Category Archives: Social Media Theory

Automatisierte Tweets in Deiner Timeline – Aufreger, Anreger, langweilig?

Bildquelle.

Den liebe langen Tag huschen ja schon so einige Tweets durch die eigene Timeline, die zu kategorisieren mir gar nicht so leicht fiele. Eine der leichter zu bildenden Kategorien ist jedoch die der automatisierten Tweets.

Automatisierte Tweets – Definitionsversuch und Beispiele

Unter automatisierten Tweets verstehe ich hier solche, die entweder in meinem Namen in die Timelines meiner Follower gepostet werden, weil ich

a) irgend eine “relevante” Aktion auf einer anderen Plattform vollzogen habe (und auf dieser ein Algorithmus hinterlegt ist, der als Folge einen entsprechenden Tweet postet) oder

b) in vorgegebener Regelmäßigkeit bestimmte Inhalte gepostet werden, weil ich dies irgendwann in der Vergangenheit einmal initiiert habe.

Im einen Falle also unregelmäßige Tweets aufgrund anderer Aktionen (in der Gegenwart), im zweiten regelmäßige Tweets aufgrund einmaliger Aktion in der Vergangenheit.

Doch genug der Theorie, viel leichter zu verstehen geht’s am konkreten Beispiel. Und einige Beispiele aus meiner eigenen Timeline habe ich deshalb für euch herausgesucht.

Tweets aufgrund Eincheckens auf Foursquare

Gleich das erste Beispiel von mir selbst (immerhin laufen meine eigenen Tweets ja auch in der Timeline auf ;) ).

Genau so, mit dem Tippfehler (großes W) hatte ich das just einige Sekunden zuvor in mein Smartphone eingetippt, ab der Klammer auf stammt der Zusatz von Foursquare (also die eingefügte Örtlichkeit; hier: Mensa der FH, an dem [pic] erkennt man, dass ich ein Foto angehängt habe).

Tweets zum Promoten von “Online-Zeitungen”

Beispiele für Tweets von “Online-Zeitungen”, in die ich dann und wann mal reinschaue sind von Ellen die “Ellen Trude Daily”

oder auch von Ellen die “Enterprise2-0 Daily”.

Auch ich habe eine solche Online-Zeitung, jedoch die automatisierten Tweets (an den Grund kann ich mich nicht mehr erinnern) dazu ausgeschaltet. Nicht ganz das gleiche aber als ähnlich würde ich auch Scoop.it! bezeichnen.
Dabei handelt es sich im Grunde um thematisch von Menschen zusammengestellte Quellensammlungen, die jedoch wie eine Online-Zeitung aufgemacht sind. Ein Beispiel für eine solche Zusammenstellung ist die von Volkmar zur Zukunft des Lernens, und auch die interessantesten dieser Art von Tweets (hier wird im Tweet immer auf eine neue integrierte Quelle hingewiesen) stammen im Moment von Volkmar.

Tweets über quantitative Eckdaten zum eigenen Twitter-Erfolg

Hier möchte ich beispielhaft auf den Dienst TwentyFeet verweisen. Dieser postet, so man ihn lässt, Tweets wie den Folgenden von Dörte:

1) Automatisierte Tweets als Aufreger

Manche Menschen ärgern sich über solche Tweets. Ich habe in Erinnerung gerade dann, wenn diese irgendwie überhand nehmen. Wenn z.B. – übernacht – plötzlich 50% der Timeline aus Check-Ins ohne erkennbaren Nutzen für sich selbst als Rezipienten besteht. Kann man schon irritiert sein. Oder wenn man (was ich jetzt nicht tue) einfach das Format Online-Zeitung blöd findet, und deshalb die darauf hinweisenden Tweets nicht mag. Oder wenn… ja wenn?

2) Automatisierte Tweets als Anreger

Zu was denn angeregt werden? Als Anregung zum tiefer Graben.

Nehmen wir einen Foursquare-Check-In. Jemand der Bildungs-Twitterer-Front checkt in einer Konferenz ein. Macht vielleicht ein Foto dazu, was die Wahrscheinlichkeit bei mir erhöht, dass ich den Tweet wahrnehme (s. Nr. 3). Vielleicht ist sogar für mich bequemerweise auch noch gleich der zur Konferenz gehörige Hashtag angegeben. In diesem Falle kann es durchaus sein, dass ich recherchiere, um welche Konferenz/Veranstaltung es sich denn da handelt, dass ich mich für einen evtl. zur Verfügung gestellten Life-Stream interessiere, oder auch meinen Blick auf Hinweise auf demnächst aller Wahrscheinlichkeit nach erstellt werdenden Blogposts schärfe.

Oder mir kommt der Hinweis auf ein Online-Journal unter. Nicht bei jedem dieser (und es kommt zugegebenermaßen auch auf den Ersteller und den Titel desselben an), aber vielleicht bei jedem 5. – 7. klicke ich auf den zugehörigen Link schon einmal drauf. Schaue, ob die Quellen, die dort eingebunden sind, auch jene, die beim mir durch die Timeline des Tages gespült wurden… oder mir irgend etwas von (wie ich finde) Relevanz durchs Raster gerutscht ist.

3) Automatisierte Tweets – von langweilig bis ausgeblendet

Oder aber kann es sein, dass man diese Tweets gar nicht so immer wahrnimmt, vielleicht sogar z.T. ausblendet? Ich erwische mich gelegentlich dabei, dass ich über die Timeline grade so rüberscrolle und gleichsam die Tweets nur scanne,… ich an dem einen oder anderen hängenbleibe, ohne eigentlich genau sagen zu können, was es jetzt war, dass mich gerade auf diesen genauer blicken lässt. Was ich aber sagen kann ist, dass es sich dabei vergleichsweise selten um automatisch generierte Tweets handelt.

Die, die mich – bei genauerem Durchschauen meiner Timeline – und das ist dann, wenn ich gerade Zeit und Lust drauf habe, wie z.B. in der U-Bahn – ansprechen, sind meist solche, die auf längere Artikel oder Blogposts verlinken. Statusmeldungen aus Foursquare – sofern nicht zufällig ein Foto anhängt, das ich mir ganz gern anschaue – langweilen mich eher. Stören tun sie mich – solange sie nicht überhand nehmen – aber auch nicht groß.

So! Und ihr so?

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Social Media und Web 2.0 – beschreibbar als kulturelles Phänomen?

Bildquelle. Seit meiner Latour-Lektüre mag ich sie nicht mehr so sehr, die großen Worte. Begriffe wie Gesellschaft, soziale Ungleichheit, Gender-Mainstreaming. Und jetzt komme ich mit dem (Wort-)Brocken der Kultur daher? Keine Angst, ich verkneife mir die Recherche nach wissenschaftlichen Definitionen und komme alsgleich zum Detail. Denn:

Kulturelle Unterschiede werden wahrnehmbar an konkreten Details.
Und an einem solchen konkreten Detail durfte ich kürzlich einen kulturellen Unterschied wahrnehmen. Meine mir erteilte Aufgabe war nämlich das Hochladen eines passwortgeschützen Dokumentes in eine passwortgeschütze Umgebung mit dem Hinweis, dass das Passwort über E-Mail beim Ersteller erfragt werden könne.
Nun bin ich ja keine, die Andersartigkeit sofort und per se ablehnt. (Da ich Ablehnung als unnötige Selbstausgrenzung empfinde.) Ich habe also ein bisschen nachgehakt und ein Geflecht an Begründungszusammenhängen aufgezeigt bekommen, das sogar in sich stimmig erschien. Ergo:

Konkrete Details sind immer eingebunden in eine Gesamtvorstellung.
Die Teile, aus denen diese Gesamtvorstellung zusammengesetzt ist, mögen punktuelle Erfahrungen, Glaubenssätze, angelesene Fakten und was auch immer enthalten, wahrscheinlich weder be- noch widerlegbar. Aber zusammenpassbar gemacht. Leider kann ich die erfahrene Gesamtdarstellung nicht wiedergeben, da sie der meinigen so gar nicht entsprach. Deise Gesamtvorstellung muss dann auch noch irgendwie kompatibel mit dem Umfeld gemacht werden… oder aber verschwiegen.
Aber worauf will ich eigentlich hinaus?

Exkurs:
Derzeitige Leidenschaft
Wie ich euch bisher verschwiegen habe, frage und übe ich mich derzeit in der Frage, wie man … ja, diese Web 2.0-Kultur (habe gerade kein besseres Wort dafür) einem Gegenüber vorstellen könne, ohne dass dieser/diese sogleich einen Kulturschock erleide. Über Text? Über vor-/mitleben? Über?

Möglichkeit, Herausforderung zu meistern
Könnte ein erster Einstieg dahingehend bestehen, diese Kultur (ja, ich weiss eben kein anderes Wort) erst einmal (in welcher Form auch immer) zu beschreiben? Vielleicht ethnomethodologisch?

Beschreibung der Gesamtvorstellung als Einstieg in interkulturelle Kommunikation?
Jedoch: Wie könnte eine solche Beschreibung erstellt werden. Wie könnte eine solche Beschreibung im Endeffekt aussehen?

Kulturwandel oder Subkultur?
Und als ob das noch nicht genug wäre: Diese Kultur – die auf jeden Fall Teilen, Veröffentlichen beinhaltet, aber eben von mir noch nicht explizit beschrieben/für mich nicht leicht beschreibbar ist, ist dies eine, die in Form von Arbeit 2.0, Enterprise 2.0 etc. sich verbreiten/um sich greifen könnte, oder handelt es sich lediglich um eine fixe Idee einer Minderheit, die in Aspekten (z.B. kurze Dienstwege werden (wieder) ermöglicht) als attraktiv empfunden wird, aber nicht gerne als Gesamtpaket genommen?

Konkrete Bitte an euch: Könntet ihr kurz formulieren, aus welchem Gesamtzusammenhang ihr Teilen/Veröffentlichung als Wert empfindet?

Mein Dank wird euch verfolgen!

Eure mons7.

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Kleine aber feine Unterschiede – frisch aggregiert

Da habe ich letzte Woche auf Edudip (im Übrigen sehr zu empfehlen) eine kleine Session abgehalten. Das Thema: Twittern für Einsteiger. Nicht das Twittern im Sinne von “Wie melde ich mich an” oder “Wo schreibe ich meine 140 Zeichen rein?” … sondern vielmehr: Was es denn ist/sein könnte, das Menschen am Twittern und an Twitter (ach so sehr) *begeistert*. Das war also das Thema und ich hatte mir auch 10 Aspekte dazu überlegt. Diese kann man sich als Bildchen hier anschauen.

Das beantwortete jedoch nicht die (präsente und drängende) Frage der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Die Frage lautete nämlich: “Was ist denn, nach allem Gehörten, der Unterschied zwischen Twitter und Facebook?”.

Die Frage war mir so gänzlich neu und machte mich ganz perplex. Ich konnte sie auch – wiederum ehrlich gesagt – so aus dem Stand gar nicht beantworten, insbesondere da Twitter und Facebook für mich ganz und gar nicht vergleichbar sind. Je länger ich jedoch darüber nachdenke, desto einsichtiger wird mir die Frage. Da wie dort gibt es ein Feld, in das ich war reinschreibe. Da wie dort kann ich einen Link einfügen. Also doch gleicher als (ich) gedacht?

Für mich war die Frage – so vorab – nicht einsichtig, weil ich
- Twitter ständig nutze, Facebook nur rudimentär,
- auf Twitter nur Menschen folge, deren Input mich brennend interessiert, während ich auf #fb alles adde, was nicht bei drei auf den Bäumen ist,
- Twitter-Statements in 140 Zeichen für die intelligenteren und witzigeren im Vergleich zu #fb-Statements halte,
- Twitter einfach meine Kür ist und #fb nur ‘ne lästige Pflicht.

Aber das wird mir alles erst jetzt und nach und nach klar, während ich so darüber nachsinnend vor mich hinformuliere. Klar habe ich die Frage gleich mal auf Twitter UND (ausnahmsweise auch) auf #fb gestellt. Der konkrete Text (der Frage) lautet(e): “Vielleicht wissen ja #opco11′er Antwort in 140 Zeichen? Unterschied zwischen #twitter und #facebook? #fb”. Hier eure Antworten, die ich für absolut inspirierend, wahr und interessant halte:

Art des Humors
Zunächst im für mich ganz typischen (und von mir goutierten) Twitterer-Humor @Konrad: “Na, der Unterschied liegt eben in den 140 Zeichen!”, @herrlarbig - in noch extremerer/eindeutiger Form – artikuliert seine Twitter-Vorliebe (verglichen mit Facebook) in der klaren Ansage: “Twitter nutz ich, Facebook nicht.”
@vilsrip mit seinem “Auf Twitter bekommt man darauf indiv. Antworten, auf FB erstellst du dafür unflexible nichtssag. Balkengraphikumfragen” schlägt mit unverkennbarem Twitter-Humor in eine parallele Kerbe.

News vs. Beziehung
@ckoudela wie auch @heinz sehen den wesentlichen Unterschied in den Begriffen News/Inhalt/Content vs. Beziehung:
“#twitter – short messages & inhalt #facebook – soziales miteinander #opco11″, so das Statement von @ckoudela, und “Twitter ist ein News-Austausch-System, Facebook konstruiert und verwertet den Social Graph – ist ein Beziehungssystem”, so @heinz.

Hier würde ich auch die Hinweise Jürgen Ertelts einordnen (man beachte die außerordentlich unterschiedliche Art der Informationsübermittlung an mich je nach Kanal):
„Twitter zwitschert Schwarm-Nachrichten mit kurzem Verfallsdatum und ohne Personenbindung, Facebook bildet Gruppen von Personen, die ihre Nachrichten abgegrenzt betrachten und kommentieren“, via Facebook
oder in kürzer via Twitter:
“Twitter zwitschert Schwarm-Nachrichten m. kurz. Verfallsdatum u. ohne Personenbindung, – FB bildet Gruppen, die Infos abgrenzen.”

Peter Ringeisen hält die Kontakte u.U. für unterschiedliche je nach Plattform, bei Überschneidung oder Deckungsgleichheit zieht er ebenso den Inhalts-Beziehungs-Graben:
„In Ergänzung meiner Twitternachricht: Es kommt halt immer drauf an – nämlich darauf, wen du als Followers bzw. als Freunde um dich versammelt hast. Aber wenn es sich um dieselben handelt (eine gewisse Überschneidung wird es sicher geben), dann ist die Korrespondenz via Twitter textzentrierter – bei FB wird es durch Fotos und evtl. andere Hintergrundinfos persönlicher.“

Relativ klar abgetrennte Gruppierungen sind dies für Christian Schmidt
„Zwar kein aktiver #opoc11′er, aber: 2 verschiedene Netzwerke, in meinem Fall mit 2 verschiedenen Personenkreisen, die ich auf 2 unterschiedliche Arten nutze.”

Grad der (gefühlten) Privatheit
@biwifuhagen konstatiert die grundsätzlichere Offenheit von Twitter gegenüber Facebook:
“Vielleicht so: Meine Tweets kann auf Twitter jeder lesen, auf Facebook ist eine Freischaltung erforderlich.” Oder in den Worten von @wruge (Wolfgang Ruge)
“Twitter: Offenheit als Prinzip. Facebook: Illusion von Privatheit.”
Und Beatrice Winkler erinnert an eine der eingängigsten Metaphern der letzten Zeit, die durchs Social Web (weiter-)getragen wurden, die auch mir gelegentlich untergekommen ist, deren Quelle ich aus dem Stand heraus jedoch genausowenig bestimmen mag.
„facebook = die leute, mit denen du in die schule gegangen bist. twitter = die leute, mit denen du gern in die schule gegangen wärst. :) ps: geklaut, weiß aber nicht mehr, von wem.“

Als absolute Abschlussschmankerln die Statements zweiter Power-Frauen, die ich beide persönlich kennenlernen durfte: @hamster44, die mir via DM steckte, dass sobald #facebook für sich entdeckt werde, alsbald das ohnehin nicht allzu vorlaute Getzwitscher wieder eingestellt werde (woraus ich schließe, dass #fb “leichter”/eingängiger zu handhaben ist?) … und das Sahnehäubchen von @basadai (Malu Schaefer), das ihr euch als Betthupferl auf der Zunge zergehen lassen dürft:
“Auf FB kannst mehr schreiben, auf Twitter mehr quatschen – ganz einfach! ;-)”.

Genau. So einfach. :) Eure mons7

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Die 7 Todsünden von KMUs beim Umgang mit Social Media

Bildquelle. Bei meinen gelegentlichen Streifzügen fallen Sie mir immer wieder ins Auge. Die Social Media Aktivitäten (manchmal auch In-Aktivitäten) von Unternehmen im Netz. Während die großen i.d.R. (schon) recht aktiv und professionell und mit größerem und kleinerem Erfolg, mit größeren und kleineren Aufregern dabei, mitspielen (die meisten haben bereits Guidelines erstellt, viele tauschen sich auf einschlägigen Veranstaltungen aus, manchen geht’s schon mehr um die Marke denn Unternehmung im Social Web), stellt sich die Lagen bei den sehr viel zahlreicher vorhandenen KMUs sehr viel differenzierter dar.

Leider habe ich mir die größten “Klöpse” nicht als Bookmark markiert, jedoch kann ich diese mittlerweile – weil so häufig vertreten – in abstrahierter Form als die 7 Todsünden von KMUs im Umgang mit Social Media auflisten. Da ich eine kleine Ausarbeitung dazu vorbereite, möchte ich euch diese Auflistung – wohlgemerkt eine aus User-Sicht – einmal zur Diskussion stellen… mit der Bitte sowohl um dazu konträre und evtl. abweichende Meinungen/ Eindrücke auszudrücken als auch (falls vorhanden) Beispiele aus der eigenen Erfahrung, die meine Ausführungen bereichern könnten, beizusteuern. Ihr seht schon, ich betreibe gerade Crowdsourcing in Reinform. ;)

#1. Social Media unterschätzen.
Und mit Social Media zu unterschätzen meine ich nicht ein wie von Oetting diskutiertes Social Media ist (noch) nicht wichtig für uns, sondern vielmehr die totale Ignoranz à la auch diese Mode wird an uns – vielleicht nicht ganz schadlos aber immerhin – vorüberziehen.
Nun ja, ich mag in diesem Blog lediglich von mir ausgehen. Und damit keinen Fernseher zu haben und damit, nach und nach alle Zeitungen abbestellt zu haben, mag ich vielleich auf weiterer Flur alleine sein. Aber mitnichten ein Einzelfall.
Kennt ihr Beispiele für totale Ignoranz? Dann immer nur her damit.

#2. Teilbereiche von Social Media überschätzen.
Social Media ist also keine Option für unser KMU im Blickpunkt. Gerade dann jedoch – wenn man sich so gar nicht damit beschäftigt – beginnt man naheliegender- und meist zufälligerweise den zweiten Fehler. Irgend jemand im Unternehmen entdeckt nämlich so gut wie immer zufällig eine Passage im Social Web, die der Geschäftsleitung (meist weil zutiefst persönlich genommen) nicht zupasse kommt. Und gegen diese wird dann mit juristischen Keulen, mit riesigen Gegendarstellungen und sonstigen Kanonen vorgegangen, ohne Maß, da dieses ja – aus nicht Beschäftigung mit der Thematik – vorab nicht genommen werden konnte.
[Beispiele?]

#3. Wissen wie’s geht.
So funktioniert Lernen im Allgemeinen. Man liest, beobachtet und/oder macht, das um die drei Mal oder mehr… abstrahiert und bildet eine “Regel” daraus. So ganz unbewusst und nebenbei. Das funktioniert jedoch – m.E. – für die Social Media Welt nicht. Da die zu dynamisch ist. Ich werde jeden Tag neu von euch überrascht. Formulierungen von Tweets von denen ich sicher bin, dass ich von euch Rückmeldungen dazu erhalten werde, verschwinden im virtuellen Nirvana, Communities erstehen aus diesem auf, die ich mental (schon) für tot erklärt hatte.
Übertragen auf mein Thema: Je mehr ein KMU weiss (will heißen zu wissen meint) was Social Media ist und wie es funktioniert – desto weiter ist es davon entfernt.

#4. Einfach nur verkaufen wollen.
Dass man als Unternehmung sein Produkt an den Mann/die Frau bringen will, ist klar und (über-)lebensnotwendig. Für einen einfachen Abverkauf ist jedoch ein Online-Shop die m.E. bessere Alternative als die jeweiligen Angebote bei Facebook oder Twitter einzustellen. Wobei… (s. #3), auch das funktionieren kann, wie kürzlich das Beispiel des Chef-Tickets der Bahn bewies.

#5. Die eigenen Maßstäbe anlegen.
[hier ringe ich noch mit einer passenden Formulierung]

#6. Die Mitarbeiter außen vor lassen.
Eines meiner Lieblingsthemen ;) … [noch zu bearbeiten]

#7. Keine Zeit/ Manpower investieren.

Twitter & Co. mögen zwar erst einmal kostenlos sein, kosten langfristig aber zumindest eines, und das ist Zeit. Wer glaubt, seinen Mitarbeitern, Praktikanten oder Aushilfen die Bespielung der Facebook-Fanpage oder des hauseigenen Blogs mal so nebenbei aufbürden zu können, der täuscht (zumindest meines Erachtens). Zum Thema woher jetzt diese Zeit nehmen, finden sich im Übrigen bei @kadekmedien recht interessante Hinweise zum Weiterlesen.

Und ich geh jetzt erst mal Weiterrecherchieren, Weiterdenken, Weitersuchen.

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SoMe – These, Antithese, Synthese

Die letzten Tage waren in punkto Diskussion um Social Media (Haltung) mal wieder äußerst aufregend für mich. Die Wallungen möchte ich nochmals punktuell kurz nachzeichnen, um sie (nein, nicht für die Nachwelt, aber die Umwelt und) für mich festzuhalten.

[die (Ausgangs-)These]

Alles nahm seinen Anfang an einem Wochenende (21. November). Mit einem Blog-Post von @sachark und der m.E. treffenden Überschrift Don’t call it Social Media. Am besten man lese ihn nochmals selbst, wer das aus Zeit- oder anderen Gründen (schon gelesen?) nicht tun möchte, hier eine Zusammenfassung in aller Kürze, aber ohne die Würze:

[Zusammenfassung] Social Media habe sich zwar in Unternehmungen durchgesetzt (was ja etwas ganz Postitives sein könnte), jedoch auf eine Social Media Unart, die ganz und gar nicht dem Lebensgefühl eines (auch) Social Media Nutzers entspräche. Ergo: Es werden Social Media Auftritte hochgelobt, die Social Media Nutzer nicht als solche empfänden (weil von Menschen entworfen, die selbst kein Social Media nutzten), aber dennoch nutzten, weil’s halt was anderes abzugreifen gäbe, wie z.B. ein billiges Bahn-Ticket.

(So. Und alle die den Post zur gänze gelesen und intensiv studiert haben, dürfen meine obige Zusammenfassung (und Wertung?) jetzt kritisieren und richtigstellen.)

Der Text hob meine im ganzen eher gedrückte Wochenendlaune um einiges.

[die Anti-These]

Doch dann kam der Montag. Und wie nicht anders von einem Montag zu erwarten… die “andere” Seite. Getitelt: Der Social-Media-Irrtum. Und da war sie. Die andere Seite der Medaille. Etwas schwieriger für mich zusammenzufassen, dennoch im Folgenden mein Versuch.

Man müsse im Bereich Social Media nicht zwangsweise selbst aktiv sein, sondern nur etwas vom grundlegenden Wandel verstanden haben, der mit Social Media einhergehe. Also Personen, die für Entscheidung und Konzeption zuständig seien kämen auch ohne Twitter, Facebook & Co-Hardcore-Selbsterfahrung aus.

(Auch hier mag man mich bei Formulierung der Kurzzusammenfassung korrigieren.)

Der einleitende Satz des ganzen, war auch der provozierende: “Erwartet man von einem Chirurgen, dass er selbst eine Blinddarmentzündung hatte, bevor er zum Skalpell greift?”

[die Synthese]

Der Dienstag war bereit für die Synthese, verkörpert durch Nico Lumma. Mit Social Media hat viele Facetten. Den versöhnlichen Text auf den Punkt gebracht: Leute, schlagt euch  nicht die Köpfe ein, jeder und alles hat seine Daseinsberechtigung.

Die ganze Chause erinnert mich an Diskussionen, die ich vor zehn Jahren zu einem gänzlich anderen Thema verfolgen durfte, und zwar zwischen Teilnehmern einer “Wie lebe ich wie ein Normalo”-Schulung von Typ-I-Diabetikern.

Da gab es die Schulungsteilnehmer, die nur Ratschläge von Ärzten annehmen konnten, die selbst Diabetes Typ I hatten (und das waren so um die 90% der Schulungsleiter), da gab es diejenigen, die mit Menschen, die keine Seniorität von 10 Jahren Leben mit Diabetes Typ I vorweisen konnte, erst gar nicht redeten. In dieser Runde war definitiv ich die “Lumma-Vermittlerin”.

Zwischenergebnis: Das Thema ist austauschbar, die Argumente bleiben die gleichen.

Aber damals ist nicht heute, heute möchte ich (anders) Stellung beziehen. Mit Nico Lumma kann ich leben, weil er mich leben lässt. Mit Olaf Kolbrück gerade so, da ich eben auch irgendwo Konsument bin.  Aber mein Herz, das schlägt eindeutig für den @saschark.

Das wollte ich nur nochmal gebloggt haben.

Und damit ist es vorerst erledigt für mich, das Thema Social Media Haltung. Obwohl ich ahne, dass die Diskussion damit noch nicht ihr endgültiges Ende gefunden haben wird. Aber dann würd’s ja auch langweilig werden, auf Twitter ;)


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“Wer ist hier der Boss?” oder Steter Tropfen…

Social Media: wie überzeuge ich meinen Chef? so fragt der @kulturmanager via Blogparade…

… tja, das würde mich doch auch interessieren… denn leider habe ich meine(n) noch nicht (so wirklich) überzeugen können. Was jedoch nicht bedeutet, dass ich nichts zum Thema zu sagen hätte ;)

Vielmehr kann ich eine Reihe von “Aktionen” auflisten, über die es eben NICHT funktioniert hat. Diese wären:

Tu es einfach.
So fing alles an. Getreu einem meiner vielen Motti (Es gibt nichts Gutes, außer Du tust es) fing ich eines Tages einfach mal an und twitterte ein bisschen vor mich hin, lies die eine oder andere berufliche Information einfließen. Und gut fand ich’s auch, mein Social Media Engagement, es blieb nur nicht nur weitgehend, sondern gänzlich unbemerkt von der Hierarchieebene über mir. Klappt eine Strategie nicht, so muss man sie vielleicht einfach nur ein klein wenig modifizieren/ erweitern, was mich auf folgenden (erweiterten) Gedanken brachte:

Tu es und rede darüber.
Ich fing also mit gelegentlichen Einwürfen zur Thematik an. Ja, ich glaube es war doch tatsächlich um Pfingsten herum. Verstört musste ich jedoch feststellen, dass meine Gegenüber die Worte, die ich benutzte, weder einordnen noch verstehen konnten. Ich schien in einer fremden Zunge zu reden (anscheinend lebe ich schon zu lange online und kann mir deshalb in der Tat nicht mehr vorstellen, dass Begriffe wie “Micro-Blogging” oder bloggen in bestimmten Kreisen für Jugend- oder Gassen-Jargon gehalten werden).

Beantrage eine Fortbildung.
Nein, nicht was ihr denkt. Ich habe keine Fortbildung für meinen Boss beantragt. Sondern eine für mich. Dies um zu verdeutlichen, dass es sich bei “Micro-Blogging” etc. mitnichten um etwas Schmutziges oder Unseriöses handelt.
Nun ja. Die Fortbildung wurde (natürlich) abgelehnt. Die Begründung in Kürze: Solange ich hier noch Chef bin brauchen wir dieses Dingens nicht. Trotzdem ziehe ich vergüngt von dannen… Steter Tropfen, so denke ich … ;)

Winke mit potentiellen Mitgliedern/ Kunden etc.

Motiviert durch meine Fortbildungs-Beantrags-Idee arbeitet mein Unterbewusstsein weiter auf Hochtouren am Projekt “Educate your Boss”. Und dieses flüstert mir ein, dass es mir eben bisher ein bisschen an Empathie gemangelt habe. Ich brauche doch nur die Antwort auf eine Frage zu liefern, die Cheffe ohnehin hat… so bohrt es weiter in mir.
Diese Frage, so wirft jetzt mein Bewusstes ein, muss wohl “Wie bekomme ich mehr Mitglieder/ Kunden” sein. Bei nächster Gelegenheit bringe ich sowohl Frage als auch Antwort vor. Das Resultat: Ein kurzes Innehalten. (Es jubiliert in mir.) … nach einer Schweigeminute wird zum nächsten Thema übergegangen. (Schade. Aber… Steter Tropfen….)

Gib dem ganzen ein Logo.
So schnell gibt eine @mons7 jedoch nicht auf. Vielleicht sollte ich ja einfach mal einen anderen Kanal ansprechen. Kinder sollen ja bekanntlich auch unterschiedlich an die Dinge herangehen. Die einen tatschen Sachen lieber an, um sie zu begreifen, die anderen lauschen lieber, die nächsten gucken zu … und machen nach. Gucken. Das war mein Stichwort. Ich lasse mir ein enganliegendes farbiges T-Shirt mit einem Twitter-Logo und Accountnahmen bedrucken. Ich bin entzückt.
Keine Reaktion.
Ich renne wieder in den Shop und kaufe ein nächstes, diesmal mit dem Hashtag #maulkorb drauf (nur zum Probieren).
Keine Reaktion.
Ich renne verzweifelt ein drittes Mal in den Shop (aller guten Dinge sind drei?) und lasse auf ein etwas weiteres Exemplar “Arschloch” drucken.
Keine Reaktion.
Hm. Ich glaube, Cheffe guckt mir einfach nicht gerne auf die Brust.

Evoziere einen Skandal.
Jetzt bin ich wirklich in Rage. Nichtbeachtung mag ich gar nicht. Wutentbrannt schreibe ich einen Schmäh-Tweet. Der – wer hätt’s gedacht – komplett unbeachtet bleibt.

Warte ab, bis andere ihn überzeugen.
Locker machen. @mons7 mach’ Dich locker. Vielleicht muss man es auch einfach nur machen wie die Katze, die vor dem Mauseloch sitzt: abwarten. Bestimmt tragen noch andere in anderer Form die Thematik an ihn heran, und ich muss nur abwarten, bis sie ihn überzeugen. Und so warte ich seit zweieinhalb Monaten und starre in das schwarze Loch.

Beim Ausharren, Teetrinken und demnächst Lebkuchen knabbernd könnte ich mir ja mal die Beiträge zur Blogparade zu Gemüte führen.

Vielleicht geht mir dabei ja ein (Tee-)Licht auf.

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Sag’ der Tante “Danke”…

War das mal wieder spannend heute Morgen!

@talkabout wirft einen (harmlos wirkenden) Tweet in die Runde… und die Kontroverse macht ihre Runde…

Der Text des Tweets (für alle, die weiter oben nicht eh’ schon draufgeklickt haben: “Geniale Idee: “Pay with a tweet”. Nutzer bekommt Produkt oder Studie oder so und muss dafür tweeten http://bit.ly/c8EObn)

Was ist das denn… Pay with a Tweet?

Ich bekomme irgendwas … und dafür twitter ich über genau das. Kleines Beispiel gefällig?
Dann guck hier. Die dort angebotene Studie ist “kostenlos”, will heißen man/ frau kriegt sie, sofern man dafür twittert. In diesem Falle ist (so habe ich selbst ausprobiert) der Text des Tweets veränderbar, nicht jedoch der am Schluss darin enthaltene Link.

Was stört mich denn dran, an der “genialen Idee”?
Es ist die Erinnerung (ja, ich übertreibe jetzt ein bisschen) an ein Kindheits-Trauma. An die zahlreichen Erziehungsversuche nämlich, wie ein Kind gesellschaftlich zu Großtanten, Tanten, Opas und sonstigen Onkeln danke sage. Meist habe ich mich über die Mitbringsel dieser ja in der Tat gefreut. Die standardisierte Version des
1 lächeln
2 danke [Opi, Großtante, Tante etc.] sagen
3 Kuss auf die recht Backe geben
empfand (und empfinde ich im Übrigen auch heute noch) nicht als gerade variantenreich und nicht in allen Fällen gleichermaßen angemessen.

Aber vielleicht sollte ich mich auch einfach locker machen.

Ein Pay-with-a-Tweet-Tweet mag vielleicht standardisiert sein, aber immerhin ist dieser (wie unser Beispiel oben zeigt) ja noch variierbar und die Transaktion als ganze ablehnbar.

… oder sollte ich gar eine ganz neue Währung ins Internet einführen… wie wär’s mit

Pay with a Kiss? ;)

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Eine Erwiderung auf und Frage an Thilo Specht

[Dieser Blog-Post stellt eine Erwiderung und Frage an Thilo Specht auf einen (der vielen) seiner inspirierenden Blog-Posts dar. Zum Verständnis diesen bitte vorab lesen. Als schlichter Kommentar wäre folgender Text zumindest für meinen Geschmack zu lang geworden]

Lieber Thilo,

als Social Media User gebe ich Dir uneingeschränkt recht.

Als (pot.) Social Media Manager hätte ich (und werde eventuell) jetzt aber auch auf “Pay with a Tweet” (im Folgenden mit P/wT abgekürzt) und RT-Gewinnspiele zurückgegriffen (zurückgreifen).

[Nehmen wir einmal an, der User in mir obsiegt und ich befinde mich gerade in der Rolle des Social Media Managers.]

Hier gefällt mir die Analogie zum Flirten. Nur, wie flirtet man eigentlich?

[Anekdote am Rande]
Als Jugendliche – zu einem Zeitpunkt zu dem ich Männchen und Weibchen noch nicht auseinanderhalten konnte – kaufte ich mir ein populärwissenschaftliches Biologie-Buch zum Thema “menschliches Balzverhalten”, um zu erlernen, wie das denn gehe, das Flirten.

Ohne Erfolg.

["Learning" 1] Man muss es wohl schon tun, um zu verstehen, was man da liest.

Nehmen wir P/wT.
Analog: Du lädtst mich zum Essen ein wenn ich mindestens 7 meiner Freundinnen vom bevorstehenden Event erzähle. Macht Dich dies attraktiver?
["Lerning" 2] Was meine beste Freundin begehrt, ist auch für mich ein Objekt der Begierde. Eine fragt hinterher vielleicht auch mal nach: “Du, den Thilo, den kenn’ ich von Twitter. Da macht er ja einen ganz guten Eindruck, aber in echt sind die manchmal zu real, echt. Also, wie ist er denn jetzt so in echt?”

Nehmen wir das RT-Gewinnspiel.
Analog: Alle meine Freundinnen (also die davon, die selbst mitmachen wollen) sollen wiederum deren Freundinnen erzählen, dass der Thilo Specht ein Hecht sei. Aus allen Sprecherinnen lost Du dann eine aus, mit der Du tatsächlich einen schönen Abend inklusive Candle Light Dinner verbringst.

["Learning" 3] Falls ihr beide danach voneinander genug habt, weisst Du zumindest, wer (erfolgversprechend) für’s nächste Dinner in Frage kommt. Vielleicht zahlt ja dann sogar die Dame.

Und jetzt schlussendlich meine Frage.

Wenn ich das als Social Media Manager, da ich ja im Grunde meines Herzens ein Social Media User bin, für schlechten Stil halte,

WIE FUNKTIONIERT PROFESSIONELLES SOCIAL MEDIA FLIRTEN DANN?

Und sag jetzt nicht, ich solle im neuen Buch vom Klaus Eck nachlesen. Ich hab nämlich noch nicht mit meinem Tweet bezahlt.

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