Meine (liebsten) Followees, wo hab‘ ich euch nur her? #twitterlektionen

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Followees? Was soll denn das sein? Heisst das nicht

Followers?

Auch wenn unsereins den Begriff Follower viel öfter in den Mund nimmt bzw. viel öfter unter die Linse bekommt, so bezeichnet dieser nur die eine Gruppe der relevanten „Verbandelungen“ auf Twitter. Nämlich jene, die so interessiert an den eigenen Ergüssen in 140 Zeichen sind, dass sie diese gleichsam abonnieren, also eben zu Followern werden.

Aber was sind denn dann die Followees?

Followees sind jene, die ich selbst abonniert habe. Der Begriff, den ich verwende, kommt also immer auf die Perspektive an, die ich gerade einnehme. Also:

Ich schaue von mir aus.

Die, die meine Tweets abonnieren, sind „meine“ Follower. Deren Tweets ich abonniere, deren Follower bin ich. Sie sind meine Followees. (Hehe. Verwirrung perfekt? Follwer Followee Follower Followee 😉 🙂 )

Ich schaue vom Gegenüber aus.

Ich werde abonniert… also bin ich dann Followee, ich abonniere das Gegenüber, also bin ich dessen Follower. Aber Schluss jetzt. Mit dem wirr machen. Ist das nicht eh alles das selbe?

Aber ist das nicht (nahezu) deckungsgleich?

Das kann in der Tat sein. Dass mich Menschen abonniert haben, die auch ich abonniert habe. Muss aber nicht. So formuliert Philippe hier:

Und das stimmt: Obwohl es bei Twitter möglich ist, den Profilen zu folgen, die man interessant findet, halten es viele User so, dass sie das Verfolgen ans verfolgt Werden knüpfen. Hört man auf, ihnen zu folgen, so hören sie auch auf, einem zu folgen.

Ich persönlich halte das – zumindest teilweise – für den falschen Ansatz. Einschränkend teilweise deshalb, weil ich ab und an, wenn ich auf der Suche nach neuer Inspiration bin, einfach mal meine in den letzten Wochen dazu gekommenen Follower durchforste … und da regelmäßig auf eine wahre Goldgrube stoße.

Für falsch halte ich es deswegen, da diese Trennung zwischen den Gruppen Follower und Followee ja den eigentlichen „Witz“ von Twitter ausmacht. Ich gebe Infos weiter, über die ich (hauptsächlich) via Twitter aufmerksam wurde. Ist nun die Gruppe der Follower und Followees komplett deckungsgleich … genau, … kommen viel weniger „frische“ Hinweise rein!

Followees gestern, Followees heute, morgen, übermorgen

Doch zu meiner eigentlichen Kern-/Hauptaussage, bis zu der ich hoffe, ihr euch noch durchgelesen habt. 😉 (Meine) Followees heute sind nicht (unbedingt) die von vorgestern – meine Timeline ist also im Wandel. Wie dieser Wandel zustande kommt? Zum einen, indem ich immer mal wieder Accounts – aus ganz unterschiedlichen Gründen heraus – entfolge (s. Ausmisten!), zum anderen deshalb, da ich fröhlich, schnell und gern neue Accounts mal testweise verfolge… da ich ja wenig zimperlich mit dem Entfolgen bin, kann ich dies auch ganz locker tun, ohne am Informationsoverflow zu ersticken (s. Veränderung wagen!).

Ausmisten!

Ich schaue immer mal wieder meine Followees durch. Alle paar Wochen. Im Grunde nach foglenden Punkten – obwohl mir das jetzt erst bewusst wird, in dem Moment, in dem ich dies niederschreibe.

1. Wahrnehmung des Accounts
Kenne ich das Gesicht/den Avatar? Wenn nicht, die 140 Zeichen in meiner Timeline also ohnehin untergehen, entfolge ich. Das kann (leider) auch dann z.B. sein, wenn jemand einfach zu selten postet.

2. Massenposting zu für mich irrelevantem Thema
Das kann eine Konferenz sein, deren Schwerpunkt mich gerade mal nicht interessiert (aber selten, da ich das für ein zwei Tage schon einmal einfach überlesen kann), was ich aber – wie z.B. zur Zeit – überhaupt nicht überlesen kann, sind diese EM-Tweets. Das gute daran: Wenn die EM vorbei ist, verfolge ich alle Fußballfans wieder, da die ja dann wieder twittern wie vor Fußballhochzeiten.

3. Mein Interessenschwerpunkt verlagert sich

Das war bisher in größerem Stile nur einmal der Fall. Schon immer war und bin ich interessiert, wie man in und mit Social Media lernen kann, aber auch wie man Social Media in (z.T. „verkrusteten“) Strukturen des Arbeitens und Lernen einsetzen kann, um wieder mit mehr Freude lernen zu können. Der Interessenschwerpunkt verlagerte sich vor einigen Monaten bei mir eher weg von Social Media an sich eher hin zum Lernen an sich. Was für einige meiner Lerserinnen und Leser jetzt gar keine rechte Interessenschwerpunktverlagerung darstellen mag. Fakt jedoch ist, dass ich eine ganze Reihe meiner Social Media „Gurus“ nach und nach entfolgt habe, eine ganze Reihe Lern-„Gurus“ dafür befolgt.

4. Twitter entfolgt für mich (gleichsam) automatisch

Hier bin ich mir aber gar nicht so sicher. Ich habe nur ab und an so einen vagen Verdacht. Dass mir Menschen (respektive Accounts) gleichsam verlorengegangen sind, obwohl ich mir sicher bin, diese befolgt und nicht entfolgt zu haben. Aber wer weiss, was man manchmal in geistiger und realer Umnachtung so alles tut. Ein schönes Gefühl ist es jedoch, einen Twitterer/eine Twittererin vermisst zu haben, auf Twitter geschaut und realisiert zu haben, dass diese(r) nocht leibt, lebt … und vor allem twittert, und diese(n) wieder zu verfolgen.

5. [to be continued]

Automatisch geht’s im Übrigen auch; so gibt es für den Mac z.B. ein Tool das „unfollow“ heisst, mit dem man z.B. checken kann, wer denn von denen, die man befolgt, am längsten (und wie lange) nichts getwittert hat. Nicht schlecht, aber bisher stehe ich auf gute alte „Handarbeit“. 😉

Veränderung wagen!

Warum wiederum folge ich nun spontan Menschen/Accounts? Hier gibt es gerade so viele Anlässe, wie es solche gibt, Menschen/Accounts  zu entfolgen.

1. Ein interessanter Re-Tweet kreuzt meine Timeline

Ihr kennt das ja. Es huscht ein Tweet durch die eigene Timeline, der so (ja SO!) genial ist, dass dieser nicht der geringsten Ergänzung, keines in den Kontext stellens bedarf. Ein Tweet so gut, dass man ihn mit dem Re-Tweet-Button retweeten mag. Und wenn ihr, denen ich folge, das tut, und ich finde den Tweet gar genau so gut, na dann folge ich dem neuen Gesicht doch gleich einmal. Und hoffe auf mehr davon. Dies ist jedoch eine eher zufällige Art und Weise, auf neue Gesichter zu stoßen. Eine, die eine gewisse Tradition besitzt, also von eher systematischer Art, ist das Folgen aufgrund einer Emfehlung. Meist freitags abgegeben.

2. Doch auch tatsächlich aufgrund einer #ff Empfehlung

Ja. Auch wenn ich wahrzunehmen glaube, dass der sog. FollowFriday nicht mehr so hoch im Kurs steht, bei den Twitterern (dies wohl vor dem Hintergrund, da das Problem, Menschen/Accounts zu finden, denen man gerne folgen würde, ja mittlerweile aufgrund Masse der Nutzer nicht mehr so im Vordergrund stünde, ein Empfehlung man deshalb lieber spontan abgeben solle, anstatt sich am Freitag etwas aus der Tatstatur zu ziehen).

Trotzdem. Ich schaue mir gerne die mir freitags vorgeschlagenen Twitterer an. Und ja, ich folge gelegentlich daraufhin dem einen oder anderen Vorschlag.

3. Ich verfolge einen Hashtag (z.B. einer Konferenz die mich interessiert) und stoße in diesem Zusammenhang auf anregende 140-Zeichner

So geschehen letztens. Das war der Hashtag #zbwll. In diesem Rahmen hat @lenadoppel einen Vortrag gehalten. Den ich mir auch gleich via Adobe Connect angesehen hatte. Und der Guten, aufgrund des Eindrucks von ebenso guten Tweets wie Vortrages gefolgt.

4. Ich vollführe eine Twitter-Suche und finde dabei Menschen

Während ich also manchmal wie oben beschrieben nach Hashtags suche und dann Menschen finde, finde ich ebensolche auch über Twitter-Suchen nach Stichwort. So durchforste ich Twitter immer mal wieder spontan nach Begriffen wie eLearning oder E-Learning oder … e-Learning 🙂

5. Ich durchforste meine neu hinzugekommenen Follower

… welches aber mitnichten so erfolgreich (für mich) neue interessante Menschen auf meinen Schirm bringt, wie schlicht und einfach mal diejenigen Accounts durchzugehen, die mich in letzter Zeit befollowen. Das mache ich aber nur in größeren Abständen. Man braucht also einen gewissen (längeren) Atem, bis es dahin kommt, dass ich euch wahrnehme, ihr neuen Follower, außer…

6. Jemand schickt mir eine @-reply

Schickt mir jemand eine @-reply, …. und das sind in der Tat gelegentlich Menschen, die mir frisch gefolgt sind, so schaue ich mir die von diesem Menschen in letzter Zeit produzierten Tweets schon einmal genauer an. Sprechen sie mich an, springe mich an, folge. Manchmal entwickelt sich daraus sogar ein weitergehender Dialog… bis hin zu einer Diskussion mit wiederum weiteren Twitterati.

7. Jemand mischt in einer Diskussion mit, in die ich involviert bin

Was gleichzeitig Nr. 6 sein kann. Aber auch ein plötzliches von der Seite Mitdiskutieren eines twitternden Menschen, der über einen anderen twitternden Diskutanten auf die Twitterdiskussion aufmerksam wurde.

Eigentlich ganz schön viele Anlässte, Menschen auf Twitter zu verfolgen, sogar einige mehr als diese zu entfolgen. Warum ich dann – im Verhältnis – so wenigen Menschen folge? Das frage ich mich gerade auch und werde in Zukunft ändern. Ihr findet mich dann auf Twitter. Punkte 1 bis 7 abarbeiten. 🙂

CU there

monsi

Twitter ist mehr – meine morgendliche Orientierungshilfe in (meiner kleinen) Welt #twitterlektionen

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Guten Morgen Timeline, der Kaffee ist auch schon fertig.

Ja. Ich gebe es zu. Ich bin eine der Sorte, die morgens als erstes nach dem Einschenken meines goldbraunen Wach-Elexiers das kleine MacBook Air aus seiner Nachtruhe entlässt und sich auf Twitter versichert, dass ihre  Welt noch da und in Ordnung ist. Einen kleinen zweiten und dritten Blick werfe ich (zugegebenermaßen auch) noch in meine beiden Haupt-E-Mail-Inboxen, die nicht wie ehemals in privat und beruflich getrennt, … eigentlich könnte ich diese in eine große zusammenwerfen, aber das ist eine andere Geschichte.

Es ist 8.04 Uhr. Ein (ganz normaler) Abeitstag. Ich habe also schon geschaut.

Twitter als Orientierung und Verortung in Welt

Aber warum wirkt Twitter wie eine Vergewisserung, dass die Welt noch bzw. wie in Ordnung ist? Wie macht die Timeline das (mit mir)?

Meine Vermutung. Weil durch das längere (z.T. monate- und jahrelange) „Scannen“ der kurzen Anmerkungen der Gegenüber so etwas wie – Konstanz/Beständigkeit – einkehrt/passiert. Wie das? Dies deshalb, da man zwar einen einzelnen Tweet (immer einmal) das erste Mal liest, dieser ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit von demjenigen, der diesen gepostet hat, nicht der erste. Will meinen über jeden vorherigen Tweet eines Twitter-Nutzers, den ich abboniert habe, festigt sich meine Vorstellung eines (seines – desjenigen der postet) Kontextes. Und damit wird sein Kontext zu einem Teil auch zu meinem.

Passt nun ein weiterer Tweet genau jenes Nutzers in den von mir zuvor mit hergestellten Kontext… bekomme ich das Gefühl die (oder zumindest meine) Welt sei (noch) in Ordnung.

Beispiel gefällig?

Kennt ihr diese 5 Sekunden nach dem Aufwachen, in denen einem klar wird.. „wer bin ich eigentlich und wo bin ich gerade?“… wahrscheinlich vergleichbar mit dem Hochfahren des PCs 😉 … das geht (meistens) noch ziemlich wie von selbst. Im Zweifel einfach ein bisschen (ab-)warten.

Mit der Verortung in der Woche ist man aber dann und wann schon auf eine externe Quelle angewiesen. Und hier setzt Twitter ein. (M)Ein Beispiel just von heute.

O.k., auch wenn mir das jetzt nicht passen sollte, ich hab’s verstanden. Es ist Montag. Ich akzeptiere. Ich schaue mich weiter um. Oh. Ich werde angesprochen.

Flugs gebe ich über Re-Tweet den Gruß zurück und weiter. Setze mich für einen Moment mit meinem Kaffe zu Tina auf den Balkon.

Ich erfahre so nebenbei, dass @anachorete gerade (wie als digitale Nomadin eigentlich immer) unterwegs ist… und die entsprechende Infrastruktur bei uns in D eigentlich immer noch nicht für solch einen Lebensstil ausgebaut. Ich bewundere sie ob Ihres Durchhaltevermögens und ihrer Fähigkeiten, sich dennoch zu behelfen…, bin aber (Egoist wie ich bin) froh, dass ich auf Tinas Balkon W-LAN habe.

So. Und jetzt bin ich bereit für die Welt.

Was gab’s so am Wochenende? Hab‘ ich da was verpasst? / Und was gibt’s sonst so Neues?
… zehn zwölf Hinweisen gehe ich kurz nach, „bookmarke“ mir längere Texte für später, verwerfe andere Quellen ganz, ärgere mich, dass ich beim #l3t Workshop nicht dabei gewesen bin.
Nun ja, erfreue ich mich an dem, was nachlesbar (z.B. hier und hier).

… ah. Und hier hat Benedikt was zum Mainstream geschrieben, Ilona hat dort einen CfP zu „Networked Identities – an Open Book Project“ gepostet (ja! Da reich‘ ich doch glatt was ein!), genau, den Artikel hatte ich mir schon gestern vorgemerkt zu lesen, … das tue ich jetzt auch mal. Also twittert nur schön weiter, ich bilde mich gerade jetzt und gerade mal weiter.

Mein Geist ist mittlerweile angeregt und auf Touren gekommen. Just in diesem Moment fällt mir ein, dass ich ja auch noch arbeiten muss. Beschwingt und versichert, dass alles gut (oder zumindest wie immer) ist, schwinge ich mich auf mein Rad, um motiviert meinem Tagwerk nachzugehen.

Ich seh‘ euch dann dort. 😉

Immer wieder ausgehandelt: Nähe und Distanz im Social Web

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Kennt ihr das? Ihr seid irgendwo, seht eine Person, zum ersten Mal. Und dennoch ist Dir die Person vertraut, kennst deren Humor, kleine Blitzlichter aus dessen Leben, Denken, Freuen. Und jedesmal wenn ich so jemanden aus meiner Timeline, den oder die ich mag, erstmals persönlich kennenlerne freue ich mich, dass ich den oder die dann auch „wirklich“ mag.

Warum mag ich (man?) Menschen überhaupt?

Mögen tue ich jemanden, wenn ich mich ihm näher fühle als jemand anderem, näher komme ich jemanden, indem ich etwas über dessen Sein erfahre, indem ich kommuniziere und interagiere. Und das Gegenüber und mich dabei in Ordnung finde. Indem ich Zeit mit jemandem verbringe. Zumindest ist das nonline bei mir so.

Wie aber stellen wir Nähe und Distanz online her? Wie reagiert man auf gefühlte Grenzüberschreitungen, wenn wir keine Möglichkeit haben, unseren Körper einzusetzen? Das finde ich einen äußerst spannende Fragenkomplex, zu dem ich mir in Zukunft ein paar mehr Gedanken (und Beobachtungen) machen möchte. Meine Prämissen zur Entstehung von Nähe (z.B. auf Twitter) online.

Nähe durch reine Rezeption

Allein, dass ich etwas über mein Gegenüber erfahre. Nicht einmal, zweimal, viele Male verteilt auf viele Tweets. Sowohl die Details, die offensichtlich sind, als auch solche, die eben gleichsam nebenbei oder unter der eigentlichen Nachricht liegen, mittransportiert werden.

Nicht nur, wie jemand ist, sondern auch wie sie ißt, lässt sich da (über Kommentare und Links) – und nur als Beispiel hergenommen – erfahren.

Nähe durch Bezugnahme

Jemand antwortet auf einen Tweet. Dabei ist es gleichgültig, ob dabei Übereinstimmung oder das genaue Gegenteil, oder gar eine Ergänzung, eine andere Perspektive eingebracht wird. Es ist das Bezugnehmen, dass jemand meine 140 Zeichen beachtet, gelesen, ja sie so wichtig genommen, dass darauf Bezug genommen. Das aneinander Anknüpften knüpft an dem Bande, das man Beziehung nennt, mit.

Nähe durch Zitieren

Oder re-tweeten. Über die verschiedenen Arten zu re-tweeten, habe mich ja schon an anderer Stelle ausführlich ausgelassen. Nehmen ich nun wahr, dass ich – in welcher Form auch immer – re-tweetet wurde und schaue mir die Art und Weise an, wie der oder die dies getan hat, so sagt genau das wieder über mein Gegenüber eine ganze Menge aus. Ob er oder sie in diesem Falle mit der gemachten Aussage/dem Tweet übereinstimmt. Oder gerade nicht. Wie er oder sie sich dazu positioniert. Warum genau dieser für mein Gegenüber so interessant, dass der Tweet wiederum an die eigenen Follower weitergegeben wird.

Nähe durch gleiche Interessengebiete

Man dächte ja, man möge Menschen, die ganz andere Hobbies, Leidenschaften, Interessensgebiete haben. Macht man auch. Aber man mag anscheinend noch mehr die, die sich im gleichen Feld bewegen. Warum? Vielleicht, weil man mit diesen „verkürzter“ kommunzieren kann. Vielleicht weil man über diese noch tiefer, weil über noch andere Details ins eigene Interessengebiet eintauchen kann. Vielleicht auch einfach nur, weil man glaubt, wenn sich noch jemand für das Gleiche interessiert, das eigene Themengebiet dadurch „relevanter“ wird?

Und falls jetzt jemand unter euch liest, dessen Interessengebiet Vorgeschriebenes kreuzt, der möge mir seine Gedanken dazu, vielleicht hilfreiche Links und Lektüre schenken, … das würde mich Dir ein ganzes Stück näher bringen 😉 .

 

P.S.:

Die Kunst des Re-Tweetens

Gestern habe ich es getan. Und vorgestern sogar mehrmals. Nun ja, es passiert manchmal halt einfach so. Man ist unterwegs, liest einen einfach guten Tweet … der Finger zuckt, getan. Spontan.  Auf diese kleinen unauffälligen Pfeilchen „getoucht“… und schwupps (oder #fupp heisst es zurzeit?) … „Der Tweet wurde an Deine xy Follower re-tweetet“ [aus dem Gedächtnis zitiert; überprüfen!]… so oder so ähnlich textet Twitter einem als automatisierte Antwort entgegen. Entspannt lehnt man sich zurück, schaut sich den Tweet gleichsam als Wiederholung in der eigenen Timeline an. So einfach, … eine kleine Berührung. Das war nicht immer so.

Die Technik des Re-Tweetens – früher und heute
Das Re-Tweeten ist keine – wie man gern glauben möchte – Erfindung von Twitter. Sondern vielmehr eine sich entwickelt habende Praxis seiner Nutzer. Wenn man einen Tweet – in Gänze oder zum Teil – wiederholen wollte/will, so
1) kopiert man den fraglichen Text
2) Antwortet auf das Original, so dass ein @-Username erscheint
3) setzt ein RT (für Re-Tweet) davor
4) fügt den fraglichen Text wieder ein [hier könnte jetzt Schluss sein]
5) und gibt evtl. noch seinen eigenen „Senf“ dazu.

Mit Twitter verhält es sich also offensichtlich wie mit allem in unserem Leben: Es wird komfortabler, aber dadurch auch komplexer. (Will meinen, so einfach es ist, auf den Re-Tweet Button zu drücken, der die oben genannten 4-5 Schritte (sozialer Prozess, der angeeignet werden musste) ersetzt, so überfüllter und unübersichtlicher mit noch und noch einer Funktion erscheint die Plattform nach und nach für die Neueinsteigerin.)

Re-Tweeten, was ist das überhaupt
Spätestens jetzt wissen wir zwar, wie es geht, dieses Re-Tweeten, aber was machen wir da überhaupt? Welchen Sinn soll das haben, wenn man ein RT davorsetzt oder auf die dunkelroten Pfeilchen drückt?
Im Grunde betreibt man das gute alte Zitieren. Auf die Pfeilchen zu drücken bzw. das Original unverändert zu lassen vergleichbar mit dem wörtlichen Zitieren, mit Senf garniert eher dem „vgl.“/Paraphrasieren/in den eigenen Kontext stellen angelehnt. „The Art of Re-Tweeting“ ist also eine Kunst des angemessenen Zitierens.

Der unterschätzte Re-Tweet
Retweets werden, wenn z.B. Tweets zu einer Veranstaltung oder zu einem bestimmten #Hashtag ausgewertet werden, aus den Datensätzen für wissenschaftliche Untersuchungen zumeist rausgenommen. [Hier noch Beispiele einfügen.] Das finde ich nicht richtig. Obwohl es die Auswertung der Daten natürlich um einiges einfacher macht. Nicht richtig finde ich es, da – wie oben dargestellt – Re-Tweet nicht gleich Re-Tweet ist,… und das Re-Tweeten aus Gründen geschieht, oft auch mit Folgen.

Re-Tweeten – von Gründen und Folgen
Warum re-tweete ich? Frage ich mich gerade im Zug nach Berlin sitzend und an meiner kalt gewordenen Tasse Kaffee nippend. Ich denke etweder, weil ich einen Text in 140 Zeichen (aus welchen Gründen auch immer) bemerkenswert finde. So bemerkenswert, dass ich seine Reichweite zu erhöhen helfen möchte. Oder aber, weil ein Text sich mit einer Thematik befasst, die (wieder aus welchen Gründen auch immer) für mich relevant ist. Und ich mich dazu positionieren möchte.
Als Folge folgen mir gelegentlich die Verfasser, manchmal entwickelt sich auch ein weiter- und tiefergehender Austausch daraus. Zum Beispiel weiter und tiefer im Blog.

Wo ich euch jetzt auch gleich via Twitter hinlocken möchte, damit ihr folgende Frage beantwortet…

Warum re-tweetest DU?

P.S.: Und den Auf-Blog-anlock-Tweet auch schön re-tweeten, ja?

#ecco12 Konferenzzwitschern

Recht hat er, der @mebner mit seinem Kommentar, dass Gleiches was @mediendidaktik_in seinem Twitter-Debakel-Artikel konstatiert, bereits in folgender Untersuchung aus 2010 erkannt und benannt.

Kurze inhaltliche Zusammenfassung
Nach der Einordnung von Twitter als Kommunikationsmittel auf und von Konferenzen in einen Reigen von Nutzungsmöglichkeiten wird kurz darauf eingegangen, was Twitter eigentlich ist und wie es funktioniert. Neben einer Art „inoffizieller“ Twitter-Nutzung werden Möglichkeiten einer intendierten Nutzung, wie z.B. im Rahmen der Konferenzorganisation vorgestellt und kurz erläutert, bevor es zur Vorstellung der eigentlichen Studie, der Hauptsache, kommt.
Diese bestand darin etwas mehr als 2.000 Tweets abgesetzt während des EduCamps in Hamburg (#ec10hh) in zwei Schritten zu analysieren. Schritt 1 bestand in einer FCA (Formal Content Analysis), bitte selber nachlesen was das ist, die in dem Ergebnis resultierte, dass die Tweets per Hand zugeordnet werden müssten, was dann auch – und zwar in die Kategorien a) Für Außenstehende total irrelevante Tweets b) Orga-Tweets c) relevante Tweets – Diskussion und d) relevante Tweets – geschah.
An Ergebnis habe ich für mich rausgezogen, dass es unheimlich viele Retweets gab, dass es in die Relevanz-Kategorie gerade mal 6% geschafft haben, und dass die Nutzung von Twitter wohl in diesem Zusammenhang anderen Funktionen als Außenstehende zu informieren besser gedient hat. Wie z.B. Selbstdarstellung und -vermarktung und Beziehungsdemonstration.

Mögen wir es auch nicht primär darauf anlegen, dass eine Außenstehende/Nicht-Teilnehmerin die Möglichkeit bekommen soll, „to get an overview about the conference topics, the main assumptions or statements“ (S. 8), so könnte man als Außenstehende dennoch auf die Idee kommen, genau jenes über den nach entsprechendem Hashtag gefilterten Twitter-Stream „abzugreifen“.

Jedoch:

„For a non-participant of a conference who likes to monitor the event by checking the Twitter live stream it turned out to be a hard job.“ (ebd.)

Ich habe demnächst – einmal mehr – die Chance, es zu versuchen. Nämlich beim anstehenden #ecco12, für das ich mich gerade – aufgrund Terminkollision mit meinem kleinen Winter-Urlaub im Bayerischen Wald – anständig und wie zurecht von @e_trude hier eingefordert, abgemeldet habe.

Offensichtlich kein (ganz) leichtes Vorhaben. Obige Analyse schließt jedoch mit hoffnungsvollen Worten und Wünschen zur Lernfähigkeit (S. 9):

„Nevertheless, Twitter is a „new“ tool andtherefore adaptions of new forms of communication, e.g. etiquette for documentation of conference for outsiders or a more focused usage of tweets by the presenters or conference organisers could many [much?; mons7] influence future usage.“

Und auch ich möchte natürlich nicht beim „So mache ich das eben“ stehen bleiben, sondern mein eigenes Twitter-Verhalten refelktieren und optimieren. Das als Rezipientin (Stichpunkte dazu unter 1.) als auch als Produzentin von Tweets (Stichtunkte dazu unter 2.).

1. Mögliche Strategien für mich als Nicht-Teilnehmerin, doch etwas ab- und mitzubekommen

  • Anwensende Twitterati direkt ansprechen und um Bericht bitten. Wie Beispielsweise hier die indirekte Bitte von @designeon an @khpape.
  • Rückfragen stellen
  • Auf Tweets achten, die Livestream ankündigen
  • Tweets suchen, die auf weiterführende Blog-Posts verweisen

… also zusammenfassend Informationen extrahieren, die auf erweiterte (An-)Teilnahmemöglichkeit hin- und verweisen. Es beim Twitter-Live-Stream also nicht als alleinige Informationsquelle belassen.

2. (Mögliche) Strategien für mich als demnächst wieder Teilnehmerin, es Außenstehenden leichter zu machen, etwas von den Inhalten, Standpunkten und Diskussionen mitzubekommen

  • Sich suchen und finden-Tweets über DMs abwickeln
  • Für speziellen Vortrag/spezielle Session zusätzlich zweiten Hashtag einführen und verwenden
  • Evtl. von anderem Account aus twittern?
  • Statt Twitter als „public notepad“ nutzen, lieber Etherpad verwenden und via Tweet darauf verweisen
  • Klar (sprachlich) kennzeichnen, ob es sich um Zitat handelt, um eigenen weiterführenden Gedanken oder um Kommentierung des Gehörten
  • Orga-Tweets zur Kenntnis nehmen, aber nicht weiter vertwittern
  • Beziehungs-Tweets beschränken, dafür Beziehungen offline pflegen
  • Mir beim Twittern konkrete Zielgruppe (also versuchsweise Außenstehende) vor Augen halten.

Und vielleicht umfasst genau jener letzte Aspekt alle davor. Überhaupt einmal das (potentielle) Gegenüber in betracht zu ziehen, bevor ich twittere. Sozusagen ein

Think of Her before you tweet!