCs. Trotzdem wird klar, wie wenig von gerade sich entwickelndem/sich schon entwickelt habendem Wissen in zitierbare Veröffentlichungen bereits eingeflossen ist. Es fehlt z.B. an einer Abhandlung, was denn jetzt daran fehlt, den Konnektivismus zu einer Lerntheorie weiterentwickeln zu können (falls das geht) bzw. keiner hat ihn bisher dahingehend weiterentwickelt. Es gibt keinen Beitrag, der mal ganz sauber entwickelt, wo xMOOC und wo cMOOC zu verorten… und aufgrund welcher auf der Obefläche Ähnlichkeiten beides immer in einen Topf geworfen wird. Aber es gibt ja immerhin gute Blogartikel dazu.“Insgesamt liegen wenig Forschungsergebnisse zum Thema Interaktion in MOOCs vor. Wie viel Vernetzung und Interaktion findet tatsächlich in cMOOCs statt? Wie sieht die Interaktion“ (187) aus?

Gefallen haben mir des Weiteren die geballte systematische Zusammenfassung der Stolpersteine auf Veranstalterinnen-Seite und Teilgeberinnenseite (dazu gleich drunter kurze Zusammenfassungen)… und das schmucke Literaturverzeichnis, an dem ich mich noch ein bisschen abarbeiten werde.

Stolpersteine Veranstalterinnen (vgl. 181ff.)

„Sie betreffen insbesondere die Organisation der Kurse und das Rollenverständnis der Veranstalter, die Bewältigung der hohen Teilnehmerzahlen, die Berücksichtigung der Diversität der Teilnehmenden, die Unterstützung der Vernetzung aller Beteiligten und nicht zuletzt die Sicherung der Qualität des Kursangebots.“ (181)

Ja. Ja! JA!

Ergo: Die idealen Vorstellungen, die frau so hat, zum cMOOCen, das sind also genau auch und gerade die Herausforderungen.

Stolpersteine Teilgeberinnen (vgl. 190ff.)

Das sind vor allem die großen Anforderungen an selbstgesteuertes Handeln, an Selektions- und Methodenkompetenz der Teilgeberinnen. Aber auch die Überwindung der Hemmschwelle, öffentlich zu werden, sich öffentlich zu zeigen und äußern. Und nicht zuletzt die Zeit aufzubringen, die es fürs MOOCen eben auch braucht. (vgl. 190)

JA! Genau!

Was sonst noch so davon zu erfahren ist

Einen Überblick über bereits stattgefunden habende MOOCs. Einen kleinen Einblick, in was Konnektivismus, von dem alle reden, denn so sein könnte. Der Erinnerung, an Aktivitätsmuster in MOOCs.

Konnektivismus – (was ist) die „Lerntheorie“ hinter dem Ganzen?

Auf etwa 5 Seiten (162-167) gehen die beiden auf den Konnektivismus ein. Konnektivismus, wie ich den von da aus verstanden habe im Folgenden. Lernen wird dabei im Grunde nicht zwangsweise ans Individuum gebunden betrachtet, sondern der Blick wird auf „Verknüpfungen“ (spezialisierter Informationseinheiten) gelenkt. Wissen also im Netzwerk verortet, Lernen wird über „Technik“ möglich.

Das Individuum. Kompetent ist ein Individuum insofern dann, wenn es fähig zur Mustererkennung, Verbindungen nachvollziehen kann und Transferdenken draufhat. Es begehrt Aktualität, lernt darüber, indem es Entscheidungen trifft. (vgl. 162f.)

Das Lernen. „Für Siemens ist das Lernen damit nicht länger eine individuelle Aktivität: Wissen ist verteilt über Netzwerke und die Verbindungen in bzw. die Verbundenheit mit Netzwerken führt zu Lernen.“

Da sich das wirklich nicht nach ausgegorener Lerntheorie anhört, entscheiden sich die beiden Autoren auch dafür, den Konnektivismus als pragmatisches Konzept anzusehen, einen MOOC als Beginn einer Community (vergleichbar mit einer CoP), sich sich mit dem Ende wieder auflöst.

Aktivitätsmuster in MOOCs

(Mustererkennung, s. oben 😉 ). Was ist in konkret schon mal versucht habe hier zu beschreiben, ist auf einer höheren Abstraktionsebene als Aktivitätsmuster erkennbar. Und ähnelt doch sehr stark dessen, was wir als Wissenschaftler so tun, wenn wir z.B. an einer Dissertation herumschreiben. Wir sammeln erst einmal sämtliche Quellen, die wir so zum Thema finden können, wir vermischen einzelne miteinander, um was Neues dabei entstehen zu lassen, wir verwenden das dann für unsere Zwecke/Argumentation, … und spielen es letztendlich an die „Wissenschaftsgemeinde“ wieder zurück. (vgl. dazu 165f.)

Also raus aus den Puschen, ein Neues Jahr, neue Chance, sich vertieft mit den Themen unserer Leidenschaft auseinandersetzen. Will heißen… selber lesen. 😉

Puschen

Dabei viel Spass und Erkenntnis wünscht

Eure mons7

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